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Generalleutnant Hofmann: „Mit Abschieds-Wehmutsgefühl und dem Bedürfnis Danke zu sagen“

Auf dem Podest erleben Generalleutnant Manfred Hofmann (l.) und Generalleutnant Jörg Vollmer den Großen Zapfenstreich
Auf dem Podest erleben Generalleutnant Manfred Hofmann (l.) und Generalleutnant Jörg Vollmer den Großen Zapfenstreich (Quelle: Bundeswehr/Angelika Suchomski)Größere Abbildung anzeigen
Bonn/Nordrhein-Westfalen, 26.09.2018.

Generalleutnant Jörg Vollmer, Inspekteur des Heeres, hat am 20. September in Bonn Generalleutnant Manfred Hofmann mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet. Mit Hofmann verlässt ein General die Bundeswehr, der voller Dankbarkeit auf seine Karriere zurückblickt.

Viele Gäste haben sich im Kasino des Verteidigungsministeriums in Bonn versammelt, über 250 sind zu den Abschiedsfeierlichkeiten gekommen. Uniformen aller Couleur sind darunter, viele aus dem Ausland, dazu Familie und Freunde. Hofmann war 44 Jahre Angehöriger der Bundeswehr, zuletzt als Kommandierender General des Multinationalen Korps Nordost im polnischen Stettin. Er war durch seine ruhige, und aufmerksame Art allgemein anerkannt, respektiert und beliebt. Das wird in den zahlreichen Gesprächsrunden im Foyer immer wieder spürbar. Die Stimmung im Foyer wirkt warm und herzlich, wie ein positives Feedback auf seine Person.

Wehmut und gestanzte Lochkarten

Sichtlich ergriffen nimmt Generalleutnant Manfred Hofmann (l.) zum Abschied die Glückwünsche von seiner Familie, Freunden und Kameraden entgegen
Sichtlich ergriffen nimmt Generalleutnant Manfred Hofmann (l.) zum Abschied die Glückwünsche von seiner Familie, Freunden und Kameraden entgegen (Quelle: Bundeswehr/Angelika Suchomski)Größere Abbildung anzeigen

Sein Vorgesetzter, der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, ist in seiner Laudatio voller Lob für den scheidenden General. Hofmann habe nach der strategischen Neuausrichtung der Bundeswehr, hin zur Bündnis- und Landesverteidigung, in seiner Position viel Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bewiesen.

Hofmann selbst tritt nun ans Rednerpult. „Ja, Wehmut ist eine angemessene Gefühlslage für diesen Abschied. Und es kostet mich keine Mühe, diese in genau diesem Moment bei mir festzustellen“, sagt der sichtlich gerührte General. Berufszufriedenheit habe er durch die inhaltlich erfüllte Zeit, Begegnungen und Erfahrungen erlangt, berichtet er weiter.

Dann beginnt seine Zeitreise: Hofmann erzählt von den Härten seiner Grundausbildung 1974 als Jäger, dem unvergessenen Moment erstmals ein Unteroffizierheim betreten zu haben, von 6.000 gestanzten Lochkarten für seine Diplomarbeit, von seinem ersten Auslandseinsatz 2008 in der EUFOR-Mission in Sarajevo und seiner letzten Station: Stettin, das polnische Szczecin.

Generalleutnant Hofmann möchte mit seinen Ausführungen vor allem eines, Danke sagen, besonders seiner Frau. Namentlich benennt er die wichtigsten Wegbegleiter seines Lebens und erzählt das gemeinsam Erlebte. Viele der Angesprochenen sind unter den Gästen.

Ehrung durch die Artillerie

Die Ehrenformation – Soldatinnen und Soldaten des Artillerielehrbataillons 345 und des Heeresmusikkorps Kassel – marschiert zum Großen Zapfenstreich auf den Appellplatz
Die Ehrenformation – Soldatinnen und Soldaten des Artillerielehrbataillons 345 und des Heeresmusikkorps Kassel – marschiert zum Großen Zapfenstreich auf den Appellplatz (Quelle: Bundeswehr/Angelika Suchomski)Größere Abbildung anzeigen

In der Abenddämmerung versammeln sich die Gäste auf dem Appellplatz. In der Ferne knallen die ersten Schläge auf die Trommeln des Heeresmusikkorps Kassel. Zwischen den Bäumen flackern, noch etwas entfernt, die ersten Fackeln. Die Ehrenformation eines Großen Zapfenstreichs stellt normalerweise das Wachbataillon beim Bundesministerium der Verteidigung. Hofmann plante jedoch anders: „Das Artillerielehrbataillon 345 war mein ganz persönlicher Wunsch zum Abschied als Artillerieoffizier. Ich habe zu dieser Truppengattung einen sehr persönlichen Bezug: gestern, heute und ganz besonders morgen.“

Der Große Zapfenstreich: Höchstes militärisches Zeremoniell mit Tradition

Der erste Große Zapfenstreich wurde im Mai 1838 zu Ehren des russischen Zaren in Berlin gegeben. Seitdem besteht das Protokoll unverändert. Für die zumeist jungen Mannschaftsoldaten des Artillerielehrbataillons 345 ist es der erste in ihrem Leben. Bei der Generalprobe, einige Stunden zuvor, wird ihre Nervosität spürbar. In etlichen Stunden Formaldienst haben sie in den Wochen zuvor den festgelegten zeremoniellen Ablauf durchexerziert.

Generalleutnant Hofmann steht mit dem Inspekteur des Heeres auf einem Podest in der Mitte des Platzes. Der scheidende General durfte sich gemäß Protokoll drei Musikstücke wünschen. Seine Auswahl ist klassisch: Jäger aus der Kurpfalz, Helenenmarsch, Des Großen Kürfürsten Reitermarsch. Nach dem letzten Stück wird Hofmann die Ehrenformation abgemeldet. Er hebt die Hand zum militärischen Gruß, ein letztes Mal.

Die Ehrenformation marschiert vom Appellplatz. Die jungen Soldaten des Artillerielehrbataillons haben ihre Sache gut gemacht, flüssig und elegant. Die Instrumente des Heeresmusikkorps verstummen langsam mit der Entfernung. Am Ende bleiben die vereinzelten Schläge einer Trommel.
 

Der Große Zapfenstreich für Generalleutnant Manfred Hofmann in Bildern


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Stand vom: 26.09.18 | Autor: Patrick Enssle


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