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Deutsche Soldaten kehren aus Litauen und Kosovo zurück

Zurück in der Heimat: Das Ortsschild diente in Litauen als Erinnerung an die Garnisonsstadt
Zurück in der Heimat: Das Ortsschild diente in Litauen als Erinnerung an die Garnisonsstadt (Quelle: Bundeswehr/Hans Bernreuther)Größere Abbildung anzeigen
Oberviechtach/Bayern, 27.10.2017.

Im Jahnstadion in Oberviechtach rollte am 19. Oktober nicht wie üblich das runde Leder auf dem grünen Rasen. Stattdessen standen 400 Soldatinnen und Soldaten in Reih und Glied auf dem Fußballfeld. Der Anlass: Die erste Rotation von Enhanced Forward Presence (EFP) in Litauen und der Sicherungszug des 47. Kontingents KFOR sind zurückgekehrt.

Die Oberviechtacher Panzergrenadiere waren die Ersten, die während des NATO-Programms für den in deutscher Verantwortung stehenden multinationalen Gefechtsverband in Litauen eine Kampfkompanie sowie die Führung des Verbandes stellten. Von Januar bis August beteiligten sich rund 300 Soldatinnen und Soldaten an der ersten Rotation der einsatzgleichen Verpflichtung.

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EFP Litauen – 1.300 Soldatinnen und Soldaten zeigen Präsenz

Der multinationale Gefechtsverband umfasst 1.300 Soldatinnen und Soldaten
Der multinationale Gefechtsverband umfasst 1.300 Soldatinnen und Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Hans Bernreuther)Größere Abbildung anzeigen

Unterstützt wurden sie unter anderem von Soldaten der Panzerbrigade 12 „Oberpfalz“, des Versorgungsbataillons 4 aus Roding, des Panzerpionierbataillons 4 aus Bogen und des Panzerbataillons 104 aus Pfreimd sowie des Artilleriebataillons 131 aus Weiden. Zudem gingen Sanitätskräfte aus Kümmersbruck mit ins Baltikum.

Neben Deutschland beteiligten sich außerdem Belgien (Teil der Logistikkompanie und Stab), Luxemburg (Teil der Logistikkompanie), die Niederlande (Panzergrenadierkompanie und Stab) sowie Norwegen (Panzerkompanie und Stab). Mit den Verstärkungskräften umfasste der multinationale Gefechtsverband bis zu 1.300 Soldatinnen und Soldaten.

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Hintergrund – Warum deutsche Panzergrenadiere in Litauen stehen

Im Juli 2016 beschließen die NATO-Mitgliedsstaaten auf ihrem Gipfel in Warschau eine verstärkte Präsenz im Baltikum als Reaktion auf die Ukraine-Krise und die Ereignisse auf der Krim. Für das NATO-Programm Enhanced Forward Presence sollen multinationale Gefechtsverbände aller Bündnispartner in Rotationsintervallen von vier bis sechs Monaten in den baltischen Staaten anwesend sein.

Die Battlegroup in Litauen steht unter deutscher Führung und setzte sich im ersten Durchgang hauptsächlich aus deutschen Panzergrenadieren, Soldaten der niederländischen und norwegischen mechanisierten Infanterie und einer belgisch geführten Versorgungskompanie zusammen. Zweck des Präsenz: Litauen und damit NATO-Bündnisse gegen jegliche Aggression zu schützen.

Oberstleutnant Christoph Huber, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, erhielt den Auftrag, mit seinem Bataillon den Kern und die Führung des ersten EFP-Bataillons zu stellen.  

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Rückschau – Wesentlichen Beitrag zum NATO-Bündnis geleistet

Oberstleutnant Christoph Huber, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, ist stolz auf seine Truppe
Oberstleutnant Christoph Huber, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 122, ist stolz auf seine Truppe (Quelle: Bundeswehr/Hans Bernreuther)Größere Abbildung anzeigen

Huber blickte beim Appell im Oberviechtacher Jahnstadion auf eine fordernde und zugleich erfolgreiche Zeit zurück. Am erfreulichsten ist für ihn, dass alle seine Soldaten unversehrt zurück seien. Neben vielen militärischen Gästen nahmen auch zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens sowie Angehörige und Freunde der Soldatinnen und Soldaten an diesem Appell teil. Ein besonderer Ehrengast war Oberst Mindaugas Steponavičius, Kommandeur der litauischen Mechanisierten Infanteriebrigade Iron Wolf.

Nach sechs Monaten in Litauen ist Oberstleutnant Christoph Huber stolz auf seine Truppe und zieht ein Resümee: „Wir haben im Rahmen von Enhanced Forward Presence einen wesentlichen Beitrag zum NATO-Bündnis leisten können. Aber auch in unserem militärischen Handwerk haben wir uns deutlich steigern können und große Fortschritte erzielt. Enhanced Forward Presence war nicht nur der größte Auftrag für das Bataillon, es war auch eine Aufgabe, die das Bataillon in seiner Gesamtheit gefordert, aber am Ende auch in seiner Professionalisierung erheblich nach vorne gebracht hat.“

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Multinationalität – Chance und Herausforderung

Ein Höhepunkt: Fahrzeugkonvoi fährt während der freilaufenden Übung Iron Wolf 2017 durch ziviles Gelände
Ein Höhepunkt: Fahrzeugkonvoi fährt während der freilaufenden Übung Iron Wolf 2017 durch ziviles Gelände (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Anfang Juni war die EFP-Battlegroup als erste der vier Battlegroups im Baltikum und in Polen komplett aufgestellt und voll operationsfähig. Gemeinsames Training in voller Personal- und Materialstärke stand im Fokus. Die vorhergehenden Monate waren geprägt von gemeinsamen Übungen mit den litauischen Streitkräften und deutschen Artilleristen und Pionieren.

Insgesamt waren es rund 300 Soldatinnen und Soldaten, die als temporäre Verstärkungskräfte vorübergehend ebenfalls zur Battlegroup gehörten. „Ein Highlight während der Zeit in Litauen war die freilaufende Übung im zivilen Umfeld namens Iron Wolf 2017“, so Oberstleutnant Huber. Knapp 5.300 Soldaten aus zehn NATO-Ländern nahmen an diesem Manöver teil und übten unter anderem die ABC-Abwehr und das Überqueren des 90 Meter breiten Flusses namens Neris.

Große Herausforderung war stets die Multinationalität. So war Iron Wolf 2017 eine grundlegende und facettenreiche Großübung für die Soldaten der Battlegroup. Für Oberstleutnant Christoph Huber hat die Multinationalität einen positiven Effekt auf den Einsatzwert des Verbandes: „Es machte einfach Spaß, multinational zu arbeiten. Was hier entstanden ist, das war mehr als eine professionelle Zusammenarbeit, das war eine sehr gute Kameradschaft und hier sind auch echte Freundschaften entstanden.“ In Litauen ist jetzt turnusmäßig das Panzergrenadierbataillon 371 aus dem sächsischen Marienberg für sechs Monate vor Ort.

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Team Heimat – Unentbehrlich für die Aufgaben des Bataillons

Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 sind nicht nur im Baltikum aktiv
Soldaten des Panzergrenadierbataillons 122 sind nicht nur im Baltikum aktiv (Quelle: Bundeswehr/Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Das Panzergrenadierbataillon 122 war allerdings nicht nur der Leitverband für EFP, sondern die 4. Kompanie des Bataillons stellte mit 45 Soldaten von Mai bis Oktober den Sicherungszug der Stabs- und Versorgungskompanie KFOR in Pristina. Der Zug war verantwortlich für die Sicherung des nahezu gesamten deutschen Kontingents.

Oberstleutnant Huber dankte aber nicht nur den Einsatzsoldaten, sondern auch dem Team Heimat unter der Führung von Oberstleutnant Lars Obst, Stellvertreter des Bataillonskommandeurs. Eine Vielzahl von Aufgaben habe die stark verminderte Mannschaft schultern müssen: die Vorbereitung des KFOR-Sicherungszugs, das Feierliche Gelöbnis in Weiden, die fortlaufende Grundausbildung von je 144 Rekruten und insbesondere die Vorbereitungen für den neuen Schwerpunkt des Bataillons – die Einführung des Waffensystems Schützenpanzer Puma.

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Stand vom: 15.03.18 | Autor: Constanze Kumpf


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