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Geschichte

Geschichte des Gefechtssimulationszentrums Heer

Das Deutsche Heer verfügte bereits in den neunziger Jahren über das Gefechtssi-mulationssystem zur Unterstützung von Plan-/Stabsübungen und Planuntersuchungen in Stäben und Großverbänden und an Schulen und Akademien mit Heeresaufgaben (GUPPIS). Diese Hardware wurde den einzelnen Kommandobehörden dezentral zugeordnet. Um den für Großübungen des Heeres erforderlichen Ausstattungsumfang an Bild-schirmarbeitsplätzen zu erreichen, mussten für jede Übung alle GUPPIS-Systeme (bis zu 250 Rechner und die dazugehörigen Peripheriegeräte wie Beamer, Plotter und Drucker) zentral an einem Ort zusammengefasst werden. Dieser „Computertourismus“ führte bei Planung, Organisation und Durchführung der Übungen zu erheblichem Materialverschleiß, zu Friktionen sowie Redundanzen und somit zu hohen Kosten. Der Inspekteur des Heeres entschied deshalb im Herbst 1997, die bei den einzelnen Kommandobehörden vorhandenen GUPPIS-Grundmodule organisatorisch zusam-menzufassen, als Übungszentrum Gefechtssimulation (ÜbZentr GefSim) in Wildflecken zu stationieren und einer zweijährigen Truppenerprobung zu unterziehen. Die Entscheidung für Wildflecken als Stationierungsort begründete sich in der geographisch zentralen Lage mit Anschluss an ein leistungsfähiges Straßennetz und einer, nach Abzug der US-Armee freien, großzügigen und weitgehend intakten Infrastruktur. Günstig wirkte sich auch die direkte Anbindung an den Truppenübungsplatz mit Aufbaumöglichkeiten für Gefechtsstände aus.

Die Entscheidung für Wildflecken verband in idealer Weise militärische mit zivilen Interessen. So wurde das durch den Abzug der US-Truppen entstandene Vakuum durch die acht bis zehn Übungen pro Jahr, bei denen jeweils bis zu 3.000 Soldaten in der Region üben, zu einem großen Teil wieder aufgefüllt und der Region erhebliche wirtschaftliche Anreize gegeben. Nach einer kurzen Anlaufphase konnte das ÜbZentr GefSim mit nahezu vollständiger Personal- und Materialausstattung am 07.April 1998, in Dienst gestellt werden. Erster Leiter des ÜbZentr GefSim wurde Oberst Hubert Bold. Bereits im Juni 1998 startete das I.(D/NL) Korps mit „BRIGHT SWORD“ die erste Übung. Im September folgte mit „CRYSTAL EAGLE“ die erste multinationale Groß-übung. Nach der Entscheidung der niederländischen Landmacht sich am ÜbZentr GefSim zu beteiligen, wurde im Juli 1999 ein niederländisches Verbindungskommando in das ÜbZentr GefSim integriert. Im Juli 2001 erfolgte die Umbenennung in Gefechtssimulationszentrum des Heeres (GefSimZH). Nach über vier Jahren als Leiter des GefSimZH trat Oberst Bold im Juni 2002 in den Ruhestand und übergab die Führung an Oberst Peter Schütz. Beim Übergabeappell im Kurpark Bad Brückenau wurde eine Patenschaft mit der Stadt Bad Brückenau begründet.

Im Jahr 2003 wurde das Zentrum erweitert und bis Mitte des Jahres das Simulationsmodell SIRA-Brigade (Gefechtssimulationssystem zur Unterstützung von Rahmenübungen) integriert. Damit verfügt das Zentrum nach KORA / OA (Korpsrahmen Simulationsmodell für die Offizierausbildung) und SimoF(Simulationsmodell für Übungen operativer Führung) über ein drittes Simulationsmodell, das der Truppe für Übungen zur Verfügung gestellt werden kann. Die erste SIRA-Übung am Standort Wildflecken war die Übung „STOLZES EDEL-WEISS“ der Gebirgsjägerbrigade 23 Anfang Oktober 2003. Im Herbst 2004 feierte das GefSimZH ein „rundes“ Jubiläum: mit der Übung DU-RANDART“ der Panzergrenadierbrigade 30 wurde bereits die fünfzigste Übung unterstützt und durchgeführt. Ergänzt wurde das Aufgabenspektrum des GefSimZH im Laufe der Jahre 2004 und 2005 um die Unterstützung nationaler und internationaler simulationsgestützter Experimente. Ende 2005 lief der Vertrag mit der Niederländischen Landmacht (NL Heer) aus. Dies bedeutete, dass die Soldaten des Verbindungskommando der Niederlande vom Standort Wildflecken abgezogen wurden. Im Rahmen eines Appells wurde am 14.12.2005 die Niederländische Flagge eingeholt. Höhepunkt der bisherigenÜbungstätigkeit waren ohne Frage die Unterstützung der unter internationaler Beteiligung stattgefundenen streitkräftegemeinsamen Übungen „EUROPEAN CHALLENGE“ im April 2005 und „EUROPEAN ENDEAVOUR“ im Mai 2005. Das Jahr 2006 war, neben der Durchführung zahlreicher Übungen und Experimente, geprägt durch die Erarbeitung einer neuen STAN für das Gefechtssimulationszent-rum im Rahmen der Transformation. Im dritten Quartal wurde die neue STAN mit der Maßgabe die Umgliederung bis März 2007 abzuschließen genehmigt. Mit der neuen STAN erhielt das Zentrum auch eine neue Bezeichnung: Gefechtssimulationszentrum Heer (GefSimZH).

Zu den Nutzern des Zentrums seit der Indienststellung gehörten neben allen deutschen Brigaden und Divisionen die Offizierschule des Heeres (OSH), die DEU/FRA Brigade, die I.(NLD) Div, die 1. (BEL) Div, das (DEU/NLD) Korps, ein (ITA) Korps, das HQ ARRC, das EURO-Korps, das Communication and Electronics Command (CE-COM US) und das Center of Army Analysis (CAA US).

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Aktuelles Verbandsabzeichen

Verbandsabzeichen des Gefechtsimulationszentrums Heer
Verbandsabzeichen des GefSimZH (Quelle: Heer/PIZ)

Der Hintergrund des Wappenschildes ist aufgrund der truppendienstlichen und fachdienstlichen Unterstellung des GefSimZH dem Heeresamt gegenüber ganzflächig rot und beinhaltet als Hauptdarstellung die gekreuzten Schwerter des Heeres. Der Kreuzungspunkt der Hauptdarstellung ist mit der schwarzen „Königsfigur“ des Schachspiels belegt. Der „König“ soll das taktisch - operative Denken versinnbildlichen, welches im GefSimZH geschult wird. Das linke obere Feld ist mit den „bayrischen Rauten“ belegt. Diese bildenden Bezug zur Stationierung des GefSimZH im Bundesland Bayern her. Das rechte obere Feld zeigt die „Rhöndistel“. Hiermit ist der Bezug zu Region und Liegenschaft, in welcher das GefSimZH stationiert ist, hergestellt.

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Stand vom: 07.06.18


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.dienstst.ausbkdo.ausbeinrichtungen.gefechtsimz.geschichte