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Das Abschussgerät Granate 40 mm AG40-2

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten der Spezialkräfte mit G36 und AG40

Das Abschussgerät AG40-2 bei den Spezialkräften (Quelle: Heer/Kommando Spezialkräfte FMZ)Größere Abbildung anzeigen

Allgemeines

Das Abschussgerät Granate 40 mm, kurz AG40-2, ist ein einschüssiger Granatwerfer im Kaliber 40 x 46 mm der anstelle des Handschutzes an den meisten Varianten des G36 angebracht werden kann. Mit dem AG40-2 werden nicht und leicht gepanzerte Punkt- und Flächenziele in Entfernungen bis zu 350 m bekämpft. Die Waffe kann auch zum Verschießen von Leucht- und Nebelpatronen sowie nicht tödlichen Wirkmittel eingesetzt werden. Der AG40-2 befindet sich bei den Gruppen der Infanterie, den spezialisierten Kräften und den Spezialkräften des Heeres im Einsatz. Die Waffe wurde im Zuge des Programms Infanterist der Zukunft beschafft.


Varianten

  • AG40-2: Basisversion mit kurzer Picatinny Schiene für die Aufnahme von Zielhilfsmitteln
  • AG40-2A1: Wie AG40-2 aber mit speziellen Adapter für das Laserlichtmodul 01 (LLM 01) und zusätzlicher 30 m Visiermarke am Klappvisier

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten mit G36 und Abschussgerät Granate 40mm

ISAF-Einsatz: Abschussgerät Granate 40 mm AG40-2 am G36 A1 (Quelle: Heer/Hans Didi)Größere Abbildung anzeigen

Zubehör und Zielhilfsmittel

  • Rohrabdeckung
  • Waffenreinigungsgerät
  • Laserlichtmodul 01 (LLM 01)

Technische Daten AG40-2A1

TECHNISCHE DATEN
Kaliber:40 mm x 46
Gesamtlänge:326 mm
Gesamtbreite:78 mm
Gesamthöhe:214 mm (313 mm mit aufgestelltem Visier)
Rohrlänge:280 mm
Gewicht (mit Laserlichtmodul 01):1.800 g
Abzugskraft:60 +/- 10N
Maximale Kampfentfernung:350 m
Hersteller:Heckler & Koch GmbH, Oberndorf a. N., Deutschland

Schnittbild AG36

1. Gehäuse mit Rohrabdeckung und Griffstück
2. Visierschiene, kurz (Variante AG40-2)
3. Visier, vollständig
4. Laserlichtmodul-Adapter (Variante AG40-2A1)
5. Sicherungshebel
6. Abzug
7. Entriegelungshebel
8. Rohr

Auf dem Bild sehen Sie einen Panzergrenadier mit AG40-2A1 am G36 A2

Panzergrenadier mit AG40-2A1 am G36 A2 (Quelle: Heer/Dirk Bannert)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Informationen

Bei der Montage am Gewehr G36 wird der AG40-20 gegen den Handschutz des Gewehrs ausgetauscht. Werkzeug wird hierfür nicht benötigt. Wie der Handschutz wird auch der AG40-2 durch einen Haltebolzen mit dem Gewehr verbunden. Zum Laden und Entladen wird das Rohr des AG40-2 durch Betätigung eines Hebels entriegelt und nach links ausgeschwenkt. Der beidseitig bedienbare Sicherungshebel der Waffe verfügt über die Stellungen „Sicher“ und „Feuer“. In der Stellung Sicher ist der Abzug der Waffe gesperrt. Die Visierung des AG40-2 kann wahlweise links oder rechts am Gehäuse angebracht werden und besteht aus dem klappbaren Leitervisier und dem Korn. Das Leitervisier verfügt über sieben Visierhaltepunkte (50 m, 100 m, 150 m, 200 m, 250 m, 300 m und 350 m). Am Leitervisier des AG40-2A1 findet sich eine zusätzliche Visiermarke für 30 m. Mit dem AG40-2 und AG40-2A1 können unter anderem folgende bei der Bundeswehr eingeführte Patronen im Kaliber 40 mm verschossen werden: die Spreng-Splitter-Patronen 40 x 46 mm DM91, DM101 und DM101A1, die Hohlladung-Splitter Patrone 40 x 46 mm DM12, die Aufschlag-Impuls Patronen 40 x 46 mm DM119A1 und DM159, CS-Reizstoff-Patronen 40 x 123 mm DM129 und DM149, die Übungspatronen 40 x 123 DM168 und DM188 und die Übungspatronen 40 x 46 mm DM118A1 und DM118A2. Für Ausbildungszwecke befindet sich die Exerzierpatrone 40 x 46 DM100 und die Exerzierpatrone 40 x 123 DM120 im Einsatz.

Geschichte

Die Entwicklungsgeschichte der 40 x 46 mm Patrone reicht bis in die 1950er Jahre zurück. Damals erkannte man bei der U.S. Army eine Fähigkeitslücke im Bereich der Wirkmittel zwischen der Wurfweite von Handgranaten und der Mindesteinsatzreichweite von 60 mm Mörsern. Man verfügte über keine Waffe mit der in diesem Bereich Gegner in und hinter Deckungen sowie leicht gepanzerte Fahrzeuge bekämpft werden konnten. Um diese Lücke zu schließen, entwickelte das Picatanny Arsenal, New Jersey die 40 x 46 mm Patrone, die nach dem Hochdruck/Niederdruck System funktioniert. Zusammen mit der Patrone wurde der Granatwerfer M79 entwickelt, der 1960 bei der U.S. Army eingeführt wurde. Mit der Granatpistole 40 mm AG40-1A1 führte die Bundeswehr 1974 erstmals eine Waffe im Kaliber 40 x 46 mm ein. Durch den AG40-2 wird nur ein Teil der Granatpistolen 40 mm AG40-1A1 ersetzt. Bei der Heckler & Koch GmbH trägt der AG40-2 die Werksbezeichnung Anbau-Granatwerfer AG36. Der AG36 befindet sich bei den Streitkräften vieler Nationen weltweit im Einsatz und kann nicht nur an das Gewehr G36 angebaut werden, sondern auch an andere Gewehrtypen. Bei den britischen Streitkräften befindet sich der AG36 unter der Bezeichnung L123A3 Underslung Grenade Launcher (UGL) unter dem Gewehr L85A2 im Einsatz. 2009 führte die U.S. Army mit dem M320 Grenade Launcher Module einen auf dem AG36 basierenden Anbau-Granatwerfer ein der den Anbau-Granatwerfer M203 ersetzen soll. Der M320 kommt unter den M16 Gewehrvarianten und M4 Karabinervarianten zum Einsatz.


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Stand vom: 28.09.16


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