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German Army 7380: Heeresflieger erinnern an tödlichen Absturz

Auch nach 20 Jahren sind die Bilder der Kameraden noch im Kopf der Heeresflieger präsent
Auch nach 20 Jahren sind die Bilder der Kameraden noch im Kopf der Heeresflieger präsent (Quelle: Bundeswehr/Carsten König)Größere Abbildung anzeigen
Faßberg/Niedersachsen, 13.02.2018.

Vor 20 Jahren ist ein Hubschrauber nahe des Heeresflugplatzes Faßberg abgestürzt. Zwei Besatzungsmitglieder finden dabei sofort den Tod, ein drittes verstirbt 16 Monate später. Das Transporthubschrauberregiment 10 hat am 2. Februar mit einer bewegenden Gedenkfeier im Oerreler Staatsforst an diesen folgenschweren Nachtflug erinnert.

Es ist der 2. Februar 1998: Die Fliegende Abteilung 101 führt während der fliegerischen Weiterbildung routinemäßig Nachtsichtflüge mit vier Hubschraubern vom Typ Bell UH-1D durch. Der ursprünglich geplante Streckenflug ist aus Wettergründen abgesagt worden. Stattdessen fliegen die Hubschrauberbesatzungen Autorotationslandungen und Platzrundenflüge mit Außenlast. Die Crew der „German Army 7380“ besteht in der zweiten Nachtflugperiode des Abends aus Oberleutnant Franz Kubin, Hauptmann Carsten Leimkötter und Stabsfeldwebel Knut Türk.

2. Februar 1998 – Desorientierung im Schneegestöber

Die für einen vorangegangenen UN-Einsatz in Somalia weiß lackierte UH-1D war für die Suchmannschaften im tief verschneiten Hochwald nur schwer auffindbar
Die für einen vorangegangenen UN-Einsatz in Somalia weiß lackierte UH-1D war für die Suchmannschaften im tief verschneiten Hochwald nur schwer auffindbar (Quelle: Bundeswehr/)Größere Abbildung anzeigen

Routiniert fliegen sie ihr Programm. Gegen 19 Uhr setzt die Besatzung ihre Außenlast am Flugplatz ab und beabsichtigt nach einer letzten Platzrunde den Nachtflug zu beenden. In der an sich klaren Nacht gerät der Hubschrauber plötzlich in einen außergewöhnlich heftigen Schneeschauer. Die Piloten verlieren schlagartig jede Referenz zum Boden, erleiden eine räumliche Desorientierung.

Der Hubschrauber stürzt nur knapp zwei Kilometer nördlich des Heeresflugplatzes Faßberg in den dichten Hochwald des Oerreler Forstes. Oberleutnant Kubin und Hauptmann Leimkötter überleben den Absturz nicht. Stabsfeldwebel Türk kann sich noch schwer verletzt aus dem Wrack befreien. Doch auch er stirbt nur 16 Monate später, am 18. Juni 1999.

…denn nicht alle Wunden heilen

Der Gedenkstein für die verunglückte Besatzung musste 1999 um einen Namen ergänzt werden
Der Gedenkstein für die verunglückte Besatzung musste 1999 um einen Namen ergänzt werden (Quelle: Bundeswehr/Carsten König)Größere Abbildung anzeigen

Genau 20 Jahre danach hat das Transporthubschrauberregiment 10 im Oerreler Staatsforst mit einer bewegenden Gedenkfeier an diesen folgenschweren Nachtflug erinnert. Am Gedenkstein für die verunglückte Besatzung nahe der Absturzstelle fanden der Regimentskommandeur Oberst Christian Rüther und Militärpfarrer a.D. Peter Wieschollek vor über 100 Gästen bewegende Worte für die verstorbenen Kameraden.

Dabei machte der Kommandeur der Fassberger Heideflieger deutlich, dass – ganz im Gegensatz zum viel zitierten Sprichwort – auch nach 20 Jahren die Zeit längst nicht alle Wunden heilt. Die zahlreich anwesenden Familienangehörigen, darunter die neun Kinder von Stabsfeldwebel Türk mit ihren sieben Enkelkindern, viele ehemalige Weggefährten der Besatzung und die vielen heute noch aktiven Soldaten des Regiments, die diese Nacht in verschiedensten Funktionen miterlebt hatten, stimmten ihm vorbehaltlos zu.

Die Kameraden bleiben unvergessen

Ein schlichtes Holzkreuz an der Absturzstelle im Oerreler Forst erinnert an die Spuren, die der Absturz nicht nur im Wald, sondern auch in den Herzen hinterlassen hat
Ein schlichtes Holzkreuz an der Absturzstelle im Oerreler Forst erinnert an die Spuren, die der Absturz nicht nur im Wald, sondern auch in den Herzen hinterlassen hat (Quelle: Bundeswehr/Carsten König)Größere Abbildung anzeigen

„Die Kameraden, allesamt Flieger aus Passion, haben den höchsten Preis in ihrem Dienst für uns, ihre Mitmenschen, ihre Kameraden, aber auch für ihren Traum vom Fliegen bezahlt. Es ist wichtig, das nicht zu vergessen“, sagte Oberst Rüther und zitierte als Schlusswort den amerikanischen Schriftsteller Thornton Wilder: „Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; als Brücke dazwischen steht unsere Erinnerung und Liebe“ und fügte hinzu:  „Heute ist diese Brücke wieder ein Stück fester geworden.“


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Stand vom: 14.02.18 | Autor: Bernd Müller-Keil


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