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Granatmaschinenwaffe 40 mm

Auf dem Bild sieht man die Granatmaschinenwaffe GMW 40 Millimeter

Granatmaschinenwaffe GMW 40 mm (Quelle: Heer/Carsten Heide)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Die Granatmaschinenwaffe 40 mm, kurz GraMaWa, ist eine automatische Unterstützungswaffe im Kaliber 40 x 53 mm. Mit dem automatischen Rückstoßlader können ungepanzerte und leichtgepanzerte Bodenziele bis zu einer Entfernung von 1.500 Metern mit gezieltem Einzelfeuer oder kurzen Feuerstößen bekämpfte werden. Zur Ausstattung der Waffe gehören ein Reflexvisier mit beleuchtbaren Strichbild und Notvisier. Die Granatmaschinenwaffe wird in der Regel abgesessen auf einem Dreibein eingesetzt. Ein aufgesessener Einsatz unter anderem auf dem Transportpanzer 1 Fuchs und dem Einsatzfahrzeug Spezialisierte Kräfte (ESK) Mungo ist möglich. Montiert in Waffenstationen dient die Granatmaschinenwaffe als Fahrzeugbewaffnung, zum Beispiel beim Spähwagen Fennek und dem Gepanzerten Transportkraftfahrzeug (GTK) Boxer. Die Granatmaschinewaffe ist luftverlastbar und kann mit dem Fallschirm abgesetzt werden. Die Besatzung der Granatmaschinewaffe besteht aus drei Soldaten: dem Richtschützen, dem Ladeschützen und dem Truppführer. Ein Einsatz auf Booten oder in Hubschraubern ist ebenfalls möglich.


Varianten

  • Granatmaschinenwaffe 40 mm, Basisversion
  • Granatmaschinenwaffe A1 40 mm, mit verbesserter Rohrhaltesicherung, zusätzliche Picatinny Schiene am Optikträger für die Aufnahme eines Nachtsichtgeräts, ein Puffer verhindert das umklappen des geöffneten Zuführdeckels bis auf den Tragegriff

Zubehör und Zielhilfsmittel

  • Justiermittel
  • Mündungsschutzkappe
  • Waffenreinigungsgerät
  • Ballastsack
  • Waffenschutzhülle
  • 2 Munitionsrucksäcke
  • Gurtkastenhalter
  • Waffentrageriemen
  • Feinrichteinrichtung (Höhe/Seite)
  • Gurtlehre mit sieben gegurteten Elementen
  • Transport- und Lagerbehälter
  • Bildverstärkerzielgerät für den Einsatz bei Nacht und schlechter Sicht

Technische Daten

TECHNISCHE DATEN
Kaliber:40 x 53 mm
Gesamtlänge mit Oberlafette und Munitionsbehälter:1.175 mm
Gesamtbreite mit Oberlafette und Munitionsbehälter:920 mm
Gesamthöhe mit Oberlafette, Munitionsbehälter und Reflexvisier:540 mm
Rohrlänge ohne Feuerdämpfer:577 mm
Gewicht (Granatmaschinenwaffe mit Oberlafette, Reflexvisier und Dreibein):60.600 g
Gewicht (Granatmaschinenwaffe einzeln):29.000 g
Maximale Kampfentfernung:1.500 m
Fassungsvermögen Munitionsbehälter:32 Patronen
Schussfolge (theoretisch):350 Schuss pro Minute
Hersteller:Heckler & Koch GmbH,
Oberndorf a. N., Deutschland

Baugruppen

  • Gehäuse mit Rohr und Anbauteilen (Waffengehäuse, Führungsrohr, Richtgriffe, Tragegriff, zwei Transporthebel, Rohraufnahme, Gehäusedeckel, Zuführteil mit Führungsrollen, Anschlagwinkel)
  • Oberlafette
  • Reflexvisier
  • Dreibein

Auf dem Bild sieht man die Granatmaschinenwaffe A1 40 mm mit Oberlafette, Reflexvisier und Dreibein

Die Granatmaschinenwaffe A1 40 mm mit Oberlafette, Reflexvisier und Dreibein (Quelle: Heer/Wolgang Marx)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Die Granatmaschinenwaffe 40 mm ist ein offen schießender Rückstoßlader mit Masseverschluss. Das Gehäuse der Waffe wird aus Aluminiumspritzguss gefertigt. Mittels der Oberlafette wird die Granatmaschinewaffe 40 mm auf das Dreibein montiert. Das optische Visier verfügt über Entfernungsmarken bis 1.500 m und Vorhaltemarken für die Bekämpfung von querfahrenden Zielen. Zusätzlich verfügt die Granatmaschinenwaffe über ein Notvisier, das aus einem aufklappbaren Korn und einem aufklappbaren Leitervisier mit den Visiermarken 200, 400 und 600 m verfügt. Die gegurtete Munition wird aus einem Munitionsbehälter mit einem Fassungsvermögen von 32 Schuss oder einem Munitionstragesack mit einem Fassungsvermögen von 64 Schuss der Waffe von links zugeführt. Die Zuführrichtung der Munition lässt sich ohne Einsatz von Werkzeugen von linksseitiger auf rechtsseitige Zuführung ändern. Abgefeuert wird die Waffe durch das Betätigen der beiden Drücker hinten an der Waffe. Der Sicherungs- und Feuerwahlhebel befindet sich hinten rechts und kann auf „Sicher“, „Einzelfeuer“ und „Dauerfeuer“ gestellt werden. Für den Transport während eines abgesessenen Einsatzes kann die Granatmaschinenwaffe in drei Traglasten zerlegt werden. Aus der Granatmaschinenwaffe wird die Gefechtspatrone 40 x 53 mm DM111 Spreng, Splitter, Aufschlagzünder zerlegend mit Leuchtspur zur Bekämpfung von infanteristischen Zielen in und hinter Deckungen verschossen. Bei der Schießausbildung kommt die Übungspatrone 40 x 53 mm DM138, Aufschlagmarkierung, Leuchtspur zum Einsatz. Für die Waffenausbildung steht eine Exerzierpatrone 40 x 53 mm zur Verfügung.

Auf dem Bild sieht man die Granatmaschinewaffe A1 40 Millimeter im Einsatz auf der Höhe 431 in Chahar Dara, Afghanistan

Granatmaschinewaffe A1 40 mm im Einsatz auf der Höhe 431 in Chahar Dara, Afghanistan (Quelle: Heer/)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Die Granatmaschinenwaffe 40 mm wurde in den 1990-er Jahren von der Firma Heckler & Koch GmbH entwickelt. Die Granatmaschinewaffe 40mm befindet sich unter anderen auch bei den Streitkräften von Großbritannien (Grenade Machine Gun L134A1), den Niederlanden, Slowenien, Finnland (40 KRKK 2005 Kranaattikonekivääri) und Norwegen im Einsatz.

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Stand vom: 28.09.16


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