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Maschinengewehr MG4

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten im Feuergefecht mit dem MG4 in Afghanistan

Ein Soldat schießt in Afghanistan mit einem MG4 (Quelle: Heer/PIZ Kunduz / von Söhnen)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Maschinengewehr MG4 ist ein leichtes Maschinengewehr im Kaliber 5,56 x 45 mm mit dem gegurtete Munition verschossen wird. Bei der Handfeuerwaffe handelt es sich um einen vollautomatischen Gasdrucklader mit Drehkopfverschluss. Mit dem Maschinengewehr MG4 werden Feuerstöße abgegeben. Das MG4 wird zum Bekämpfen von Einzel- und Gruppenzielen bis zu einer Entfernung von 1.000 m eingesetzt. Die Waffe wurde im Rahmen des Programms „Infanterist der Zukunft“ beschafft und ersetzt bei den Infanterietruppenteilen des Heeres auf Gruppenebene das Maschinengewehr MG3 im abgesessenen Einsatz. Verfügten die Gruppen früher über ein MG3 im Kaliber 7,62 x 51 mm so werden sie zukünftig mit zwei MG4 im Kaliber 5,56 x 45 mm ausgestattet sein.


Zubehör

Ersatzrohr, Trageriemen, Rohrtasche mit Trageriemen, Manöverpatronengerät, Waffenreinigungsgerät, Gurttasche 100 Patronen (mit Halterung zur Montage an der Waffe), Gurttasche 100 Patronen (Tarndruck 3 oder 5 farbig), Gurttasche 200 Patronen (Tarndruck 3- oder 5-farbig), Transporttragetasche, Manöverpatronenzuführschaft, Zielfernrohr (mit 3-facher Vergrößerung und Visiermarken für Entfernungen bis 800 m), Adapter für die Munitionshalterung, Patronengurt mit 15 Exerzierpatronen 5,56 x 45 mm, Nachtsichtaufsatz NSA 80, Wärmebildgerät HuntIR, Laser-Licht-Modul 01 (LLM 01) RSA-S Reflexvisier.

Technische Daten

Technische Daten
Kaliber:5,56 x 45 mm
Gesamtlänge (Schulterstütze ausgeklappt):
1.030 mm
Gesamtlänge (Schulterstütze angeklappt):
830 mm
Gesamthöhe:
260 mm
Gesamtbreite:
96 mm
Gewicht (MG4 mit Zweibein):8,1 kg
Gewicht (Rohr):1,7 kg
Rohrlänge:482 mm
Kampfentfernung:1.000 m
Feuergeschwindigkeit (theoretisch):850 Schuss/Min
Hersteller:Heckler & Koch GmbH, Deutschland

Schnittbild

Schnittdarstellung MG4 (Quelle: Redaktion Heer/Heckler und Koch)Größere Abbildung anzeigen

  1. Rohr mit Mündungsfeuerdämpfer
  2. Klappbarer Kornhalter
  3. Gasabnahme mit Antriebshülse
  4. Tragegriff/Rohrwechselgriff
  5. Ladeanzeige
  6. Deckel mit Zuführereinheit
  7. Steuerhebel
  8. Auswerfer
  9. Visier
  10. Schließfeder
  11. Gehäuse
  12. Schulterstütze
  13. Griffstück
  14. Verschluss
  15. Patronengurt
  16. Rohrentriegelungshebel
  17. Handschutz
  18. Zweibein

Auf dem Bild sehen Sie den Infanterist der Zukunft in der Gruppe mit zwei MG4

Gruppenausstattung „Infanterist der Zukunft“: zwei MG4 (Quelle: Heer/Katharina Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Das Maschinengewehr MG4 ist eine einfach und sicher zu handhabende offen schießende Waffe. Es kann sowohl von Rechts- wie auch Linksschützen bedient werden. Die Zuführung der gegurteten Munition erfolgt von links. Beim Schießen werden die Patronen durch den vorlaufenden Verschluss aus den Gurtkrallen herausgeschoben und dem Patronenlager zugeführt. Neben den M27-Zerfallgurt können auch andere NATO Standardgurte mit der Waffe eingesetzt werden. Direkt nachdem der Verschluss mit den zwei Verriegelungswarzen verriegelt hat, wird die Patrone abgefeuert. Nach dem Schuss werden die Patronenhülsen nach unten rechts ausgeworfen. Um beim Verschießen größerer Munitionsmengen ein Überhitzen des Rohres zu vermeiden, kann dieses gewechselt werden. Der abklappbare Tragegriff dient dabei zugleich als Rohrwechselgriff und erlaubt den schnellen Wechsel heißer Rohre ohne Schutzhandschuhe. Der Sicherungshebel des MG4 verfügt über die Stellungen „Sicher“ und „Dauerfeuer“, er kann von beiden Seiten bedient werden. Um die Waffenlänge zu reduzieren, kann die Schulterstütze der Waffe abgeklappt werden. Zur Ausstattung des MG4 gehört eine aus Diopter und Korn bestehende Visierung, die in 100-Meter-Schritten auf Entfernungen von 100 m bis 1.000 m eingestellt werden kann. Das Korn befindet sich über der Gasentnahme auf dem Rohr, der Diopter wird auf der Picatinny Schiene auf dem Deckel des Gehäuses befestigt. Bei Einsatz des Zielfernrohres wird dieses ebenfalls dort angebracht. Das Zielfernrohr verfügt über eine 3-fache Vergrößerung. Sein Strichbild umfasst Visiermarken für Entfernungen bis 800 Meter sowie Vorhaltemarken für die Bekämpfung beweglicher Ziele und Markierungen, die der Entfernungsermittlung dienen. Vorn links and rechts am Gehäuse befinden sich zwei weitere Picatinny Schienen, an denen Zielhilfsmittel wie zum Beispiel das Laser-Licht-Modul 01 (LLM 01) angebracht werden können. Zur Ausstattung des MG4 gehören eine Lafettenaufnahme, die es erlaubt, die Waffe auf Drehringlafetten zu montieren. Mit dem MG4 werden die Gefechtspatronen 5,56 x 45 mm DM 21 (Leuchtspur) und 5,56 x 45 mm DM 11 (Doppelkern) verschossen. Bestückt mit dem Manöverpatronengerät kann mit der Waffe auch die Manöverpatrone 5,56 x 45 mm verschossen werden. Zum Üben von Ladetätigkeiten dienen die Exerzierpatronen 5,56 x 45 mm DM 10 (vernickelt) und 5,56 x 45 mm DM 20 (schwarzer Kunststoff).

Auf dem Bild sehen Sie einen Fallschirmjäger der Stellung mit dem MG4 bezogen hat

Fallschirmjäger: Gefechtsausbildung mit dem MG4 (Quelle: Heer/Katharina Winkler)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Das Maschinengewehr MG4 wurde um die Jahrtausendwende von der Heckler & Koch GmbH unter der Bezeichnung MG43 mit eigenen Mitteln entwickelt, um auch im Marktsegment leichte Maschinengewehre im Kaliber 5,56 x 45 mm ein konkurrenzfähiges Produkt anbieten zu können. 2001 stellte man die Waffe erstmalig der breiteren Öffentlichkeit vor. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das leichte Maschinegewehr schon in der Erprobung bei der Bundeswehr. Unter anderem wurde es im August 2001 auf dem Yuma Proving ground Testgelände umfangreichen Tests unter extremen klimatischen Bedingungen in der Wüste Arizonas unterzogen. Im Zuge eines Belastungstests feuerte man hierbei innerhalb von sechs Tagen mit einer Waffe und zwei Rohren 102.000 Schuss ab. Die Beschaffung des MG4 erfolgte im Rahmen des Programms „Infanterist der Zukunft“ und ab 2004 wurde das Maschinengewehr in größerer Stückzahl an die Truppe ausgegeben. MG4 gehören unter anderem zur Bewaffnung der Soldaten des in Afghanistan im Einsatz befindlichen deutschen ISAF Kontingents. 2007 entschied sich auch das spanische Heer für die Beschaffung einer Version des MG4. Das MG4 E ist ca. 250 g leichter als das bei der Bundeswehr eingeführte MG4.

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Stand vom: 28.09.16


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