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Schwere Panzerfaust 84 mm/Leuchtbüchse 84 mm

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Schwere Panzerfaust Carl Gustaf (Quelle: Redaktion Heer)

Allgemeines

Bei der Panzerfaust 84 mm handelt es sich um eine rückstoßfreie Panzerabwehrhandwaffe im Kaliber 84 mm. Lange Zeit zur Panzerabwehr eingesetzt wird die Waffe seit Mitte der 1990er Jahre nur noch zum Verschießen von Leuchtmunition für die Gefechtsfeldbeleuchtung genutzt. Deshalb wird sie beim Heer auch als Leuchtbüchse 84 mm bezeichnet. Mit der Leuchtbüchse 84 mm kann auf Entfernungen bis 2.000 m ein Bereich mit einem Radius von ca. 400 m ausgeleuchtet werden. Im Gefecht wird die Leuchtbüchse 84 mm zur Unterstützung des Einsatzes von Flachfeuerwaffen eingesetzt, die nicht über ein eigenes Nachtsichtgerät verfügen. Die Leuchtbüchse 84 mm befindet sich unter anderem bei den Einheiten der Panzergrenadier-, der Jäger- und der Gebirgsjägertruppe im Einsatz.


Zubehör

  • Trageriemen
  • Zielfernrohrtasche
  • Waffenreinigungsgerät
  • Mündungskappe
  • Düsenkappe
  • Zielfernrohr mit Tasche

Technische Daten

Technische Daten
Bedienung:2 Soldaten (Leuchtbüchsenschütze und Ladeschütze)
Kaliber:84 mm
Gesamtlänge:1.130 mm
Höhe (mit Zweibein):480 mm
Gewicht (mit Zweibein und Zielfernrohr):16 kg
Gewicht (Leuchtpatrone):3,1 kg
Maximale Einsatzreichweite:2.000 m
Sinkgeschwindigkeit der Leuchtpatrone:5 m/s
Durchmesser des beleuchtbaren Bereichs:ca. 400 m
Hersteller:AB Bofors, Schweden

Baugruppen

  • Rohr
  • Düse
  • Abzugseinrichtung
  • Schulterstütze und Wangenschutz
  • Handgriff

Weitere Informationen

Zum Laden der Leuchtbüchse 84 mm wird die hinten an der Waffe befindliche Düse geöffnet und anschließend die Leuchtpatrone in das Patronenlager eingeführt. Die Ladetätigkeiten werden vom Ladeschützen durchgeführt, die Leuchtbüchse 84 mm befindet sich dabei auf der Schulter des Leuchtbüchsenschützen. Die Leuchtbüchse 84 mm kann nur von der rechten Schulter aus eingesetzt werden. Der Sicherungshebel der Waffe verfügt über die Stellungen Sicher und Feuer. Die Schulterstütze und der Haltegriff vorn unter dem Rohr können verschoben und so auf die Belange des Schützen angepasst werden. Die Leuchtbüchse 84 mm ist mit einem Pendelvisier bestückt, das dazu dient, dem Schützen anzuzeigen, wann er im Anschlag die für das Verschießen der Leuchtpatrone nötige Rohrerhöhung von 20 Grad erreicht hat. Im Pendelvisier befinden sich drei Leuchtmarken. Die beiden äußeren sind fest angebracht, die mittlere ist beweglich. Hat der Schütze die Waffe im richtigen Winkel in den Anschlag gebracht, bilden die Marken eine waagerechte Linie. Das Rohr der Waffe verfügt über 24 Felder und Züge, die dem Geschoss beim Abschuss einen Rechtsdrall verleihen.

Mit der Leuchtbüchse 84 mm wird die Leuchtpatrone 84 x 245 mm DM16 verschossen. Sie ist mit einem Zeitzünder DM42/DM42A1 bestückt und besteht aus dem Leuchtgeschoß und der Treibladungshülse mit Treibladung. Durch die Einstellung des Zeitzünders wird mittels der Flugzeit die Entfernung festgelegt in der der im Geschosskörper der Patrone befindliche Leuchtkörper ausgestoßen werden soll. Der Ausstoß kann bei 500, 800, 1.100, 1.400 oder 1.700 m erfolgen. Der Leuchtkörper schwebt anschließend an einem Fallschirm mit einer Sinkgeschwindigkeit von 5 m/s zu Boden und leuchtet das Gelände unter sich in einem Radius von 400 m für einen Zeitraum von 25 bis 30 Sekunden aus.

Geschichte

Die schwere Panzerfaust 84 mm wurde in den 1940er Jahren für die schwedischen Streitkräfte entwickelt. Mit der Produktion der rückstoßfreien Waffe wurde AB Bofors beauftragt und die ersten Waffen liefen 1948 dem schwedischen Heer zu, wo sie als Granatgevär (grg) m/48 bezeichnet wurden. In den 1960er Jahren beschaffte die Bundeswehr die Waffen, die nun international als M2 Carl Gustaf Recoilless Rifle gehandelt wurden und beim Deutschen Heer die Bezeichnung schwere Panzerfaust 84 mm erhielten. Die verbesserte als M3 84mm Carl Gustaf Multi-Purpose Weapon System bezeichnete, seit Mitte der 1980er Jahre verfügbare Version der Waffe, beschaffte die Bundeswehr nicht. Das M3 84mm Carl Gustaf Multi-Purpose Weapon System wird heute noch produziert und von SAAB AB vermarktet. Die verschiedenen Varianten der schweren Panzerfaust befanden und befinden sich bei den Streitkräften vieler Staaten im Einsatz. Zu den aktuellen Nutzern, die das Waffensystem als Panzerabwehrwaffe und zum Bekämpfen von Feldbefestigungen wie Bunkern einsetzen, gehören unter anderem Dänemark, Kanada, Schweden, die U.S.A. und Österreich.

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Stand vom: 28.09.16


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