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Panzerfaust 3

Auf dem Bild sehen Sie die Schießausbildung mit der Panzerfaust 3/Bunkerfaust

Schießausbildung mit der Panzerfaust 3/Bunkerfaust (Quelle: Heer/Sebastian Wilke)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Bei der Panzerfaust 3/Bunkerfaust handelt es sich um eine Panzerabwehrhandwaffe, die zur Bekämpfung gepanzerter, leicht gepanzerter und ungepanzerter Fahrzeuge sowie Bunkern und Zielen in und hinter Deckungen eingesetzt wird. Die rückstoßarme Panzerfaust 3/Bunkerfaust kann aus geschlossenen Räumen heraus eingesetzt werden. Zum Schießen nimmt der Soldat die Waffe auf die rechte Schulter. Mit der Panzerfaust 3/Bunkerfaust können stehende Ziele bis 400 m Entfernung und fahrende Ziele bis 300 m Entfernung bekämpft werden. Die Waffe befindet sich bei fast allen Truppenteilen des Heeres im Einsatz.


Zubehör

  • Tragetasche für Griffstück mit Zielfernrohr
  • Nachtsichtvorsatz 80 (NSV-80)
  • Adapter für NSV-80
  • Exerzier-Panzerfaust 3
  • Schießgerät Panzerfaust 3

Technische Daten

Technische Daten
Bezeichnung der Waffe:Panzerfaust 3 DM12A1 MonohohlladungPanzerfaust 3 DM22 TandemhohlladungBunkerfaust DM32 Granate, deckungsbrechend
Kaliber Rohr:60 mm60 mm60 mm
Kaliber Geschosskopf:110 mm110 mm110 mm
Länge (Abstandsrohr eingeschoben, mit Schutzkappe):1.227 mm1.239 mm1.217 mm
Gewicht (Schussbereit):12,39 kg13,27 kg13,29 kg
Gewicht (Griffstück mit Tragetasche):3,87 kg3,87 kg3,87 kg
Maximale Kampfentfernung (gegen stehende Ziele):400 m400 m400 m
Maximale Kampfentfernung (gegen fahrende Ziele):300 m300 m300 m
Durchschlagsleistung:">700 mm Panzerstahl"">700 mm Panzerstahl, hinter Reaktivpanzerung"240 mm Stahlbeton
Hersteller:Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik (heute Dynamit Nobel Defence GmbH)Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik (heute Dynamit Nobel Defence GmbH)Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik (heute Dynamit Nobel Defence GmbH)

Bauteile Griffstück mit Zielfernrohr

Baugruppen

Panzerfaust 3 Schnittbild

Panzerfaust 3 Schnittbild (Quelle: Heer)Größere Abbildung anzeigen

  • Griffstück mit Zielfernrohr
  • Patrone (DM12/DM12A1, DM22 oder DM32)

Auf dem Bild sehen Sie den Scharfen Schuss mit der Panzerfaust 3 auf der Informationslehrübung

Scharfer Schuss mit der Panzerfaust 3/Bunkerfaust (Quelle: Heer/Katharina Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Mit dem Griffstück mit Zielfernrohr der Panzerfaust 3/Bunkerfaust können lagebedingt je nach Ziel folgende Patronen verschossen werden: DM12/DM12A1 (Monohohlladung), DM22 (Tandemhohlladung, durchschlägt auch Reaktivpanzerungen) und die DM32 (Granate, deckungsbrechend). Das Griffstück mit Zielfernrohr verfügt über eine maximale Schussbelastung von 1.500 Patronen. Für den Transport können Handgriff und Schulterstütze des Griffstücks eingeklappt werden. Das Zielfernrohr der Panzerfaust 3/Bunkerfaust verfügt über eine 2,5 fache Vergrößerung. Zum Strichbild des Zielfernrohres gehören Visierrahmen für 100 m, 200 m, 300 m und 400 m sowie Vorhaltemarken für querfahrende Ziele. Zum Schießen klinkt der Schütze das Griffstück mit Zielfernrohr am Abschussrohr der Patrone ein und drückt es an bis es höhrbar einrastet. Je nach Ziel zieht er nun eventuell das Abstandsrohr des Gefechtskopfes heraus, hierdurch erreicht er eine höhere Durchschlagsleistung. Dann klappt er Haltegriff und Schulterstütze auf und den Spanngriff nach unten. Jetzt legt der Schütze die Waffe auf die rechte Schulter, visiert das Ziel an, entsichert die Waffe und betätigt den Abzug. Dabei werden zwei gespannte Schlagbolzen frei, die auf die Treibladungsanzünder schlagen und so erst eine Übertragungsladung und im Folgenden die Treibladungen zünden. Die Pulvergase treiben nun den Geschoss nach vorne und die Rückstoßausgleichsmasse nach hinten aus dem Abschussrohr. Ein Raketenzusatzantrieb im Schaft am Geschosskopf beschleunigt diesen nach dem Verlassen des Abschussrohres auf eine Geschwindigkeit von über 220 m/s nach. Für Ausbildungszwecke wird die Exerzierpanzerfaust 3 eingesetzt. Das Schießgerät Panzerfaust 3 kommt bei der Schießausbildung zum Einsatz. Mit ihm wird die Übungspatrone18 x 86 mm DM38/DM58 eingesetzt. Ebenfalls für die Schießausbildung gedacht ist die Übungspatrone 60 mm DM18A1.

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten der eine Exerzierpanzerfaust hochhält

Exerzierpanzerfaust 3: 1.200 mm lang und wiegt ca. 13 kg (Quelle: Heer/Katharina Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Die Panzerfaust 3/Bunkerfaust wurde auf Basis der Anforderungen des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung für eine neue, leistungsfähige, möglichst leichte, modulare, rückstoßarme, aus dem Raum abschießbare und treffgenaue Panzerabwehrhandwaffe von der Dynamit Nobel GmbH Explosivstoff- und Systemtechnik ab 1978 entwickelt. Unter anderem war die Entwicklung nötig geworden, um es der Truppe auch in Zukunft zu ermöglichen, Gefechtsfahrzeuge zu bekämpfen, die mit neuester Panzerschutztechnologie ausgestattet sind, wie zum Beispiel einer Reaktivpanzerung. Ab 1992 wurde die Panzerfaust 3/Bunkerfaust bei den Truppenteilen des Heeres eingeführt. Sie löste bei vielen Truppenteilen die leichte Panzerfaust 44 mm und die schwere Panzerfaust 84 mm „Carl Gustav“ ab. Die Panzerfaust 3/Bunkerfaust befindet sich auch bei einigen Truppenteilen der Streitkräftebasis, der Luftwaffe und der Marine im Einsatz. Zu den weiteren Nutzern der Panzerfaust 3/Bunkerfaust gehören unter anderem die Streitkräfte der Niederlande und der Schweiz.

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Stand vom: 28.09.16


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