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Gewehr G3

Auf dem Bild sehen Sie einen Fallschirmjäger in Afghanistan mit einem G3 A3 mit Zielfernrohr ZF

Fallschirmjäger in AFG: Gewehr G3 A3 mit Zielfernrohr ZF (Quelle: Heer/Pressestelle Kunduz)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Gewehr G3 ist ein automatischer Rückstoßlader mit Rollenverschluss im Kaliber 7,62 x 51 mm. Die Waffe wird zum Bekämpfen von Zielen bis zu einer Entfernung von 300 Meter eingesetzt. Ist sie mit einem Zielfernrohr bestückt, können Ziele bis zu einer Entfernung von 600 Meter bekämpft werden. Mit dem G3 werden gezieltes Einzelfeuer oder kurze Feuerstöße abgegeben. Das Gewehr G3 befindet sich bei allen Truppenteilen des Heeres im Einsatz, 1997 begann man damit die Waffe durch das Gewehr G36 zu ersetzen, einem Gasdrucklader im Kaliber 5,56 x 45 mm.


Dieses Bild zeigt ein Gewehr G3 auf weißem Untergrund.

Gewehr G3 (Quelle: Online-Redaktion Heer/Heer)

Zubehör

Zwei Magazintaschen, Mündungskappe, Waffenreinigungsgerät, fünf Magazine (Fassungsvermögen je 20 Patronen), Trageriemen, Bildverstärkerzielfernrohr, Manöverpatronengerät, Übungsverschluss Gewehr G3 für Übungspatrone 7,62 x 51 mm, Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3 für Patronen 5,6 x 16 mm, Lichtpunktgerät für die vorbereitende Schießausbildung, Zielfernrohr FERO Z24.

Varianten

  • Gewehr G3A1: Mit einschiebbarer Schulterstütze und Handschutz aus Holz
  • Gewehr G3A2: Mit fester Schulterstütze aus Holz und Handschutz aus Holz*
  • Gewehr G3A3: Mit fester Schulterstütze aus Kunststoff und Handschutz aus Kunststoff*
  • Gewehr G3A3 ZF: Wie Gewehr G3A3, jedoch mit Zielfernrohr
  • Gewehr G3A4: Wie Gewehr G3A3, jedoch mit einschiebbarer Schulterstütze
  • Gewehr G3 DMR Präzisionsschützengewehr, modifiziertes G3A3 ZF mit Zweibein und Picatinny Schienen am Handschutz
*Es befinden sich auch G3A2 mit Handschutz aus Kunststoff sowie G3A3 mit Handschutz aus Holz im Einsatz.

Schnittbild

Auf diesem Bild sieht man ein zerlegtes Gewehr G3

Schnittbild G3 (Quelle: Heer)Größere Abbildung anzeigen

  • Rohr mit Gehäuse und Anbauteilen
  • Verschluss
  • Griffstück mit Abzugseinrichtung und Sicherung
  • Bodenstück mit Schulterstütze
  • Handschutz
  • Magazin

Technische Daten

TECHNISCHE DATEN G3A4
Kaliber:7,62 x 51 mm
Gesamtlänge Schulterstütze ausgezogen:1.025 mm
Gesamtbreite:58 mm
Gesamthöhe:220 mm
Rohrlänge:450 mm
Gewicht ohne Magazin:4.700 g
Maximale Kampfentfernung:300 m
Maximale Kampfentfernung mit Zielfernrohr:600 m
Schussfolge (theoretisch):500 bis 600 Schuss in der Minute
Hersteller:Heckler & Koch GmbH, Oberndorf, Deutschland

Auf dem Bild sehen Sie Panzergrenadiere ausgerüstet mit dem Gewehr G3 A3

Panzergrenadiere mit Gewehr G3 A3 (Quelle: Heer/Michael Mandt)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Das Gewehr G3 kann ohne Werkzeug nur durch das Herausziehen von vier Haltebolzen in seine Baugruppen zerlegt werden. Das Rohr der Waffe ist fest mit dem Gehäuse verbunden, am Verschlusskopf befinden sich zwei Verriegelungsrollen mittels derer der Verschluss im Gehäuse verriegelt. Das Zuführen und Laden einer Patrone aus dem 20-Schuss-Magazin erfolgt durch die Kraft der Schließfeder, das Ausziehen und das Auswerfen durch die beim Schuss auftretende Rückstoßenergie. Die Visiereinrichtung der Waffe besteht aus einem Drehvisier hinten auf dem Gehäuse und dem Korn vorn auf der Waffe, oberhalb des Rohres. Das Drehvisier verfügt über folgende Einstellungen: Lochkimmen für die Entfernung 200, 300 und 400 Meter sowie eine V-Kimme. Die V-Kimme dient dem Zielen bei Entfernungen bis 100 Meter und wird beim Sturmabwehrschießen, dem sogenannten Deutschießen, dem Schießen bei Nacht und schlechter Sicht sowie dem Schießen auf Flugziele eingesetzt. Der Sicherungshebel verfügt über die Stellungen Sicher, Einzelfeuer und Feuerstoß.

Beim Heer wird mit dem Gewehr G3 folgende Gefechtsmunition verschossen: Die Gefechtspatronen mit Vollmantelweichkerngeschoss 7,62 x 51 mm DM 41 und 7,62 x 51 mm DM 41A1 sowie die Gefechtspatronen mit Vollmantelweichkerngeschoss und Leuchtspur 7,62 x 51 mm DM 21, 7,62 x 51 mm DM 21A1 und 7,62 x 51 mm DM 21A2. Außerdem stehen für Übung und Ausbildung folgende Patronen zur Verfügung: Übungspatrone 7,62 x 51 mm DM 18, Übungspatrone 7,62 x 51 mm DM 48, Manöverpatrone Kaliber 7,62 x 51 mm DM 28, Manöverpatrone 7,62 x 51 mm DM 68 und die Exerzierpatrone 7,62 x 51 mm DM 20.

Für den Einsatz mit dem Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3 für Patronen 5,6 x 16 mm kommen folgende Patronen zum Einsatz: Patrone 5,6 x 16 mm DM 19, Patrone 5,6 x 16 mm DM 51 und die Patrone 5,6 x 16 mm DM 31B1. Ende der 1990er Jahre wurde ein Teil der im Bestand befindlichen G3 mit einem Hülsenabweiser nachgerüstet.

Auf dem Bild sehen Sie einen Isaf-Soldaten im Anschlag mit einem G3 ZF

Fallschirmjäger im ISAF-Einsatz: G3 mit Zielfernrohr ZF (Quelle: Heer/Pressestelle Kunduz)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Das Gewehr G3 löste bei der Bundeswehr ab 1959 das bis dahin im Einsatz befindliche Gewehr G1 ab. Beim G1 handelte es sich um eine Version des FAL, einem von der belgischen Firma Fabrique Nationale de Herstal gefertigten Gasdruckladers. Beim Gewehr G3 selbst handelt es sich um eine Weiterentwicklung des für die spanischen Streitkräfte gefertigten CETME Gewehrs, das an die deutschen Bedürfnisse angepasst wurde. Das CETME wurde Anfang der 1950er Jahre von einem Ingenieurteam um den deutschen Ludwig Vorgrimmler entwickelt, der bereits während des 2. Weltkrieges bei der Firma Mauser Handfeuerwaffen für die deutschen Streitkräfte entwickelte. 1956 führte die Bundeswehr eine Truppenerprobung mit 400 CETME Gewehren durch. Die Waffen wurden bei der Heckler & Koch GmbH in Oberndorf gefertigt. Unter anderem werden oder wurden Gewehr G3 in folgenden Ländern in Lizenz produziert: Türkei, Portugal, Schweden, Norwegen, Griechenland, Pakistan und Iran. Weltweit befindet oder befand sich das G3 bei einer Vielzahl von Ländern im Einsatz. Etwa bei den Streitkräften in Griechenland, der Türkei, Dänemark, Norwegen, Schweden, Portugal, Mexico, Pakistan, Iran und Marokko.

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Stand vom: 28.09.16


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