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Höhepunkt der Ausbildung – Kampf im urbanen Gelände

Der Kompaniechef, Hauptmann Konrad Fuchs, erläutert der Kompanie während der Befehlsausgabe seine Idee des Gefechts
Der Kompaniechef, Hauptmann Konrad Fuchs, erläutert der Kompanie während der Befehlsausgabe seine Idee des Gefechts (Quelle: Bundeswehr/Vivien Blumberg)Größere Abbildung anzeigen
Lehnin/Brandenburg, 07.12.2017.

Es ist für den angehenden Panzergrenadier eine äußerst anspruchsvolle Aufgabe – der Kampf im urbanen Gelände. Soldatinnen und Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 33 aus Luttmersen haben vor kurzem diesen Höhepunkt der Ausbildung durchlaufen. Sie übten hierfür zwei Wochen auf dem Truppenübungsplatz in Lehnin.

Urbane Operationen sind in erster Linie durch ein äußerst komplexes Umfeld gekennzeichnet. Sie umfassen deutlich mehr als nur den Kampf im bebauten Gelände. Es erfordert vor allem ein Verständnis für neue Ansätze bei Taktik, Übung und Technologie. Um die notwendigen Voraussetzungen für diesen hochintensiven Themenkomplex zu schaffen, übten die Panzergrenadiere bereits vorab in der im Oktober eingeweihten eigenen Raumkampfanlage auf dem Standortübungsplatz in Luttmersen. Gewidmet ist die Anlage Oberstabsfeldwebel Helmut Lachmann, der Anfang des Jahres unerwartet verstarb. Lachmann war lange Zeit Zugführer und Spieß in Luttmersen sowie treues Vorstandsmitglied des Freundeskreises. Auch nach seiner Dienstzeit vertrat er immer wieder abwesende Spieße und leistete dabei großartige Arbeit im Verband.

Grenadiere üben mit ihrer neuen Ausrüstung

Panzergrenadiere der 4. Kompanie dringen an der Einbruchstelle ins Haus ein
Panzergrenadiere der 4. Kompanie dringen an der Einbruchstelle ins Haus ein (Quelle: Bundeswehr/Vivien Blumberg)Größere Abbildung anzeigen

In Lehnin angekommen, lag der Schwerpunkt der ersten Gefechtswoche auf dem Üben des gemeinsamen Operierens bis auf Ebene eines Halbzuges (zwei Gruppen). Das Ganze im scharfen Schuss und abgesessen vom Schützenpanzer mit dem System „Infanterist der Zukunft (IdZ)“. Ausbildungsvorhaben „zu Fuß“ veranschaulichen deutlich, wie technisch fortschrittlich und komplex das System IdZ ist, jedoch auch, wie schwer die neue Ausstattung im Vergleich zur herkömmlichen Ausrüstung ist. Hier zeigt sich wie wichtig es für den Panzergrenadier ist, seine körperliche Robustheit stets zu verbessern.

Ein wesentliches Element im urbanen Kampf ist das Sprengen zur Schaffung von Einbruchsstellen. Das Trainingsgelände auf dem Truppenübungsplatz Lehnin bietet hierfür hervorragende Möglichkeiten. Vor allem den jungen Soldaten wurden hier neue taktische Ansätze aufgezeigt. Unterstützt wurde die Kompanie durch Soldaten des Ausbildungszentrums Infanterie.

Die einwöchige, sehr intensive Vorausbildung bereitete die Grenadiere bestens für den Höhepunkt des Übungsplatzaufenthaltes vor: den Kampf auf Ebene des Zuges in der zweiten Woche. Unter Führung des Kompaniechefs, Hauptmann Konrad Fuchs, startete die Kompanie nach einer taktischen Befehlsausgabe eine 24 Stunden dauernde Gefechtsübung – mit dem Schwerpunkt Angriff.

Gemäß der Ausbildungsmethodik „vom Einfachen zum Schweren“ wurde zunächst noch das AGDUS (Ausbildungsgerät Duellsimulator) und Manövermunition genutzt. Unter Manövermunition versteht man Patronen, die beim Auslösen des Schusses kein Geschoss beziehungsweise Projektil freisetzen. Ausschließlich der verursachte Knall durch die Explosion der Treibladung simuliert einen tatsächlich gefeuerten scharfen Schuss.

Elemente des Gefechts unter höchsten Stressbedingungen

„Care under Fire“: Die Einsatzersthelfer Bravo sind überlebenswichtig für die Soldaten der angreifenden Kompanie
„Care under Fire“: Die Einsatzersthelfer Bravo sind überlebenswichtig für die Soldaten der angreifenden Kompanie (Quelle: Bundeswehr/Vivien Blumberg)Größere Abbildung anzeigen

Auf diese Übung aufbauend, folgte ein hochintensives Gefecht, diesmal im scharfen Schuss, unter Beteiligung der „Einsatzersthelfer Bravo“. Die erweiterte sanitätsdienstliche Ausbildung der Einsatzersthelfer Bravo dient der qualifizierten Verwundetenversorgung im Gefecht, auch bezeichnet als „care under fire“. Das erfolgreiche Üben dieser parallel ablaufenden Elemente des Gefechts unter höchsten Stressbedingungen verdient ein besonderes Augenmerk und zeigt den hohen Ausbildungsstand der Kompanie.

Am Ende der Übung stand fest, dass die Teileinheitsführer mit ihren Frauen und Männern den Auftrag des Kompaniechefs erfüllten und dabei das gesteckte Ausbildungsziel voll erreichten. Durch das erfolgreiche Abschließen eines weiteren Ausbildungsschnittes der Einheit ist auch für den Verband das Herstellen der Einsatzfähigkeit mit dem gesamten „System Panzergrenadier“ ein Stück näher gerückt.

Sichtlich abgekämpft und müde, dennoch stolz und überglücklich, verlegte die Kompanie nach zwei intensiven Wochen zurück an den Heimatstandort in Luttmersen.


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Stand vom: 21.12.17 | Autor: Maximilian Kohl


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