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Volles Programm für Reservisten in der Oberlausitz (Teil 2)

Ein Soldat sichert das Abschleppen eines liegengebliebenen Unimogs
Ein Soldat sichert das Abschleppen eines liegengebliebenen Unimogs (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Pohlmann)Größere Abbildung anzeigen
Weißkeißel/Sachsen, 05.10.2018.

Die Reservisten vom Panzergrenadierbataillon 909 haben gemeinsam mit ihrem Patenverband, dem aktiven Panzergrenadierbataillon 371 „Marienberger Jäger“, auf dem Truppenplatz Oberlausitz in Weißkeißel eine mehrtägige Ausbildungsübung absolviert. Schwerpunkt der Übung der 909er vom 19. bis 31. August war der Kampf und Einsatz im urbanen Gelände. Zu der umfangreichen Ausbildung gehörten auch das Handgranatenwerfen, das Schießen mit dem MG 5, das Schulschießen, ein Gefechtsmarsch zu Fuß sowie ein Gruppengefechtsschießen.

Wie immer hatte die Ausbildungsgruppe der Reservisten des Panzergrenadierbataillons 909 einen unterschiedlichen Ausbildungsstand. Daher legten die Ausbilder vor dem ersten scharfen Wurf die notwendigen Grundlagen: Ein vorbereitender Unterricht, Ausbildung und Einweisung in den Umgang mit der Übungs-Handgranate und der Gefechtshandgranate, Ausbildung im Bogen- und Schleuderwurf, Ziel- und Weitwurfübungen sowie die Schulwurfübungen und die Vorübung zum Beziehen der Notdeckung – dies alles waren die notwendigen Vorausbildungen, um auf dem Handgranatenwurfstand die Gefechtshandgranate zu werfen.

Major Markus Sander kam schließlich zu der Entscheidung: Jetzt haben die Soldaten den notwendigen Ausbildungsstand erreicht. Trotzdem waren manche Nasen und die Knöchel weiß, als die Kameraden den ersten Weg mit der Handgranate zur Werferstellung in Angriff nahmen. Einige hatten zum ersten Mal in ihrem Leben eine Gefechtshandgranate in der Hand. Für andere lag der letzte scharfe Wurf weit zurück. „Fertig machen zum Wurf!“, „Fertig!“, „Wurf!“ Die Angst flog und explodierte im zugewiesenen Ziel mit den Granaten. Für jeden Soldaten planten die Ausbilder fünf scharfe Würfe ein. Auch noch nach dem letzten Wurf verließen die Kameraden die Werferstellung mit leuchtenden Augen. Die letzten Worte des Kompaniechefs beim Abschlussantreten: Ausbildungsziel erreicht.

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Großes Interesse am neuen MG5

Ein Reservist übt den Umgang mit dem neuen MG5
Ein Reservist übt den Umgang mit dem neuen MG5 (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Pohlmann)Größere Abbildung anzeigen

Fast alle Soldaten der Bundeswehr sind mit dem Maschinengewehr MG3 groß geworden. Die 3. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 ist als eine der ersten Einheiten der Bundeswehr mit dem neuen Maschinengewehr MG5 ausgerüstet. Dankend nahmen die nicht-aktiven Soldaten von der 3. Kompanie der 909er das Angebot an, an dieser neuen Waffe ausgebildet zu werden. In mehreren Ausbildungsabschnitten wurden die Grundlagen für eine Teilnahme am Schulschießen gelegt. Auch nach der offiziellen Ausbildung nutzten die Reservisten die Gelegenheit, sich mit dieser neuen Waffe vertraut zu machen.

Auf einem ganztägigen Gefechtsmarsch übten die Reservisten an verschiedenen Stationen ihre soldatischen Grundfertigkeiten: das Verhalten bei ABC-Alarm, die Bergung von Kraftfahrzeugen, die Rettung, Versorgung und der Transport von Verwundeten sowie das Überwinden von Gewässern. Der Abschluss dieses Ausbildungstages wurde dann mit einem gemeinsamen Grillen bei den 371ern beendet. Am Sonntag folgte ein gutbesuchter ökumenischer Feldgottesdienst.

Gruppengefechtsschießen mit Aktiven

Das Schießen mit dem MG5 wird in Gruppen geübt
Das Schießen mit dem MG5 wird in Gruppen geübt (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Pohlmann)Größere Abbildung anzeigen

Was darf auf keinem Truppenübungsplatz fehlen? Das Gefechtsschießen. In den letzten Jahren stemmten die Kameraden von 909 ihre Gefechtsschießen selbst. Geplant war, angelehnt an den Ausbildungsschwerpunkt Orts- und Häuserkampf, auch in diesem Jahr wieder ein Gruppengefechtsschießen in der Verteidigung aus einem Gebäude. Ein Truppenübungsplatz bietet hierzu uneingeschränkte Ausbildungsmöglichkeiten. Auch hier konnten Synergien genutzt werden. Das auf der Nachbarschießbahn durchgeführte MILAN-Schießen wurde in die Lage eingebunden und simulierte das Anschießen des Gegners, der anschließend vor die eigene Stellung auswich – Ausbildungsmöglichkeiten, die nur im Verbund mit einer aktiven Truppe möglich sind.

Positive Bilanz

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Winfried Weber (l.), wertet mit den angetretenen Reservisten die Ausbildungsübung aus
Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Winfried Weber (l.), wertet mit den angetretenen Reservisten die Ausbildungsübung aus (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Pohlmann)Größere Abbildung anzeigen

Aus Sicht des Bataillonskommandeurs, Oberstleutnant Winfried Weber, hat sich der Ansatz „Reservisten bilden Reservisten aus“, mit Unterstützung eines Mentors aus der aktiven Truppe bestens bewährt. „Unser Anspruch ist es, unseren Ausbildungsstand auf Augenhöhe mit der aktiven Truppe zu haben. Da meine Reservisten fest im Berufsleben stehen, können sie sich nicht selbst im Vorfeld eines Ausbildungsvorhabens auf den aktuellsten Ausbildungsstand bringen. Dies kann nur durch einen aktiven Ausbilder geschehen, mit dem Ziel, dass meine Männer dann so schnell wie möglich selbst übernehmen – und das haben sie mit beeindruckender Leistung gezeigt,“ sagte er zum Abschluss des mehrtägigen Programms.

An dem ökumenischen Festgottesdienst am Rand des Truppenübungsplatzes nehmen am Sonntag zahlreiche Soldaten teil
An dem ökumenischen Festgottesdienst am Rand des Truppenübungsplatzes nehmen am Sonntag zahlreiche Soldaten teil (Quelle: Bundeswehr/Wilhelm Pohlmann)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 05.10.18 | Autor: Sebastian Mittelberg


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