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Auftrag

Der Auftrag der Unteroffizierschule des Heeres (USH) ist die Ausbildung von Unteroffizier- und Feldwebelanwärtern, Unteroffizieren mit Portepee des Heeres und Heeresuniformträgern der Streitkräftebasis (SKB) in Laufbahn-, Verwendungs- und Sprachlehrgängen.
Für die USH bedeutet dies zuvorderst, den militärischen Führungskräftenachwuchs auf die allgemeinmilitärischen Aufgaben im Grundbetrieb und in den Einsätzen der Bundeswehr vorzubereiten. Des Weiteren werden an der USH Berufsunteroffiziere auf der Basis ihrer eigenen Führungserfahrung zur Weiterentwicklung des eigenen Führungsverhaltens befähigt.
Die Laufbahn der Unteroffiziere ohne Portepee ist vorrangig eine fachliche Verwendung ohne primäre Führungsverantwortung. Die Feldwebellaufbahn hingegen ermöglicht entweder in einer Fachfunktion auf der Meisterebene oder in Führungsverwendungen eingesetzt zu werden.
Zwischen militärischem Führen, Erziehen und Ausbilden einerseits sowie fachbezogenem Anleiten, Kontrollieren und Ausbilden andererseits bestehen fließende Übergänge. Da alle Soldaten grundsätzlich in der Lage sein müssen im Einsatz zu kämpfen, zu schützen, zu helfen, zu retten und zu vermitteln, gilt es, alle Feldwebel zur allgemeinmilitärischen Führung zu befähigen. Auf Grund des multinationalen Aufgabenspektrums der Bundeswehr schließt dies auch die Sprachausbildung in der NATO-Führungssprache Englisch mit ein. Damit Soldaten im gesamten Anforderungsspektrum der Streitkräfte bestehen können, ist neben einer qualitativ hochwertigen und fordernden Ausbildung auch eine, auf den Grundwerten des Grundgesetzes basierende Erziehung notwendig. Dies gilt ganz besonders für das militärische Führungspersonal. Deshalb zielt die Ausbildung an unserer Unteroffizierschule in den Laufbahn- und Verwendungslehrgängen nicht ausschließlich auf die fachliche Qualifikation ab. Ebenso wichtig sind die Förderung von Disziplin, Tapferkeit, Robustheit, Kameradschaft, Teamgeist, Toleranz, interkultureller Kompetenz sowie das aktive Eintreten für unsere Werteordnung.

Diese Aufgaben erfüllt die Unteroffizierschule des Heeres seit 01.07.2016 sowohl an den Standorten der ihr unterstellten Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillone in Sondershausen, Celle und Altenstadt, als auch und insbesondere im „Mutterhaus“ in Deliltzsch.

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"Lehrgangslandschaft"

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Die Ausbildung in den Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillonen

Bereits im Jahr 2010 wurden Ausbildung, Laufbahn und Werdegang der Feldwebel des Heeres und der Heeresuniformträger der Streitkräftebasis grundlegend neu geordnet.
Seit 2014 beginnt jeder Feldwebel- und Unteroffizieranwärter (FA/UA) seinen Dienst in einem der drei Feldwebel- und Unteroffizieranwärterbataillone.

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Feldwebel- und Unteroffizierlehrgang (FA/UAL)

Mit dem FA/UAL werden die Grundlagen des beruflichen Selbstverständnisses und die individuelle, soldatische Handlungssicherheit der künftigen Feldwebel im Heer geschaffen.
Für die künftigen Fachdienstunteroffiziere ist der FA/UAL die entscheidende militärische Grundlagenausbildung für die gesamte Dienstzeit. Die Lehrgangsteilnehmer erhalten mit Abschluss des Lehrgangs die Befähigung zum Sicherungs- und Wachsoldaten der Streitkräfte nach neuem Schießausbildungskonzept sowie den Nachweis zum Unteroffizier der Landstreitkräfte.
Für die Feldwebelanwärter schafft er überdies die Abholpunkte für den Laufbahnlehrgang, den Feldwebellehrgang AMT (militärischer Teil), an der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch.

Der Feldwebel-/Unteroffizieranwärterlehrgang dauert insgesamt 6 Monate und ist in drei Ausbildungsabschnitte gegliedert.
Im ersten Ausbildungsabschnitt werden die FA/UA schwerpunktmäßig in den Aus-bildungsgebieten Gefechtsdienst aller Truppen, Schießen mit Handwaffen und Wachdienst ausgebildet. Ergänzt wird dies u.a. durch ABC-Abwehr aller Truppen, Selbst- und Brandschutz, Formaldienst und Sanitätsausbildung sowie Grundlagenunterrichtungen der Inneren Führung (im Schwerpunkt Wehrrecht) und der Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Der Ausbildungsabschnitt dauert insgesamt 9 Wochen. Nach Abschluss dieses Ausbildungsabschnitts erhalten die Lehrgangsteilnehmer die Qualifikation zum Wachsoldaten nach neuem Schießausbildungskonzept.
Im zweiten Ausbildungsabschnitt werden die FA/UA in ihren zukünftigen Stammtruppenteil versetzt und absolvieren ein vierwöchiges Praktikum an ihrem zukünftigen Arbeitsplatz bzw. durchlaufen ihre gesetzlich vorgesehene Eignungsübung, sofern sie mit einem höheren Dienstgrad eingestellt wurden. Die FA/UA sollen hier erste Eindrücke in ihrer Truppengattung und nicht zuletzt in ihren zukünftigen Stammeinheiten sammeln.
Der Ausbildungsabschnitt 3 des FA/UAL dauert 12 Wochen und wird, wie Abschnitt 1 in den drei Feldwebel-/Unteroffizieranwärterbataillonen durchgeführt. Die Inhalte des Ausbildungsabschnittes 1 werden hier noch einmal aufgegriffen, vertieft und erweitert. Die Ausbildung beinhaltet in erster Linie praktischen Dienst. Sie erfolgt einsatzorientiert, methodisch abwechslungsreich und in angemessener Weise fordernd, modern und erlebnisorientiert. Die ganzheitliche Ausbildung zielt auf das erfolgreiche Anwenden der Einzeltätigkeiten des Soldaten im Kampf auf Gruppenebene ab. Die Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und Robustheit wird nicht nur in der Sportausbildung zentralisiert, sondern besitzt auch in anderen praktischen Ausbildungsabschnitten einen hohen Stellenwert.

Insgesamt sind die FA/UA mit Abschluss des FA/UAL befähigt, die allgemeinmilitärischen Aufgaben als Vorgesetzte im Dienstgrad Unteroffizier/Stabsunteroffizier wahrzunehmen und insbesondere ihnen unterstellte Soldaten/innen entsprechend den Grundsätzen der Inneren Führung unter Anleitung auszubilden, zu erziehen und in einfachen Lagen zu führen.

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Die Ausbildung an der Unteroffizierschule des Heeres in Delitzsch

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Feldwebellehrgang Allgemeinmilitärischer Teil (militärischer Teil)

Im zehnwöchigen militärischen Teil des Feldwebellehrgangs AMT werden die Feldwebelanwärter in der Führung im Einsatz (Gefechtsdienst) ausgebildet und dabei von erfahrenen Offizieren und Feldwebeln geprägt. Das Erlernen und praktische Anwenden des Führungsprozesses in „kleinen Lagen“ im Gruppenrahmen sind hier die Schwerpunkte. Aber auch die Qualifikation zum Wachvorgesetzten, Schießausbilder sowie zum Leitenden eines Schulschießens mit Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen gehört zu den wesentlichen Ausbildungsthemen.

Die Kenntnis eigener rechtlicher Befugnisse im Umgang mit dem Soldaten-, unmittelbaren Zwanggesetz der Bundeswehr, dem Befehls-, Disziplinar- und Strafrecht sowie deren Grenzen sind weitere fundamentale Lehrinhalte des Lehrgangs. Ergänzend werden im Rahmen des Rechtsunterrichts die staatsbürger- und völkerrechtlichen Verpflichtungen und Bindungen im Frieden und im Krieg vermittelt.
In der Ausbildung lernt der Feldwebelanwärter die verschiedensten Aspekte des Soldatenberufs kennen und entwickelt sich in seiner Rolle als militärischer Führer im Grundbetrieb sowie im Einsatz weiter. So setzt sich der werdende Feldwebel in der politischen Bildung, neben den aktuellen Risiken und Herausforderungen unserer Welt, mit den sicherheitspolitischen Interessen Deutschlands, mit Teilaspekten der deutschen Geschichte und Militärgeschichte und mit Erscheinungen des politischen Extremismus auseinander. Die Thematik „Das Bild des Unteroffiziers“ fördert das Rollenverständnis der zukünftigen militärischen Führer.

Gleichzeitig wird wiederholt ein wesentliches Augenmerk auf die physische Leistungsfähigkeit der angehenden Feldwebel gelegt. Sowohl im Dienstsport, als auch im Freizeitsport ist der Feldwebelanwärter angehalten, seine sportliche Fitness auf einem hohen Niveau zu halten bzw. zu verbessern. Die physische Leistungsfähigkeit müssen die Lehrgangsteilnehmer in drei Leistungsnachweisen (Hallen-Hindernisparcours, Basis-Fitnesstest, 3000m-Geländelauf) unter Beweis stellen.

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Methodiklehrgang

In der V. Inspektion der Lehrgruppe B wird in Ergänzung zu dem Feldwebellehrgang Allgemeinmilitärischer Teil der zweiwöchige Lehrgang Methodik für Feldwebelanwärter und Feldwebel durchgeführt.
Hierbei werden die Lehrgangsteilnehmer qualifiziert, eine Ausbildung didaktisch und methodisch vorzubereiten, durchzuführen und auszuwerten. Dazu werden verschiedene Ausbildungseinrichtungen wie zum Beispiel die Hörsäle mit Geländesandkasten, der Standortübungsplatz und die hochmoderne Unterrichts-Mitschau-Anlage (UMSA) genutzt. In der UMSA können Ausbildungsabschnitte und Interviews gefilmt und anschließend ausgewertet werden. Dies ermöglicht überdies ein gezieltes Führungs- und Kommunikationstraining der Soldaten.

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Feldwebellehrgang Allgemeinmilitärischer Teil (Sprachteil)

Die kompakte Sprachenausbildung Englisch vervollständigt die Ausbildung zum Feldwebel. In zehn Wochen vermitteln und prüfen zivile Sprachlehrer des Bundessprachenamtes der Bundeswehr die Inhalte zur Erreichung eines standardisierten Sprachleistungsprofils in den Bereichen Lese-, Hörverstehen sowie mündlich und schriftlich. Das Erlernen der NATO-Führungssprache Englisch soll den Feldwebeln und Feldwebelanwärtern die Möglichkeit geben, den Anforderungen des Dienstes in einem multinationalen Kontext gerecht zu werden.

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Aufbaulehrgang

Die Lehrgangsteilnehmer im Dienstgrad eines Oberfeldwebels bzw. Hauptfeldwebels werden in diesem sechswöchigen Lehrgang zur Wahrnehmung der Vorgesetztenaufgaben auf der Führungsebene einer Teileinheit befähigt. Vorrangig wird hier das taktische Grundverständnis vertieft und erweitert. Als Kern der Auftragstaktik soll der zukünftige Zugführer Kompetenzen entwickeln, die ihn befähigen, auf der nächsthöheren Führungsebene, der Kompanieebene, mitzudenken und selbständig zu handeln. Außerdem werden im Rahmen des Aufbaulehrgangs Grundsätze der Inneren Führung und Methoden der Erwachsenenbildung vertieft. Durch die Integration eines zweiwöchigen Methodikanteils werden die Berufssoldaten zum Ausbildungs- und Lehrfeldwebel qualifiziert.

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Fortbildungslehrgang 1

Für Berufsunteroffiziere ab dem 17. Dienstjahr ist der Fortbildungslehrgang 1 weiterführend vorgesehen. In diesem zweiwöchigen Lehrgang werden die Berufsunteroffiziere auf der Basis ihrer eigenen Führungserfahrungen zur Weiterentwicklung des eigenen Führungsverhaltens befähigt. Sie sollen sich als erfahrene militärische Führer im Unteroffizierkorps der Heranbildung der jüngeren Unteroffiziere und Feldwebel widmen und diese in ihrem Führungsverhalten anleiten.

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Fortbildungslehrgang 2

Besonders qualifizierte Berufsunteroffiziere, die in Spitzenverwendungen stehen, besuchen ab dem 25. Dienstjahr den ebenfalls zweiwöchigen Fortbildungslehrgang 2. Die Stabsfeldwebel respektive Oberstabsfeldwebel werden durch Impulsseminare angeleitet, Führungsverhalten und Führungsfähigkeit zu optimieren. Sie müssen sich als Staatsbürger in Uniform den gesellschaftlichen Herausforderungen stellen und für die Streitkräfte und den eigenen Beruf überzeugend Position beziehen können.
Ferner kommt es uns darauf an, dass die erfahrenen Unteroffiziere mit Portepee den Auftrag der Streitkräfte angesichts neuer Risiken und Herausforderungen sowie gewachsener Verantwortung begründen und die Grundfragen des Soldatenberufs, bis hin zu ethisch/moralischen Dimensionen reflektieren können.

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Stand vom: 08.06.18


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