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Aufklärer bereiten sich mit Übung in Unterfranken auf Auslandseinsätze vor

Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 aus Gotha machen ihre Drohne für den Start fertig
Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 aus Gotha machen ihre Drohne für den Start fertig (Quelle: Bundeswehr/Michael Keitel)Größere Abbildung anzeigen
Ebern/Bayern, 24.06.2019.

Das gab es lange nicht: Mitte Mai hat das Aufklärungsbataillon 13 aus Gotha mit mehr als 300 Soldatinnen und Soldaten und über 90 Fahrzeugen eine freilaufende Übung in den unterfränkischen Landkreisen Haßberge, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld absolviert. Die Übung diente der Vorbereitung auf die kommenden Einsätze in Mali und im Baltikum.

Während der freilaufenden Übung kamen alle Mittel der Aufklärer zum Einsatz: der Spähwagen Fennek, die Drohne LUNA (Luftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung), Feldnachrichtenkräfte, Radaraufklärung und Späher zu Fuß. Freilaufend bedeutet, dass sich Soldaten neben den Übungsplätzen in Fahrzeugen und zu Fuß in einem angemeldeten Wohn-, Wald- oder/und Industriebereich bewegen und dort üben und ihren Dienst versehen.

Zudem verstärkte in Unterfranken ein Spähtrupp aus Litauen eine deutsche Kompanie. Der Auftrag, eine komplexe Aufklärungsoperation in unbekanntem Gelände, bei Tag und Nacht und in einer anspruchsvollen taktischen Lage gegen einen ebenbürtigen Gegner zu leisten, verlangte der Truppe einiges ab. Beim abschließenden Durchschlagen, dem Marsch einer auf sich allein gestellten Gruppe aus Feindgebiet, mussten die Soldaten ihre letzten Reserven mobilisieren. Jeder geriet an seine individuelle Belastungsgrenze. Dabei bestätigte sich, dass eine harte und fordernde Ausbildung zusammenschweißt, Selbstvertrauen schafft und gesunden Korpsgeist fördert. Den Soldaten zeigte die Übung, dass gerade die vermeintlich einfachen Dinge unter realitätsnahen Bedingungen zu echten Herausforderungen werden können. Insbesondere jüngere Kameraden machten diese Erfahrung zum ersten Mal. Trotz aller Widrigkeiten hieß die Maxime bis zum Schluss: Setze Auftrag fort…

Soldaten von Bürgern gut aufgenommen

Mit mehr als 300 Soldatinnen und Soldaten und über 90 Fahrzeugen üben die Aufklärer in den unterfränkischen Landkreisen Haßberge, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld
Mit mehr als 300 Soldatinnen und Soldaten und über 90 Fahrzeugen üben die Aufklärer in den unterfränkischen Landkreisen Haßberge, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld (Quelle: Bundeswehr/Michael Keitel)Größere Abbildung anzeigen

Oberstleutnant Mathias Weber, Kommandeur des Aufklärungsbataillons 13, kam es darauf an, durch ein weitgehend freies Spiel der Kräfte erst jene Situationen im oft zitierten „Nebel des Krieges“ authentisch entstehen zu lassen, die Entschlusskraft und Verantwortungsfreude auf allen Ebenen erfordern.

Die Bürger der betroffenen Landkreise nahmen die Übung positiv auf. Sowohl lokale Medien als auch die sozialen Netzwerke berichteten über die Rückkehr der Soldaten in das ehemalige Wohnzimmer des 2004 aufgelösten Panzeraufklärungsbataillons 12 in Ebern. Das Interesse war groß, die Menschen der Region waren den Soldaten in höchstem Maße gewogen. An einem Besuchertag auf dem Gefechtsstand auf der Burg in Königsberg nahmen Zivilisten rege teil und erhielten ungewohnte Einblicke bei der übenden Truppe im Feld.

Nach dem taktischen Ende der Übung bezogen die Soldaten des Aufklärungsbataillons 13 schließlich Quartier in der ehemaligen Balthasar-Neumann-Kaserne in Ebern. Nicht zufällig, denn die 13er führen stolz die Tradition der ehemaligen 12er fort. So mancher Thüringer Aufklärer schmunzelte, hatten doch einige ihren soldatischen Werdegang einst in Ebern begonnen.

Bürgermeister beim Kameradschaftsabend

Die Anwohner verabschieden die Gothaer Soldaten mit einem freundlichen Transparent
Die Anwohner verabschieden die Gothaer Soldaten mit einem freundlichen Transparent (Quelle: Bundeswehr/Michael Keitel)Größere Abbildung anzeigen

Ein Höhepunkt war ohne Zweifel der gemeinsame Kameradschaftsabend der Truppe, mit der Kameradschaft der ehemaligen 12er und zahlreichen Bürgermeistern. Ohne deren großartige Unterstützung wäre das Übungsvorhaben so kaum möglich gewesen. Mitgeführt wurden auch die Truppenfahnen beider Bataillone als sichtbares und emotionales Signal der Verbundenheit und Präsenz. Es ist ein Beispiel, wie die eigene Tradition der Bundeswehr und der Heeresaufklärungstruppe authentisch gelebt und erfahren werden kann.


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Stand vom: 01.07.2019 | Autor: Maximilian Grießer


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