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Geschichte

2017

Während zu Jahresbeginn noch rund 200 Soldatinnen und Soldaten der Brigade im Auslandseinsatz ihren Dienst versahen, standen für den Brigadestab sowie für die Verbände der „Lipperland“-Brigade die Planungen für zahlreiche Übungs-und Ausbildungsvorhaben im Kalenderjahr 2017, insbesondere der Übungsreihe „LIPPISCHER SPEER“, sowie die Einsatzjahre 2018 – 2020 im Vordergrund.

Erstmalig in der Geschichte stellt die Panzerbrigade 21 gemeinsam mit der Panzergrenadierbrigade 41 für einen Zeitraum von 36 Monaten Personal für die Teilnahme am Auslandseinsatz im Rahmen der „Resolute Support Mission“ (RSM) in Afghanistan. Während des gemeinsam durchgeführten Neujahrsempfanges der Stadt Ahlen und dem Aufklärungsbataillon 7 am 17. Januar übernahm der Verband im Beisein des Kommandeurs des Landeskommandos Nordrhein-Westfalen, Brigadegeneral Gorgels, offiziell die Patenschaft über die Kompanie „WESTFALEN“ der Regionalen Sicherungs-und Unterstützungskräfte (RSU). Zudem traten mit der ersten großen Koordinierungsbesprechung Ende Januar die Vorbereitungen für den „Tag der Bundeswehr“ am 10.Juni in eine weitere Phase ein. Am 9. Februar besuchte der Präsident des Bundesamtes für das Personalmanagement, Georg Stuke in Begleitung des Abteilungsleiters IV, Brigadegeneral Georg Klein, die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ am Standort Augustdorf. Im Mittelpunkt des Informationsbesuches standen die Erfahrungen der Truppe mit der nunmehr ebenfalls zentral aus Köln gesteuerten Personalführung der längerdienenden Mannschaften des Großverbandes. Wenige Tage nach seiner Kommandoübernahme besuchte der neue Divisionskommandeur der 1. Panzerdivision, Brigadegeneral Markus Laubenthal, am 23. Februar die Panzerbrigade 21 „Lipperland“, um sich vor Ort einen Überblick über die Lage des Großverbandes zu verschaffen. In der Folgewoche empfing Oberst Hübner die Langtagsabgeordneten Wibke Brems, Günther Garbrecht und André Kuper zu einem Truppenbesuch in Augustdorf. Neben aktuellen Aufgaben und Aufträgen der Brigade stand die Einbindung der Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gelände des Kriegsgefangenlagers in Stukenbrock-Senne auf der Agenda. Die Auseinandersetzung mit diesem Kapitel regionaler Geschichte am Rand des Truppenübungsplatzes Senne soll zukünftig Thema der politisch-historischen Bildung für die Angehörigen der Panzerbrigade 21 „LIPPERLAND“ am Standort Augustdorf werden.

Ende Februar kehrten die letzten Soldatinnen und Soldaten der Brigade wohlbehalten aus den Einsätzen der Bundeswehr zu ihren Einheiten zurück. Unmittelbar nach der Beförderung des Brigadekommandeurs zum Brigadegeneral Ende März, besuchte der Kommandeur Einsatz und Stellvertreter des Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson, die Brigade in Augustdorf. Während die Vorbereitungen für den „Tag der Bundeswehr“ auf Hochtouren liefen, ereignete sich in den Nachmittagsstunden des 18. Mai ein tragischer Schießunfall auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken. Beim Gefechtsschießen mit der Panzerfaust 3 kam der 22-jährige Hauptgefreite Mirco Bojic vom Panzergrenadierbataillon 212 aus Augustdorf ums Leben. Über 300 seiner Kameradinnen und Kameraden nahmen sechs Tage später bei der Trauerfeier in Paderborn Abschied von ihrem Kameraden. Wenige Tage später, am 10. Juni war es dann soweit: anlässlich des „Tages der Bundeswehr“ öffneten sich die Tore der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne für die Öffentlichkeit. Über 26.000 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die Bundeswehr am Sennerand einen Tag lang aus der Nähe zu erleben. Höhepunkt des Tages war der Besuch der Bundesverteidigungsministerin, Dr. Ursula von der Leyen, die sich mehrere Stunden Zeit nahm, um der Großveranstaltung in Augustdorf beizuwohnen. Ein Besuch der ganz anderen Art stand unmittelbar in der Folgewoche auf dem Programm: unter Führung von Fregattenkapitän Stefan Schulz besuchte die „Charlie“-Besatzung der Fregatte F223 „NORDRHEIN-WESTFALEN“ die Heeresbrigade in Ostwestfalen. Im Rahmen des Besuchsprogrammes besiegelten der Stab der Panzerbrigade 21 „LIPPERLAND“ und die Besatzung der Fregatte am 13.Juni die Aufnahme patenschaftlicher Beziehungen durch den obligatorischen Tausch der Urkunden. Zum Ende des Monats informierte Brigadegeneral Gunter Schneider als „General Personalbindung“ im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln Kompaniechefs, Kompaniefeldwebel und Fachpersonal aus dem Führungsgrundgebiet 1 (Personal) umfassend über die aktuellen Entwicklungen in seinem Zuständigkeitsbereich. Im Juli besuchten rund 60 Kadetten des „University Officer Training Corps“ (UOTC) aus dem südenglischen Southampton die „Lipperland“-Brigade, ehe vier Tage später 300 Schülerinnen und Schüler anlässlich des „Tag der Schulen“ bei den Truppenteilen und Verbänden in Augustdorf zu Gast waren. Während von Mitte September rund 90 Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 auf dem polnischen Truppenübungsplatz Drawsko Pomorskie an der NATO-Übung „DRAGON 17“ teilnahmen, übergab Brigadegeneral Hübner am 14. September die Dienstgeschäfte des Kommandeurs Brigadeeinheiten und – in Abwesenheit des Kommandeurs – stellvertretenden Brigadekommandeurs von Oberst Siegfried Zeyer an Oberstleutnant Jörg Tölke. Oberst Zeyer wechselte nach drei Jahren ins Landekommando nach Wiesbaden, während Oberstleutnant Tölke aus dem Bundesministerium der Verteidigung an den Standort Augustdorf zurückkehrte. Dieser Personalveränderung folgte wenige Tage später die Übergabe der Dienstgeschäfte des „Chef des Stabes“. Oberstleutnant i.G. (im Generalstabsdienst) Dr. Hendrik Hoffmann folgte am 22. September Oberstleutnant i.G. Carsten Schrehardt, der zukünftig in Berlin seinen Dienst versehen wird.

Nach drei Jahren endete zudem für Oberstleutnant Michael Prestel vom Panzerbataillon 203 sowie Oberstleutnant Richard Stöver vom Panzergrenadierbataillon 212 die Dienstzeit in der Gemeinde am Sennerand. Seit 26.September bekamen sowohl das Panzergrenadierbataillon 212 mit Oberstleutnant Maik Cohrs sowie das Panzerbataillon 203 mit Oberstleutnant Jörg Stenzel einen neuen Kommandeur. Vom 9. bis 20. Oktober nahm die Brigade mit 300 Soldatinnen und Soldaten an der multinationalen Gefechtsstandübung „VITAL SWORD“ im bayrischen Wildflecken teil. Unter Leitung des I. Deutsch-Niederländischen Korps aus Münster unterstand die Brigade dabei der Division Schnelle Kräfte aus Stadtallendorf. Im Mittelpunkt der Übung stand die Gefechtsstandarbeit einschließlich der Anwendung des Führungsprozesses in englischer Sprache. Insgesamt sechs Tage lang lief die Übung „rund um die Uhr“, also Tag und Nacht. Das gesamte Ausbildungsjahr über hatte sich die Brigade im Rahmen zahlreicher Weiterbildungen und Gefechtsstandübungen auf diesen Ausbildungshöhepunkt vorbereitet.

Am 2. November war es dann auch am Standort Schwarzenborn soweit: Mit Oberstleutnant Wolfgang Schröder steht nunmehr ein neuer Kommandeur an der Spitze des Verbandes. Brigadegeneral Hübner hatte zuvor Oberstleutnant Karsten Krämer vom Kommando über die „Grünen Tiger“ entbunden. 170 Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 1, verstärkt durch Panzerpioniere aus Holzminden und Logistikern und Instandsetzern des Versorgungsbataillons 7 aus Unna, verlegten dann ab 4. November für drei Wochen nach Großbritannien, um in Warminster gemeinsam mit britischen Verbänden im Rahmen der Übung „LIGHTNING ACE“ („Blitzass“) den Kampf in bebautem Gelände zu trainieren.

Nahezu parallel stellte die Brigade rund 30 Übungsteilnehmerinnen und Übungsteilnehmer für die NATO-Übung „ARRCADE FUSION“ ebenfalls in Großbritannien ab. Die Besonderheit: Im Übungsszenario unterstand die Brigade der 1. Dänischen Division. Ab Dezember begann dann erneut die Verlegung von ersten Kräften in die Einsatzstandorte in Afghanistan. Bis März werden rund 300 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der „Resolute Support“-Mission der NATO im Einsatz sein. Den Abschluss des Jahres bildete traditionell das Adventskonzert in der evangelischen Militärkirchengemeinde in Augustdorf.


2016

Ab Januar 2016 stand erneut die Aufstellung und Ausbildung für die Heeresanteile der Einsatzkontingente der Bundeswehr im Mittelpunkt für die Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Insgesamt stellte der Augustdorfer Großverband rund 2000 Soldatinnen und Soldaten für die Erfüllung der Einsatz- sowie der sogenannten „einsatzgleichen“ Verpflichtungen. Im Einzelnen galt es, für das Panzerbataillon 203 das 44. und 45. Deutsche Einsatzkontingent der internationalen Schutztruppe KFOR im Kosovo als Leitverband zu stellen. Das Schwesterbataillon am Standort Augustdorf, das Panzergrenadierbataillon 212 bereitete sich ab Januar als Teil der „Operational Response Force“, der schnellen Eingreifreserve für das Kosovo, gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden des österreichischen Bundesheeres, auf die ab Juni beginnende Bereitschaftsphase („Stand By“) vor. Das ORF-Bataillon war in der Lage, binnen weniger Tage bei Verschärfung der Lage in das Einsatzland Kosovo zu verlegen und die dort im Einsatz befindlichen Kräfte zu unterstützen. Ebenfalls in Bereitschaft im Heimatland verblieb das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn, dass den Infanteriegefechtsverband für die European Battle Group (EUBG), ein schnell verlegbarer Gefechtsverband der Europäischen Union, ausbildete und ebenfalls bis Jahresende in permanenter Bereitschaft hielt. Das Panzerpionierbataillon 1 aus Holzminden stellte große Anteile des 10. und 11. Deutschen Einsatzkontingentes der European Training Mission (EUTM MALI) in Mali sowie für Personal für den unter UN-Führung stehenden Stabilisierungseinsatz MINUSMA im Norden des westafrikanischen Landes. Das Aufklärungsbataillon 7 aus Ahlen sowie das Versorgungsbataillon 7 aus Unna unterstützen die Einsatzgestellungen der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ durch Personalabstellungen in nahezu allen Einsatzgebieten. Des Weiteren nahmen Soldatinnen und Soldaten des Brigadestabes sowie der Stabsfernmeldekompanie unter anderem in Masar-e Sharif in Nordafghanistan als Teil der sogenannten „Resolute Support Mission“ (RSM) an den Einsätzen teil. Für das Panzergrenadierbataillon 212 und für Teile des Versorgungsbataillons 7 begannen die Vorbereitung auf den Einsatz bereits Anfang Januar mit dem Durchgang I/2016 im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Nähe von Magdeburg zur Steigerung der truppengattungsspezifischen Einsatzbereitschaft als Grundlage für die Einsatzvorbereitende Ausbildung und den folgenden Einsatz in 2016.
Anfang Februar bildete Besuch des „Lions-Club“ aus Bielefeld den Auftakt zahlreicher Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Brigade. Für vier Stunden tauchten die Besucher, in Begleitung des Brigadekommandeurs, Brigadegeneral Kai Ronald Rohrschneider, in die Welt der Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 “Lipperland“ ein.
Zeitgleich begann für die Stabsfernmeldekompanie der Brigade das Ausbildungsjahr 2016 mit der Einsatzlandspezifischen Ausbildung (ELSA) für die Soldatinnen/Soldaten und Reservistendienstleistenden des 44. Einsatzkontingentes KFOR.
In einer Reihe von ausgewählten Unterrichtsthemen sowie Überprüfungen der ABC-Ausstattung wurden die Teilnehmer auf ihren Einsatz im Kosovo vorbereitet.

Am 3. März wurden Soldatinnen/Soldaten der 1. Panzerdivision sowie zivile Mit-arbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Jahren 2016 und 2917 an besonderen Auslandsverwendungen der Bundeswehr teilnehmen sollten, im Rahmen eines Festaktes mit anschließendem Empfang durch den Präsidenten des Niedersächsischen Landtages, verabschiedet. Auch eine Abordnung von Soldatinnen und Soldaten der Brigade nahm an diesem feierlichen Festakt teil während sich das Jägerbataillon 1 sowie Teile des Panzerpionierbataillons1 auf dem Truppenübungsplatz Lehnin und zeitgleich das Aufklärungsbataillon 7 auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow auf ihre bevorstehenden Einsatzverpflichtungen vorbereiteten.
In einem Einsatzseminar am 8. März erhielten unter Leitung des Brigadekommandeurs alle Bataillonskommandeure, Stabsoffiziere sowie alle Einheitsführer der Brigade, mithilfe umfassender Informationen durch externe Referenten einen Überblick über die aktuellen Einsatzentwicklungen und zukünftige Einsatzoptionen.
Der erste Personalwechsel in einer Führungsposition wurde am 14. März in der Stabsfernmeldekompanie der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ vollzogen. Der Kommandeur Brigadeeinheiten, Oberst Siegfried Zeyer, entband Major Daniel Riedel von der Führung der Kompanie und übertrug die Verantwortung an Hauptmann Sebastian Schriegel. Der scheidende Kompaniechef, Major Riedel, wurde in das Einsatzführungskommando nach Potsdam versetzt, während sein Nachfolger aus dem Brigadestab in die Stabsfernmeldekompanie wechselte. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit führte das Jägerbataillon 1 in Neukirchen, der Patenstadt der 2. Kompanie, ein Feierliches Gelöbnis für die Anfang Januar in die Bundeswehr eingetretenen Freiwilligen Wehrdienstleistenden und Soldaten auf Zeit durch. Am 22. März besuchte der Kommandeur Einsatz und stellvertretende Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson, die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ am Standort Augustdorf. Im April nahmen das Jägerbataillon 1, unterstützt durch eine Kompanie des Panzergrenadierbataillons 212, Panzerpioniere aus dem Brigadestandort Holzminden gemeinsam an den multinationalen Großübungen „EUROPEAN SPIRIT“ und „JOINT DERBY“ in Norddeutschland teil, ehe am 29. April das 44. Einsatzkontingent KFOR im Rahmen eines feierlichen Appells in der Genrealfeldmarschall-Rommel-Kaserne durch den Kommandeur der „Lipperland“-Brigade, Brigadegeneral Kai Ronald Rohrschneider, verabschiedet wurde. Ab Mai begann damit die Verlegung der Hauptkräfte die Einsatzgebiete der Brigade. Oberst Siegfried Zeyer, stellvertretender Brigadekommandeur des Großverbandes, führte dabei bis Oktober als Kontingentführer das 44. Einsatzkontingent KFOR .Im gleichen Monat beendete das Panzergrenadierbataillon 212 als ORF-Bataillon den abschließenden Übungsdurchgang im Gefechtsübungszentrum des Heeres, während am „Tag der Schulen“ erneut rund 300 Schülerinnen und Schüler den Standort Augustdorf besuchten, um einen Tag die Bundeswehr „live“ und „hautnah“ zu erleben. Im Juni informierte der Brigadekommandeur alle Kompaniefeldwebel des Großverbandes im Rahmen einer Arbeitstagung über die aktuelle Lage sowie zu ausgewählten Themenbereichen aus allen Führungsgrundgebieten. Die „Spieße“ nutzten ihrerseits die Gelegenheit, Brigadegeneral Rohrschneider ihre Anliegen und Sorgen direkt und unmittelbar vorzutragen. Im Rahmen der Großübung „EUROPEAN ENDEAVOUR“ stellte das verstärkte Jägerbataillon 1 als „Infantry Taskforce“ (Infanteriegefechtsverband) erneut seine Leistungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft unter Beweis. Im Juli und August nutzten zahlreiche Mandatsträger aus der Bundespolitik die Gelegenheit, die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ an verschiedenen Standorten im Stationierungsraum zu besuchen. Die Mitglieder des Deutschen Bundestages Christian Haase und Bernd Siebert besuchten die Standorte Augustdorf und Schwarzenborn. In Ahlen wurde am 17. August der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Dr. Ralf Brauksiepe, zu einem Truppenbesuch empfangen. Zeitgleich wurde mit dem beginnenden Umzug des Aufklärungsbataillon 7 von Augustdorf nach Ahlen der letzte Schritt zur endgültigen Einnahme der Kommandostruktur HEER2011 vollzogen. Am 25.August verließen die letzten Gefechtsfahrzeuge der „7er“ die Kaserne am Sennerand. Brigadegeneral Rohrschneider ließ es sich nicht nehmen, die letzten Aufklärer persönlich aus Augustdorf zu verabschieden. Rund 700 Soldatinnen und Soldaten des Aufklärungsbataillons 7 sowie der Rekrutenkompanie 3 haben damit in der „Westfalen“-Kaserne ihre neue militärische Heimat gefunden. Mit dem „Handstreich auf Lüttich“ stand eine der ersten großen Angriffsoperationen deutscher Verbände zu Beginn des Ersten Weltkrieges im Mittelpunkt der „Brigadetaktischen Weiterbildung“ (BTW) Ende August in Belgien. Gemeinsam mit polnischen, britischen, amerikanischen und österreichischen Stabsoffizieren und Offizieren setzte sich das Führerkorps der „Lipperland“-Brigade intensiv mit den Kampfhandlungen rund um die belgische Stadt Lüttich auseinander. Mitte September standen für das Panzerpionierbataillon 1 sowie dem Versorgungsbataillon 7 zwei besondere Jubiläumsveranstaltungen auf dem Programm. Am 3. und 4. September nahmen rund 15000 Besucherinnen und Besucher an den Veranstaltungen zum „Tag der öffnen Tür“ anlässlich des 60 jährigen Bestehens des Pionierstandortes Holzminden teil. Den Höhepunkt der Feierlichkeiten bildete die dynamische Vorführung „Wesersprung“, bei der das Panzerpionierbataillon 1 mehrfach sein Leistungsvermögen auf dem Wasserübungsplatz an der Weser eindrucksvoll unter Beweis stellen konnte. Nur drei Tage später, am 7. September, strömten ebenfalls über 10000 Gäste in die „Glück-Auf Kaserne“ nach Unna. Mit einem feierlichen Appell sowie mit einem bunten Rahmenprogramm feierte das Versorgungsbataillon 7 gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Region das 60-jährige Bestehen des Bundeswehrstandortes Unna. Ende des Monats folgten rund 150 Gäste aus Wirtschaft, Handwerk, Politik und Verwaltung der Einladung des Kommandeurs der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, der zum „Unternehmerfrühstück“ nach Augustdorf eingeladen hatte. Im Mittelpunkt der Vorträge standen Überlegungen zu zielgerichteten Weiterqualifizierung von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit sowie deren Eingliederung in den Arbeitsmarkt der Region Ostwestfalen-Lippe. Bereits am 6. Oktober stand erneut die Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt: Im Rahmen einer sicherheitspolitischen Vortragsveranstaltung war es Brigadegeneral Rohrschneider persönlich, der vor rund 200 Besucherinnen und Besuchern mehr als eine Stunde zum Thema „Die Panzerbrigade 21 im Einsatz“ vortrug. Ende Oktober überzeugte sich der Chef des Stabes des Eurocorps im französischen Strausbourg, Brigadegeneral Pfrengle, im Rahmen eines Truppenbesuches in Schwarzenborn vom Leistungs-und Ausbildungsstand des Jägerbataillons 1 als „Infantry Taskforce“ der EUBG. Am 14. November übergab Brigadegeneral Rohrschneider im Rahmen einer Gedenkveranstaltung anlässlich des Volkstrauertages das Ehrenmal der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ am Ehrenhain der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne seiner Bestimmung. Alle Soldatinnen und Soldaten, die seit Aufstellung der Brigade im Jahr 1959 in Ausübung des Dienstes im Garnisonsdienst sowie in Übung, Ausbildung und Einsatz ihr Leben verloren haben, sind nunmehr namentlich auf zwei liegenden Marmorplatten verewigt. Am 29. November, während der letzten Truppenübungsplatzaufenthalte der Verbände der Brigade in Lehnin und Altengrabow, veranstaltete die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ gemeinsam mit der evangelischen Militärkirchengemeinde Augustdorf das alljährliche Adventskonzert. Früher als gewohnt, noch vor dem ersten Advent, kamen 150 Gäste in die evangelische Garnisonskirche des Standortes. Den Abschluss des Kalenderjahres 2016 bildete die Kommandoübergabe am 8. Dezember. Nach 33 Monaten an der Spitze der „Lipperland“-Brigade wurde Brigadegeneral Kai Ronald Rohrschneider durch den Kommandeur der 1. Panzerdivison, Generalmajor Johann Langenegger, vom Kommando über die 5200 Soldatinnen und Soldaten der Brigade entbunden. Brigadegeneral Rohrschneider tritt im Januar seine neue Verwendung als Chef des Stabes im Hauptquartier der amerikanischen Landstreitkräfte (USAREUR) in Wiesbaden an. Neuer Kommandeur des Großverbandes ist Oberst Heico Hübner, der aus dem Bundesministerium der Verteidigung, zum wiederholten Mal in Augustdorf verwendet wird. Zuvor war Oberst Hübner bis 2011 Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 212. Über 250 geladene Gäste wohnten dem feierlichen Appell auf dem Scharnhorstplatz der Augustdorfer Kaserne bei. Zum Jahreswechsel befinden sich noch rund 300 Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ weltweit im Auslandseinsatz. Erst im Februar 2017 werden alle Kontingentangehörigen in ihren Heimatstandort zurück erwartet.


2015

Bereits im Januar des Jahres besuchte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Herr Hellmut Königshaus, die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ am Standort Augustdorf. Nach der persönlichen Begrüßung durch den stellvertretenden Brigadekommandeur, Oberst Volker Rönnike, ließ sich der 54-jährige FDP-Politiker über die aktuelle Lage der Brigade unterrichten, ehe er im Anschluss im Rahmen zahlreicher Gesprächsrunden mit Soldatinnen und Soldaten aller Dienstgradgruppen sowie mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundeswehrdienstleistungszentrums zu einem intensiven Meinungs- und Gedankenaustausch zusammentraf.
Besonderes beeindruckt zeigte sich der Wehrbeauftragte von dem Zusammentreffen mit einsatzversehrten Soldaten, die aus „erster Hand“ über ihre Erlebnisse und Erfahrungen berichteten. Zum Abschluss des Besuches äußerte sich der „Anwalt der Soldaten“ positiv über die Innere Lage der Augustdorfer Brigade. Gemessen an der Größe des Standortes sei das Aufkommen an Eingaben erfreulich gering, so der Wehrbeauftragte. Auch die Unterkunftssituation sei erfreulich gut, so Königshaus abschließend.
Am 22. Januar hatte der Kommandeur der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ rund 200 Gäste aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Militär zu einer sicherheitspolitischen Vortragsveranstaltung eingeladen. Unter dem Titel „Der ISAF-Einsatz – Versuch einer Bilanz aus soldatischer Perspektive“ blickte Brigadegeneral Rohrschneider in seinem Vortrag kritisch auf 13 Jahre ISAF-Mission in Afghanistan zurück.
Im Anschluss an den Vortrag nutzen zahlreiche Gäste, unter Ihnen u.a. auch Dr. Armin Prinz zur Lippe mit seiner Ehefrau, während des Empfanges in den Räumlichkeiten der „Gemeinsamen Heimgesellschaft Augustdorf“ die Gelegenheit zu einem intensiven Meinungs- und Gedankenaustausch.
Ende des Monats bildete die Ausbildung des Brigadegefechtsstandes im Truppenlager Staumühle auf dem Truppenübungsplatz Senne den Auftakt für die Übungsreihe „Lippischer Speer“ als Vorbereitung für weitere Ausbildungs- und Übungsvorhaben im Kalenderjahr 2015.
Anfang Februar besuchte ein Inspektorenteam bestehend aus Offizieren aus Kasachstan und Weißrussland im Rahmen der internationalen Rüstungskontrolle die Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Basierend auf den Vereinbarungen des „Wiener Dokumentes“ von 2011 zur Durchführung vertrauens-und sicherheitsbildender Maßnahmen im Rahmen der OSZE verschafften sich die Inspektoren einen umfangreichen Überblick über die personelle und materielle Ausstattung der Brigade.
Im März fand die Ausbildungsreihe „Lippischer Speer“ ihre Fortsetzung während eines zweiwöchigen Aufenthaltes des Brigadestabes im Gefechtssimulationszentrum in Wildflecken.
Nach dem Osterfest stand für das PzBtl 203 ein weiterer Ausbildungshöhepunkt auf dem Programm: unterstützt von Panzergrenadieren, Aufklärern, Pionieren und Logistikern der Brigade verlegten rund 100 Soldatinnen und Soldaten mit insgesamt 30 Rad-und Kettenfahrzeugen auf den Truppenübungsplatz Allensteig in Österreich, um an der Gefechtsübung „Dynamic Response“ teilzunehmen. Gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden der 3. Österreichischen Panzergrenadierbrigade, welche die Gesamtorganisation der multinationalen Übung sicherstellten sowie Soldatinnen und Soldaten der 7. Mechanisierten Brigade aus Tschechien übten die Angehörigen der „Lipperland-Brigade“ zwei Wochen das Gefecht der verbundenen Kräfte. Den Ausbildungshöhepunkt bildete ein gemeinsames Gefechtsschießen aller beteiligten Nationen, dem eine komplexe Lage eines Verzögerungsgefechtes zu Grunde lag.
Am 9. Mai war es dann wieder so weit: Die Augustdorfer Garnison öffnete ihre Tore zum „Augustdorfer Soldatentag 2015“. Rund 31.500 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, einen ganzen Tag lang „Bundeswehr Live“ zu erleben.
An fast dreißig Stationen präsentierten sich neben den Einheiten und Verbänden der „Lipperland“ – Brigade, darunter erstmals das Jägerregiment 1 und das ab Juli zur Brigade gehörende Panzerpionierbataillon 1, sowie dem Sanitätsunterstützungszentrum Augustdorf, dem Kraftfahrausbildungszentrum und die 5. Kompanie des Feldjägerregimentes 2 zahlreiche militärische und zivile Organisationen, Verbände und Institutionen.
Das Deutsche Rote Kreuz stellte ebenso wie das Technische Hilfswerk und die DLRG Ortsgruppe ihr Gerät auf der sogenannten „Blau-Licht-Meile“ vor. Das Bundeswehr-Sozialwerk sowie der Deutsche Bundeswehrverband informierten über ihre Arbeit ebenso wie zahlreiche Reservistenkameradschaften und das Kreisverbindungskommando des Landkreises Lippe. Rund zwanzig Mal hatten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit und den Einsatzmöglichkeiten einer Vielzahl von Rad- und Kettenfahrzeugen im Rahmen der dynamischen Vorführungen zu machen.
Ein Platzkonzert des Luftwaffenmusikkorps aus Münster sowie Salutschüsse aus den Traditionsgeschützen der „Black Bears of Warwick“ bildeten den gelungenen Abschluss des Augustdorfer Soldatentages 2015.
In den Abendstunden folgten rund 250 geladene Gäste aus Militär, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft der Einladung des Kommandeurs der „Lipperland“-Brigade zum traditionellen Biwak auf dem Außengelände der Gemeinsamen Heimgesellschaft.

Rund einen Monat später traten Abordnungen der Verbände und Einheiten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ anlässlich der Einnahme der Kommandostruktur „HEER2011“ zu einem feierlichen Appell auf dem Scharnhorstplatz der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne an.
Der tiefgreifendste Umstrukturierungsprozess seit Bestehen der Bundeswehr ging auch an der „Lipperland-Brigade“ nicht spurlos vorüber. Im Beisein von rund 150 geladenen Gästen stellte Brigadegeneral Kai Rohrschneider das Panzerartilleriebataillon 215 außer Dienst. Mit dem Einrollen der Truppenfahne dieses stolzen Verbandes endete die 56-jährige Geschichte der „Lippischen Artillerie“ und damit auch eine rund 200-Jahre alte Tradition von Artillerieverbänden in der Region, die sich bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.
Des Weiteren entband der Brigadekommandeur die Aufklärungskompanie 210 sowie die Panzerpionierkompanie 200 von ihren Aufträgen als Brigadeeinheiten der Panzerbrigade 21. Beide Kompanien werden zum Jahresende ebenfalls aufgelöst.
Im weiteren Verlauf des Appells, der vom Heeresmusikkorps aus Kassel musikalisch begleitet wurde, stellte Brigadegeneral Rohrschneider das neu aufzustellende Aufklärungsbataillon 7 mit dem Ausrollen der Truppenfahne offiziell in Dienst.
Mit der Führung der ersten Kräfte der „Aufklärer“ wurde Major Marc Kalbus beauftragt, der in seiner bisherigen Verwendung Kompaniechef der Aufklärungskompanie 210 war. Ein großer Teil der Soldatinnen und Soldaten der selbstständigen Aufklärungskompanie finden im Aufklärungsbataillon 7, das im Kalenderjahr 2016 an seinen Heimatstandort Ahlen verlegt werden soll, eine neue militärische Heimat.
Die Aufgaben der Pionierunterstützung für den Augustdorfer Großverband übernimmt in Zukunft das Panzerpionierbataillon 1 aus Holzminden, das ab Juli der Brigade unterstellt wurde. Brigadegeneral Rohrschneider begrüßte die Abordnung der Pioniere von der Weser um ihren Kommandeur, Oberstleutnant Hubertus Lammersen, erstmals in den Reihen der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Das feierliche Zeremoniell auf dem Scharnhorst-Platz bildete jedoch nur den Auftakt von insgesamt drei weiteren Appellen. Zunächst wurde Ende Juni das Jägerregiment 1 im Rahmen des letzten Regimentsappells außer Dienst gestellt. Zeitgleich entband Brigadegeneral Rohrschneider den Kommandeur der „Schwarzenbörner Jäger“, Oberst Helmut REMUS vom Kommando über den Verband, ehe mit dem Anbringen des Fahnenbandes an der Truppenfahne, das Jägerbataillon 1 feierlich in Dienst gestellt wurde. Zuvor hatte der scheidende Regimentskommandeur die 6. und 9. Kompanie des Regimentes von ihren Aufträgen entbunden. Diese Einheiten werden mit Ablauf des Kalenderjahres endgültig aufgelöst.
Brigadegeneral Rohrschneider beauftragte Oberstleutnant Karsten Krämer mit der Führung des Jägerbataillons 1, das zukünftig mit allen unterstellten Kompanien am Standort Schwarzenborn stationiert sein wird.
Oberst Helmut REMUS wechselte in den Stab der Panzerbrigade 21 „Lipperland“.
Zusätzlich zu den aktiven Truppenteilen des Großverbandes wurde das Jägerbataillon 921 in Dienst gestellt. Als sogenannter Ergänzungstruppenteil besteht dieser Verband zukünftig ausschließlich aus Reservistendienst Leistenden.
Nur 24 Stunden später folgte der nächste feierliche Appell, der im Zeichen der Umstrukturierung stand: das Logistikbataillon 7 trat in der Glück-Auf-Kaserne in Unna zur Außerdienststellung an. Brigadegeneral Rohrschneider stellte den seit 2007 bestehenden Verband außer Dienst ehe wenige Minuten später das Versorgungsbataillon 7 in Dienst gestellt wurde. Neben den Standorten Augustdorf und Unna werden Angehörige des Bataillons auch am Standort Stadtallendorf stationiert sein.
Am Wochenende lud das „junge“ Versorgungsbataillon 7 dann zum „Standorttag 2015“ in die Kaserne in Unna ein. Rund 13000 Besucherinnen und Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, um einen Blick hinter die Kulissen des letzten Ruhrgebietsstandortes zu werfen. Nahezu zeitgleich entband der Kommandeur des Panzerbataillons 203, Oberstleutnant Michael Prestel, die 5. Kompanie der „Hacketäuer“ von ihrem Auftrag als Grundausbildungseinheit. Im Zuge der Aufstellung des Panzerbataillons 414 bildet der Personalstamm der „Fünften“ nun den Grundstock für die Aufstellung der 3.Kompanie des Bataillons am Standort Bergen. Pünktlich am 01. Juli erfolgte der Unterstellungswechsel des Panzerpionierbataillons 1 aus Holzminden zur Augustdorfer Brigade. Der Appell in der Pionierkaserne am Solling bildete den Abschluß der umfangreichen Umstrukturierung der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Zum Jahreswechsel werden alle erforderlichen administrativen Maßnahmen zur endgültigen Einnahme der Kommandostruktur „HEER2011“ abgeschlossen sein.
Ab Ende August war die Panzerbrigade 21 von den Auswirkungen des Zustromes an Flüchtlingen nach Deutschland betroffen. In unmittelbarer Nähe zur Knüll-Kaserne entstand auf dem Standortübungsplatz Schwarzenborn in weniger als 48 Stunden eine Zeltstadt zur Aufnahme von bis zu 500 Flüchtlingen während nahezu parallel Soldatinnen und Soldaten des Versorgungsbataillons 7 als erste Kräfte der „Lipperland“-Brigade am Dortmunder Hauptbahnhof auf Anforderung der Stadtverwaltung tatkräftig unterstützten. In der in den Folgewochen anlaufenden, dauerhaften Abstellung von Personal kamen bis zum Jahresende insgesamt über 1000 Soldatinnen und Soldaten des Augustdorfer Großverbandes im Bundesland Hessen zum Einsatz.
Im September setzte die Panzerbrigade 21 ihre vorbereitende Ausbildung für die Divisionsrahmenübung „Decisive Taurus“ mit einem zweiwöchigen Aufenthalt am SIRA-Stützpunkt in Hammelburg fort. In der simulationsgestützten Gefechtsstandübung „Lippischer Speer II“ wurden die Bataillonsgefechtsstände unter Leitung des Brigadekommandeurs, Brigadegeneral Kai Rohrschneider, anhand einer komplexen Lage intensiv beübt.
Am 24. September endete die rund zweijährige Dienstzeit von Oberstleutnant i.G. Martin Tilgner als Chef des Stabes der Augustdorfer Brigade. Ihm folgte Oberstleutnant i.G. Carsten Schrehardt, der aus dem Verteidigungsministerium in die Sennegemeinde wechselte.
Am 01.Oktober begann im Rahmen der Präsenzerhöhung der NATO in den östlichen Mitgliedsstaaten („Persistent Presence“) die Verlegung von Großgerät und Personal des Panzergrenadierbataillons 212 und des Panzerbataillons 203 auf den Truppenübungsplatz Orzysz in Nordpolen. Bis Mitte Dezember nahmen rund 200 Soldatinnen und Soldaten gemeinsam mit polnischen und britischen Verbänden an multinationalen Übungsvorhaben teil.
Am 05. Oktober besuchte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Dr. Ralf Brauksiepe, die Panzerbrigade 21 am Standort Augustdorf, um sich über die aktuelle Situation vor Ort zu informieren.
Eine Ausbildung der ganz besonderen Art stand für die 2. Kompanie des Jägerbataillons 1 aus Schwarzenborn auf dem Programm. Rund 100 Soldatinnen und Soldaten verlegten für drei Wochen nach Israel um am „Urban Warfare Trainingscentre“ gemeinsam mit Kameradinnen und Kameraden der Gastgebernation intensiv zu üben.
Während große Teile sich am 02. November auf den Weg ins unterfränkische Wildflecken machten, um an der Divisionsrahmenübung „Decisive Taurus“ teilzunehmen, stand für das Aufklärungsbataillon 7 ein besonderer Tag bevor. Mit Oberstleutnant Stefan Kribus hat der jüngste Verband der Panzerbrigade 21 seit diesem Tag seinen ersten Kommandeur.
Brigadegeneral Rohrschneider übertrug dem Generalstabsoffizier im Rahmen eines feierlichen Appells das Kommando über die „7er“. Bis Mitte November nahmen neben dem Gefechtsstand der Panzerbrigade 21 auch die 43. niederländische mechanisierte Brigade sowie der 10. polnischen Kavalleriebrigade an der Rahmenübung in Wildflecken teil, ehe ein erneuter Führungswechsel an der Spitze eines Verbandes der Brigade vollzogen wurde. Seit 19. November führt Oberstleutnant Christian Belke das Panzerpionierbataillon 1 aus Holzminden. Sein Vorgänger, Oberstleutnant Hubertus Lammersen, der zum Stab des I. deutsch-niederländischen Korps nach Münster wechselte, wurde im Rahmen eines Bataillonsappells offiziell verabschiedet.
Anfang Dezember standen sich erneut eine Auswahl der Panzerbrigade 21 sowie die 20.
britischen Infanteriebrigade aus Paderborn-Sennelager auf dem Fußballfeld zu einem freundschaftlichen Kräftemessen gegenüber. In Erinnerung an den „Weihnachtsfrieden 1914“ hatte im Vorjahr die erste sportliche Gedenkfeier in Sennelager stattgefunden. Nun erfolgte die Gegeneinladung der Panzerbrigade 21.
Verlor die Auswahl der „Lipperland“-Brigade vor einem Jahr noch deutlich mit 0:5, konnten diesmal die britischen Kameraden in einem spannenden Spiel mit 3:2 Toren bezwungen werden. Mit dem traditionellen Adventskonzert fand das Kalenderjahr 2015 seinen offiziellen Ausklang, ehe die Panzerbrigade 21 mit dem Jahreswechsel mit der vorbereitenden Ausbildung für das Einsatzjahr 2016 beginnen wird.


2014

In den ersten Januarwochen des Jahres begann die Verlegung der Hauptkräfte der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ in die Einsatzgebiete in Afghanistan und auf dem Balkan. Für insgesamt rund 1.400 Soldatinnen und Soldaten der Brigade begann damit das Einsatzjahr 2014, an der Spitze der Brigadekommandeur, General Gante. Neben großen Teilen des Stabes des Regionalkommandos Nord in Masar-e Sharif stellte das Panzergrenadierbataillon 212 auch die rund 500 Mann starke „Northern Reaction Unit“ als schnelle Eingreifreserve für Nordafghanistan. Zahlreiches Einzelpersonal wurde zudem im internationalen Hauptquartier der internationalen Schutztruppe ISAF in Kabul eingesetzt. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Ausbildung der afghanischen Armee, die durch mehrere Teams der Brigade über sechs Monate begleitet wurden. Das Panzerartilleriebataillon 215 entsandte die dritte Batterie zeitgleich in den Norden des Kosovo, wo sie als deutsche Einsatzkompanie ihren Dienst versah. Weiteres Personal der „Lipperland-Brigade“ wurde im multinationalen Hauptquartier der „Kosovo-Force“ (KFOR) in Pristina sowie im Stab des deutschen Einsatzkontingentes in Prizren eingesetzt. Das Jägerregiment 1 stellte auftragsgemäß die Anteile der Brigade an der operativen Reserve für den Balkan-Einsatz, kurz ORF, die in Bereitschaft am Standort Schwarzenborn und Hammelburg gehalten wurde. An den Standorten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ hielt wie gewohnt das sogenannte „Team Hotel“ bzw. „Team Heimat“ den Grundbetrieb aufrecht. Die Verlegung der Einsatzkontingente war kaum abgeschlossen, da stand der Augustdorfer Brigade erneut ein Personalwechsel der besonderen Art bevor. Am 14. März entband der Kommandeur der 1. Panzerdivision, Generalmajor Carsten Jacobson, nach rund zwei Jahren Brigadegeneral Harald Gante vom Kommando über die Panzerbrigade 21. General Gante, der anlässlich der Übergabe aus Afghanistan nach Deutschland zugereist war, dankte in seiner Rede den Soldatinnen und Soldaten für ihre besondere Leistungsfähigkeit und den Leistungswillen jedes Einzelnen. Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kirche wünschte der Divisionskommandeur, Generalmajor Jacobson, dem „Neuen“, Oberst i.G. Kai Ronald Rohrschneider viel Soldatenglück für die neue Verwendung an der Spitze der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Oberst i.G. Rohrschneider trat nach einer Verwendung im Bundesministerium der Verteidigung nunmehr wieder eine Führungsverwendung an. Rund zwei Monate später erfolgte ein erneuter Wechsel an der Spitze eines Verbandes der Brigade. Oberstleutnant i.G. Michael Prestel wurde am 22.05.2014 neuer Kommandeur der „Hacketäuer“, dem am Standort Augustdorf stationierten Panzerbataillon 203. Er folgte Oberstleutnant Zierold, der eine neue Verwendung im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr in Köln antrat. Anfang Juli besuchte die Bundestagsabgeordnete Frau Sylvia Jörrißen die Standorte Augustdorf und Unna, um sich „vor Ort“ einen Eindruck von den infrastrukturellen Rahmenbedingungen sowie den Ausbildungsmöglichkeiten der Truppenteile der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ zu verschaffen. Am 17. Juli 2014 machte die Bundesministerin der Verteidigung, Frau Dr. Ursula von der Leyen, im Rahmen ihrer Sommerreise 2014 Station am Standort Augustdorf. Nach der Begrüßung durch den Brigadekommandeur besuchte die Ministerin die Grundausbildungseinheit des Panzerbataillons 203. Bei der Ausbildung „Leben im Felde“ traf die Verteidigungsministerin zunächst auf junge Rekrutinnen und Rekruten, um sich im Anschluss sehr detailliert über die Einsatzbetreuungsorganisation am Standort Augustdorf zu informieren. Während des anschließenden Pressetermins vor rund 30 Journalistinnen und Journalisten lobte die Verteidigungsministerin die lippische Garnison als „erfahrenen Standort“, der auch in Zukunft eine gewichtige Rolle innerhalb der Bundeswehr spielen werde. Zwei Gesprächsrunden mit den Vertrauenspersonen aller Dienstgradgruppen, den Personalvertretungen der zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Augustdorf sowie weiteren Führungs-und Funktionspersonal des Standortes prägten den zweiten Teil des Besuches der Bundesministerin. Abschließend nutzte die Verteidigungsministerin die Gelegenheit zum Gedankenaustausch mit den versammelten Kommandeuren der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Ende Juli traf der neue Divisionskommandeur der 1. Panzerdivision, Brigadegeneral Johann Langenegger, zu einem zweitägigen Dienstaufsichtsbesuch am Standort Augustdorf ein. Dabei stand neben den Ausbildungsvorhaben des Panzergrenadierbataillons 212 und des Panzerbataillons 203, in die sich der General im Gelände einweisen ließ, die Übungsmöglichkeiten auf dem Truppenübungsplatz Senne sowie die Abschlussübung des Panzerartilleriebataillons 215 im Mittelpunkt. Ende August kehrten die letzten Soldatinnen und Soldaten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ wohlbehalten aus den Einsatzgebieten an die Standorte der Brigade zurück. Insbesondere die Rückverlegung der Deutschen Einsatzkräfte sowie großen Teilen des Materials aus Afghanistan sowie die Umgliederung des Regionalkommandos Nord in das „Train Advise and Assist Command North (TAAC-N)“ als Ausbildungs-und Unterstützungskommando prägten den Einsatz der Kräfte der Brigade im Norden Afghanistans. Für die Einsatzkräfte im Kosovo standen die angespannte Sicherheitslage im Nordkosovo sowie die bevorstehenden Wahlen im Mittelpunkt. Anfang September besuchte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Herr Hellmut Königshaus, auf Einladung des Kommandeurs des Logistikbataillons 7, Oberstleutnant Bock, den Standort Unna, um gemeinsam mit General a.D. Egon Ramms, dem ehemaligen Befehlshaber des Allied Joint Force Command der NATO, an einer Podiumsdiskussion zur sicherheitspolitischen Entwicklung in Europa sowie im Nahen Osten teilzunehmen. Im September waren erneut die Auswirkungen der Bundeswehrstrukturreform für die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ spürbar. Der älteste noch aktive Artillerieverband der Bundeswehr, das am Standort Augustdorf stationierte Panzerartilleriebataillon 215, verabschiedete sich am 11. September 2014 im Rahmen einer feierlichen Serenade von den Bürgerinnen und Bürgern der Patengemeinde Augustdorf. Der Feierstunde in der Öffentlichkeit wohnten rund 350 Besucherinnen und Besucher sowie zahlreiche geladene Gäste aus Militär, Wirtschaft und Politik bei. Am 25. September stellte die „Lippische Artillerie“ dann letztmalig im Rahmen einer groß angelegten Übung ihr artilleristisches Können im Zusammenwirken mit Kampf- und Kampfunterstützungskräften sowie unter Beteiligung der Luftwaffe auf dem Truppenübungsplatz Senne unter Beweis. Über 400 Gäste waren der Einladung der Augustdorfer Artilleristen gefolgt und zeigten sich beeindruckt von der aufwendig durchgeführten Übung des Bataillons. Oberstleutnant Rommel, der letzte Kommandeur der „215er“, sowie zahlreich erschienene ehemalige Kommandeure des Verbandes feuerten den letzten Schuss des Panzerartilleriebataillons 215 aus der Feuerstellung „Klarad“ ab. Um 20:19 Uhr war es dann soweit: das Panzerartilleriebataillon 215 meldete sich mit einem letzten „ZU – GLEICH“ aus dem Funkkreis der Artillerieverbände der Bundeswehr ab. In den kommenden Wochen und Monaten wird das Bataillon nun personell und materiell „deaktiviert“. Zahlreiche Soldatinnen und Soldaten werden neue Verwendungen außerhalb des Standortes Augustdorf antreten. Zeitgleich unterstützte die Brigade das schwere Pionierbataillon 130 aus Minden bei der Durchführung der Informationslehrübung „Kampf um Gewässer“. Zahlreiches Großgerät, darunter Kampf- und Schützenpanzer sowie die entsprechenden Besatzungen wirkten bei der zweitägigen Übung mit. Am 26. September fand das Einsatzjahr 2014 mit dem Rückkehrerappell der PzBrig 21 auch nunmehr offiziell sein Ende. Im Beisein des Staatssekretärs Thorsten Klute, der als offizieller Vertreter der Landesregierung Nordrhein-Westfalens an dem großen Appell in der General-Feldmarschall-Rommel-Kaserne teilnahm, hob der Brigadekommandeur, Oberst Rohrschneider, das Können sowie die Leistungsfähigkeit der Truppe besonders hervor. Wichtig sei vor allem, dass alle Soldatinnen und Soldaten wieder wohlbehalten an die Heimatstandorte zurückgekehrt sind, so der Kommandeur der „Lipperland“-Brigade. Am 07. Oktober 2014 übernahm Oberstleutnant i.G. Richard Stöver die Führung des Panzergrenadierbataillons 212 von seinem Vorgänger, Oberstleutnant Matthias Ehbrecht, der rund zweieinhalb Jahre an der Spitze des Augustdorfer Kampftruppenverbandes stand. Ende Oktober besuchte der Parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Dr. Brauksiepe, das Logistikbataillon 7 am Standort Unna. Mitte bis Ende November führte das Panzerbataillon 203 eine rund dreiwöchige Übung durch, bei dem der Verband über 300 Kilometer im Straßenmarsch zwischen dem Truppenübungsplatz Klietz und dem Truppenübungsplatz Oberlausitz zurücklegte. Am 21. November wurde Oberstleutnant Rommel im Rahmen eines feierlichen Appells von seinem Kommando über das Panzerartilleriebataillon 215 entbunden. Mit der Führung des Verbandes bis zur endgültigen Auflösung am 30. Juni 2015 beauftragte Oberst Rohrschneider den stellvertretenden Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Roman Paschek. Am 09. Dezember trat eine Auswahl der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ im nahegelegenen Sennelager gegen Soldaten der britischen Garnison Paderborn im Rahmen einer „Sportlichen Gedenkfeier“ zu einem fußballerischen Wettstreit an. In Gedenken an den „Weihnachtsfrieden 1914“, bei dem sich britische und deutsche Soldaten im Niemandsland der Westfront des Ersten Weltkrieges friedlich zu einem Fußballspiel getroffen hatten, folgten rund 100 Soldatinnen und Soldaten der Brigade der Einladung der britischen Kameraden. Mit dem am selben Tag stattfindenden Adventskonzert der evangelischen Militärkirchengemeinde fand das Jahr 2014 einen besinnlichen Ausklang. Wenige Tage vor Weihnachten gab es dann noch einen letzten Höhepunkt im Jahr. Seit dem 15. Dezember 2014 wird die „Lipperland“-Brigade wieder von einem General geführt. Brigadegeneral Rohrschneider nahm am Folgetag die Glückwünsche der Kommandeure sowie des Stabes entgegen.


2013

Das Kalenderjahr 2013 begann gleich im ersten Monat mit einem Ausbildungshöhepunkt: das gesamte Gefechtsstandpersonal verstärkt mit zahlreichen Soldatinnen und Soldaten aus dem unterstellten Bereich nahm vom 16. - 25. Januar an der Divisionsrahmenübung „BRISK TAURUS 2013“ im Gefechtssimulationszentrum in Wildflecken teil. Unter Leitung des Stabes der 1. Panzerdivision nahm der Brigadestab in der Übungsgliederung die Aufgaben des Regionalkommandos Nord im nordafghanischen Mazar-e Sharif wahr. Die Besonderheit: unter enorm hohen technischen Aufwand und nach monatelanger Vorbereitung konnten während des Übungsverlaufes die realen Kommunikationsnetzwerke aus dem Einsatzland sowie „Echtdaten“ aus Afghanistan in der Übung verwendet werden. So entstand in den zwei Wochen intensivster Übung ein absolut realistisches und bisher einzigartiges Lagebild und Übungsszenario. Neben der erneuten Vertiefung nationaler Führungs- und Entscheidungsprozesse stand die führungsgrundgebietübergreifende Zusammenarbeit in einem multinationalen Stab im Mittelpunkt der Übung. Der Kommandeur der 1. Panzerdivison, Generalmajor Carsten Jacobson, zog am Abend des 24. Januar im Rahmen der Abschlussbesprechung mit dem englischen Ausspruch „Well done twenty one“ – „Gut gemacht 21“ ein überaus positives Fazit der Übung. Nur wenige Wochen später konnten das Panzergrenadierbataillon 212 sowie das Panzerbataillon 203 vom 19. Februar bis 06. März ihr Leistungsvermögen während eines gemeinsamen Übungsdurchganges im Gefechtsübungszentrum des Heeres in Letzlingen nahe Magdeburg unter Beweis stellen. Neben den Kampfkompanien der Verbände wurden auch die beiden Bataillonsgefechtsstände intensiv beübt. Das Logistikbataillon 7 führte „im laufenden Gefecht“ die Einsatzversorgung, insbesondere mit Munition, Betriebsstoff und Verpflegung mit großem Erfolg durch. Während Großteile der Brigade aus der Altmark den Rückmarsch in die Augustdorfer Garnison antraten, verschaffte sich am 05. März der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Hellmich im Rahmen eines Besuches einen Überblick über den Auftrag sowie das Leistungsvermögen der „Lipperland-Brigade“. Neben einer Rundfahrt durch die GFM-Rommel-Kaserne sowie einer Gesprächsrunde mit Führungspersonal stand auch eine Einweisung in die Aufgaben und Tätigkeitsfelder des Familienbetreuungszentrums Augustdorf auf dem Programm. Der Aufenthalt der Brigade auf dem Truppenübungsplatz Bergen und Munster-Süd im April des Jahres stand dann schon ganz im Zeichen des bevorstehenden Einsatzjahres 2014. Einsatzorientierte Truppen- und Gefechtsausbildung sowie Gefechtsschießen bildeten den Schwerpunkt der Übungsvorhaben in der Lüneburger Heide, ehe sich die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ einer neuen, großen Herausforderung zu stellen hatte. Im Juni 2013 beteiligte sich die Brigade mit insgesamt 2300 Soldatinnen und Soldaten aller Verbände und selbstständigen Einheiten sowie weit über hundert Rad- und Kettenfahrzeugen an dem Hochwassereinsatz der Bundeswehr an der Elbe, im Schwerpunkt im Raum Magdeburg/Dessau. Nach Rückkehr der Kräfte der Brigade besuchte der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck am 26. und 27. Juni den Standort Augustdorf, um persönlich einen Eindruck des täglichen Dienstbetriebes und Ausbildungsdienstes an einem der größten Standorte des Heeres zu gewinnen. Am 12. Juli fand auf Einladung des Kommandeurs, Brigadegeneral Harald Gante, das Brigadebiwak 2013 rund um die Gemeinsame Heimgesellschaft (GHG) am Standort Augustdorf statt. Das Führungspersonal der Brigade sowie zahlreiche zivile Gäste verlebten bei sommerlichem Wetter einige schöne Stunden in geselliger Runde. Im August erwartete das in Schwarzenborn und Hammelburg stationierte Jägerregiment 1 den Verteidigungsminister, Dr. Thomas de Maizière, zu einem Truppenbesuch. Am 20. August 2013 besuchte der Minister den nordhessischen Standort und überzeugte sich persönlich von der Leistungsfähigkeit und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des größten Infanterieverbandes des Heeres. Vom 16. bis 27. September machten erneut Teile der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ im Gefechtssimulationszentrum des Heeres im unterfränkischen Wildflecken Station. Diesmal stand jedoch nicht der Brigadestab mit seinen Stabsabteilungen im Fokus, sondern die Führungskräfte des Stabes der sog. „Northern Reaction Unit“, kurz NRU. Das Panzergrenadierbataillon 212 hatte den Auftrag, diesen rund 500 Dienstposten starken, schnell verlegefähigen Verband für das deutsche Einsatzkontingent in Afghanistan aufzustellen und auszubilden. Unter Nutzung der hochmodernen Simulationssysteme wurde in elf Tagen der Stab der NRU intensiv auf den bevorstehenden Einsatz vorbereitet. Am 19. September 2013 stand ein erneuter Personalwechsel innerhalb der Brigadeführung an. Oberst Hans-Volker Rönnike, stellvertretender Brigadekommandeur und Kommandeur der Brigadeeinheiten, trat nach über 40 Dienstjahren in den Ruhestand. Durch zahlreiche Vorverwendungen in ehemaligen Verbänden und Einheiten der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, so beispielsweise im Panzerbataillon 214, war Oberst Rönnike dem Großverband, dem Standort und der Region in besonderer Weise verbunden. Ihm folgte im Rahmen eines feierlichen Appells Oberstleutnant Siegfried Zeyer, der nach mehrjähriger Verwendung im Bundesministerium der Verteidigung nun wieder eine Führungsverwendung in der Truppe antrat. Vom 21. Oktober bis 03. November erreichte die Einsatzvorbereitung für die Einsatzkräfte des 37. Einsatzkontigentes KFOR mit dem abschließenden Übungsdurchgang im Gefechtsübungszentrum Letzlingen ihren Höhepunkt. Neben der Einsatzkompanie KFOR, gestellt durch das Panzerartilleriebataillon 215, übte auch das durch das Jägerrregiment 1 gestellte ORF-Bataillon („Operational Reserve Forces“) mit rund 400 Soldatinnen und Soldaten in der Altmark. Zum Jahresende übergab Brigadegeneral Gante am 08. November das Kommando über das Logistikbataillon 7 am Standort Unna von Oberstleutnant Klaumann an Oberstleutnant Bock. Drei Tage später folgte Oberstleutnant i.G. Zierold als neuer Kommandeur des Panzerbataillons 203 seinem Vorgänger Oberstleutnant Franke. Das Weihnachtsfest 2013 stand ganz im Zeichen des beginnenden Einsatzjahres 2014, denn in wenigen Wochen sollte die Verlegung der Einsatzkontingente nach Afghanistan wie auch auf den Balkan beginnen.


2012

Das Kalenderjahr 2012 begann zunächst mit zahlreichen Personalwechseln innerhalb der Panzerbrigade 21 „Lipperland“. Sowohl beim Panzergrenadierbataillon 212 wie auch beim Panzerbataillon 203 wechselten die Kommandeure turnusgemäß. Brigadegeneral Backen übergab Mitte Januar das Kommando über die „212er“ von Oberstleutnant Hübner an Oberstleutnant i.G. Ehbrecht, eine Woche später übernahm Oberstleutnant i.G. Franke die Führung des Augustdorfer Panzerbataillons von Oberstleutnant Schüren. Doch nicht nur auf der Bataillonsebene drehte sich das „Personalkarussell“, auch die Führung der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ war betroffen. Am 23.März traten alle verfügbaren Soldatinnen und Soldaten der Brigade auf dem Scharnhorst-Platz in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne an, um der Übergabe der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ einen würdigen Rahmen zu geben. Nach rund drei Jahren entband der Kommandeur der 1.Panzerdivision, Generalmajor Kneip, den scheidenden Brigadekommandeur, Brigadegeneral Dirk H. Backen, vom Kommando über die „Lipperland-Brigade“. In seiner Rede anlässlich der Übergabe blickte Generalmajor Kneip insbesondere nochmals auf die gemeinsame Zeit der beiden Generäle im Afghanistan-Einsatz 2011 zurück. Nach seiner eigenen Verwundung führte Brigadegeneral Backen über mehrere Monate das Regionalkommando Nord in Mazar-e Sharif. Während Brigadegeneral Backen einer neuen Verwendung in den USA entgegensah, übernahm Oberst Harald Gante die Führung der Brigade. Ehe die neuen Aufgaben des Jahres 2012 gänzlich in den Fokus rückten, markierte der Rückkehrerappell der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Hannlore Kraft, in der Staatskanzelei in Düsseldorf am 16.April in Verbindung mit den zahlreichen Personalwechseln auch formal das Ende des Einsatzzeitraumes, der rund 2500 Soldatinnen und Soldaten der Brigade in den Einsatzgebieten in Nordafghanistan sowie auf dem Balkan für mehrere Monate gebunden hatte. Bevor aber diverse Ausbildungsvorhaben auf Brigade-und Verbandsebene im Frühsommer 2012 begannen, stand dem Standort Augustdorf sowie der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ ein echtes „Highlight“ bevor. Rund 28000 Besucherinnen und Besucher strömten anlässlich des traditionellen „Augustdorfer Soldatentages“ am 12.Mai in die Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Anfang Juni besuchte Oberstleutnant Thomas Sohst, der Vorsitzende des Landesverbandes West des Deutschen Bundeswehrverbandes, den Standort Augustdorf und traf dabei mit Kompaniefeldwebeln, Vertrauenspersonen und Kommandeuren zusammen, um über den Sachstand der Verbandsarbeit sowie aktuelle Themenfelder zu informieren. Im Ende Juni bis Anfang Juli führte die Brigade die Gefechtsstandübung „Lippischer Speer I“ im Gefechtssimulationszentrum des Heeres in Wildflecken durch. Die Aus-und Weiterbildung des Gefechtsstandpersonals sowie die konsequente Nutzung der computergestützten Führungsinformationssysteme im Rahmen einen simulierten Stabilisierungsoperation , ähnlich wie im derzeit akutellen ISAF-Einsatz, standen dabei im Vordergrund. Perspektivisch diente der zweiwöchige Ausbildungsblock auch zur Vorbereitung der Divisionsrahmenübung „BRISK TAURUS“, welche im ersten Quartal unter Leitung der 1.Panzerdivision durchgeführt werden sollte. In der Jahresmitte besuchte der Bundesminister der Verteidigung, Herr Dr. Thomas de Maizière, im Rahmen der traditionellen Sommerreise am 11.Juli den Standort Augustdorf, um sich persönlich ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ sowie den infrastrukturellen Besonderheiten der lippischen Garnison zu machen. Zusätzlich besuchte der Verteidigungsminister die 5. Kompanie des Panzerbataillons 203, sprach mit Rekrutinnen und Rekruten sowie Vertrauenspersonen und weiteren Soldatinnen, Soldaten und zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus allen Bereichen des Standortes. Rund einen Monat später besuchte Herr Steffen Kampeter, Mitglied des Deutschen Bundestages sowie Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Finanzen, die GFM-Rommel-Kaserne. In Begleitung des Bürgermeisters der Garnisonsgemeinde Augustdorf, Herrn Dr. Andreas Wulf, sowie Herrn Ralph Brinkhaus, Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Gütersloh, standen die Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten am Standort, insbesondere die simulatorgestützte Ausbildung im Vordergrund. Von Mitte bis Ende September führte die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ auf dem Truppenübungsplatz Senne die „Feldeinsatzübung Munition“ als Versuchsübung der 1.Panzerdivision durch. Nach intensiver Vorbereitung wurde im Kernübungszeitraum vom 24. bis 29. September die Sicherstellung der Einsatzlogistik eines Gefechtsverbandes, der aus insgesamt 30 Gefechtsfahrzeugen der Brigade bestand, geübt. Hierzu wurden unter hohem logistischen Aufwand rund 200 Tonnen Munition unter Nutzung der Anwendungssoftware aus dem Hause SAP unter realen Einsatzbedingungen angefordert, gebucht, an die Kampf-und Kampfunterstützungstruppe ausgegeben und im Anschluss in den Versorgungskreislauf zurückgeführt. Neben allen Truppenteilen der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ war das Logistikbataillon 161 aus dem niedersächischen Delmenhorst maßgeblich an der Übung beteiligt. Zeitgleich übergab der Kommandeur der Brigadeeinheiten, Oberst Volker Rönnike, das Kommando über die Panzerpionierkompanie 200 von Major Scheufen an Hauptmann Richter. Für Ende Oktober hatte sich dann erneut hochrangiger Besuch in der Augustdorfer Garnison angekündigt. Der Führungskreis der Stammdienststelle der Bundeswehr unter Führung von Herrn Generalmajor Hofmann sowie Herrn Oberst i.G. Klein informierte sich am 23.Oktober über die aktuelle Lage der Brigade sowie die Ausbildungsmöglichkeiten am Standort. Am 30. Oktober besuchte eine hochrangige Delegation der Panzerbrigade 21 „Lipperland“, darunter neben der Brigadeführung alle Abteilungsleiter des Brigadestabes sowie die Bataillonskommandeure des Standortes, auf Einladung von Herrn Stephan Prinz zur Lippe eine Abendveranstaltung im Schloß Detmold. Vom 03. bis 14. Dezember folgte mit der Brigadegefechtsstandübung „Lippischer Speer II“ der abschließende Ausbildungshöhepunkt des Jahres 2012. Im Rahmen einer durch das Gefechtssimulationszentrum Wildflecken realitätsnah simulierten Stabilisierungsoperation wurden im Schwerpunkt nationale Führungsprozesse auf Brigadeebene geübt und damit die Vorbereitungen auf die Divisionsrahmenübung „BRISK TAURUS“ im Folgejahr abgeschlossen. Während der Brigadestab in der bayrischen Rhön verblieb, nahm in einem ersten Schritt das „neue Gesicht“ der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ im Rahmen der Bundeswehrstrukturreform erste Formen an. Am 10. Dezember wurde das Jägerregiment 1 aus Schwarzenborn und Hammelburg im Rahmen eines feierlichen Appells der Augustdorfer Brigade unterstellt. Nach der erfolgten Umgliederung wird das dann neu formierte Jägerbataillon 1 als drittes Kampftruppenbataillon der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ seine Aufträge der Zukunft erfüllen. Das Kalenderjahr 2012 endet mit einem erneuten Personalwechsel. Oberstleutnant i.G. Rommel übernimmt als 26. und letzter Kommandeur die Führung über das Panzerartilleriebataillon 215 , das Mitte 2015 ausser Dienst gestellt wird. Sein Vorgänger, Oberstleutnant Lück, verlässt die „Lipperland-Brigade“ in Richtung Bonn, um eine Anschlussverwendung im Bundesministerium der Verteidigung wahrzunehmen.


2011

Das „Team Heimat“ hatte zum Jahresende 2010 alle notwendigen organisatorischen Umgliederungen und die Übernahmen der Aufgaben abgeschlossen. Obwohl bereits im Januar erste Soldatinnen und Soldaten in den Einsatz verlegten, galt es noch bestimmte Ausbildungsabschnitte für das „Team Einsatz“ abzuarbeiten. So standen Ausbildungsübungen für das eingeplante Ausbildungs- und Schutzbataillon in Mazar-e-Sharif und für die Schutzkompanie Kunduz/ Fayzabad auf dem Ausbildungsplan. Bevor im Rahmen des Verabschiedungsappell der Brigade am 11.02.2011 in Augustdorf die Soldatinnen und Soldaten in das 25. Deutschen Einsatzkontingentes ISAF verabschiedet wurden, besuchte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Herr Hellmut Königshaus, am 02.02.2011 die Einsatzausbildung auf dem Truppenübungsplatz in Wildflecken. Ihm folgte, ebenfalls auf dem Truppen-übungsplatz in Wildflecken, am 08.02.2011 der Besuch des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Werner Freers. Ende Februar sowie Anfang März 2011 verlegte das Hauptkontingent des 25. Einsatzkontingentes ISAF ins Einsatzland nach Afghanistan. Bereits im Vorjahr begonnen, wurden alle Maßnahmen des Reaktionskalenders der Brigade bis zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. Die Brigade war somit gut auf alle, insbesondere aus potentiell negative Ereignisse aus dem Einsatz, die auf das „Team Heimat“ zukommen könnten, vorbereitet. Es sollte sich zeigen, dass sich diese Vorbereitungen als notwendig und richtig erweisen sollten. Zunächst hatte das „Team Heimat“ den täglichen Routinedienst zu bestehen. Daneben wurden, wie in „normalen Ausbildungsjahren“ zahlreiche Veranstaltungen der Nachwuchsgewinnung durchgeführt. Daneben besuchten die Abgeordneten des Deutschen Bundestages und jetziger Verkehrsminister in NRW, Herr Michael Groschek, Herr Jürgen Hardt, Herr Henning Otte und der Chef der Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen, Herr Franz-Josef Lersch-Mense die Brigade. Im Rahmen einer Inspektion nach dem „Wiener Dokument“ überprüfte am 23. März 2011 ein Inspektorenteam der weißrussischen Föderation die Panzerbrigade 21. Als Zeichen der Sympathie für die im Einsatz befindlichen Soldatinnen und Soldaten wurden im Rahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus den Städten und Gemeinden Ostwestfalen-Lippes, zahlreiche „Gelbe Bänder“ an das „Team Heimat“ übergeben. Diese wurden mit den besten Wünschen für eine gesunde Heimkehr an die Soldatinnen und Soldaten der jeweiligen Einsatzverbände übergeben. In den frühen Morgenstunden des 02. Juni 2011 erreichte die Panzerbrigade 21 eine Nachricht, die sich nachhaltig in das kollektive Gedächtnis der Augustdorfer Garnison einbrennen sollte. In der Pressemitteilung des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr hieß es: „Heute, am 02.06.2011 gegen 07:24 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit wurde auf deutsche Kräfte des Ausbildungsschutzbataillons Mazar-e Sharif in der Provinz BAGHLAN im Raum BAGHLAN-E-JADID, im sogenannten KANDAHARI GÜRTEL, 36 km südlich KUNDUZ ein Sprengstoffanschlag verübt. Dabei wurde ein Schützenpanzer MARDER 1A5 angesprengt. Ein deutscher Soldat ist gefallen, fünf weitere deutsche Soldaten wurden verwundet, zwei von ihnen schwer und drei leicht.“ Ein Schock für alle Soldatinnen und Soldaten, sowohl für das Einsatzkontingent wie auch die Kräfte am Heimatstandort. In den folgenden Tagen wurden alle vorgeplanten Maßnahmen, die für diesen tragischen Fall vorbereitet waren, durchgeführt. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag dabei auf der intensiven Betreuung der Familienangehörigen des Gefallenen wie auch der teils schwer verletzten Kameraden. Nach Abschluss aller Vorbereitungen fand am 10.06.2011, in der Heilig-Kreuz Kirche in Detmold die zentrale Trauerfeier der Bundeswehr statt. Neben vielen Soldatinnen und Soldaten der Brigade wie auch zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Standortes nahmen auch zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und der Wirtschaft wie auch der Bundesminister der Verteidigung, Herr Dr. Thomas de Maizière und der Bundesaußenminister, Herr Guido Westerwelle, sowie die Angehörigen im Beisein hunderter Detmolder Bürgerinnen und Bürger Abschied von dem gefallenen Kameraden Oberstabsgefreiter Alexej Kobelew. Am 11.06.2011 wurde der Gefallene im Rahmen seiner Familie sowie seinen Kameraden und Freunden des Panzergrenadierbataillons 212 in Bielefeld beigesetzt. Unmittelbar in den ersten Tagen nach der Beisetzung wurde für unseren gefallenen Kameraden ein Findling mit einer Gedenktafel an den Oberstabsgefreiten Kobelew auf dem Ehrenhain der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne aufgestellt. Alle Angehörigen der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ werden dem Kameraden ein ehrendes Andenken bewahren. Am 19.06.2011 fand – noch unter den Eindrücken des 02.06. stehend – ein großer Familientag am Standort statt. An diesem Tag konnten sich Familienangehörige und Freunde aus erster Hand über die laufenden Einsätze teilweise auch unterstützt durch „Live-Übertragungen“ aus dem Einsatzland informieren. Ein umfangreiches Rahmenprogramm einschließlich einer dynamischen Waffenschau rundete die Veranstaltung ab. Beispielhaft ist auch der 16.08.2011 zu nennen. An diesem Tag wurde die „Bundeswehrstiftung Lipperland“ gegründet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, sowohl Soldatinnen und Soldaten , deren Angehörigen aber auch alle zivilen Angehörigen der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ bei auftretenden Notfällen, unbürokratisch und schnell, sowohl materiell als auch finanziell zu unterstützen. Am 26.10.2011 stellte der Bundesminister der Verteidigung, Herr Dr. Thomas de Maizière das Konzept zur Stationierung der Bundeswehr in Deutschland vor. Die Pressekonferenz wurde in den Räumlichkeiten der „Gemeinsamen Heimgesellschaft“ in Augustdorf von Offizieren der Brigade und den regionalen Medien gemeinsam verfolgt. Die Brigade verliert am Standort Augustdorf rund 40 % ihrer Dienstposten. Von 4.050 Dienstposten verbleiben in Augustdorf noch rund 2.480 Dienstposten. Vor derzeit zwei Standorten (Augustdorf und Unna), wird die Brigade ab ca. 2015 auf insgesamt sechs Standorte in vier Bundesländern disloziert sein. Bis zum Jahresende 2016 wird sowohl das Panzerartilleriebataillon 215 wie auch die beiden selbständigen Brigadeeinheiten, die Aufklärungskompanie 210 sowie die Panzerpionierkompanie 200, ausser Dienst gestellt. Nach Umgliederung wird das Jägerregiment 1 aus Schwarzenborn / Hammelburg wie auch das Panzerpionierbataillon 1 aus Holzminden der Brigade unterstellt. Das neu aufzustellende Aufklärungsbataillon 7 wird ab 2015 am Standort Ahlen ebenfalls Teil der Lipperland-Brigade. Am 25.11.2011 wurden die Soldatinnen und Soldaten der Einsatzkontingente der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ im Rahmen des Rückkehrerappells in der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne wieder in der Heimat begrüßt. Mit dem traditionellen Adventskonzert der evangelischen Militärkirchengemeinde und der Panzerbrigade 21 „Lipperland“ ging ein schweres Jahr für die Brigade zu Ende.



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Stand vom: 17.04.18


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