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Maschinengewehr MG3

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten mit dem MG3 der den Luftraum beobachtet

Visiereinrichtung MG3: Kimme, Korn und Fliegerabwehrvisier (Quelle: Heer/Björn Trotzki)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Maschinengewehr MG3 ist ein vollautomatischer Rückstoßlader im Kaliber 7,62 x 51 mm, mit dem gegurtete Munition verschossen wird. Das MG3 fungiert als „schwere“ Waffe der Gruppe mit der Einzel-, Gruppen- und Flugziele auch auf größere Entfernung effektiv bekämpft werden können. Mit dem MG3 werden ausschließlich Feuerstöße geschossen. Maschinengewehre vom Typ MG3 befinden sich bei fast allen Einheiten des Deutschen Heeres im Einsatz. Außer in der Version mit Zweibein für den abgesessenen Kampf findet das MG3 auch Verwendung als Fliegerabwehrmaschinengewehr auf Drehring- und Freirichtlafetten von Fahrzeugen, als koaxiales Blenden-MG bei Kampfpanzern und in Waffenstationen sowie als Türwaffe beim mittleren Transporthubschrauber CH-53.


Varianten

  • MG3: Basisversion mit Zweibein, Schulterstütze, Trageriemen und Visiereinrichtung (Korn, Kimme und Fliegerabwehrvisier) für den abgesessenen Einsatz und den Einsatz auf verschiedenen Lafettentypen.
  • MG3A1: Version für den Einsatz auf gepanzerten Fahrzeugen als Blenden-MG mit Kugelring am Rückstoßverstärker und Gummischutzkappe anstatt der Schulterstütze, aber ohne Trageriemen, Zweibein und Schulterstütze.

Auf dem Bild sehen Sie MG3 Munition aufgegurtet

MG3 Munition, Kaliber 7,62mm x 51 mm (Quelle: Heer/Patrick von Söhnen)Größere Abbildung anzeigen

Zubehör und Zielhilfsmittel

Trageriemen, Zweibein, Ersatzverschluss mit Tragetasche, Kombinationswerkzeug, Ersatzrohr mit Rohrschützer, Patronenkasten DM2 für 250 gegurtete Patronen, Gurttrommel, Patronenkasten DM40004 für 100 gegurtete Patronen, Patronengurt DM1 (mit Einführstück), Mündungskappe, Manöverpatronengerät, Schutzkappe aus Gummi für das Bodenstück, Wartungssatz, Gurtfüller, Zielfernrohr 4 x 24, Feldlafette, Fliegerdreibein, Bildverstärkerzielfernrohr FERO-Z51 und Übungsgerät MG (zum Verschießen von Übungspatronen, umfasst Übungsverschlusskopf und Übungsrückstoßverstärker).

Technische Daten

Techische Daten
Kaliber:7,62 x 51 mm
Gesamtlänge
(mit Schulterstütze):
1.225 mm
Gesamtbreite:130 mm
Gesamthöhe
(Visierung ausgeklappt):
205 mm
Rohrlänge:565 mm
Gewicht (mit Zweibein, Schulterstütze und Trageriemen):11,7 kg
Maximale Kampfentfernung
(mit Zweibein):

600 m

Maximale Kampfentfernung
(auf Erdziellafette und Fliegerdreibein):
1.200 m
Schussfolge (theoretisch):

1.200 Schuss/Minute

Hersteller:Rheinmetall AG, Deutschland

Schnittbild und Baugruppen MG3

Explosionszeichnung des Maschinengewehres MG3 mit Bezifferung der einzelnen Baugruppen

Explosionszeichnung MG3 (Quelle: Online-Redaktion Heer/Heer)Größere Abbildung anzeigen

  • Gehäuse mit Rohrwechselklappe und Visiereinrichtung
  • Rückstoßverstärker
  • Rohrführungshülse
  • Rohr
  • Verschluss
  • Schließfeder
  • Bodenstück
  • Schulterstütze
  • Spannschieber
  • Gurtzuführer (Deckel mit Zuführeroberteil und Zuführerunterteil)
  • Griffstück

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten der mit dem MG3 auf Drehringlafette im TPZ Fuchs rundum sichert

Sicherung mit MG3 auf Drehringlafette im TPZ Fuchs (Quelle: Heer/Volker Jung)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Infomationen

Das luftgekühlte MG3 besteht im Wesentlichen aus Blechprägeteilen. Sein Rohr kann mit wenigen Handgriffen gewechselt werden, wodurch einem Überhitzen des Rohres vorgebeugt wird. Es ist eine offen schießende Waffe. So wird nach Betätigen des Abzuges der Verschluss freigegeben und nimmt beim Vorschnellen eine Patrone mit, führt sie dem Patronenlager zu, verriegelt und der Schlagbolzen zündet die Patrone. Das Auswerfen der Patronen erfolgt durch den beim Schuss auftretenden Rückstoßimpuls. Die Zuführung der Munition erfolgt mittels Gurten, verschiedene Gurttypen befinden sich im Einsatz, der Patronengurt DM 1 und der Zerfallgurt DM 60. Neben den Gefechtspatronen Gefechtspatrone 7,62 x 51 mm DM 41 und DM 41A1 mit Vollmantelweichkerngeschoss sowie den Gefechtspatronen 7,62 x 51 mm DM 21, DM 21A1 und DM 21A1 mit Vollmantelweichkerngeschoss und Leuchtspur kommen beim Heer für Ausbildungszwecke auch folgende Patronen zum Einsatz: Übungspatrone 7,62 x 51 mm DM 18, Übungspatrone 7,62 x 51 mm DM 48, Manöverpatrone 7,62 x 51 mm DM 28, Manöverpatrone 7,62 x 51 mm DM 58 und DM 58A1 und die Exerzierpatrone 7,62 x 51 mm DM 20. Die Visiereinrichtung des MG3 besteht aus Kimme, Korn und Fliegerabwehrvisier, alle drei sind klappbar. Durch Verschieben der Kimme auf einer Stellschiene kann der Schütze die Visiereinstellung von 200 Meter ausgehend um je 100 Meter steigend bis 1.200 Meter einstellen. Das Fliegerabwehrvisier verfügt über Visier- und Vorhaltemarken für anfliegende, überfliegende und vorbeifliegende Ziele.

Auf dem Bild sehen Sie Panzergrenadiere in der Rundumsicherung mit dem MG3 und G36

Panzergrenadiere mit MG3 und G36 in der Rundumsicherung (Quelle: Heer/Andrea Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Das MG3 ist eine Weiterentwicklung des MG42 im Kaliber 7,92 x 57 mm, das bereits im 2. Weltkrieg von den deutschen Streitkräften eingesetzt wurde. Ab 1956 produzierte die Rheinmetall AG das Maschinengewehr im Kaliber 7,62 x 51 mm für die Bundeswehr. Ursprünglich unter der Bezeichnung MG42 bei der Bundeswehr eingeführt, bezeichnete man die neu gefertigten Waffen später als MG1. Noch vorhandene MG42 aus Wehrmachtsbeständen rüstete man auf das Kaliber 7,62 x 51 mm um. Da sich diese vom MG1 in vielen Details unterschieden, erhielten sie die Bezeichnung MG2. Beim MG3 handelt es sich um eine Weiterentwicklung des MG1, zu den Änderungen gehört unter anderen die Montage eines Fliegerabwehrvisiers und die Modifizierung des Gurtzuführers, so dass alle NATO-Gurttypen mit der Waffe verwendet werden können. Das Maschinengewehr MG3 befindet sich nicht nur bei der Bundeswehr, sondern auch bei den Streitkräften vieler weiterer NATO-Staaten im Einsatz, zum Beispiel Dänemark, Griechenland, Italien, Norwegen, Portugal, Spanien und der Türkei. Außerdem wird die Waffe in verschiedenen Ländern weltweit in Lizenz gefertigt.

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Stand vom: 28.09.16


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