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Grenadiere helfen bewusstlosem Forstarbeiter

Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 leisten einem bewusstlosen Forstarbeiter professionell Erste Hilfe
Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 leisten einem bewusstlosen Forstarbeiter professionell Erste Hilfe (Quelle: Bundeswehr/Panzergrenadierbataillon 371)Größere Abbildung anzeigen
Marienberg/Sachsen, 28.02.2018.

Schießausbildung auf dem Standortübungsplatz Gelobtland – nahe Marienberg, „Routinedienst“, haben die Soldaten der 4. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 371 gedacht. Doch den 22. Januar 2018 werden Hauptfeldwebel Sebastian Schiffke und seine Soldaten so schnell nicht vergessen. Es ist der Tag, an dem sie einem Forstarbeiter Erste Hilfe leisten.

Hauptfeldwebel Schiffke und seine Soldaten waren gerade dabei ihre Schießfertigkeiten auf dem Standortübungsplatz Gelobtland zu üben. In einem angrenzenden Waldstück arbeiten derweil ein Forstarbeiter und ein Mitarbeiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums (BwDLZ).

Von der Übung in den Ernstfall

„Wir schossen gerade mit unseren Gewehren, als der Mitarbeiter des BwDLZ um Hilfe bat“, so Hauptfeldwebel Sebastian Schiffke. Der Forstarbeiter war an seinem Fahrzeug zusammengebrochen. Mehrere Soldaten eilten sofort zu Hilfe. Die Oberstabsgefreiten Sven Thomas und Phillip Müller übernahmen umgehend die Erstversorgung.

Gemeinsam transportierten sie den Forstarbeiter anschließend zum nächsten Gebäude. „Als ich dazu kam, lag der Mann bereits in der stabilen Seitenlage. Die Männer haben hier mit großer Professionalität gearbeitet und alle zu ergreifenden Maßnahmen richtig durchgeführt“, erinnert sich Schiffke.

Wertvolle Ausbildung für das Leben

Die Männer der 4. Kompanie, die Oberstabsgefreiten Sven Thomas, Phillip Müller, Marcel Marks und Hauptgefreiter Paul Hofmann haben den kollabierten Mann aufgrund ihrer Kenntnisse als Einsatzersthelfer A und B zweckmäßig versorgt. Die Ausbildung zum Einsatzersthelfer ist in die Stufen A und B gegliedert. Sie ist die grundlegende Erste-Hilfe- und Sanitätsausbildung aller Teilstreitkräfte und Truppengattungen der Bundeswehr und folgt den Richtlinien der taktischen Versorgung von Verwundeten im Gefecht.

Als Führer vor Ort und ebenfalls ausgebildeter Einsatzersthelfer B übernahm Schiffke später das Kommando. Wie in der Ausbildung gelernt, führte er den „Bodycheck“ – die Untersuchung des Körpers – nach einem vorgegebenen Schema durch. „Ich musste nicht überlegen was zu tun ist, ich habe einfach das Gelernte abgearbeitet. Nach dem Check war ich mir sicher, der Forstarbeiter hatte einen Schlaganfall“, so Schiffke.

Schlaganfall: Schnelles Handeln ist ein Muss

Anschließend koordinierte er die weiteren Maßnahmen. Der Hauptfeldwebel überwachte die Vitalfunktionen des Patienten und alarmierte den zivilen Rettungsdienst. Nach kurzer Zeit trafen die Rettungssanitäter auf dem Standortübungsplatz ein. Die Soldaten transportierten den Arbeiter mehrere hundert Meter weit zum Rettungsfahrzeug. Wie in seiner Ausbildung gelernt, wies Schiffke die Rettungskräfte in das Geschehen ein. Nach erneuter Untersuchung durch die zivilen Rettungskräfte bestätigte sich der Verdacht auf einen Schlaganfall.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Ausbildung zum Ersthelfer nicht nur in den Einsätzen der Bundeswehr ihre Anwendung findet. Soldaten mit dieser Fähigkeit können unterstützen, wo es zu einem Notfall kommt. Trotzdem mussten die Soldaten später erfahren, dass der Forstarbeiter nach einigen Tagen im Krankenhaus an den Folgen des Schlaganfalls verstorben ist.


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Stand vom: 28.02.18 | Autor: Andre Klimke


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