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Heeresstruktur 3 (1970 - 1979)

Seit Mitte der 60er Jahre machte sich der Führungsstab des Heeres Gedanken darüber, wie die bestehende Struktur des Heeres den Rahmenbedingungen der neuen NATO-Strategie der Flexiblen Erwiderung (Flexible Response) angepasst werden könnte. Das Verhältnis von Kampfverbänden zu Kampfunterstützungstruppenteilen sollte verbessert werden und es galt, die nicht erfolgte Ausrüstung mit atomaren Gefechtsfeldwaffen durch die Ausrüstung mit konventionellen Flächenfeuerwaffen auszugleichen. Gleichzeitig sollten Struktur und Ausrüstung der Großverbände an Auftrag und Geländeverhältnisse angepasst werden.

Das Jägerkonzept

Vor dem Hintergrund steigender Betriebskosten und begrenzter Haushaltsmittel hieß das Stichwort für die Heeresstruktur 3 Spezialisierung bei abgestufter Präsenz. Zur Anpassung der Großverbände an das jeweilige Gelände ihres Einsatzraumes wurde das Jägerkonzept entwickelt. Zwei Panzergrenadierdivisionen sollten ihre Brigaden in Jägerbrigaden umgliedern und zu Jägerdivisionen werden. Dadurch wurde der Anteil an Panzer- und Panzergrenadierverbänden verringert und so die Betriebskosten reduziert. Weitere Einsparungen sollten durch das Konzept der abgestuften Präsenz erzielt werden. Während die Brigaden voll präsent blieben, wurden die Korps- und Divisionstruppen zu Teilen gekadert.

Die neuen Jägerbrigaden sollten das Gefecht in bedecktem, panzerungünstigem Gelände führen. Dazu verfügten sie über panzerabwehrstarke Infanterieverbände und Panzerjäger. Die Brigadeeinheiten umfassten neben der Brigadestabskompanie sowie einem Brigadespähzug eine gemischte Panzerjäger-, eine Panzerpionier-, eine Instandsetzungs- und eine Nachschubkompanie. An Verbänden verfügte die Brigade über drei Jägerbataillone, die je in Stabs- und Versorgungskompanie, drei Jägerkompanien und eine schwere Jägerkompanie gegliedert waren sowie ein Panzerjägerbataillon mit Stabs- und Versorgungskompanie, zwei Panzerjägerkompanien Kanone und einer Panzerjägerkompanie Rakete und ein Panzerartilleriebataillon mit zwei schießenden Batterien und einer Stabs- und Versorgungsbatterie

Die Wahl zur Umgliederung in Jägerdivisionen fiel auf die 2. und die 4. Panzergrenadierdivision. Als Ausgleich für den geringen Mechanisierungsgrad dieser Großverbände und als bewegliche Einsatzreserve sollten auf Korpsebene Panzerregimenter aufgestellt werden. Beim I. und II. Korps erfolgte dies am 1. April 1970. Die Aufstellung des Panzerregimentes 300 beim III. Korps wurde dagegen nicht realisiert. Gleichzeitig wurde jedem Korps eine Luftlandebrigade für den Einsatz unterstellt. Mit diesen Kräften verfügten die Korps in der Heeresstruktur 3 zum ersten Mal über eine eigene Reserve.

Die durch die Umgliederung in Jägerdivisionen frei gewordenen und nicht für die Panzerregimenter benötigten Verbände wurden dem Territorialheer zugeordnet. Mit den daraus aufgestellten teilaktiven Heimatschutzkommandos verfügte das Territorialheer erstmals über Verbände, die nicht rein infanteristisch gegliedert, sondern auch mit gepanzerten Gefechtsfahrzeugen ausgestattet waren. Pro Wehrbereichskommando und beim Territorialkommando Schleswig-Holstein war je ein Heimatschutzkommando vorgesehen.
Bei den Divisionstruppen ergaben sich kaum Änderungen gegenüber der Heeresstruktur 2. Es wuchsen lediglich die Instandsetzungs- und Nachschub - Transportkompanie zu Bataillonen auf und die Divisionen erhielten zusätzlich je ein Sicherungsbataillon sowie ein Heeresmusikkorps. Auf der Korpsebene wurden anstelle des Heeresfliegerbataillons je ein leichtes und mittleres Heeresfliegertransportregiment aufgestellt.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Online-Redaktion Heer


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