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Geschichte

Die Garnisonsstadt Delitzsch

Die Geschichte des Standortes Delitzsch reicht bis in das Jahr 1706 zurück, als die Stadt ein Dragonerregiment erhielt. Im Jahr 1779 wird Delitzsch Garnisonsort des Infanterieregiments "Kurfürstin". Während der Befreiungskriege gegen die Armee Napoleons um 1813 bot Delitzsch Quartier für eine Vielzahl durchmarschierender Truppen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde ein Infanterieregiment für wenige Monate in Delitzsch untergebracht und im Zweiten Weltkrieg waren Kräfte der Luftwaffe in der Stadt stationiert. Im Jahr 1980 wurde Delitzsch zum Standort der Unteroffizierschule II der Nationalen Volksarmee (NVA) der ehemaligen DDR. Später erhielt diese Schule die Bezeichnung "Ausbildungszentrum 17". Am 2.10.1990 erfolgte die Auflösung der Truppenteile der NVA und die Aufstellung der Heeresunteroffizierschule IV und im April 1991 konnte bereits der Lehrbetrieb an der Schule aufgenommen werden. Im gleichen Monat wurde der Umfang der Ausbildungsinspektionen von bisher einer Inspektion auf vier Inspektionen erhöht und die Truppenfahne der Heeresunteroffizierschule übergeben. Am 26.11.1992 erhielt die Truppenunterkunft der Heeresunteroffizierschule IV den Namen "Feldwebel- Boldt-Kaserne". Am 1. Oktober 2003 ging die Heeresunteroffizierschule IV gemeinsam mit den beiden anderen Heeresunteroffizierschulen in die Unteroffizierschule des Heeres über.

Feldwebel Erich Boldt

Feldwebel Erich Boldt leitete am 16. November 1961 beim Panzergrenadierbataillon 71 auf dem Truppenübungsplatz Putlos ein Gewöhnungssprengen.
Mit zwei Soldaten hatte Feldwebel Boldt, der als erfahrener Sprengausbilder galt, eine 200 Gramm Ladung zum Sprengen vorbereitet, als eine offensichtlich bereits gezündete Ladung in den für die Soldaten vorgesehenen Deckungsgraben zurückrollte.
Boldt, der die Gefahr in letzter Sekunde erkannte, warf sich geistesgegenwärtig auf die detonierende Ladung, die ihn tödlich verletzte. Die beiden Soldaten blieben, von leichten Verbrennungen abgesehen, nahezu unverletzt. Feldwebel Boldt hinterließ seine Frau und seinen acht Monate alten Sohn. Bundesweit fand in jenen Tagen diese Tat, mit der Feldwebel Boldt das Leben zweier Kameraden gerettet hatte, Respekt und Anerkennung. Durch sein mutiges und selbstloses Eintreten für das Leben zweier Kameraden hatte er die damals in der Bevölkerung weitverbreitete Ansicht, die jüngere deutsche Generation sei in erster Linie von Egoismus und bürgerlicher Behäbigkeit geprägt, widerlegt. Als ein herausragendes Beispiel an vorbildlicher Pflichterfüllung durch einen Vorgesetzten gilt diese Tat auch noch in der Gegenwart. Ihm zu Ehren wurde die Kaserne in Delitzsch nach ihm benannt.



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Stand vom: 08.03.17


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