Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Technik > Leichte Waffen > Gewehr G28 

Gewehr G28

Auf dem Bild sehen Sie das G28 mit Zielfernrohr: Anschlag liegend auf Zweibein

G28 mit Zielfernrohr: Anschlag liegend auf Zweibein (Quelle: Heer/Jens Claussen)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Zielfernrohrgewehr G28 (ZF G28) ist eine halbautomatische Handwaffe (Gasdrucklader) mit Drehkopfverschluss und Magazinzuführung, im Kaliber 7,62 x 51 mm. Die Waffe ist mit einem aufmontierten Schmidt & Bender Zielfernrohr (3-20 fache Vergrößerung) bestückt, zur Bekämpfung von Zielen bis maximal 800 Metern Entfernung. Das ZF G28 ergänzt die Bewaffnung der Infanteriegruppe im Einsatz auf besonderen Befehl, um die Präzision gegen Heckenschützen und besonders gefährliche Einzelziele auf Entfernungen über 250 Meter und technische Ziele wie Optiken von Bordbewaffnungen auf Gefechtsfahrzeugen zu erhöhen. Einzelziele werden mit dem ZF G28 auf Entfernungen bis 600 Meter mit Einzelfeuer bekämpft und bis 800 Meter identifiziert und niedergehalten. Das Waffengehäuse und der Handschutz bestehen aus Stahlblech. Griffstück und Schulterstütze sind aus robustem Kunststoff gefertigt. Die grünbraune Einfärbung der Waffe und des Zielfernrohres hat sich als weltweit einsetzbare Tarnfarbe erwiesen.

Auf dem Bild sehen Sie die Neuentwicklung: Zielfernrohrgewehr G28

Neuentwicklung: Zielfernrohrgewehr G28 (Quelle: Heer/Jens Claussen)Größere Abbildung anzeigen

Zubehör und Zusatzausstattung

Das Gewehr G28 wird im speziellen Waffentransportkoffer, die umfangreiche Zusatzausstattung im Zubehörtransportkoffer aufbewahrt. Für den Einsatz wird die benötigte Ausrüstung in der Waffentasche mit Rucksacktragesystem verpackt.

Das Zubehör besteht aus:
Magazintaschen für jeweils zwei Magazine mit 20 Patronen, Zubehörtasche für Klein- und Zubehörteile, dem Reinigungsgerät, einem Drehmomentschlüssel zur Montage von Optiken und Baugruppen, Mündungskappe, Schutzleisten, Batterien, Trageriemen, Zielfernrohrschutztasche, Hülsenfangsack, Tragetasche für Laserlichtmodul, Wärmebildvorsatz, Restlichtvorsatz und Laserentfernungsmesser.

Baugruppen

Auf dem Bild sehen Sie die Baugruppen des Zielfernrohrgewehr G28

Baugruppen (Quelle: Heer)Größere Abbildung anzeigen

  1. Leuchtpunktvisier
  2. Zielfernrohr mit Objektschutzkappen
  3. Notvisier
  4. Rohr mit Gehäuse und Gasabnahme
  5. Spannhebel
  6. Schutzleisten
  7. Verschluss
  8. Handschutz mit Klappkorn (Notvisier)
  9. Griffstück mit Sicherungseinrichtung, Schließfeder und Multifunktionswerkzeug (9a)
  10. Schulterstütze
  11. Laserlichtmodul
  12. Zweibein
  13. Sturmgriff
  14. Einhängeöse für Trageriemen
  15. Magazin (20 Patronen)

Technische Daten Gewehr G28

TECHNISCHE DATEN
Kaliber:7,62 x 51 mm
Gesamtlänge Schulterstütze ausgezogen:1.082 mm
Gesamtbreite:78 mm
Gesamthöhe:340 mm
Rohrlänge:421 mm
Gewicht mit Anbauteile komplett (ohne Magazin):7500 g
Gewicht, Zielfernrohr 3-20-fach x 50 mit Leuchtpunktvisier1600 g
Gewicht, Magazin gefüllt (ca.):600 g
Gewicht, Zweibein450 g
Gewicht, Sturmgriff:150 g
Maximale Kampfentfernung:Bis 800 m (Niederhalten)
Optimale Kampfentfernung:Bis 600 m (Mannziel)
Visiere:

Mechanisches Notvisier,
Zielfernrohr 3-20-fache Vergrößerung,
Leuchtpunktvisier

Hersteller:Heckler & Koch GmbH, Oberndorf, Deutschland

Auf dem Bild sehen Sie einen Schützen mit Zielfernrohrgewehr G28

Auf der Schießbahn: Schütze mit Zielfernrohrgewehr G28 (Quelle: Heer/Jens Claussen)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Zielfernrohrschützen mit dem ZF G28 werden in der Regel im Verbund und im Feuerkampf der Infanteriegruppe eingesetzt. Vorrangig bekämpft der ZF-Schütze Ziele, die von anderen Handwaffen nicht oder nur mit erhöhtem Munitionsaufwand bekämpft werden können.
Auch Ziele, die den eigenen Auftrag der Gruppe besonders gefährden und deren Ausfall den Gegner besonders trifft, werden mit der Waffe bekämpft. Mit seinem Kaliber, seiner Durchschlagskraft und seiner Zieloptik schließt es eine Fähigkeitslücke im Einsatz über Kampfentfernungen zwischen 300 und 600 Metern. Nachtkampffähig wird das ZF G28 mit der Verwendung eines Restlichtverstärkers Merlin und mit dem Wärmebildvorsatz CNVD-T3. Das auf dem Schmidt & Bender 3-20 x 56 Zielfernrohr montierte Leuchtpunktvisier dient der Zielbekämpfung im Nahbereich bis 100 Meter Entfernung. Mit dem ZF G28 wird die Gefechtspatrone 7,62 x 51 mm mit und ohne Leuchtspur für Schießübungen und als Gefechtsmunition verschossen.

Auf dem Bild sehen Sie das schießen mit G28: Anschlag stehend angestrichen

Schießen mit G28: Anschlag stehend angestrichen (Quelle: Heer/Jens Claussen)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Das ZF G28 ist aufgrund der Auswertung aktueller und laufender Einsatzerfahrungen im Heer für die Truppe im Einsatz beschafft worden.
Die höhere Effektivität des verwendeten Kalibers gegenüber der Munition 5,56 mm, besonders im Einsatz über mehr als 300 Metern, machten die Einführung dieses Präzisionshalbautomaten für Zielfernrohrschützen (Designated Marksman Rifle = DMR) notwendig. Als Zwischenlösung wurde zunächst das Gewehr G3 3 DMR an die Einsatzkräfte nach Afghanistan ausgeliefert. Das ZF G28 löst das Gewehr G3 Zielfernrohr als DMR-Waffe ab. Die Infanterieschule Hammelburg hat 2011 eine taktische Kurzerprobung für das Zielfernrohrgewehr G28 erfolgreich durchgeführt und im Februar 2012 erstmalig Schießlehrer für Scharfschützen als Multiplikatoren im Rahmen eines Ergänzungslehrgangs am ZF G 28 ausgebildet.

Die ersten 140 G28 wurden an die 13. Panzergrenadierdivision zur Ausbildung der Einsatzkräfte übergeben. Im Juni 2012 soll die 10. Panzerdivision mit weiteren 140 G28 für den Einsatz ausgestattet werden. Eine modifizierte Version des ZF G28 soll bei Patrouillen im Einsatz verwendet werden. Die Waffe soll zukünftig als Standardwaffe verfügbar sein.

nach oben

Bilder


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 28.09.16


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.technik.handwaffen.gewehrg28