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Auftrag

Das Ausbildungszentrum Pioniere – Kompetenz und Effizienz aus Ingolstadt

Trotz des Wahlspruchs „Semper prorsum – nunquam retrorsum“ („Immer vorwärts – Niemals zurück“) vergessen die Pioniere ihre Vergangenheit nicht. Seit mehr als 60 Jahren ist die früher in München beheimatete Pionierschule, bzw. heute das Ausbildungszentrum Pioniere in Ingolstadt, das Mutterhaus der Pioniere der Bundeswehr. Hier, an einem der modernsten Standorte der Bundeswehr werden, mit innovativen Ausbildungseinrichtungen und in hervorragender Infrastruktur, Angehörige der deutschen und befreundeten Streitkräfte zu Pionieren und Meistern ihres Fachs ausgebildet.

Am Ausbildungszentrum Pioniere bekommen jährlich ca. 2100 Lehrgangsteilnehmer in über 145 Lehrgängen das nötige Rüstzeug vermittelt, um im Einsatz bestehen zu können.

Durch das Zusammenwirken seiner Bereiche Stab, Lehre/Ausbildung, Unterstützung und dem NATO Military Engineering Center of Excellence vor Ort sind die bestmöglichen Rahmenbedingungen für den Ausbildungserfolg gegeben.

Mit seinen über den Standort Ingolstadt hinausgehenden, dislozierten Ausbildungseinrichtungen, wurden sehr gute Voraussetzungen für den Ausbildungserfolg geschaffen. Der in Stetten am kalten Markt angesiedelte Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr findet für seine Ausbildungs- und Übungsdurchgänge mit dem nahegelegenen Truppenübungsplatz Heuberg gute Voraussetzungen für die Ausbildung, da die Masse der lehrgangsgebundenen Ausbildung, der Einsatzvorbereitung und Inübunghaltung die Verfügbarkeit von Ausbildungsanlagen erfordert, auf denen spezielle spreng- und schießtechnischen Verfahren eingesetzt werden können. Der dort zugehörige hochmoderne Sprengplatz gewährleistet, dass alle sprengtechnischen Verfahren der Kampfmittelabwehr auch bei hohen Mengen Explosivstoff ausgebildet und geübt werden können. Aber auch für die Taucherausbildung steht eine in Deutschland einzigartige Ausbildungsinfrastruktur zur Verfügung: das Taucherausbildungszentrum in Percha am Starnberger See und die Taucherausbildungsanlage am Standort Havelberg.

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Der Stab Ausbildungszentrum Pioniere

Der Stab des Ausbildungszentrums Pioniere unterstützt den Kommandeur bei der Führung der Ausbildungseinrichtung, bei der Wahrnehmung der Aufgaben als Senior Joint Engineer der Bundeswehr und bei den Aufgaben als „General der Pioniertruppe“. Er lenkt und koordiniert die Aufträge und nimmt die Aufgaben in den Führungsgrundgebieten wahr. Er schafft somit die administrativen Voraussetzungen für die Auftragserfüllung des Zentrums.

Der Stab ist zudem verantwortlich für die truppendienstliche Führung und Versorgung von vier Beratergruppen der Bundeswehr in Afrika. Diese leisten seit den 1950er Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Effizienz des Ausstattungshilfeprogramms der Bundeswehr für ausländische Streitkräfte beim Aufbau der afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur.

Die Pflege der langjährigen Paten- und Partnerschaften mit Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten von Amerika sowie der Schweiz und Österreich sind wertvolle Elemente für den ständigen Erfahrungsaustausch im Einsatz von Pionieren und bei Spezialprojekten, wie z.B. der Weiterentwicklung der Kampfmittelabwehr. Hinzu kommt der rege Erfahrungsaustausch mit Nationen aus der ganzen Welt im Rahmen der bilateralen Jahresprogramme, um die Leistungsfähigkeit und Mittel der deutschen Pioniere darzustellen und das Leistungsspektrum der Pioniertruppe anderer Nationen kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Mit den österreichischen und schweizer Pionieren besteht besonders im Bereich der Spreng- und Taucherausbildung ein intensiver Kontakt. Diese internationale Zusammenarbeit ist ein Weg, Synergien zu nutzen und voneinander zu profitieren, da die einzelnen Streitkräfte in manchen Bereichen weiter entwickelt sind als die, der jeweiligen Partner. Dieses Wissen zu nutzen und in die eigene Entwicklung zu implementieren ist und bleibt ein Auftrag des Ausbildungszentrums Pioniere.

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Der Bereich Lehre und Ausbildung

Der Bereich Lehre und Ausbildung bildet den zentralen Anteil des Ausbildungszentrums Pioniere.

Die sechs Inspektionen sowie die Ausbildungseinrichtung für Betriebsberechtigungsscheine für alle Pioniermaschinen führen den Lehrauftrag und die damit verbundene Planung, Organisation und Gestaltung der anspruchsvollen Ausbildung, am Einsatz orientiert und flexibel durch. Dabei werden die Lehrgangsteilnehmer durch moderne Ausbildungstechnologie in ihrem Lernen unterstützt. So besitzt das Ausbildungszentrum Pioniere Computerhörsäle zur Unterstützung komplexer Berechnungen zum Beispiel für die Ausbildung zum Bautechniker sowie zur Simulation taktischer Lagen für die Führerausbildung.

Der Hauptauftrag ist die Ausbildung der Offiziere, Unteroffiziere und Spezialisten der Truppengattung. Die eingenommene Gliederung ermöglicht alle wesentliche Teilbereiche der Ausbildung im Rahmen der hoch spezialisierten Pioniertruppe sicherzustellen. Die Ausbildung des Führernachwuchses bildet dabei einen Schwerpunkt. Die Führerausbildung umfasst neben den technischen Fertigkeiten, die Fähigkeit zur Organisation, Planung und zum Personalmanagement, die Arbeit im und als Team, aber auch die Erziehung zur Verantwortung als Führer. Die Lehrgruppe bildet Pionierunteroffiziere und Pionierfeldwebel als Trupp-, Gruppen, und Zugführer aus und bereitet diese auf ihre fordernden Führungsverwendungen vor. Die Ausbildung der Offiziere zielt in einem einjährigen Lehrgang darauf ab, den jungen Soldatinnen und Soldaten Handlungssicherheit für die zukünftigen Verwendungen als Zugführeroffizier oder als Pionierberater zu geben. Darüber hinaus werden in der Lehrgruppe auch die zukünftigen Kompaniechefs und Bataillonskommandeure der Pioniertruppe auf ihre herausfordernde Verwendung vorbereitet. Führerausbildung und die Ausbildung von Spezialisten gehen in der Lehrgruppe Hand in Hand. So werden innerhalb der verschiedenen Inspektionen die Pioniertaucherausbildung, die Sprengausbildung, die Schweißerausbildung, die Ausbildung im Bereich Feldlagerbau aber auch die Ausbildung zum Erwerb von Betriebsberechtigungsscheinen für gepanzerte und ungepanzerte Pionierbaumaschinen für die gesamte Bundeswehr durchgeführt. Das Spektrum reicht von Baggern, Raupen und Ladern in verschiedenen Varianten bis hin zum Minenräumpanzer, der Panzerschnellbrücke oder dem Pionierpanzer.

Ein wichtiges Element für die taktische Ausbildung in den Lehrgängen sind die Truppenfachlehrer. Durch sie werden die Forderungen der Kampftruppe an die Pioniere aufgezeigt und praxisgerechte Einsatzgrundsätze vermittelt. Ziel ist die gründliche Vorbereitung des Führungsnachwuchses auf künftige Aufgaben als Pionierführer.

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Die Fachschule des Heeres für Bautechnik und Zentrum für Bauwesen

Die Fachschule des Heeres für Bautechnik und Zentrum für Bauwesen, mit dem integrierten Bautechnischen Unterstützungszentrum, ist die zentrale Ausbildungsstätte der Bundeswehr für die bautechnische Aus- und Weiterbildung sowie die Ausbildung im Bereich Infrastruktur. Die Fachschule ist eine staatlich anerkannte Ausbildungseinrichtung und ist berechtigt, staatliche Berufsabschlüsse wie „staatlich geprüfter Bautechniker“ oder „Facharbeiter Beton- und Stahlbetonbauer“ zu vergeben.

Weitere Verwendungslehrgänge, wie der Lehrgang technischer Umweltschutz, Pioniererkundung im Einsatz, Ölschadensbekämpfung runden das umfangreiche Ausbildungsangebot ab. Fester Bestandteil der fachlichen Ausbildung ist die militärische Ausbildungshilfe für zahlreiche Soldaten aus anderen Nationen.

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Die Bauinstandsetzungseinrichtung

Die Bauinstandsetzungseinrichtung in Münchsmünster wird seit 1996 als zentrale Ausbildungsstätte für die Aus- und Weiterbildung im Bereich der Bauinstandsetzung genutzt. Sie beinhaltet alle wesentlichen Grundlagen des Bauhandwerkes wie Maurer – und Betonierungsarbeiten, Bauschlosserei, Holzbau, Dachinstandsetzung, Installationsarbeiten und Elektroinstallation. Soldaten aus den Niederlanden, Großbritannien und den Vereinigten Staaten nutzen ebenfalls diese hervorragende Infrastruktur, um auch ihre Soldaten bestmöglich auf die Einsätze vorzubereiten.

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Der Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr

Der Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr bildet an seinem Standort Stetten am kalten Markt das Rückgrat der Ausbildung in der Kampfmittelabwehr und Kampfmittelaufklärung für die Streitkräfte. Das Lehrgangsangebot ist breit gefächert und neueste Erkenntnisse aus den Einsätzen werden sofort umgesetzt. Es reicht von der Einzelausbildung von Offizieren und Unteroffizieren über Speziallehrgänge im Bereich für Bediener von Spezialfahrzeugen und Spezialausrüstung bis hin zur Führerausbildung in der Kampfmittelabwehr.

Der Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr ist mit modernem Material ausgestattet. So sind ferngesteuerte Manipulator- und Detektorfahrzeuge, Metalldetektoren Bodenradar, mobile Röntgensysteme und geschützte Bedienerfahrzeuge Standard und aus der Ausbildung nicht mehr weg zu denken.

Die international anerkannt hohe Qualität der Ausbildung in der Kampfmittelabwehr am Ausbildungsstützpunkt ist der Garant für die bestmögliche Auftragserfüllung im Einsatz. Zur Unterstützung der Pioniereinheiten und Verbände in deren fachlicher Inübunghaltung und zu Vorbereitung auf den Einsatz verfügt der Ausbildungsstützpunkt über ein Übungszentrum, in dem die Kampfmittelabwehranteile der Pionierbataillone als Ganzes beübt und bewertet werden können.

Dazu stellt das Dokumentationszentrum Kampfmittelabwehr den Kampfmittelabwehrkräften für Einsatz, Ausbildung und Weiterentwicklung Informationen bereit, welche sie für ihren Kampfmittelabwehrauftrag benötigen. Hier ist auch die umfangreiche Munitionsmustersammlung zu finden, die ständig für die Ausbildung genutzt wird.

Am Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr werden in der Einsatzkompanie auch einsatzbereite Kräfte mit Unikatfähigkeiten vorgehalten. Diese sind auf die Abwehr von ABC-Kampfmitteln und die Kampfmitteldetektion mit Spürhunden spezialisiert.

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Der Bereich Unterstützung

Der Bereich Unterstützung ist für die Sicherstellung der Ausbildung und des allgemeinen Dienstbetriebs verantwortlich. Ein „schlanker Satz“, der aber bei Weitem mehr verbirgt als er vermuten lässt, denn unter den Einflüssen limitierter und zentralisierter materieller und personeller Ressourcen ist die tägliche Durchführung der Materialbereitstellung sowie der Betrieb des Fachmedienzentrums eine ständige Herausforderung.

So wird neben der Materialbewirtschaftung für den Betrieb am Ausbildungszentrum auch mit einem Unterstützungstrupp die Versorgung der in Afrika eingesetzten Beratergruppen mit zentral und dezentral beschafften Versorgungsgütern sichergestellt. Das gesamte Material, das zur Ausbildung benötigt wird, angefangen von Waffen und Munition, über Pioniergerät, Pioniermaschinen bis hin zu Fahrzeugen des Bundeswehrfuhrparkservice werden hier geplant und eingesetzt. Ebenfalls werden in diesem Bereich der Einsatz der Bediener der Pioniermaschinen sowie des Unterstützungspersonals in der Ausbildung koordiniert.

Das Fachmedienzentrum mit Bücherei, Kartenstelle, Foto- und Videoproduktion und den hochmodernen Medienanlagen unterstützt vollumfänglich den Lehr- und Dienstbetrieb.

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NATO Military Engineering Center of Excellence (MILENG COE)

Das MILENG COE, eine Dienststelle der NATO unter der Führung eines deutschen Obersten, ist ebenfalls in Ingolstadt beheimatet. Das Einbringen von multinationaler Pionierexpertise zur Unterstützung der Transformation der NATO auf dem Gebiet des Pionierwesens ist eine wesentliche Aufgabe dieses im wahrsten Sinne des Wortes „Center of Excellence“ mit Vertretern aus 17 Nationen. Jährlich nehmen etwa 300 Teilnehmer, vom Unteroffizier bis zum General, aus allen NATO- und befreundeten Nationen an Lehrgängen, Seminaren, Workshops und Expertengesprächen, in Ingolstadt teil. Daneben übernimmt das MILENG COE als „think tank“ die Führung bei der Erarbeitung von NATO-Pioniergrundsatzdokumenten und –konzepten. Auch werden Studien der NATO zu Pionierfähigkeiten im Einsatz oder zur Bündnisverteidigung. durchgeführt.

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Herausforderungen in der Zukunft

Seit dem Einsatz in Afghanistan und auch heute in Mali ist die Kampfmittelabwehr durch die ständige Bedrohung mit Sprengfallen ein unverzichtbarer Beitrag in jedem Einsatz. In der neuen Struktur der Pioniere wurden zusätzliche Kampfmittelabwehrspezialisten in größerem Umfang ausgeplant, die nun für diese komplexe Fachaufgabe ausgebildet werden. Die geänderte sicherheitspolitische Lage in Europa fordert gleichzeitige die Ausrichtung auf die Fähigkeit zur Bündnisverteidigung in größerem Umfang. Auch vor dem Hintergrund der Trendwenden im Bereich Personal und Material wird neben dem Ausbau der Schwimmbrückenkapazität die Wiedereinführung der Fähigkeit zum großflächigen Sperreinsatz durch die Pioniertruppe umgesetzt.

Das Ausbildungszentrum Pioniere schafft durch seine Ausbildung die Grundlagen für unsere Soldaten, in einem hochkomplexen, internationalen Umfeld professionell zu bestehen und kompetent die der Pioniertruppe gestellten Aufgaben zu meistern. Die ständige Einbindung ausländischer Lehrgangsteilnehmer, die Führungsverantwortung gegenüber den Beratergruppen in Afrika und eine enge Zusammenarbeit mit dem NATO Military Engineering Centre of Excellence ist ein Zeichen für den ausgeprägten Willen, Internationalität und Interoperabilität zu leben und auszubauen. Damit ist in Ingolstadt ein Nukleus für ein mögliches zukünftiges internationales Ausbildungszentrum für Pioniere vorhanden.

Und so gilt auch für die Zukunft: Der Pionier ist Kämpfer, Wegbereiter, Helfer und Fachmann.

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Stand vom: 07.06.18


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