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Heer zieht Konsequenzen aus Vorfällen am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf

Die Staufer-Kaserne beheimatet das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen

Die Staufer-Kaserne beheimatet das Ausbildungszentrum Spezielle Operationen (Quelle Bundeswehr/Michael Frick)Größere Abbildung anzeigen

Pfullendorf/Baden-Württemberg, 27.01.2017.
Am Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf ist es zu einer Häufung ernstzunehmender Vorfälle gekommen. Der Inspekteur Heer hat auf Anweisung des Generalinspekteurs nach Abstimmung mit der Bundesverteidigungsministerin personelle wie organisatorische Maßnahmen ergriffen.

Anteile der sanitätsdienstlichen „Combat First Responder“-Ausbildung im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen in Pfullendorf waren hinsichtlich des Gebotes zur Achtung der Würde des Menschen, der sexuellen Selbstbestimmung und des Schamgefühls unangemessen. Es gab darüber hinaus Hinweise auf Mobbing. Die unverzüglich eingeleiteten Ermittlungen bestätigten in weiten Teilen die Angaben.

Diese Vorgänge wiegen insofern umso schwerer, als bereits früher Hinweise auf Missstände und frauenfeindliches Klima in einer anderen Teileinheit des Ausbildungszentrums Spezielle Operationen in Pfullendorf in Rede standen.

Außerdem wurde bekannt, dass es im Ausbildungszentrum wiederholt im Zuge sogenannter „Aufnahmerituale“ zu Misshandlungen von Soldaten gekommen ist. Dies geschah zwischen Mannschaftsdienstgraden. Vorgesetzte waren nach derzeitigem Stand der Ermittlungen an den Geschehnissen nicht beteiligt.

Den eindeutig identifizierten Tätern wurde durch den Disziplinarvorgesetzten sofort die Ausübung des Dienstes einschließlich des Tragens der Uniform untersagt. Gleichzeitig wurde in allen Fällen die fristlose Entlassung aus der Bundeswehr eingeleitet. Das ist möglich, weil es sich bei den Betroffenen um Soldaten mit einer Dienstzeit unter vier Jahren handelt.

Am 24. Januar erfolgte die Abgabe an die Staatsanwaltschaft Hechingen durch die truppendienstlichen Vorgesetzten wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung, gefährlichen Körperverletzung, Gewaltdarstellung und Nötigung.

Der Generalinspekteur hat auf der Grundlage der bislang gesicherten Erkenntnisse in Abstimmung mit der Bundesverteidigungsministerin den Inspekteur des Heeres angewiesen, die erforderlichen organisatorischen und personellen Konsequenzen in der betroffenen Dienststelle in Pfullendorf unverzüglich und mit aller gebotenen Konsequenz zu ziehen. Die Häufung der bisher bekannt gewordenen Ereignisse zeigt gravierende Defizite in der Führung.

Um dem Standort einen Neubeginn zu ermöglichen und die weiteren Ermittlungen zu erleichtern, wurden neben den bereits genannten Entlassungen und disziplinaren Ermittlungen weitere Versetzungen, Änderung der Ausbildungsorganisation und -inhalte sowie intensive Dienstaufsicht angeordnet.

„Die Vorgänge im Ausbildungszentrum Spezielle Operationen sind nicht zu tolerieren. Es widerspricht wofür wir stehen! Verstöße gegen die Innere Führung werden im Heer nicht geduldet und mit aller Konsequenz geahndet!“, so der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer.

Die weiteren, umfassenden Ermittlungen dauern derzeit an.


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Stand vom: 01.02.17


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