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Eiskristall 2018 – Überleben in arktischer Kälte

Mit dem norwegischen Überschneefahrzeug BV 206 D Hägglund nähern sich die Gebirgsjäger ihrem zugewiesenen Raum
Mit dem norwegischen Überschneefahrzeug BV 206 D Hägglund nähern sich die Gebirgsjäger ihrem zugewiesenen Raum (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen
Skjold/Norwegen, 06.02.2018.

Leise pressen sich die Ketten der zwölf Überschneefahrzeuge BV 206 D Hägglund ins Schneebrett des Übungsplatzes Mauken in Norwegen. Drei Hochgebirgsjägerzüge und ein Hochgebirgsspähzug der deutschen Gebirgsjägerbrigade 23 sind unterwegs zu einer schneeverwehten Fläche, auf der sie ihr Biwak (Lager im Freien) errichten sollen. Dort werden sie die nächsten Tage und Nächte verbringen.

Bis Mitte Februar üben die Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 „Bayern“ im Raum Skjold den Kampf im schwierigen bis extremen Gelände, in großen Höhen und unter außergewöhnlichen Klima- und Witterungsbedingungen. Sie sind voll in ihrem Element – schließlich entspricht die Übung Eiskristall ganz ihrem Fähigkeitsprofil. Und bei den arktischen Temperaturen und eisigen Winden fühlen sich die Soldaten erst so richtig heimisch. Neben ihrer Königsdisziplin werden sie sich während der Übung auch im taktischen Verhalten weiterbilden.

Biwak auf dem Übungsplatz Mauken

Blick auf einen Teil des norwegischen Übungsplatzes Mauken: Hier werden die Soldaten ihr Biwak einrichten
Blick auf einen Teil des norwegischen Übungsplatzes Mauken: Hier werden die Soldaten ihr Biwak einrichten (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

48 Stunden sind seit ihrer Ankunft in Norwegen vergangen. Da erhalten die Soldaten den Auftrag, den zugewiesenen Raum für ihr Biwak auf dem Übungsplatz zu beziehen. Die Hochgebirgsjägerzüge und der Hochgebirgsspähzug nähern sich teilgedeckt aus einem kleinen lichten Waldstück an. Für diese Truppentransporte nutzen sie die für den Übungszeitraum ausgeliehenen norwegischen Überschneefahrzeuge BV 260 D Hägglund.

Das Einmaleins beim Zeltaufbau

Der Hochgebirgsjägerzug des Gebirgsjägerbataillons 232 trifft Vorbereitungen für den Zeltaufbau
Der Hochgebirgsjägerzug des Gebirgsjägerbataillons 232 trifft Vorbereitungen für den Zeltaufbau (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem die Soldaten ihren Platz erreicht haben, ermitteln sie zuerst die Windrichtung und die Tiefe der Schneedecke. Ehe sie mit dem Zeltaufbau beginnen können, müssen sie die Fläche vom Schnee befreien. Dafür bringen die Zug- und Gruppenführer ihre Erfahrungen ein und geben weitere Hinweise an ihre unterstellten Soldaten: „Den Schnee auf die Seite, um eine Schutzwand zu errichten. Den Aushub so tief wie notwendig, sodass der Boden unter dem Zelt beim Heizen nicht schmilzt, da sonst alles versickert“, sagt Hauptfeldwebel Hubert Pardieck*, Hochgebirgszugführer der 233er.

Nur mit Schutzmaßnahmen wie spezielles Schuhwerk, Schutzbrillen, Handschuhe und Kleidung für arktische Temperaturen können die Soldaten im freien Arbeiten
Nur mit Schutzmaßnahmen wie spezielles Schuhwerk, Schutzbrillen, Handschuhe und Kleidung für arktische Temperaturen können die Soldaten im freien Arbeiten (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Schon kratzen die blechernen Schaufeln die gefrorene oberste Schneeschicht ab, bis der lockere Pulverschnee zum Vorschein kommt. Stellenweise heben die Soldaten bis zu einem halben Meter tief den Schnee aus, um das Zelt witterungsgeschützt aufzustellen. Langsam steigt die Sonne empor. Sie schafft es jedoch nicht über die Bergkette. Eisige Winde machen es den Soldaten nicht einfach. Bei Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius ist ein Arbeiten ohne die richtige Schutzkleidung gar nicht möglich – in kürzester Zeit würden die Soldaten unter schmerzhaften Erfrierungen leiden, die zu dauerhaften Schäden führen können.

Jeder Handgriff sitzt

Teamwork: Zwei Soldaten spannen das Zelt ab
Teamwork: Zwei Soldaten spannen das Zelt ab (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Auch die Zelte sind von den Norwegern geliehen. Da es sich hierbei um ein Zelt mit Ofenheizung für bis zu zehn Mann handelt, gab es im Vorfeld eine Einweisung. Diese macht sich jetzt bezahlt: Jeder Handgriff sitzt, als hätten die deutschen Gebirgsjäger es schon öfter aufgebaut.

„Am besten geht der Aufbau mit fünf Mann. Einer schlägt den Hering ein, der andere spannt das Abspannseil. Zwei Mann im Zelt richten die Gestänge und der fünfte kann in der Zeit schon den mit Diesel betriebenen Ofen aufbauen“, sagt Hauptfeldwebel Marco Zeigler*, Zugführer des schweren Zuges.

Aufrüsten, um die Kampfkraft zu steigern

Soldaten verladen ihre Ausrüstung auf den BV 206 D Hägglund
Soldaten verladen ihre Ausrüstung auf den BV 206 D Hägglund (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Zeltaufbau fahren die Soldaten ein letztes Mal zurück ins Camp, um weitere Ausrüstungsgegenstände und Verbrauchsgüter wie Munition, Verpflegung und Wasser zu verladen. In den nächsten Tagen und Nächten werden sie in die Gefechtsausbildung gehen und den infanteristischen Kampf bei extremen Klimaverhältnissen üben.

*Namen von der Redaktion geändert


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Stand vom: 05.03.18 | Autor: Daniel Richter


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