Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten und Berichte > Jahr 2019 > August 2019 > Tapfer und führungsstark in Afghanistan: Kommandosoldat mit Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet

Tapfer und führungsstark in Afghanistan: Kommandosoldat mit Ehrenkreuz in Gold ausgezeichnet

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer (r.) zeichnet den Kommandostabsoffizier (l.) aus und gratuliert ihm
Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer (r.) zeichnet den Kommandostabsoffizier (l.) aus und gratuliert ihm (Quelle: Bundeswehr/Einsatzführungskommando)Größere Abbildung anzeigen
Schwielowsee/Brandenburg, 12.08.2019.

Vor dem deutschen Generalkonsulat in Masar-i Scharif in Afghanistan explodierte im November 2016 die Bombe eines islamistischen Attentäters. Dass alle Mitarbeiter des Konsulats unverletzt gerettet werden konnten, ist im Wesentlichen das Verdienst eines Kompaniechefs des Kommandos Spezialkräfte (KSK). Der Oberstleutnant ist jetzt mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold mit rotem Rand ausgezeichnet worden.

Am 10. November 2016 gegen 23 Uhr ereignete sich einer der bisher schwersten Anschläge auf eine deutsche Auslandsvertretung. Das deutsche Generalkonsulat in Masar-i Scharif wurde von Selbstmordattentätern der Taliban und weiteren Kämpfern angegriffen. Durch die Wucht der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lkws wurde der Hauptflügel des Generalkonsulats weitgehend zerstört, andere Teile in Brand gesetzt, die übrigen Gebäude extrem in Mitleidenschaft gezogen. Die zum Schutz des Konsulats eingesetzten deutschen Polizisten standen von Beginn des Anschlags an im Feuerkampf mit den Angreifern. Sie waren zeitweise sogar von der Außenwelt abgeschnitten.

Das Gebäude stand in Flammen, Betondecken stürzten ein. Ständig bestand die Gefahr eines weiteren Anschlags, der die nachrückenden Einsatzkräfte zum Ziel hatte. Nachtsicht- und Wärmebildgeräte konnten aufgrund der Staubentwicklung nur teilweise eingesetzt werden. Das Strom- und Telefonnetz war zusammengebrochen.

Mitarbeiter des Generalkonsulats gerettet

Am 10. November 2016 sprengte sich vor dem deutschen Generalkonsulat in Masar-i Scharif ein Taliban in die Luft, ein Feuerkampf folgte
Am 10. November 2016 sprengte sich vor dem deutschen Generalkonsulat in Masar-i Scharif ein Taliban in die Luft, ein Feuerkampf folgte (Quelle: dpa/Sultani)Größere Abbildung anzeigen

Der nun ausgezeichnete Kommandostabsoffizier war zu diesem Zeitpunkt Kommandeur des Deutschen Einsatzverbandes Spezialkräfte in Afghanistan. Er war als erster der deutschen Spezialkräfte am Generalkonsulat vor Ort und konnte Verbindung zu den Polizeikräften im Inneren aufnehmen. Der Kommandostabsoffizier ergriff die Initiative und übernahm die Führung und Koordination aller am, im und um das Generalkonsulat eingesetzten Kräfte. So führte der Mann, unter der ständigen Bedrohung für Leib und Leben, seine durch Kampfretter der Luftwaffe unterstützen Soldaten sowie der schnellen Reaktionskräfte. Er organisierte in direkter Absprache mit dem Kommandeur des nahegelegenen NATO-Camps, die Evakuierung der Mitarbeiter des Generalkonsulats.

Unter der Führung des Elitesoldaten konnten außerdem sicherheitsempfindliche Geräte und geheime Dokumente sowie persönliche Gegenstände und die Bundesdienstflagge des Generalkonsulates geborgen werden. Damit wurden immenser Schaden von der Bundesrepublik Deutschland abgewandt und negative Folgen für die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes und der Bundespolizei verhindert.

„Entschlossenes Handeln par excellence“

Soldaten des Kommandos Spezialkräfte trainieren die Besetzung von Objekten auch in der Nacht
Soldaten des Kommandos Spezialkräfte trainieren die Besetzung von Objekten auch in der Nacht (Quelle: Bundeswehr/KSK)Größere Abbildung anzeigen

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, zeichnete nun im August 2019 den Oberstleutnant und ehemaligen Kompaniechef des KSK mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold mit rotem Rand (besonders herausragende Leistungen unter Gefahr für Leib und Leben) aus, eine selten vergebene Kategorie.

Pfeffer sprach in seiner Laudatio davon, dass der Kommandostabsoffizier seine Tapferkeit unter Gefahr für Leib und Leben unter Beweis gestellt habe. „Sie haben das Leben sämtlicher Angehöriger des Generalkonsulats gerettet“, so der Befehlshaber. „Meiner Bewertung nach liegt hier ein hervorragendes Führungsverhalten in einer konkreten Gefechtssituation sowie selbstständiges, entschlossenes und erfolgreiches Handeln par excellence in einer ungewissen Situation vor.“

Der Oberstleutnant sagte: „Ich fühle mich sehr geehrt diese Auszeichnung heute durch den Befehlshaber verliehen bekommen zu haben. Noch mehr aber freut mich allerdings die Tatsache, dass wir alle Angehörigen des Konsulats unverletzt befreien konnten. Ich bin stolz auf meine Männer und alle beteiligten Kräfte, die das möglich gemacht haben.“


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 19.08.2019 | Autor: Pressestelle KSK


https://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.aktuell.nachrichten.jahr2019.august2019&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB050000000001%7CBEYGX8658DIBR