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Ausbildung: Inspekteur besucht neue Grundausbildung in Hagenow

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (4. v. l.), besucht die Grundausbildung in Hagenow
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (4. v. l.), besucht die Grundausbildung in Hagenow (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen
Hagenow/Mecklenburg-Vorpommern, 19.07.2018.

„Wir wollen schon ab dem ersten Tag differenziert die Leistungsfähigkeit unserer jungen Soldatinnen und Soldaten steigern“, hat der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, erklärt. Am 18. Juli informierte er bei den Hagenower Grenadieren über eine neugestaltete Grundausbildung mit genau diesem Ziel.

Beim Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow absolvieren seit sechs Wochen 46 junge Rekrutinnen und Rekruten eine Grundausbildung wie sie im Deutschen Heer erstmalig durchgeführt wird. Der Name des Projektes ist gleichzeitig Programm: „Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit in der Grundausbildung“.

Kommandeur Oberstleutnant Alexander Billung Radzko (l.) begrüßt den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.), im Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow
Kommandeur Oberstleutnant Alexander Billung Radzko (l.) begrüßt den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.), im Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandeur des Hagenower Bataillons, Oberstleutnant Alexander Billung Radzko, begrüßte den Heereschef zu seinem Dienstaufsichtsbesuch. Markantestes Merkmal der neu gestalteten Grundausbildung: Der Sportanteil ist um rund 60 Prozent gegenüber der bisher noch gültigen Ausbildung erhöht worden. „Ja, das geht nur, wenn wir auf andere Ausbildungen wie zum Beispiel die Pistole zunächst verzichten. Ist die Grundausbildung als erste große Hürde für uns als Soldaten geschafft, wird die Ausbildung eben im Folgenden organisiert.“ Unterm Strich gehe dadurch keine Ausbildung verloren.

Nicht einfach nur Sport

Einfach nur Laufen ist nicht alles im neuen Sportkonzept der Grundausbildung
Einfach nur Laufen ist nicht alles im neuen Sportkonzept der Grundausbildung (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Der Dienst im Heer sei besonders fordernd, bekräftigte Vollmer. „Wir müssen ab dem ersten Tag sehr differenziert die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen Rekruten prüfen und durch Leistungsgruppen sowie angepasste Trainingsmethoden eine gemeinsame Basis schaffen“. Mit dieser Grundausbildung wolle man die Soldaten noch besser für die Zukunft rüsten, auch werde die Attraktivität des Soldatseins weiter gesteigert.

Der Basis-Fitness-Test ist ein wichtiger Bestandteil der Leistungserfassung
Der Basis-Fitness-Test ist ein wichtiger Bestandteil der Leistungserfassung (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Das neue Trainingskonzept enthält mehr Sportanteile und berücksichtigt Faktoren wie Motivation und Ernährung. Es sei viel mehr als einfach nur Sport, führte Kommandeur Radzko anfangs aus. Zusätzlich zu den bestehenden Verfahren – dem Basis-Fitness-Test – wird mit zielgerichtetem Training, angepasst an die körperlichen Voraussetzungen jedes einzelnen Rekruten, die Leistungsfähigkeit individuell gesteigert

Bewährtes wird mit Neuem kombiniert

Das Soldaten-Grundfitness-Tool (SGT) vereint sportliche Leistungen mit militärischen Anforderungen
Das Soldaten-Grundfitness-Tool (SGT) vereint sportliche Leistungen mit militärischen Anforderungen (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Das Pilotprojekt verfolgt einen breiten Ansatz viele fachliche Stellen sind mit eingebunden – die Sportschule der Bundeswehr und das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr unterstützen neben vielen weiteren. Auch wird das Projekt sehr eng durch Sportlehrer der Bundeswehr begleitet. Basis-Fitness-Test und Einteilung in drei Leistungsgruppen sind ein Merkmal der Ausbildung. Zwischentests und das Soldaten-Grundfitness-Tool geben während der gesamten Grundausbildung Auskunft über den jeweiligen Leistungsstand und dessen Veränderung.

Der „BeaverFit“ Container bietet eine Vielzahl an effektiven Übungen zur Steigerung der Fitness
Der „BeaverFit“ Container bietet eine Vielzahl an effektiven Übungen zur Steigerung der Fitness (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Reiner Butz ist Sportlehrer bei der Bundeswehr, er stellte den „BeaverFit“ Container vor. Ein einfaches System zur Stärkung der Kraft und Ausdauer. „Der Container ermöglicht uns eine einfache wie auch effektive Trainingsmethode für unsere Soldaten. Er ist ohne große Vorbereitungen überall einsetzbar also für das Training von Soldaten äußerst wertvoll.“ Zu diesem Pilotprojekt wird er erstmalig in der Truppe eingesetzt. Bisher wird er im Ausbildungsbetrieb an Schulen des Heeres verwendet.

Körperlich fit - besser in der Ausbildung

Oberleutnant Vincent Beenk (l.) weist den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.), in die Ausbildung ein
Oberleutnant Vincent Beenk (l.) weist den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.), in die Ausbildung ein (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

„Der gemeinsame Sport ist ein ganz wichtiger Motivator. Zusammen mit den Ausbildern entsteht eine sehr gute Basis für die Ausbildung“, beschrieb Oberleutnant Vincent Beenk seine Erfahrungen der ersten sechs Wochen. Er ist Zugführer in der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie. Die hohe Motivation der Rekruten, körperlich gefordert und gefördert zu werden, seien eine gute Grundlage für die Ausbildung, auch würden Krankenstände sinken. „Wir merken, dass unsere Rekruten die Ausbildung im Gefechtsdient sehr intensiv aufnehmen.“ Sicherlich auch eine Auswirkung der verbesserten Fitness, fügte der 26-Jährige an.

Obergefreiter Sascha Wilhelm, ein Wiedereinsteller, ist voll motiviert auf der Hindernisbahn
Obergefreiter Sascha Wilhelm, ein Wiedereinsteller, ist voll motiviert auf der Hindernisbahn (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Obergefreiter Sascha Wilhelm macht die Grundausbildung bereits zum zweiten Mal. Er kam als Wiedereinsteller zu den Grenadieren nach Hagenow: Seine erste Grundausbildung hatte er im Jahr 2016 absolviert. „Es ist anders, es fühlt sich heute irgendwie besser an.“ Das Trainieren in Leistungsgruppen, das intensive Gefühl fitter zu werden, mache irgendwie den Unterschied zu damals aus, meinte der 25-Jährige.

Fit in die Zukunft

Die körperliche Fitness der Soldaten ist auf der Hindernisbahn gefragt
Die körperliche Fitness der Soldaten ist auf der Hindernisbahn gefragt (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Der Inspekteur des Heeres, der Bataillonskommandeur und die Ausbilder zogen ein positives Resümee. Der differenziert angebotene Sport und die damit einhergehende verbesserte Fitness der Soldaten wirkten sich sehr positiv auf die Motivation der Soldaten und deren Ausbildung aus. Abhängig von den endgültigen Ergebnissen sei eine Umsetzung für das gesamte Heer für Mitte 2019 angedacht, so Vollmer.


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Stand vom: 19.07.18 | Autor: René Hinz


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