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Reserveoffizier rettet bewusstlosem Autofahrer das Leben

Major der Reserve Matthias Reitz von der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim bewahrt zuckerkranken Mann vor dem Tod
Major der Reserve Matthias Reitz von der Deutsch-Französischen Brigade in Müllheim bewahrt zuckerkranken Mann vor dem Tod (Quelle: Bundeswehr/Philipp Kibele)Größere Abbildung anzeigen
Müllheim/Baden Württemberg, 15.01.2018.

Als Major Matthias Reitz am Morgen des 15. Januar in sein Auto stieg, ahnte er noch nicht, dass er wenige Stunden später das Leben eines kranken Mannes rettet. Der Reserveoffizier der Deutsch-Französischen Brigade war gerade auf dem Weg zu seiner Dienststätte nach Müllheim, als vor ihm ein Auto in Schlangenlinien auf der Autobahn hin- und herfuhr.

„Irgendetwas stimmt da nicht“, dachte sich der 35-Jährige. Plötzlich blieb das Fahrzeug weit in die rechte Fahrspur hineinragend auf dem Standstreifen stehen. Reitz hielt an, schaltete das Warnblinklicht ein und eilte zur Beifahrerseite. Auf dem Beifahrersitz saß eine über achtzigjährige Dame, auf dem Fahrersitz ein zusammengesunkener, bewusstloser Herr.

Diabetiker sitzt bewusstlos am Steuer

„Mein Mann hat Zucker“, rief die völlig überforderte und verzweifelte Ehefrau. Sofort rannte Reitz zur Fahrerseite, um Erste Hilfe zu leisten und den ebenfalls über 80 Jahre alten Mann aus dem Auto zu tragen.

Dabei begab sich der Reserveoffizier selbst in Lebensgefahr. Zwei Sattelzüge fuhren äußerst dicht an ihm vorbei: „Das war ganz schön knapp, da fehlten nur Zentimeter. Zum Glück konnte ich noch zur Seite springen.“ Umsicht und Reaktionsvermögen bewahrten ihn vor Schlimmerem. „Die militärische Ausbildung hat mir sehr geholfen, auch in Stresssituationen Ruhe zu bewahren und richtig zu handeln“, erklärt Reitz.

Sofort konzentrierte er sich wieder auf seine Aufgabe und brachte den unterzuckerten Mann auf den Seitenstreifen, wo er ihn in die stabile Seitenlage legte. Die Ehefrau hatte währenddessen die Medikamente ihres Mannes hervorgesucht. Nachdem Reitz ihm diese verabreicht hatte, kam der Ehemann wieder zu Bewusstsein. Das Gröbste war überstanden. Anschließend fuhr der Major den Mann in ein Krankenhaus nach Koblenz – die Frau folgte im eigenen Wagen. Dort bedankte sie sich überschwänglich. „Gern geschehen“, antwortete der Soldat und setzte seine Fahrt zur Dienststelle fort.


Es hat mein Bild von Soldaten verändert

Kurz darauf erhielt der Reserveoffizier einen Dankesbrief – von der Tochter des Ehepaares. Sie habe nach eigenen Angaben bislang nicht viel mit der Bundeswehr zu tun gehabt und sich dafür auch nicht sonderlich interessiert. Doch jetzt sei das anders: „Da rettet jemand das Leben eines anderen, sagt ‚Gern geschehen‘ und geht einfach – und das in der heutigen Zeit. Es ist so unfassbar schön und hat mein Bild von unseren Soldaten verändert“, schreibt die junge Frau.

Matthias Reitz ist glücklich, dass die Sache gut ausgegangen ist. „Für mich ist es selbstverständlich, zu helfen. Das würde ich immer machen, gar keine Frage.“ 2017 habe er schon einen Menschen aus einem brennenden Haus gerettet.

Oberst Frank Wachter, Stellvertreter des Kommandeurs der Deutsch-Französischen Brigade, lobte das beherzte Eingreifen des Reserveoffiziers. „Major Reitz hat vorbildlich gehandelt und verdient unser aller Respekt“, so Wachter. „Die Brigade ist stolz, einen solchen Soldaten in ihren Reihen zu haben.“


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Stand vom: 31.01.18 | Autor: Oliver Richter


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