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Flugsimulator Kampfhubschrauber Tiger

Fritzlar, 17.02.2010.
Der Flugsimulator des Kampfhubschraubers Tiger am nordhessischen Standort Fritzlar ist primär für die Aus- und Weiterbildung der Besatzungen des Kampfhubschraubers Tiger vorgesehen. Er ist untergebracht in einem hochmodernen Simulatorgebäude und besteht aus zwei unterschiedlichen Simulatortypen, einem Full Mission Simulator (FMS) und einem sogenannten Cockpit Procedure Trainer (CPT).

Full Mission Simulator (FMS) – “Dom” (Quelle: Luftbewegliche Brigade 1)Größere Abbildung anzeigen

In beiden Simulatoren finden die Besatzungen ein vollwertiges Cockpit mit allen Funktionalitäten. Der FMS besitzt gegenüber dem CPT durch den „Dom“ eine deutlich größere Projektionsfläche und zusätzlich ein Bewegungssystem. Gesteuert werden beide Systeme über eine Instructor Operating Station (IOS), an der die Überwachung bzw. Steuerung der Simulatormissionen erfolgt. Der ausgebildete Military Syntetic Flight Instructor (SFI) steuert, überwacht, zeichnet auf und wertet die komplette Mission mit der Besatzung aus.

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Offenes Tigercockpit mit Flugschüler und Sehfeld (Quelle: Luftbewegliche Brigade 1)Größere Abbildung anzeigen

Take-Off zum Simulatorflug

„Cleared for take-off“, lautet auch im Simulator die Freigabe für den Beginn einer Mission an die Besatzung, so der fluglehrberechtigte Hauptmann Thomas Müller. Flugschüler Hauptmann Frank Walden sitzt im Cockpit des Tigers, hört über den Kopfhörer Gefechtslärm. Er muss in einem unübersichtlichen Gelände bei Dunkelheit den Kampfhubschrauber im Tiefstflug bewegen. In der realen Welt am Heeresflugplatz im Fritzlar ist jedoch kein Hubschrauber zu hören und zu sehen. Tatsächlich befindet sich die Besatzung in einer virtuellen Umgebung, in der Wetter, Ort und Jahreszeit den besonderen Einsatzbedingungen angepasst werden.

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Cockpit Procedure Trainer (CPT) (Quelle: Luftbewegliche Brigade 1)Größere Abbildung anzeigen

Wofür findet dieser Flug überhaupt statt?

Ziel der Ausbildung ist die Vorbereitung auf den realen Einsatz und die Beherrschung aller Systeme dieses hochmodernen Waffensystems. Alleine bei den Flight Controls (Bediengriffen) sind 45 Schalter blind und in allen Flugsituationen zu bedienen, wobei die Masse der Schalter bis zu fünf verschiedene Funktionalitäten aufweist. In der vorbereiteten Mission werden nun die geplanten Themenbereiche nach und nach abgearbeitet. So startet beispielsweise die Besatzung am späten Nachmittag und nähert sich dem geplanten Einsatzraum schon bei einsetzender Nacht. Aber auch dies stellt die Crew aufgrund von verschiedener Sensoren vor keine größeren Probleme. Es können wahlweise ein Wärmebild oder ein Restlicht verstärktes Bild zur Flugführung und zum Waffeneinsatz direkt vor den Augen der Besatzung oder auch auf diversen Multi Functional Displays im Cockpit dargestellt werden.

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Blick in die Instructor Operating Station (Quelle: Luftbewegliche Brigade 1)Größere Abbildung anzeigen

Übung macht den Meister

„Allein die richtige Auswahl des für die jeweilige Situation besten Sensors erfordert große Erfahrung und bedarf ständigen Trainings. Nach abgeschlossener Mission ist jedoch das Training für unsere Besatzung noch nicht beendet“, sagt der fluglehrberechtigte Hauptmann Martin Rohn. Von der Instructor Operating Station gesteuert, besteht nun die Möglichkeit, aus einem Pool von etwa 800 darstellbaren Fehlfunktionen die Crew auf ihr Zusammenspiel und Systemkenntnis hin zu fordern und fördern. Am Ende der etwa zweistündigen Mission findet eine gemeinsame Auswertung des Einsatzes mit allen Beteiligten an einer von insgesamt vier Debriefing-Stationen statt. Hier besteht die Möglichkeit auf insgesamt acht Bildschirmen und den dazu gehörenden Audiorecords, die komplett aufgezeichnete Mission auszuwerten, abschnittsweise zu besprechen und Erkenntnisse für weitere Ausbildungsperioden zu gewinnen.

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Stand vom: 27.09.16


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