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Mörser 120 mm

Auf dem Bild sehen Sie einen Mörser 120mm

Der Mörser 120 mm „R“ verfügt über ein 12 mm längeres Rohr (Quelle: Heer/Dirk Bannert)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Der Mörser 120 mm ist eine Vorderlader-Steilfeuerwaffe im Kaliber 120 mm, mit der im indirekten Richten Einzel- und Flächenziele bis zu einer Entfernung von 6.350 m bekämpft werden. Ein Einsatz des Mörsers gegen in oder hinter Deckung befindlichen Zielen ist möglich. Neben Sprengpatronen werden mit dem Mörser 120 mm auch Leuchtpatronen für die Gefechtsfeldbeleuchtung bei Nachtgefechten und Nebelpatronen für das Blenden der Sicht des Feindes verschossen. Der Einsatz des Mörsers 120 mm erfolgt abgesetzt auf Zweibein und Bodenplatte. Als Transportfahrzeug dient der Lkw gl leicht LL Wolf. Im Fall des Panzermörsers M113 A2 G erfolgt der Einsatz des Mörsers vom Fahrzeug aus. Der Mörser wird auf eine Traverse im Fahrzeug aufgesetzt. Mörser 120 mm befinden sich bei den Jäger-, Gebirgsjäger- und Fallschirmjägertruppenteilen des Heeres im Einsatz. Die Mörsertrupps der Einheiten unterstützen mit ihrem Feuer den Kampf der Infanterie.


Varianten

  • Mörser 120 mm „R“, Kurzbezeichnung Mrs 120-3 ZUB, mit 12 mm längeren und verstärkten 12,5 kg schwererem Rohr
  • Mörser 120(1) mm „R“ mit Liderungsring, Kurzbezeichnung Mrs 120-4 ZUB, Liderungsring

Zubehör

Mündungskappe, Entlader mit Ziehseilen, Zünderstellschlüssel AZ DM111, Zünderstellschlüssel Doppelzünder DM93, Reinigungsgerät, Faltenschlauch für die ABC Schutzmaske des Richtschützen, Waffenreinigungsgerät (Rohrwischerstange und Bürsten), Werkzeug (Hammer und Schraubendreher), Richtstabsatz (Teilstäbe in 30 cm und 60 cm länge und Richtstableuchten), Zündereinsteller DM 183/DM193, Montagevorrichtung Bodenstück

Technische Daten

TECHNISCHE DATEN
Kaliber:120 mm
Besatzung:5 - 6 Soldaten (Truppführer, Richtschütze, Ladeschütze und zwei bis drei Munitionsschützen)
Gewicht (Mörser Tampella mit Zubehör):160 kg
Gewicht (Mörser „R“ mit Zubehör):54,5 kg
Gewicht (PERI-R16A1):17,80 kg
Länge (Rohr mit Bodenstück, Mörser Tampella):1.762 mm
Länge (Rohr mit Bodenstück, Mörser „R“):1.738 mm
Durchmesser der Bodenplatte870 mm
Seitenrichtbereich (mit der Seitenvorrichtung):54 Strich nach rechts und links
Höhenrichtbereich:800 Strich bis 1.420 Strich
Feuergeschwindigkeit:1 Minute lang 15 Schuss je Minute, 5 Minuten lang 5 Schuss je Minute
Minimale Kampfentfernung:450 m
Maximale Kampfentfernung:6.350 m
Hersteller (Zweibein und Bodenplatte):Lizenzfertigung von SOLTAM Systems, Israel
Hersteller (Waffenrohr und Bodenstück):Rheinmetall AG

Baugruppen

  • Rohr
  • Zweibein
  • Bodenplatte
  • Rundblickperiskop PERI-R16A1 (mit kurzer und langer Ausblickbaugruppe)

Auf dem Bild sehen Sie Soldaten während des scharfen Schuss mit dem Mörser 120mm Tampella

Mörser 120 mm Tampella im Feuerkampf (Quelle: Heer/Björn Trotzki)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Im Bodenstück des Rohres des Mörsers 120 mm befinden sich der Schlagbolzen, der zur Zündung des Treibsatzes der Mörserpatrone dient sowie die Sicherung. Mittels eines Kugelkopfes wird das Rohr mit der Kugelpfanne in der Bodenplatte verbunden. Die Bodenplatte nimmt beim Schießen die Rückstoßkräfte des Rohres auf und überträgt sie auf den Untergrund. Das Zweibein wird mittels der Rohrschelle am Rohr befestigt, stützt diese ab und verleiht ihm die erforderliche Höhen- und Seitenrichtung. Stoßdämpfer an der Rohrschelle mindern die Übertragung der beim Schießen auftretenden Rückstoßkräfte auf das Zweibein.

Am Zweibein befinden sich die Seiten- und die Höhenrichtvorrichtung sowie der Verkantungstrieb. Das Einrichten des Mörsers erfolgt mit Hilfe des Rundblickperiskops PERI-R16A1, das um 6.400 Strich schwenkbar ist und über eine 4-fache Vergrößerung verfügt. Beim Schießen führt der Ladeschütze die Mörserpatrone mit dem Leitwerk voran in die Rohrmündung ein und lässt sie dann auf Befehl in das Rohr gleiten. Die Mörserpatrone gleitet nun durch ihr Eigengewicht im Rohr nach unten und trifft mit dem im Leitwerk befindlichen Treibladungsanzünder auf die vorstehende Schlagbolzenspitze im Bodenstück, wodurch die Treibladung gezündet wird.

Die Mörserpatronen bestehen aus dem Zünder, der Geschosshülle mit verschiedenen Effektoren, dem Leitwerkschaft mit Leitwerk, Teilladungen und Treibladungsanzünder. Durch Entfernung einer oder mehrere Teilladungen wird die Einsatzreichweite der Mörserpatrone reduziert. Mit den Mörser 120 mm werden beim Heer folgende Patronen verschossen: Sprengpatrone DM61 mit Annäherungszünder PPD324-B3, Sprengpatrone DM81 mit Aufschlagzünder DM111A5, Leuchtpatrone DM26 mit Doppelzünder DM93 und die Übungspatrone DM38 mit Doppelzünder DM93. Für Ausbildungszwecke stehen Exerzierpatronen zur Verfügung.

Aus dem Mörser 120(1) mm „R“ mit Liderungsring kann auch die Mörsermunition der Neuen Generation (MrsMun NG) verschossen werden. Hier stehen folgende Patronen zur Verfügung: Sprengpatrone DM91 mit Doppelzünder DM193, Nebelpatrone DM65 und die Leuchtpatrone DM36 mit Doppelzünder DM183. Bei der Leuchtpatrone DM36 handelt es sich um eine Leuchtpatrone mit einem Infrarot-Leuchtsatz. Die Leuchtpatrone DM26 hat, im Gegensatz dazu, einen visuellen Leuchtsatz.

Geschichte

Der Mörser 120 mm wurde 1969 bei der Bundeswehr eingeführt und löste unter anderem den Mörser 81 mm Tampella ab. Entwickelt wurde der Mörser 120 mm von Oy Tampella Ab in Finnland, die Waffen für das Deutsche Heer wurden in Lizenz bei der israelischen Firma SOLTAM Systems gefertigt. Bis 2004 kamen mit dem Mörser 120 mm bestückte Panzermörser M113 A2 G in den 6. Kompanien der Panzergrenadierbataillone des Heeres zum Einsatz. Heute werden Mörser 120 mm und Panzermörser M113 A2 G nur noch bei den Einheiten der Jäger, Gebirgsjäger- und Fallschirmjägertruppe genutzt. Der Mörser 120mm war von 2008 bis 2012 beim deutschen ISAF-Kontingent in Afghanistan im Einsatz.

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Stand vom: 03.03.17


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