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Grundausbildung in Hagenow: Neues Sportkonzept erfolgreich getestet

Die Neustrukturierung der Grundausbildung sieht ein verstärktes Training der körperlichen Leistungsfähigkeit vor
Die Neustrukturierung der Grundausbildung sieht ein verstärktes Training der körperlichen Leistungsfähigkeit vor (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen
Hagenow/Mecklenburg-Vorpommern, 04.12.2018.

Die körperliche Leistungsfähigkeit (KLF) der Rekrutinnen und Rekruten des Deutschen Heeres soll gesteigert werden. Dazu wird die Grundausbildung neugestaltet, sie erhält einen erhöhten Sportanteil. Der Pilotdurchgang im Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow wurde erfolgreich abgeschlossen. Absicht des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, ist es, dieses Modell ab Mai 2019 in allen Grundausbildungskompanien und ab Juli 2019 in der Führernachwuchsausbildung einzuführen.

Der Kommandeur des Hagenower Bataillons, Oberstleutnant Alexander Billung Radzko, zog ein durchweg positives Resümee. In seinem Bataillon durchliefen von Juni bis August 46 Rekruten eine Grundausbildung mit einem deutlich erhöhten Sportanteil. „Das Ziel war klar gesteckt. Über den Sport und der damit einhergehenden Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit wollen wir unsere jungen Soldaten schon vom ersten Tag an in der Grundausbildung besser auf den fordernden Dienst im Deutschen Heer vorbereiten“, so Radzko.

Fachleute vernetzen sich

Oberstleutnant Alexander Brundisch aus dem Planungsteam im Kommando Heer blickt zurück: „Zusammen mit der Sportschule der Bundeswehr, dem Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr, mit Truppenpsychologen und den Ausbildern in der Truppe haben wir die Grundausbildung in zwei Blöcke aufgeteilt und den Schwerpunkt auf die systematische Entwicklung der körperlichen Leistungsfähigkeit gelegt.“ Alle Beteiligten hätten sich an der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung des Projekts aktiv beteiligt. „Diese Zusammenarbeit soll zukünftig stärker ausgebaut werden.“

Die Sportausbildung ist für die jungen Rekruten fordernd, überfordert sie aber nicht
Die Sportausbildung ist für die jungen Rekruten fordernd, überfordert sie aber nicht (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Der erste Ausbildungsblock umfasst rund sechs Wochen. Auf Grundlage der Ergebnisse des Basis-Fitness-Test (BFT) richtet sich das Training vom ersten Tag an auf das Ziel aus, die körperlichen Anforderungen des Gefechtsdienstes im zweiten Block der Grundausbildung erfolgreich bewältigen zu können Die Rekruten werden mit ihrem individuellen Trainingszustand abgeholt und trainieren konsequent in Leistungsgruppen.

Sport- und Gefechtsdienst nacheinander

Die Hindernisbahn in der Grundausbildung ist für die Rekruten eine gute Möglichkeit, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu trainieren
Die Hindernisbahn in der Grundausbildung ist für die Rekruten eine gute Möglichkeit, ihre körperliche Leistungsfähigkeit zu trainieren (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Im anschließenden zweiten etwa fünfwöchigen Ausbildungsblock steht die Gefechtsausbildung im Vordergrund. Die körperlichen Belastungen für die Soldaten werden hier vor allem innerhalb der Ausbildungsthemen Schießen und Gefechtsdienst generiert. Die Sportausbildung dient jetzt dem Stabilisieren der Basisfitness und der Regeneration.

Höhere Motivation, weniger Abbrecher

Gut vorbereitet gehen die Soldaten in den zweiten Blocks der Grundausbildung, den Gefechtsdienst
Gut vorbereitet gehen die Soldaten in den zweiten Blocks der Grundausbildung, den Gefechtsdienst (Quelle: Bundeswehr/Carsten Vennemann)Größere Abbildung anzeigen

Zugführer Oberleutnant Vincent Beenk ist beeindruckt von der Wirkung des Programms: „Ein geringerer Krankenstand, eine spürbar bessere Eigen- und Gruppenmotivation sowie eine sichtbar erhöhte Belastungsverträglichkeit haben wir bereits nach wenigen Wochen bei unseren Rekrutinnen und Rekruten feststellen können.“ Der Sport vom ersten Tag an sei für den Erfolg der Grundausbildung sehr hilfreich, betont Beenk. Er stellt auch fest: „Den Rekruten fiel es zunehmend leichter, die gestellten Aufgaben umzusetzen.“ Zudem ist die Abbrecherquote im Vergleich zu vorherigen Grundausbildungen beim Panzergrenadierbataillon 401 ebenfalls zurückgegangen. Seit dem Ende des Pilotprojekts werden in Hagenow alle Rekruten in der Grundausbildung nach dem neuen Konzept trainiert.

Drei Gruppen – Ein Ziel

Durch die Einteilung der Rekrutinnen und Rekruten in drei Leistungsgruppen wird die Leistungsfähigkeit differenziert trainiert. Die Soldaten bleiben motiviert
Durch die Einteilung der Rekrutinnen und Rekruten in drei Leistungsgruppen wird die Leistungsfähigkeit differenziert trainiert. Die Soldaten bleiben motiviert (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Seit Kurzem liegen weitere detaillierte Ergebnisse des Pilotdurchgangs vor. „Ein Beibehalten des bisherigen Ausbildungsprinzips ‚One size fits all‘ (Alle machen das Gleiche) ist nicht zielführend. Es birgt die grundsätzliche Gefahr der Unterforderung der Leistungsstarken sowie der Überforderung der Leistungsschwachen, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen, wie zum Beispiel Verletzungsgefahr, mangelnde Leistungsentwicklung, Demotivation“, so Oberstarzt Prof. Dr. Dr. Dieter Leyk, Leiter des Instituts für Präventivmedizin der Bundeswehr. Der wissenschaftlich begleitete erste Durchgang habe gezeigt, dass das in drei Leistungsgruppen durchgeführte Training in allen Gruppen, aber vor allem in der Leistungsgruppe 3, zu deutlichen Leistungssteigerungen führte, so Leyk.


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Stand vom: 25.01.19 | Autor: Daniel Rasch


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