Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten und Berichte > Jahr 2018 > Januar 2018 > Deutsche und belgische Soldaten bereiten sich auf Mali vor

Deutsche und belgische Soldaten bereiten sich auf Mali vor

Gelber Rauch signalisiert dem Bordpersonal „Feind frei“. Der Abwind (Downwash) raubt einem zusätzlich den Atem
Gelber Rauch signalisiert dem Bordpersonal „Feind frei“. Der Abwind (Downwash) raubt einem zusätzlich den Atem (Quelle: Bundeswehr/Nico Engler)Größere Abbildung anzeigen
Fassberg/Niedersachsen, 31.01.2018.

Das Atmen fällt schwer im Downwash – dem Abwind des Transporthubschraubers NH-90. Mit dem Empfinden, als schöbe jemand mit aller Kraft die Luft weg, erhebt sich der knapp zehn Tonnen schwere Hubschrauber in die Lüfte. Er muss schnell weg. Weg aus der Gefahrenzone. Sein Ziel: Die verwundeten Soldaten in Sicherheit bringen.

Ein Szenario, wie es sich jederzeit im Einsatz entwickeln kann. Deswegen bereitet das Transporthubschrauberregiment 10 aus Fassberg seit Januar 2017 in der Übungsreihe Duster Soldatinnen und Soldaten auf ihre künftige Einsatzverpflichtung vor. Gerade läuft die dreiwöchige Übung Duster I-18. Deutsche Heeresflieger vermitteln dabei wichtige Grundlagen – insbesondere die medizinischer Evakuierungsoperationen. „Wir üben hier für den echten Einsatz. Da muss jeder Griff sitzen. Letztendlich hängen Menschenleben davon ab“, betont der Leitende Major Tobias Wangner*.

Garantierte Hochwertausbildung

Gemischte Formationen sind Standard bei der Übung Duster. Belgier und Deutsche üben die Evakuierung mit einem Sicherungs- und einem Evakuierungshubschrauber
Gemischte Formationen sind Standard bei der Übung Duster. Belgier und Deutsche üben die Evakuierung mit einem Sicherungs- und einem Evakuierungshubschrauber (Quelle: Bundeswehr/Nico Engler)Größere Abbildung anzeigen

Bis Mitte des Jahres stellt die Division Schnelle Kräfte (DSK) die Hubschrauber für den UN-Einsatz in Mali. Dabei muss die Zusammenarbeit mit anderen Nationen einwandfrei funktionieren. Die Übung Duster I-18 ist für die belgischen Kräfte des zweiten MINUSMA-Kontingents bestimmt.

Dabei müssen alle Soldaten einen hohen Grad an Interoperabilität zeigen, denn bei Duster üben Belgier und Deutsche mittlerweile in gemischten Formationen: „Jeder belgische Soldat wird hier genauso umfangreich ausgebildet, wie wir es mit unseren eigenen Besatzungen tun, die in den Einsatz verlegen“, erklärt Oberstleutnant Kai Ebeler*, Chef des Evaluierungsteams der deutschen Übungsteilnehmer.

Internationale Standards sind notwendig, damit die Zusammenarbeit auch in der Luft reibungslos funktioniert
Internationale Standards sind notwendig, damit die Zusammenarbeit auch in der Luft reibungslos funktioniert (Quelle: Bundeswehr/Nora Bach-Sliwinski)Größere Abbildung anzeigen

Bereits in der Übung Duster III-17 im November bewies das Regiment, dass die deutschen Teile zur Weitergabe ihrer Standards der Forward Aeromedical Evacuation (FAE) befähigt sind. Heeresfliegern aus Belgien wurden dabei die Grundsätze der medizinischen Evakuierung aus der Luft vermittelt.

Internationale Standards

Im Transporthubschrauber sind alle Sinne beansprucht: Über Funk erhält die Besatzung Lageinformationen und übt, dementsprechend zu reagieren
Im Transporthubschrauber sind alle Sinne beansprucht: Über Funk erhält die Besatzung Lageinformationen und übt, dementsprechend zu reagieren (Quelle: Bundeswehr/Nora Bach-Sliwinski)Größere Abbildung anzeigen

Das Transporthubschrauberregiment 10 optimiert durch Einsatzerprobung und Einsatzerfahrung seit fast schon acht Jahren seine FAE-Fähigkeit. Die Übungsreihe Duster festigt dabei seit Januar letzten Jahres etablierte Standards für die MINUSMA-Mission in Mali. Duster III-17 stellte dabei den ersten binationalen Übungsdurchgang dar. Insgesamt durchliefen zur Vorbereitung für ihren Einsatz etwa 80 Belgier die Ausbildung beim Regiment.

Das erste Kontingent ist bereits komplett ausgebildet. Mehrere Weiterbildungen folgten. „Solche Ausbildungen sind sehr hochwertig und exklusiv. Die Trainingsmöglichkeiten für unsere belgischen Übungsteilnehmer sind aber leider begrenzt. Dennoch nutzen sie die Zeit vorbildlich. Deutsche Verfahren werden verinnerlicht, Vorschläge adaptiert und in die eigenen Abläufe integriert", so Oberstleutnant Ebeler.

Üben für den Ernstfall

Üben für den Ernstfall: Jede Minute zählt. Im Ernstfall muss instinktiv gehandelt werden
Üben für den Ernstfall: Jede Minute zählt. Im Ernstfall muss instinktiv gehandelt werden (Quelle: Bundeswehr/Nora Bach-Sliwinski)Größere Abbildung anzeigen

Die belgischen Kräfte werden von März bis Juni 2018 vor allem die medizinische Evakuierung in Mali verantworten und die deutschen Kräfte unterstützen. Ende Februar wird das erste Kontingent bereits in Mali bei knapp 30 Grad das Erlernte festigen und danach die deutschen Transporthubschrauber NH-90 unterstützen. Das zweite Kontingent wird vorerst noch bei Schnee und Kälte in Deutschland weiter ausgebildet: „Üben übt. Wir wollen ja schließlich optimale Handlungssicherheit erlangen“, sagt Major Wangner lächelnd.

Mittlerweile ist der NH-90 zurück, um weitere Soldaten aus der Gefahrenzone zu holen. Der Bordtechniker gibt den Kräften am Boden ein Zeichen. Die Aufnahme der Kräfte in den Laderaum ist nun sichergestellt. Der Trupp bewegt sich unter gegenseitiger Sicherung in Richtung Hubschrauber. Schnell, schnell, schnell, nur keine Zeit verlieren. Die Verwundeten müssen an einen sicheren Ort. Der Koloss erhebt sich in die Luft und wieder stockt einem der Atem.

*Namen von der Redaktion geändert


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 31.01.18 | Autor: Nora Bach-Sliwinski


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.aktuell.nachrichten.jahr2018.januar2018&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB050000000001%7CAVJM98040DIBR