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Fliegerfaust 2 Stinger

Allgemeines

Die Fliegerfaust 2 Stinger wird zur Bekämpfung von niedrig fliegenden Luftzielen wie Jagdbombern und Kampfhubschraubern bis zu einer Entfernung von 6.000 m und einer Flughöhe von 2.000 m eingesetzt. Der Einsatz der Waffe erfolgt zur Raum- und Objektsicherung vor Luftangriffen. Das Waffensystem besteht aus dem Startgerät mit integriertem Flugkörper. Der Abschuss des Flugkörpers erfolgt von der rechten Schulter des Bedieners aus. Der Lenkflugkörper erreicht auf seinem Weg zum Ziel eine Geschwindigkeit von Mach 2. Das Ziel wird durch die freiwerdende Auftreffenergie und die Sprengkraft des Gefechtskopfes des Lenkflugkörpers zerstört. Bei der Fliegerfaust 2 Stinger handelt es sich um eine „Fire-and-Forget“ Waffe, einmal abgefeuert verfolgt sie selbständig das anvisierte Ziel, auch wenn dieses Richtung oder Geschwindigkeit ändert. Beim Heer waren die Truppenteile der Flugabwehrtruppe mit der Fliegerfaust 2 Stinger ausgestattet.

Zubehör

Transport- und Lagerbehälter Griffstück, Transport- und Lagerbehälter Fliegerfaust 2 und 3 Batterie-/Gaselemente

Technische Daten

TECHNISCHE DATEN
Länge Fliegerfaust 2 Stinger mit Griffstück und Batterie-/Gaselement:1.524 mm
Länge Griffstück:470 mm
Länge Lenkflugkörper:1.470 mm
Breite Griffstück:95 mm
Höhe Griffstück: 144 mm
Durchmesser Lenkflugkörper:69 mm
Gewicht Fliegerfaust 2 Stinger mit Griffstück und Batterie-/Gaselement:15.800 g
Gewicht Griffstück:1.730 g
Gewicht Lenkflugkörper:10.400 g
Kampfentfernung:ca. 6.000 m
Breite Maximale Bekämpfungshöhe:ca. 2.000 m
Hersteller:Lizenzfertigung für die Bundeswehr durch EADS/LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH, Deutschland

Fliegerfaust 2 Stinger Schnittbild

1 Schutzkappe

2 Kreiselantriebssysteme

3 Trockenmittelbehälter mit Feuchtigkeitsanzeiger

4 Visiereinrichtungen 5 Startrohr 6 Halterung für Abscherstifte

7 Stoßschutzring

8 Tragegurt

9 Kabelbaumgruppe

10 Batterie-/Gaselement

11 Griffstück Der Lenkflugkörper befindet sich im Startrohr und besteht aus dem Lenk- und Steuerteil, dem Gefechtskopf und dem Antriebsteil.

Fliegerfaust 2

Fliegerfaust 2 (Quelle: Redaktion Heer/)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Der Einsatz der Fliegerfaust 2 Stinger ist simpel: der Schütze aktiviert die Waffe, visiert das Ziel an, entriegelt den Suchkopf und startet mit dem Abzug den Lenkflugkörper. Nach Zündung des Starttriebwerks verlässt der Lenkflugkörper das Startrohr. Etwa 15 m nach Verlassen des Startrohres fällt das ausgebrannt Starttriebwerk zu Boden, kurze Zeit später wird das Marschtriebwerk gezündet und der Lenkflugkörper beschleunigt auf eine Geschwindigkeit von ca. Mach 2. Ein Ziel in ca. 4.000 m Entfernung wird nach acht Sekunden erreicht. Verfehlt der Lenkflugkörper sein Ziel, so zerlegt er sich nach einer Flugzeit von rund 17 Sekunden selbst. Der Zielsuchkopf in der Nase des Lenkflugkörpers arbeitet passiv optisch und spricht auf Kontrastunterschiede im IR- und UV-Bereich an. Die Steuerelektronik des Lenkflugkörpers wertet die vom Zielsuchkopf kommenden Signale aus und erzeugt das Steuerkommando für die Lenkelektronik der Ruderbaugruppe. Diese verstellt über die Rudermotoren die Ruder und sorgt so dafür, dass der Lenkflugkörper weiter auf das ursprünglich anvisierte Ziel zufliegt. Der Lenkflugkörper Stinger wird auch vom Flugabwehrwaffenträger Ozelot des Leichten Flugabwehrsystem (LeFlaSys) verschossen.

Schütze mit einer Fliegerfaust 2 und einem Sicherer

Schütze mit einer Fliegerfaust 2 und einem Sicherer (Quelle: Redaktion Heer/)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Die Fliegerfaust 2 Stinger wurde in den 1970-er Jahren gemäß den Forderungen der U.S. Streitkräfte als Nachfolger für die Fliegerfaust Redeye von General Dynamics entwickelt. Heute liegt die Systementwicklung und Betreuung bei der Ratheon Company Missile Systems. Ab 1981 liefen die ersten neuen Fliegerfäuste 2 Stinger den Einheiten der U.S. Army zu. Zur selben Zeit äußerten mehrere europäische NATO-Staaten, darunter Deutschland, ihr Interesse an der neuen Fliegerfaust und einer Lizenzproduktion in Europa. Als Lizenznehmer fungierte später die Dornier GmbH, heute Teil von EADS (European Aeronautic Defence and Space Company). Die Lizenzproduktion in Europa begann 1989. Die ersten Fliegerfäuste 2 Stinger liefen 1992 Truppenteilen des Deutschen Heeres zu. Die Fliegerfaust 2 befindet sich auch bei Luftwaffe und der Marine im Einsatz. Laut Aussagen von Raytheon Company Missile Systems wurden seit Produktionsbeginn über 50.000 Stinger Lenkflugkörper in verschiedenen Versionen gefertigt (Basic Stinger, Stinger POST, Stinger RMP und Stinger RMP Block I), 13.500 hiervon in Lizenz in Europa. Bei der Bundeswehr kommt die Stinger POST unter der Bezeichnung Fliegerfaust 2 Stinger zum Einsatz. Die Fliegerfaust Stinger befindet sich weltweit bei den Streitkräften von über 19 Nationen im Einsatz, darunter die von Italien, den Niederlanden, Israel, Japan, der Republik Südkorea, der Schweiz, der Türkei und Griechenland. Fliegerfäuste Stinger wurden in den 1980-er Jahren von der CIA an die in Afghanistan gegen die sowjetischen Besatzungstruppen kämpfenden Mudschaheddin geliefert und von diesen mit Erfolg gegen gegnerische Kampfhubschrauber eingesetzt. Laut Ratheon Company Missile Systems kam die Fliegerfaust noch in drei weiteren Konflikten zum Einsatz und es wurden mit ihr bis heute über 269 Hubschrauber und Kampfflugzeuge erfolgreich bekämpft.


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Stand vom: 30.06.17


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