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Übung Feldberg 2018: Soldaten bereiten sich auf Einsatz in Mali vor

Ein Scharfschütze des Jägerbataillons 291 ist in Stellung gegangen, um die Infanterie mit gezieltem Einzelfeuer zu unterstützen
Ein Scharfschütze des Jägerbataillons 291 ist in Stellung gegangen, um die Infanterie mit gezieltem Einzelfeuer zu unterstützen (Quelle: Bundeswehr/Andreas Keck)Größere Abbildung anzeigen
Stetten am kalten Markt/Baden-Wüttemberg, 06.03.2018.

Es ist Mitte Februar. Minus sechs Grad Celsius zeigt das Thermometer in Stetten am kalten Markt an – 46 Grad weniger als derzeit in Westafrika. Doch die Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 291 können sich das Wetter nicht aussuchen. In sieben Monaten müssen sie fit sein – fit für den Einsatz in Mali. Elf Tage lang übten sie deshalb das hochintensive Gefecht auf dem Truppenübungsplatz Heuberg.

Mitte September verlegt die Deutsch-Französische Brigade, zu der auch das Bataillon gehört, für die United Nations Multidimensional Integrated Stabilization Mission (MINUSMA) sowie die European Union Training Mission (EUTM) nach Mali. Darauf hat sich der Großverband bereits auf verschiedenen Übungsplätzen in Deutschland und Frankreich vorbereitet.

Realitätsnahe Übung trotz Schnee und Eis

Hauptmann Felix Paak* (2. v. r.) weist die Soldaten des französischen 3. Husarenregiments am Geländesandkasten in die Lage ein
Hauptmann Felix Paak* (2. v. r.) weist die Soldaten des französischen 3. Husarenregiments am Geländesandkasten in die Lage ein (Quelle: Bundeswehr/Andreas Keck)Größere Abbildung anzeigen

Auch die 291er waren diesmal nicht allein. Gemeinsam mit einem Kampfmittelabwehrzug der Panzerpionierkompanie 550 aus Stetten und einem Aufklärungszug des französischen 3. Husarenregiments aus Metz übten sie die Kampfmittelabwehr und das Ausbooten aus Fahrzeugen sowie den Hinterhalt und Entsatz. Letzteres ist eine militärische Aktion, um etwa eine vom Feind eingeschlossene Truppe zu befreien.

Die französischen Aufklärungskräfte waren dabei – wie es auch in Mali der Fall sein wird – in die unterschiedlichen Übungsphasen eingebunden. Alles wurde so realitätsnah wie möglich abgebildet. Höhepunkte waren eine 24-Stunden-Aufklärungsoperation und ein Kompaniegefechtsschießen.

Troops in Contact – Feindkontakt

Der Gruppenführer der leichten Spähgruppe (r.) gibt seinen Einsatzbefehl über Funk an seine Soldaten durch
Der Gruppenführer der leichten Spähgruppe (r.) gibt seinen Einsatzbefehl über Funk an seine Soldaten durch (Quelle: Bundeswehr/Oliver Richter)Größere Abbildung anzeigen

Der Nonnengrund auf der Schießbahn 4 des Truppenübungsplatzes Heuberg ist mit einer dicken Schneeschicht überzogen. Vorsichtig schieben sich zwei Transportpanzer Fuchs der leichten Spähgruppe der 4. Kompanie des Jägerbataillons 291 durch den Tiefschnee. Kaum ist die Talsohle erreicht, zerreißt eine Detonation die Stille. Ein Fuchs ist angesprengt worden. Troops in Contact – Feindkontakt. „Ausbooten“, befiehlt Hauptfeldwebel Remo Gassel*, Gruppenführer der leichten Spähgruppe. Sofort verlässt die Besatzung den Transportpanzer.

Während die Soldaten den Angriff abwehren, versorgt der Einsatzersthelfer Bravo (3. v. r.) den Verwundeten
Während die Soldaten den Angriff abwehren, versorgt der Einsatzersthelfer Bravo (3. v. r.) den Verwundeten (Quelle: Bundeswehr/Oliver Richter)Größere Abbildung anzeigen

Im anschließenden Feuergefecht mit den dargestellten Feindkräften wird ein eigener Soldat verwundet. In Sekundenschnelle ist der Einsatzersthelfer Bravo zur Stelle. Er ist in Erster Hilfe nach den Richtlinien der taktischen Versorgung von Verwundeten im Gefecht ausgebildet. Mit geübten Handgriffen kümmert er sich um den Verwundeten. Hauptfeldwebel Gassel koordiniert unterdessen die Verteidigung.

Entsatz: Die QRF – die Quick Reaction Force – trifft ein, um die leichte Spähgruppe im Gefecht zu verstärken
Entsatz: Die QRF – die Quick Reaction Force – trifft ein, um die leichte Spähgruppe im Gefecht zu verstärken (Quelle: Bundeswehr/Oliver Richter)Größere Abbildung anzeigen

Immer wieder müssen die Soldaten gegnerische Angriffe abwehren. Wenig später ist es geschafft. Die Quick Reaction Force (schnelle Eingreiftruppe) braust heran – dichte Schneefahnen hinter sich herziehend. Mit vollem Einsatz greift sie ein und nimmt den Verwundeten auf. Dann heißt es: Übungsende.

Komplexe Themen fordern alle Soldaten

Soldaten der leichten Spähgruppe stehen mit den Feindkräften im Feuerkampf
Soldaten der leichten Spähgruppe stehen mit den Feindkräften im Feuerkampf (Quelle: Bundeswehr/Oliver Richter)Größere Abbildung anzeigen

„Es war ein fordernder Übungsplatzaufenthalt mit extremen Witterungsbedingungen von bis zu minus 20 Grad. In Afrika werden es im Gegensatz dazu Temperaturen von bis zu 50 Grad plus sein. Dazu kamen hier heftiges Schneetreiben mit Sichtweiten unter einhundert Metern, erheblicher Schlafmangel während der Übungsphasen sowie hochkomplexe Lagen“, sagte Oberleutnant Philipp Wangner* zum Abschluss. Er wird im Einsatz der Stellvertreter des Kompaniechefs der Aufklärungskräfte sein.

Erfahrungen für den Einsatz nutzen

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Martin Winkler (r.), meldet Generalmajor Bernd Schütt (2. v. l.) und Oberst Frank Wachter (M.) den Ausbildungserfolg
Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Martin Winkler (r.), meldet Generalmajor Bernd Schütt (2. v. l.) und Oberst Frank Wachter (M.) den Ausbildungserfolg (Quelle: Bundeswehr/Andreas Keck)Größere Abbildung anzeigen

Die Strapazen waren den Soldatinnen und Soldaten am Ende anzusehen. Doch trotz aller Widrigkeiten haben sie ihre Aufträge vorbildlich erfüllt. Davon konnten sich auch der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Bernd Schütt, und der Stellvertreter des Kommandeurs der Deutsch-Französischen Brigade, Oberst Frank Wachter, während ihres Truppenbesuches überzeugen.

„Der große Mehrwert der Deutsch-Französischen Brigade“, das machte Oberstleutnant Martin Winkler, Kommandeur des Jägerbataillons 291, mit Blick auf den Einsatz in Mali deutlich, „besteht darin, dass der Großverband unter verschiedenen Mandaten zeitgleich in derselben Region eingesetzt sein wird“. Die Brigade habe den großen Vorteil, dass sie sich auf alles, was an Koordination und Zusammenarbeit notwendig ist, schon im Vorfeld einstellen und dabei von den Erfahrungen der Franzosen in Afrika profitieren könne. Man kenne sich eben. „Genau das haben wir hier auf dem Heuberg in der Zusammenarbeit mit dem französischen Aufklärungszug genutzt“, sagte Winkler.

Dazu komme ein weiterer Vorteil: die besondere Gliederung des Jägerbataillons 291 mit Aufklärungs- und Infanteriekräften. „Das gibt es so in anderen Bataillonen des Deutschen Heeres nicht. Der Auftrag der Mission MINUSMA, auf den wir uns gerade vorbereiten, verlangt genau einen solchen Fähigkeitsmix. Ein Vorteil, den wir in der Vorbereitung und im Einsatz nutzen können.“

*Namen von der Redaktion geändert

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Stand vom: 06.03.18 | Autor: Oliver Richter


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