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Heeresstruktur 5 (N) (1993 – 1994/7)

Mit der Wiedervereinigung wurde die Heeresstruktur 5 zunächst im Osten Deutschlands verwirklicht. Die Kommandobehörden und Truppenteile im Westen Deutschlands verblieben zunächst in der Heeresstruktur 4. Die Erweiterung des Aufgabenspektrums der Bundeswehr, die angestrebte Multinationalität der Korpsstäbe, aber auch Mittelkürzungen führten Ende 1992 zu einer Nachsteuerung bei der Heeresstruktur 5.

Nachsteuerung

Die Heeresstruktur 5 (N) bedeutete den Wegfall der Territorialkommandos und damit den Verzicht auf eine Fusionierung von Korps- und Territorialkommandos im Frieden. Gleichzeitig wurden die Korps zu Trägern der Multinationalität im Heer. Das II. Korps wurde im April 1993 in das binationale II. (GE/US) Korps umgewandelt. Das I. Korps wurde im August 1995 aufgelöst und an seiner Stelle das I. (D/NL) Korps aufgestellt. Einer der beiden geplanten taktisch/operativen Divisionsstäbe wurde gestrichen, der verbleibende zum „Kommando Luftbewegliche Kräfte“ umgegliedert und mit der truppendienstlichen Führung der drei Luftlandebrigaden betraut. Das Kommando Luftbewegliche Kräfte wurde ebenso wie die Korps bzw. deren nationale Anteile unmittelbar durch das Heeresführungskommando geführt.

Sechs Verteidigungsbezirkskommandos wurden mit Brigadestäben fusioniert. Auf die Schaffung einer Heeresfliegerbrigade pro Korps wurde verzichtet. Statt dessen wurden die Heeresfliegertransportkräfte in einem Großverband zusammengefasst und unmittelbar dem Heeresführungskommando unterstellt. Die Korps behielten je ein Panzerabwehrhubschrauber-Regiment. Das Fernmeldeelektronische Aufklärungsregiment 94 wurde in Brigade umbenannt.

Auf der Brigadeebene wurden gegenüber den Planungen für die Heeresstruktur 5 die Panzergrenadierbrigaden 16 und Panzerbrigade 24 aufgelöst. Die Panzergrenadierbrigaden 39 und 42 wurden in Panzerbrigaden umgewandelt. Acht Verteidigungsbezirkskommandos wurden im Frieden mit Brigadestäben fusioniert und die drei Unterstützungskommandos WHNS wurden dem Wehrbereichskommando IV/5. Panzerdivision unterstellt.

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Divisionstruppen

Mit der Fusionierung der Wehrbereichs- und Divisionskommandos wurden auch deren Truppenteile zusammengefasst und neu gegliedert. Sie umfassten ein Führungsunterstützungsregiment, ein Panzeraufklärungsbataillon, eine Pionierbrigade , ein Artillerieregiment, ein Flugabwehrkanonenregiment, ein Nachschub- und ein Instandsetzungsregiment, ein Lazarett- und ein nicht aktives Sanitätsregiment sowie ein Jägerregiment. Das Führungsunterstützungsregiment umfasste ein Stabs-/Fernmeldebataillon, eine Fernmeldekompanie WBK, je ein aktives und ein nichtaktives Feldjägerbataillon, ein Heeresmusikkorps, einen Topographiezug und einen nichtaktiven Frontnachrichtenzug.

Die Pionierbrigade führte zwei Pionier- und Schwimmbrückenbataillone, von denen je eines aktiv und eines nichtaktiv war, sowie ein teilaktives ABC-Abwehrbataillon. Darüber hinaus unterstanden der Pionierbrigade Technische Pionierkompanien in unterschiedlicher Anzahl und Präsenz im Frieden. Das Artillerieregiment umfasste ein Beobachtungsartilleriebataillon und ein Raketenartilleriebataillon sowie eine Drohnenbatterie. Die Raketenartilleriebataillone gliederten sich in drei schießende Batterien, von denen zwei mit dem Raketenartilleriesystem MARS und eine mit LARS ausgestattet waren. Zwei Artillerieregimenter verfügten über Beobachtungspanzerartilleriebataillone. Die Panzerflugabwehrregimenter waren in zwei Abteilungen mit je drei schießenden Batterien gegliedert. Das Nachschubregiment umfasste ein teilaktives und ein nichtaktives Nachschubbataillon sowie ein teilaktives Transportbataillon. Das Instandsetzungsregiment führte zwei teilaktive Instandsetzungsbataillone und einen nichtaktiven Kampfmittelbeseitigungszug.

Den Lazarettregimentern unterstanden nichtaktive Reservelazarettgruppen, Lazarette 200, Behandlungs- und Sanitätsmaterialnachschubzüge und Arztgruppen in unterschiedlicher Anzahl sowie im Frieden das teilaktive Sanitätsbataillon des nichtaktiven Sanitätsregimentes. Das Sanitätsregiment verfügte neben dem Sanitätsbataillon über ein nichtaktives Krankentransportbataillon sowie zwei bis drei nichtaktive Bewegliche Operationsgruppen. Das Jägerregiment gliederte sich in ein aktives und ein bis zwei nichtaktive Jägerbataillone sowie ein Jägerbataillon Mobilmachungsausbildung.

Den Verbänden der Divisionstruppen wurden – ebenso wie denen auf der Brigadeebene – Feldersatzeinheiten und –teileinheiten organisch zugeordnet, die dem unmittelbaren Ausgleich von Verlusten dienen sollten. Die für die Ergänzung des Personalersatzes zuständigen Ersatzbataillone wurden den Verteidigungsbezirkskommandos unterstellt.

Die Binnenstruktur und der Präsenzgrad einzelner Truppenteile war in den Wehrbereichskommandos/Divisionen entsprechend den besonderen Gegebenheiten und der materiellen Ausstattung unterschiedlich. Darüber hinaus waren die Raketenflugabwehrregimenter und Panzeraufklärungsbataillone der Korps im Frieden einzelnen Wehrbereichskommandos/Divisionen unterstellt. Eine feste Zuordnung der Truppenteile zu Division bzw. Wehrbereich wurde nicht vorgenommen. Die Aufteilung auf die beiden Kommandos für den Einsatz sollte lage- und auftragsbezogen mit der Defusionierung der Wehrbereichskommandos/Divisionen erfolgen.

Auf der Brigadeebene führte die Heeresstruktur 5 (N) zu einer Einheitsgliederung. Panzer- wie Panzergrenadierbrigaden gliederten sich in je zwei Panzer- und zwei Panzergrenadierbataillone sowie ein Panzerartilleriebataillon. Die selbständigen Einheiten umfassten neben der Stabskompanie eine teilaktive Panzerjäger- und eine teilaktive Panzerpionierkompanie sowie eine Panzeraufklärungskompanie, die im Frieden allerdings dem Panzeraufklärungsbataillon der Division unterstellt war. Infolge des dreistufigen logistischen Systems und der damit verbundenen Konzentration der Logistik bei der Division verfügten die Brigaden über keine eigenen Nachschub- und Instandsetzungstruppenteile.

Die Panzer- und Panzergrenadierbataillone gliederten sich in vier Kampfkompanien mit jeweils vier Zügen zu drei Kampffahrzeugen. Das Panzergrenadierbataillon verfügte zusätzlich über eine Panzermörserkompanie. Jede Kompanie war also mit 13 Kampf- bzw. Schützenpanzern ausgestattet. Die Bataillone umfassten einheitlich 53 Hauptwaffensysteme. Das Panzerartilleriebataillon gliederte sich in drei schießende Batterien mit je acht Panzerhaubitzen.

Mit Ausnahme der Panzerlehrbrigade 9 sowie den Panzerbrigaden 12 und 21 war bei allen Panzer- und Panzergrenadierbrigaden je eines der beiden Panzer- und Panzergrenadierbataillone nichtaktiv. Das Großgerät der nichtaktiven Bataillone wurde langzeitgelagert. Die Verantwortung für die materielle wie personelle Einsatzbereitschaft wurde im Rahmen von Stamm-Aufwuchs-Beziehungen dem jeweils aktiven Bataillon der Brigade übertragen. Dadurch sollte der rasche Aufwuchs der gekaderten Verbände bei Mobilmachung sichergestellt werden.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Online-Redaktion Heer


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