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Drei, zwo, eins... Start: Deutsche Landstreitkräfte werden digital

Der Inspekteur des Heeres gibt an der Offizierschule des Heeres in Dresden den Startschuss zur Digitalisierung der Landstreitkräfte
Der Inspekteur des Heeres gibt an der Offizierschule des Heeres in Dresden den Startschuss zur Digitalisierung der Landstreitkräfte (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen
Dresden/Sachsen, 06.12.2018.

Eingebettet in das Führungsseminar des Heeres 2018 hat der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, am 6. Dezember an der Offizierschule des Heeres in Dresden den Startschuss zur Digitalisierung der deutschen Landstreitkräfte gegeben. Damit haben beide Angriffsachsen des Plans Heer die Startlinie überschritten.

Der Plan Heer ist ein strategisch angelegter Gesamtplan. Mit ihm hat die größte Teilstreitkraft der Bundeswehr mehrere Ziele anvisiert. Das zeitlich erste Ziel war die Aufstellung der Test- und Versuchsstrukturen, gemeinsam mit Kräften der Organisationsbereiche Zentraler Sanitätsdienst der Bundeswehr, Streitkräftebasis sowie Cyber- und Informationsraum. Das Heer hat die Pilotfunktion übernommen und wird gemeinsam mit allen Beteiligten unter realitätsnahen Bedingungen neue digitale Technologien testen und erproben.

Die Landstreitkräfte wechseln den Gefechtsstreifen

Per Live-Schaltung nach Munster erteilt Generalleutnant Jörg Vollmer (am Pult) den Auftrag zur Aufstellung eines Testverbandes an Oberst Henning Stahlschmidt
Per Live-Schaltung nach Munster erteilt Generalleutnant Jörg Vollmer (am Pult) den Auftrag zur Aufstellung eines Testverbandes an Oberst Henning Stahlschmidt (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

In Munster werden die Soldatinnen und Soldaten ab sofort die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen. Sie werden dazu beitragen, nicht nur die Landstreitkräfte zukunftsfähig zu machen, sondern damit die Bundeswehr insgesamt zu stärken. „Der Testverband geht aktiv in die ‚Digitale Welt‘, um zu testen, was die neuen Produkte der Industrie tatsächlich können und wie sie das Kerngeschäft der Landstreitkräfte verändern“ sagte Generalleutnant Vollmer. Der Schwerpunkt des Vorhabens, mit dem das Heer auf dem Weg in die Zukunft vorangeht, liegt dabei zunächst auf der Führungsfähigkeit und der Digitalisierung in der Dimension Land.

Das bedeutet beispielsweise, dass Systeme des Heeres wie Aufklärungsdrohnen, Schützenpanzer, Artilleriesysteme und viele mehr, bis hin zum Einzelschützen, mit den Gefechtsständen und anderen Führungseinrichtungen vernetzt werden. So können Daten und Erkenntnisse der Aufklärungskräfte (Sensor) über gegnerische Ziele oder Handlungen unmittelbar an die Waffensysteme (Shooter) weitergegeben und damit eine schnelle Aktion oder Reaktion durch Waffenwirkung erzielt werden. Auch die Kommunikation wird digitalisiert. Im Zuge der Digitalisierung Land können sehr große Datenmengen viel schneller übertragen und damit detailliertere Lagebilder gewonnen werden, um eigene Operationen zielgerichtet und deutlich schneller zu führen. Ebenfalls werden eigene Führungseinrichtungen vom Gegner schwerer aufgeklärt und identifiziert werden können. Die eigenen Kräfte können deutlich besser geschützt werden.

Mit dem offiziellen Startschuss in Dresden öffnet Generalleutnant Vollmer den Raum für Experimente, fürs Ausprobieren – und leistet so einen Beitrag zur weiteren Entwicklung. Ziel ist, dass die Möglichkeiten der Digitalisierung handfeste Früchte tragen. Ganz konkret gilt das für eine bessere Führungsfähigkeit der Speerspitze der NATO, der Very High Readiness Task Force (Land), kurz VJTF (L), bereits für das Jahr 2023.

Ministerin gratuliert per Videobotschaft aus Munster

Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, spricht in ihrer Grußbotschaft zu den Offizieranwärtern und Offizieren in Dresden
Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, spricht in ihrer Grußbotschaft zu den Offizieranwärtern und Offizieren in Dresden (Quelle: Bundeswehr /Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, die per Videobotschaft zu den in Dresden versammelten Soldatinnen, Soldaten und zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sprach, gratulierte dem Inspekteur des Heeres zum Start dieses Zukunftsprojekts. Sie war nach Munster gekommen, um sich einen Eindruck von der Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der gepanzerten Truppen zu verschaffen und die Aufstellung eines neuen Panzerbataillons bekanntzugeben. „Für diese Botschaft gab es natürlich keinen besseren Ort als Munster, die Alma Mater – das Mutterhaus – der Panzertruppen. Und es gibt auch keinen besseren Ort für den Test- und Versuchsverband Digitalisierung der Landoperationen, sagte sie.

Ihr Dank und Respekt gelte allen, die dieses Projekt mit großem Engagement und großer Geschwindigkeit gemeinsam vorantreiben – im Heer, im Zentralen Sanitätsdienst der Bundeswehr, in der Streitkräftebasis, im Kommando Cyber- und Informationsraum sowie im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. „Wir wollen mit diesem Ansatz innerhalb der Streitkräfte Europas eine Vorreiterrolle einnehmen“, betonte von der Leyen. „Es macht mich stolz, dass es unsere Soldatinnen und Soldaten sind, die mit so einer Idee nach vorne gehen.“

Generalinspekteur live aus Celle zugeschaltet

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn ist live aus Celle zugeschaltet
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn ist live aus Celle zugeschaltet (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Während eines Dienstaufsichtsbesuchs beim Ausbildungszentrum Luftbeweglichkeit im niedersächsischen Celle hat es sich der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, nicht nehmen lassen, sich per Videokonferenz live nach Dresden schalten zu lassen. In seiner Botschaft an die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Landstreitkräfte sowie an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Dienststellen und Firmen lobte er die schnelle Umsetzung von den ersten Ideen bis zum tatsächlichen Start in die digitale Zukunft.

Neues Zeitalter für die jungen Offiziere

Die Lehrgangsteilnehmenden an der Offizierschule des Heeres sowie viele Gäste aus allen Bereichen der Bundeswehr sind beim Startschuss zur Digitalisierung dabei
Die Lehrgangsteilnehmenden an der Offizierschule des Heeres sowie viele Gäste aus allen Bereichen der Bundeswehr sind beim Startschuss zur Digitalisierung dabei (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Im Foyer des Lehrsaalgebäudes in der Dresdener Stauffenberg-Kaserne verfolgten rund 200 junge Offiziere und Offizieranwärter, Stabsoffiziere sowie Generale den Beginn eines neuen Zeitalters. Darüber hinaus nutzte der Führungsnachwuchs die Möglichkeit, sich auf einem digitalen Lehrpfad über die neuen Technologien zu informieren. In Ergänzung dazu waren ausgewählte digitale Technologien (Führungs-, Waffen- und Kommunikationssysteme) der nächsten Generation während einer statischen Fahrzeug- und Geräteschau nicht nur zu besichtigen, sondern auch hautnah zu erleben.

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Stand vom: 25.02.2019 | Autor: Bernd Schwendel


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