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Gewehr G22

Auf dem Bild sehen Sie einen G22 Scharfschützen im ISAF-Einsatz

G22 mit Schalldämpfer und Zielfernrohr 3-12 x 56. (Quelle: Heer/Thomas Löbbering)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Scharfschützengewehr G22 ist ein Scharfschützengewehr mit aufmontiertem Zielfernrohr mit variabler Vergrößerung (3- bis 12-fach) zur Bekämpfung von Zielen bis 800 m.Zur Bedienung werden zwei Mann benötigt, die sich aus einem Scharfschützen und einem Beobachter zusammensetzen. Der Schaft (Kunststoff) verfügt über eine klappbare Schulterstütze, wobei die Gesamtlänge der Waffe auf 99 cm verminderbar ist. In der Schulterstütze befindet sich desweiteren ein Erdsporn für eine stabile 3-Punktauflage.


Technische Daten

TECHNISCHE DATEN
Kaliber:Winchester Magnum (7,62 x 67 mm)
Gesamtlänge Schulterstütze ausgeklappt:1.247 mm
Gesamtlänge Schulterstütze angeklappt:1.023 mm
Gesamtbreite Schulterstütze ausgeklappt:90 mm
Gesamtbreite Schulterstütze angeklappt:135 mm
Gesamthöhe mit Zielfernrohr, Zweibein angeklappt:258 mm
Maximale Auszugslänge Zweibein:79 mm
Maximale Auszugslänge Wangenauflage:28 mm
Maximale Auszugslänge Schaftkappe:24 mm
Rohrlänge:659 mm
Gewicht (G22 mit Zielfernrohr und Zweibein):9.150 g
Abzugsgewicht:1.800 g
Maximale Kampfentfernung:1.100 m
Fassungsvermögen des einreihigen Kastenmagazins:5 Patronen
Zielfernrohr:3-12 x 56 gefertigt von der Hensold AG
Länge des Zielfernrohrs:ca. 400 mm
Gewicht Zielfernrohr:ca. 1.100g
Hersteller:Accuracy International Limited, Portsmouth, Großbritannien

G22 im Schnittbild

G22 Schnittbild

G22 Schnittbild (Quelle: Redaktion Heer)Größere Abbildung anzeigen

  1. Gewindeschutzring
  2. Mündungsbremse
  3. Kornhalter mit Korn
  4. Rohr
  5. Kornhalter mit Korn
  6. Zielfernrohr
  7. Verschluss
  8. Verschlusshülse
  9. Lochkimme
  10. Schlösschen
  11. Sicherung
  12. Schulterstütze
  13. Wangenauflage
  14. Schaftkappe
  15. Erdsporn
  16. Abdeckung
  17. Abzug
  18. Magazinhalter
  19. Magazin
  20. Patronenlager
  21. Gehäuse
  22. Zweibein

Auf dem Bild sehen Sie einen G22 Scharfschützen mit seinem Beobachter im ISAF Einsatz

G22 mit Schalldämpfer: Ziele bis 1.100m Entfernung (Quelle: Heer/Thomas Löbbering)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Mit dem G22 führte die Bundeswehr erstmalig ein leistungsfähiges Scharfschützengewehr ein. Bis zur Einführung des G22 dienten automatische Gewehre G3 mit Zielfernrohr als Scharfschützenwaffen. Gegenüber dem G3 verfügt der Kammerstengelrepetierer G22 über eine deutlich höhere Präzision. Die Betätigung von Verschluss und Sicherung der Waffe ist nur von rechts möglich. Wenn der Scharfschütze den Verschluss nach vorne schiebt nimmt dieser eine Patrone aus dem einreihigen Kastenmagazin mit. Der Verschluss der Waffe verriegelt mit sechs Verriegelungswarzen und schließt somit das Patronenlager sehr dicht ab was sich präzisionsfördernd auswirkt. Ein zweistufiger Druckpunktabzug erlaubt ein präzises Auslösen der Waffe. Sämtliche Teile der Waffe sind an ihrem Gehäuse befestigt. Die Seitenteile des Schaftes bestehen aus verstärktem Kunststoff und sind mit dem Gehäuse verschraubt. Sie sind ergonomisch ausgeformt und erlauben einen beidhändigen Gebrauch der Waffe. Das Rohr schwingt frei und ist in die Verschlusshülse eingeschraubt, was sich positiv auf die Präzision der Waffe auswirkt. Auf der Verschlusshülse befindet sich eine Picatinny Schiene die das Zielfernrohr aufnimmt. Das von der Hensold AG gefertigte Zielfernrohr 3-12 x 56 verfügt über eine beleuchtbare Strichplatte und kann in Höhe und Seite durch den Schützen verstellt werden. Das G22 kann mit einem Schalldämpfer bestückt werden, der den Mündungsknall reduziert und somit dazu beiträgt zu verhindern, dass der Scharfschütze vom Feind erkannt wird. Zur Ausstattung des G22 gehört eine Notvisierung die aus einer Lochkimme (einstellbar auf 100, 200, 300, 400, 500 und 600 Meter) und einem Korn besteht. Zu den bei der Bundeswehr im Einsatz befindlichen Munitionstypen für die Waffe gehören die Patrone 7,62 x 67 mm DM 121 (mit Vollmantelweichkerngeschoss) und die Patrone 7,62 x 67 mm DM 131 (mit Hartkerngeschoss). Für Ausbildungszwecke wird außerdem die Exerzierpatrone/Ladelehre 7,62 x 67 mm genutzt.

Auf dem Bild sehen einen Scharfschützen mit dem Scharfschützengewehr G22 und einem Beobachter mit Doppelfernrohr

Scharfschützengewehr G22: Repetiergewehr im Kaliber 300 (Quelle: Heer/Klaus Schneider)Größere Abbildung anzeigen

Geschichte

Das Scharfschützengewehr G 22 gehört zu der von Accuracy International Limited gefertigten Artic Warfare (AW) Scharfschützengewehrfamilie. Die britische Firma Accuracy International Limited wurde 1978 von Malcom Cooper (1947-2001) als Hersteller für Sportwaffen gegründet. 1984 und 1988 gewann Malcom Cooper bei den olympischen Spielen in der Disziplin Kleinkaliber Dreistellungskampf jeweils die Goldmedaille. In den achtziger Jahren begann die Firma damit Scharfschützengewehre für Polizei und Militär zu entwickeln. Zu den ersten militärischen Kunden der Firma gehörte die British Army die unter der Bezeichnung L96A1 das Scharfschützengewehr PM im Kaliber 7,62 x 51 mm einführte. Für die schwedischen Streitkräfte entwickelte Accurracy International Limited eine leistungsgesteigerte Version der Waffe, wobei man besonderen Wert auf die Einsatzfähigkeit unter arktischen Bedingungen legte. Das neue Scharfschützengewehr erhielt die Bezeichnung Artic Warfare (AW). Das AW ist unter anderen in den Kalibern 7,62 x 51 mm, 300 Winchester Magnum und 338 Lapua Magnum erhältlich. Nach umfangreichen Truppenversuchen entschied sich die Bundeswehr im März 1997 dazu, eine Version des AW im Kaliber 300 Winchester Magnum mit klappbarem Schaft zu beschaffen. Die als G22 bei der Bundeswehr eingeführte Waffe trägt die Firmenbezeichnung AWM-F (Arctic Warfare Magnum-Folding Stock). Scharfschützengewehre der Firma Accurracy International Limited befinden sich weltweit bei den Streit- und Polizeikräften vieler Nationen im Einsatz. Zu den NATO Partnern, die Scharfschützenwaffen von Accuracy International Limited eingeführt haben, gehören unter anderem Belgien, die Niederlande, Großbritannien und Italien.

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Stand vom: 28.09.16


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