Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Dienststellen > Ausbildungskommando > Ausbildungseinrichtungen > Vereinte Nationen Ausbildungszentrum Bundeswehr > Geschichte 

Geschichte

Geschichte
21. April 1993 Im Rahmen von UNOSOM II wird mit dem Kabinettsbeschluss die Aufstellung eines deutschen Nachschub- und Transportbataillons (NSch/TrspBtl) für SOMALIA befohlen. Die VIII. Insp der damaligen Infanterieschule (InfS) Hammelburg (heute Ausbildungszentrum Infanterie) erhielt den Ausbildungsauftrag Soldaten der Luftlandebrigade 26 (LLBrig 26) und danach Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 (GebJgBrig 23) auszubilden.
Dies ist der Startschuss für die Entwicklung der einsatzvorbereitenden Ausbildung in Hammelburg.
August 1994 Die VIII. Insp der InfS Hammelburg erhält den Ausbildungsauftrag für den UN Militärbeobachterkurs (UNMOC).
27. Oktober 1999 Nach dem Ausbildungsauftrag für Implementation Force (IFOR) 1995 und Stabilisation Force (SFOR) ab 1996 sowie Kosovo Force (KFOR) ab 1999 erkennt die InfS, dass der Ausbildungsauftrag nicht mehr im geforderten Umfang bewältigt werden kann.
Dies führt zu der Aufstellung des VNAusbZBw als Bestandteil der InfS, die am 27. Oktober 1999 unter Einbeziehung bestehender Ausbildungsanteile der Führer- und Ausbilderausbildung und des bereits seit 1993 durchgeführten UN Militärbeobachterkurses (UNMOC) umgesetzt wird.
Die gesamte einsatzvorbereitende Ausbildung des Heeres wird ab jetzt konzentriert mit hoher Kompetenz am VNAusbZBw mit großem Erfolg durchgeführt.
November 1999 Im Juni 1999 werden zwei Journalisten des Sterns und ihr Dolmetscher von Unbekannten im Kosovo ermordet.
In der Folge wird der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping von Medienvertretern gefragt, ob denn die Bundeswehr nicht zum Schutz der Journalisten beitragen könne.
Das Ergebnis ist die Einrichtung und Durchführung von „Safety and Security Courses“ am VNAusbZBw.
Januar 2000 Die Stationierung der deutschen Soldaten in den Einsatzgebieten, über einen längeren Zeitraum, macht rasch die Notwendigkeit deutlich, sich nachhaltig um Probleme des Schutzes der aufzubauenden Einrichtungen und der Soldaten im Einsatz zu kümmern.
In Folge dessen wurde die Expertengruppe Schutz aufgestellt.
Diese Gruppe liefert seitdem wertvolle Beiträge zu Grundfragen der Verbesserung der Schutzaufgaben und hat sich eine streitkräfteweite Kompetenz und Akzeptanz erarbeitet.
April 2000 Die Multinationalität der Einsatzbeteiligung deutscher Streitkräfte und die Einbindung ehemaliger Warschauer Pakt Staaten in die NATO mit dem Mittel des Partnership for Peace (PfP) führt zu einer regen Nachfrage nach Harmonisierung, Standardisierung und verbesserter Interoperabilität in der militärischen Zusammenarbeit.
So startet die PfP Karriere des VNAusbZBw mit der ersten Ausbildungsunterstützung für Rumänien.
August 2000 Der Kampfpanzer Leopard wie auch der ungeschützte LKW eigneten sich nur bedingt für Patrouillenaufgaben.
Die Einführung von speziell geschützten Fahrzeugen (DINGO) für die Einsätze wird beschlossen und mit ihr die Notwendigkeit der Ausbildung der Kraftfahrer, Kommandanten und Richtschützen dieser Fahrzeuge deutlich.
Da diese Fahrzeuge im Grundbetrieb der Streitkräfte nicht vorhanden sind wird die Ausbildung am VNAusbZBw ab August 2000 konzentriert.
Oktober 2000 Um sich über die Vorbereitungen für Einsätze von Friedenstruppen einen Einblick zu verschaffen, besucht eine russische Delegation, angeführt von Oberst Borsowitsch, das VNAusbZBw.
Dieser Besuch markiert einen Meilenstein in der Geschichte des Zentrums, da hier erstmalig vier hochrangige Soldaten ausländischer Streitkräfte einen direkten Einblick in das Ausbildungsumfeld bekommen, was unverkennbares Zeugnis für den mittlerweile internationalen Bekanntheitsgrad sowie das allseits anerkannte hohe Niveau der Ausbildung von UN-Militärbeobachtern und Einsatzkontingenten auf dem Lagerberg ist.
2002 Durch die seit 2000 Harmonisierung der einsatzvorbereitenden Ausbildung zwischen NATO und PfP Staaten, entsteht die Arbeitsgruppe "Training and Education for Peace Support Operations" (TEPSO).
Das Ergebnis dieser Arbeitsgruppe ist nicht nur eine ratifizierte NATO STANAG, sondern auch die wesentliche Einarbeitung dieser Ergebnisse in das EAKK Konzept der Bundeswehr und in der Folge in die ANTRA's 1 bis 3.
Darüber hinaus haben diese Ausbildungsmodule Eingang gefunden in die "Standardized Generic Training Modules" der Vereinten Nationen.
Sommer 2004 Erste streitkräftegemeinsame Schulung EAKK Konzept durch das VNAusbZBw.
Hier werden alle internationalen Standards aus dem Bereich TEPSO und der VN so zweckmäßig in die Ausbildung der Streitkräfte eingebracht, dass eine kontinuierliche einsatzorientierte Ausbildung mit der Grundausbildung beginnend möglich wird.
Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal in der Ausbildungslandschaft der NATO und vieler anderer Staaten und ermöglicht bei konsequenter mentaler Bereitschaft der verantwortlichen Führer und Ausbilder eine zielgerichtete international harmonisierte Ausbildung die auf den Einsatz zweckmäßig vorbereitet.
Dezember 2004 Der 55.555 Lehrgangsteilnehmer an der Zentralen Truppenausbildung am VNAusbZBw wird geehrt.
2005 Der Erfolg der Journalistenausbildung regt andere Ressorts und Einrichtungen dazu an ebenfalls um Ausbildung ihres Personals für den Einsatz nachzusuchen.
So werden auf Vertragsbasis nach und nach Lehrgänge für
  • das Zentrum für internationale Friedenseinsätze (ZIF),
  • das Auswärtige Amt,
  • die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ),
  • die Robert Bosch Stiftung,
  • MERCATOR,
  • das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) einschließlich Technisches Hilfswerk THW, Johanniter und Feuerwehren,
  • WORLD VISION
eingerichtet.
ab März 2005 Übertragung erster Ausbildungsabschnitte der einsatzvorbereitenden Ausbildung der Kampftruppe an das neu aufgestellte Gefechts- Übungszentrum (GÜZ).
2006 Bereits in 2005 wird festgelegt, dass die szenariobasierte praktische Ausbildung auf Grundlage von Rollenspielern strukturell auf das Zentrum verlagert werden soll.
Dies führt zu der Aufstellung der Ausbildungs-/Unterstützungskompanie einschließlich der Anteile der DINGO Ausbildung.
2007 Im November 2007 wird das VNAusbZBw seitens des NATO Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer als PfP Training Centre akkreditiert.
Ebenfalls wird die seit 1993 stattfindende Ausbildung zum VN Militärbeobachter gewürdigt.
Die hohe Qualität der Ausbildung im UNMOC und die exzellente Leistung unserer Militärbeobachter im Einsatz führt dazu, dass der UNMOC in 2007 als einer der wenigen Kurse weltweit seitens des UN Departement for Peacekeeping (DPKO), mit den Ausbildungsrichtlinien der UN übereinstimmend, anerkannt wird. Neben dem UNMOC und dem UNSOC an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk Bw) haben weltweit nur elf andere Kurse diesen Status der UN.
Damit wird die langjährige Arbeit in der einsatzvorbereitenden Ausbildung gekrönt und der Name des VNAusbZBw eindrucksvoll gewürdigt.
2008/2009 Bereits seit vielen Jahren hat das VNAusbZBw eine sehr enge Verbindung zu unseren Freunden in Österreich (Zentrum für Einsatzvorbereitung in GÖTZENDORF), der Schweiz (SWISS International) und den Niederlanden (SVV). Neben dem ständigen Ausbilderaustausch, der Zusammenarbeit bei TEPSO und im Rahmen der PFP Training Centre verbinden uns gemeinsame Grundwerte und Ansichten.
Dies führt dazu, dass erstmalig in 2009 eine UN Militärbeobachterausbildung aller vier Länder so gestaltet wird, dass die Abschlussübung gemeinsam im Bodenseeraum durchgeführt werden kann.
Insgesamt 60 Lehrgangsteilnehmer und 400 Leitungs-/Rollenspielerpersonal führen gemeinsam über sechs Tage diese Übung durch.
Ein riesiger Erfolg in Richtung auf Interoperabilität und Standardisierung.
2009 Internationale Einsätze sind, wie sich in Afghanistan zeigt, keine rein militärisch zu bewältigende Herausforderung.
Neben der militärischen Stabilisierung sind die Anstrengungen im Bereich, Justiz, Polizei, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, kommunale und regionale Administration und weitere Aspekte für den nachhaltigen Erfolg zwingend notwendig.
Alle Sektoren müssen Hand in Hand arbeiten. Dazu ist es notwendig, dass man sich gegenseitig kennt, seine Fähigkeiten und Grenzen einschätzen kann und in der Lage ist erfolgreich zusammen zu arbeiten.
Das kann nicht früh genug beginnen und muss alle Ebenen von der strategischen Führung bis zum Ausbilder und Entwicklungshelfer umfassen.
Das VNAusbZBw hat dies bereits sehr früh durch seine Einbindung in internationale Gremien und seine einsatzerfahrenen Mitarbeiter verstanden und auch bereits in Ressort übergreifenden Ausbildungsgängen realisiert.
Die Zusammenarbeit ist so eng, dass sich Vertreter des ZIF, der BPol, der LPol, der FüAk Bw und des VNAusbZBw mehrfach treffen, sich regelmäßig austauschen, gemeinsame Schnittstellen der Ausbildung definieren und sich in der Ausbildung gegenseitig unterstützen.
2012 Einnahme der neuen STAN Struktur und Auslagerung der II. Inspektion nach Wildflecken
2014 Weltweit einmalig erhält das VNAusbZBw das dritte mal in Folge die UN Zertifizierung des UNMOC Lehrganges durch das Department for Peacekeeping (DPKO).
2015 Das VNAusbZBw wird als eigenständige Dienststelle aufgestellt und untersteht nicht mehr der InfS sondern dem Ausbildungskommando (AusbKdo).
Die II.Insp/Te 900 in Wildflecken führt die einsatzlandunspezifische Ausbildung (ELUSA) im Sinne der Streitkräftebasis SKB durch und erhält zusätzlich den Auftrag der Allgemein Soldatischen Ausbildung (ASA) für ziviles Personal der Bundeswehr.
2016 Das VNAusbZBw ist ab sofort eine voll umfängliche Alarmierungsfähige Dienststelle, welche im Rahmen der Eigenständigkeit erforderlich ist.
2017 Das VNAusbZBw hat sich in 2017 erfolgreich um die Durchführung von NATO Lehrgängen beworben. Die Bewerbung wurde mit einer Zertifizierung ohne Auflagen für sechs Jahre abgeschlossen. Damit ist das VNAusbZBw eine der wenigen Ausbildungseinrichtungen weltweit, die sowohl durch die UN als auch durch die NATO zertifiziert sind.
2018

Das VNAusbZBw bildet erstmals 22 Lehrgangsteilnehmerinnen aus 20 Nationen zum Military Expert on Mission (MEoM) aus.

Ziel des Lehrgangs ist es, den Vereinten Nationen eine größere Anzahl an Militärbeobachterinnen für Einsätze zur Verfügung zu stellen, die dann den UN-Friedensmissionen zum Erfolg verhelfen sollen.

Bestandteile des Lehrgangs waren interkulturelle Kompetenz, Gesprächsaufklärung, Verhandlungsführung, Verhalten auf einer Patrouille sowie die Sanitätsausbildung. Während der mehrtägigen Abschlussübung wurden die Lernenden in die unterschiedlichsten Situationen versetzt, die ihnen auch im Einsatz als UN-Militärbeobachter jederzeit begegnen können.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 05.03.2019


https://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.dienstst.ausbkdo.ausbeinrichtungen.gerarmforceuncentr.geschichte