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Pioniere – Inspekteur besucht Ausbildungszentrum

Blick über die Schulter: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (l.) besucht die Pioniere im Ausbildungszentrum in Ingolstadt
Blick über die Schulter: Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (l.) besucht die Pioniere im Ausbildungszentrum in Ingolstadt (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen
Ingolstadt/Bayern, 27.02.2018.

Es wird das Mutterhaus der Pioniertruppe genannt. Das Ausbildungszentrum Pioniere ist einer der modernsten Standorte der Bundeswehr mit innovativen Ausbildungseinrichtungen. Am 15. Februar hat der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, die Pioniere in Ingolstadt besucht.

„Es ist wichtig, alles zu tun, um die Grundlagen für eine gute Ausbildung zu schaffen, sowohl für das Personal als auch beim Material. Außerdem müssen wir die Ausbildung stets den steigenden Anforderungen unserer Aufträge anpassen“, so Vollmer.

Mehr als 800 Soldatinnen und Soldaten sowie auch zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen tagtäglich den Ausbildungsbetrieb sicher. Jährlich erhalten rund 2.100 Teilnehmer in knapp 150 Lehrgängen das nötige Rüstzeug für ihren täglichen Dienst. Die Ausbildungseinrichtungen des Zentrums erstrecken sich mit den Standorten Havelberg, Stetten am kalten Markt, Percha und Münchsmünster über fast das gesamte Bundesgebiet.

Vielfältige Ausbildung für jeden Einsatzbereich

Brigadegeneral Lutz Erich Niemann (l.) begrüßt den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.) am Ausbildungszentrum Pioniere
Brigadegeneral Lutz Erich Niemann (l.) begrüßt den Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (r.) am Ausbildungszentrum Pioniere (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Der Kommandeur Ausbildungszentrum Pioniere und General der Pioniertruppe,  Brigadegeneral Lutz Erich Niemann, war sehr erfreut den Inspekteur des Heeres in Ingolstadt zu begrüßen.

Die Ausbildungseinrichtung für Betriebsberechtigungsscheine war die erste Station an diesem Tag. Als Kampfunterstützer verstehen sich die Pioniere als Wegbereiter und Begleiter. Neben vielen weiteren Möglichkeiten verkörpere die Pioniermaschinenausbildung diesen Gedanken ganz besonders, erklärte General Niemann.

Richtiges Material ist grundlegend für gute Ausbildung

Hauptfeldwebel Gregor Schmiedt (l.) weist in den Minenräumpanzer Keiler ein
Hauptfeldwebel Gregor Schmiedt (l.) weist in den Minenräumpanzer Keiler ein (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Radlader, Fahrzeugkran, Minenräum- und Brückenlegepanzer – an fast allen erdenklichen Baumaschinen und Pioniergeräten wird ausgebildet. „Für Straßen- und Brückenbau aber auch spezielle Pionieraufgaben können wir hier die Soldaten schulen“, erklärt Hauptfeldwebel Gregor Schmiedt, einer der Ausbilder. Ein absolut wichtiger Aspekt der Ausbildung sei aber auch die richtige Versorgung mit Ersatzteilen, so Schmiedt weiter.

Auf der Basis des Kampfpanzers Leopard 1 ist der Pionierpanzer Dachs auch heute noch für die Pioniertruppe unverzichtbar
Auf der Basis des Kampfpanzers Leopard 1 ist der Pionierpanzer Dachs auch heute noch für die Pioniertruppe unverzichtbar (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Am Beispiel des Pionierpanzers Dachs zeigte er auf, dass etwa von der Wirtschaft nachproduzierte Ersatzteile nicht immer der Qualität der Originalteile entsprechen. Erhöhte Instandsetzungszeiten und vermehrte Ausfallzeiten seien die Folge. Hingegen würden Nutzungsverlängernde Maßnahmen, wie beispielsweise beim Minenräumpanzer Keiler, greifen und sich positiv für die Ausbildung auswirken, verdeutlichte er im Gespräch mit dem Inspekteur.

Auch für das wieder eingeführte Minenverlegesystems 85 wird zukünftig ein neues Zugfahrzeug zur Verfügung stehen und die Ausbildung in Ingolstadt bereichern.

Sprengen – Handwerk der Pioniere

Die Basisausbildung der Feldwebelanwärter legt die Grundlagen für das Sprengen
Die Basisausbildung der Feldwebelanwärter legt die Grundlagen für das Sprengen (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Bei Hauptmann Benjamin Hildebrandt lernen derzeit 23 Feldwebelanwärter Grundlagen für das Sprengen. „Ob massive Betonbrücke oder Holzpfahl einer kleinen Behelfsbrücke, wir vermitteln den angehenden Feldwebeln Grundlagenwissen und Fertigkeiten für das Anbringen von Sprengladungen.“

Für die angehenden Feldwebel dauert der Lehrgang, in dem sie Basiswissen der Pioniertruppe vermittelt bekommen, zweieinhalb Monate, erklärt Hörsaaleiter Hildebrandt.

Oberleutnant Jasmin Weis (r.) erklärt, wie mit moderner Technik die Tragfähigkeit von Brücken schnell ermittelt wird
Oberleutnant Jasmin Weis (r.) erklärt, wie mit moderner Technik die Tragfähigkeit von Brücken schnell ermittelt wird (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Fachliche Kompetenz ganz anderer Art hat Oberleutnant Jasmin Weis gezeigt. Die 28-Jährige hat 2014 ihr Studium als Bauingenieurin abgeschlossen und ist die Stellvertreterin des Leiters des Bautechnischen Unterstützungszentrums. „Mit verschiedenster Ausstattung und Methoden sind wir in der Lage, etwa vorhandene aber unbekannte Brücken in ihrer Tragfähigkeit einzustufen. Schnell können wir Aussagen über Tragfähigkeit und Befahrbarkeit für eigenen Truppenbewegungen treffen“, erklärt Weis. „Eine nicht wegzudenkende Kompetenz, denkt man an die Planung von großen Fahrzeugbewegungen mit nicht dokumentierten Brücken etwa im Baltikum“, so der Inspekteur.

Türöffnen mal anders

Soldaten aller Truppengattungen lernen in der Bauinstandsetzungseinrichtung das Sprengen von Zugängen
Soldaten aller Truppengattungen lernen in der Bauinstandsetzungseinrichtung das Sprengen von Zugängen (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

Die zwanzig Kilometer entfernt gelegene Bauinstandsetzungseinrichtung in Münchsmünster kurz BIE, hält eine ganz besondere Ausbildungsmöglichkeit bereit. Unter der Überschrift „Schaffen von Zugängen“ lernen Soldaten aller Truppengattungen das Sprengen von Türen oder auch Fenstern.

Der Sprengmittelrucksack ist zukünftig dabei wenn Zugänge gesprengt werden müssen
Der Sprengmittelrucksack ist zukünftig dabei wenn Zugänge gesprengt werden müssen (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Kelm)Größere Abbildung anzeigen

„Einen Schritt in die richtige Richtung“ bezeichnete der Ausbildungsleiter Hauptmann Christian Tischner die Einführung des Sprengmittelrucksackes. Pioniere aber auch Soldaten der Kampftruppe führen künftig ihre Spreng-und Zündmittel auf den Einsatz spezifisch zusammengestellt geschlossen mit. Ein Umstand welcher der Verwendung von modernen Sprengmitteln geschuldet sei so, Hauptmann Christian Tischner.

Neben der Moderne ist auch Tradition wichtig

Am Ende des Tages hat der Inspekteur die Pionierlehrsammlung des Standortes besucht. Die Pioniertruppe blickt auf über 2.000 Jahre Geschichte zurück: Das Wirken der Reformer des Ingenieur-und Pionierwesens, wie Prinz Eugen oder auch August Neidhardt von Gneisenau, sind ebenso festgehalten wie Einsätze der Pioniere der Neuzeit, etwa der Kriegsbrückenschlag über die Weichsel während der Übung Anakonda 2016. Die Lehrsammlung sei nicht nur Verwahrort der geschichtlichen Ereignisse, sie werde auch in der Taktikausbildung genutzt, erklärt Brigadegeneral Niemann.

Der Inspekteur des Heeres zog ein positives Resümee nach seinem Besuch: „Alle Soldaten Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere des Ausbildungszentrums sind hoch qualifiziert, motiviert und engagiert.“ Jetzt gehe es darum, die Pioniertruppe in ihrer Ausstattung zukunftsfähig zu machen. Das sei eine ernstzunehmende Herausforderung, so Vollmer.


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Stand vom: 12.03.18 | Autor: Rene Hinz


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