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Geschichte

Im Jahr 2016 feierte das Kommando Spezialkräfte sein 20-jähriges Bestehen
Im Jahr 2016 feierte das Kommando Spezialkräfte sein 20-jähriges Bestehen (Quelle: Bundeswehr/KSK)Größere Abbildung anzeigen

Auslöser für die Aufstellung des Kommando Spezialkräfte war 1994 ein blutiger Bürgerkrieg im zentralafrikanischen Ruanda. Obwohl mehrere 1.000 Kilometer von Deutschland entfernt, berührte er dennoch unmittelbar deutsche Sicherheitsinteressen. Denn die Massaker, die nach Schätzungen der UNO ca. 800.000 Menschenleben forderten, bedrohten auch deutsche Staatsbürger. So waren elf Mitarbeiter des Radiosenders Deutsche Welle unweit der Hauptstadt Kigali eingeschlossen und konnten das Land nicht mehr verlassen.

Auftrag: Rettung deutscher Staatsbürger bei Krisensituationen im Ausland

Die Bundesrepublik Deutschland verfügte zu diesem Zeitpunkt nicht über militärische Spezialeinheiten, die diese Art der Operationen ohne größere Vorbereitungszeit hätten durchführen können. Polizeiliche Sondereinheiten wie die GSG9 waren und sind zum Einsatz in kriegsähnlichem Umfeld nicht befähigt. Letztlich mussten belgische Para-Kommandos, die Spezialeinheit der belgischen Fallschirmjäger, im Rahmen einer eigenen Operation die deutschen Staatsbürger evakuieren. Dass Deutschland als führende Nation in Europa nicht in der Lage war, eigene Staatsbürger aus Krisensituationen oder Notlagen zu retten, war für die deutsche Politik untragbar, wie der damalige Bundesminister der Verteidigung, Volker Rühe, klarstellte:

„Die Fähigkeit, im Notfall eigene Staatsbürger im Ausland aus Gefahr für Leib und Leben retten zu können, gehört zur grundlegenden Verantwortung eines jeden Staates.“

Der Verteidigungsminister stellte daraufhin die Weichen zur Aufstellung und zum Aufbau eines eigenen Spezialkräfteverbandes – dem Kommando Spezialkräfte, kurz KSK.

Geschichte
1994 Die Rettung und Evakuierung deutscher Staatsbürger durch belgische Fallschirmjäger aus dem Bürgerkriegsgebiet Ruanda gilt allgemein als Anlass für die Überlegungen zur Aufstellung des Kommandos Spezialkräfte. Im selben Jahr zeichnet sich eine Neuausrichtung der Sicherheitspolitik der Bundesrepublik Deutschland ab: Deutsche Krisenreaktionskräfte sollen materiell so ausgestattet sein, dass sie in der Lage sind, Operationen unter Beteiligung aller drei Teilstreitkräfte im Zusammenwirken mit den Bündnispartnern zu führen und dabei das gesamte Spektrum möglicher Einsätze abzudecken - von der modernen Guerilla-Kriegführung bis zum Einsatz gegen hochwertig ausgerüstete Streitkräfte. Mitte 1994 werden vom Führungsstab des Heeres konzeptionelle Grundlagen für deutsche Spezialkräfte erarbeitet.
1995 bis 1996 Erste Ausbildung von Soldaten in enger Zusammenarbeit mit amerikanischen und britischen Spezialkräften sowie mit der GSG 9 des Bundesgrenzschutzes (heute Bundespolizei).
1995 Am 28. September 1995 werden die konzeptionellen Grundlagen für das KSK als „Ziel- und Planungsvorstellungen Spezialkräfte“ vom Inspekteur des Heeres erlassen.
April 1996 Am 1. April 1996 erfolgt in der Graf-Zeppelin-Kaserne in Calw die Außerdienststellung der Luftlandebrigade 25 „Schwarzwald“. Zeitgleich wird mit dem Aufbau des KSK begonnen. Durch die Aufstellung des KSK werden die Voraussetzungen für Krisenvorsorge und Krisenbeherrschung durch das Zusammenfassen der bisherigen Fernspähkompanien der Korps und der Kommandokompanien aus den Luftlandebrigaden entscheidend verbessert. Die Ausstattung dieses Kommandos mit eigenen Führungs-, Fernmelde- und Unterstützungskräften soll dies abrunden.
September 1996 Am 20. September 1996 wird das KSK offiziell in Dienst gestellt und beginnt mit dem Ausbildungsbetrieb: Die ersten Kommandosoldaten kommen zu großen Teilen aus den „Kommando-Bravo-Kompanien“ der Fallschirmjägertruppe und der Fernspähtruppe. Die Tradition der außer Dienst gestellten Luftlandebrigade 25 „Schwarzwald“ wird im KSK fortgeführt. Während der Aufbaujahre des KSK wird Generalleutnant Willmann, der damalige Inspekteur des Deutschen Heeres, zur treibenden Kraft eines schnellen und zielstrebigen Aufbaus des KSK.
September 1997 Vom 1. - 12. September 1997 läuft auf dem Truppenübungsplatz Baumholder die Heeresübung SCHNELLER ADLER, bei der das KSK erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Im Rahmen einer Evakuierungsoperation erfüllt der erste Einsatzzug seinen Auftrag: Retten und Befreien.
26. September 1997 Verleihung des neuen Barettabzeichens an das KSK: Kommandoschwert im Eichenlaub
ab 1998 Das KSK beginnt mit der Durchführung von Aufträgen weltweit. Das Kommando hat dabei unter anderem Anteil an den Einsätzen der Bundeswehr im ehemaligen Jugoslawien. Hierbei bewährten sich die Soldaten des KSK in einer Serie von Einsätzen zur Festnahme von, durch den Internationalen Gerichtshof gesuchten Kriegsverbrechen.
November 2001 Der Einsatz des KSK zur Bekämpfung des internationalen Terrorismus im Rahmen der Operation „Enduring Freedom“ in Afghanistan wird im Bundestag beschlossen.
7. Dezember 2004 Am 7. Dezember 2004 verlieh der damalige US-Präsident George W. Bush dem KSK die höchste einheitsweise verliehene Auszeichnung der USA für Tapferkeit, die „Navy Presidential Unit Citation“ und betonte dabei den bewiesenen Mut, den Einfallsreichtum und den Kampfgeist.
2005 bis 2014 Einsatz des KSK im Rahmen des ISAF Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan
2006 Kongo im Rahmen von EUFOR
2008 Ende der Teilnahme an der Operation „Enduring Freedom“
2015 bis heute Einsatz des KSK im Rahmen Resolute Support Afghanistan
Kommandeure des KSK
20.09.1996 bis 30.09.1998 Brigadegeneral Fred Schulz
30.09.1998 bis 23.11.2000 Brigadegeneral Hans-Heinrich Dieter
23.11.2000 bis 05.11.2003 Brigadegeneral Reinhard Günzel
14.11.2003 bis 18.08.2005 Brigadegeneral Carl-Hubertus von Butler
18.08.2005 bis 29.06.2007 Brigadegeneral Rainer Hartbrod
29.06.2007 bis 30.09.2010 Brigadegeneral Hans-Christoph Ammon
30.09.2010 bis 04.04.2013 Brigadegeneral Heinz Josef Feldmann
04.04.2013 bis 23.06.2017 Brigadegeneral Dag Baehr
23.06.2017 bis 26.06.2018 Brigadegeneral Alexander Sollfrank
26.06.2018 bis heute Oberst Markus Kreitmayr


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Stand vom: 08.11.18


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