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Schwarzenborner Jäger fliegen wieder

Das Aufsitzen auf den Hubschrauber dauert nur eine Minute
Das Aufsitzen auf den Hubschrauber dauert nur eine Minute (Quelle: Bundeswehr/Enrico Pietsch)Größere Abbildung anzeigen
Schwarzenborn/Hessen und Lauterbach/Hessen, 20.02.2018.

Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie des Jägerbataillons 1 aus dem hessischen Schwarzenborn haben Anfang Februar an der Abschlussübung zur Lufttransportausbildung  teilgenommen. Es geht darum, die Jäger mit Luftfahrzeugen an ihren Einsatzort zu bringen.

Eine Lagerhalle am Ortsrand – es ist still, sehr still. Aus der Ferne ist plötzlich ein Rotorgeräusch zu hören, das immer lauter wird. Schließlich ist der Hubschrauber auch zu sehen – er nähert sich im tiefen Anflug. An Bord befinden sich die Jäger aus Schwarzenborn. Sie befinden sich auf einen Übungseinsatz im mittelhessischen Lauterbach. Das Ziel ist eine alte Lagerhalle. Hier sollen laut Aufklärung Waffen und Munition versteckt worden sein, die anschließend an feindliche Kräfte verteilt werden sollen. Die Jäger haben den Auftrag, dieses zu unterbinden, die feindlichen Kräfte festzusetzen sowie Waffen und Munition sicherzustellen.

Unterstützung mit „Boxer“

Am Ziel angekommen geht es im Laufschritt in die nächste Deckung
Am Ziel angekommen geht es im Laufschritt in die nächste Deckung (Quelle: Bundeswehr/Dieter Graulich)Größere Abbildung anzeigen

Zeitgleich zum Absetzen der Jäger durch den Hubschrauber vom Typ NH-90 erreichen die Bodenkräfte mit gepanzerten Transportkraftfahrzeugen (GTK) Boxer die Lagerhalle. Zu- und Abfahrtswege werden gesperrt, um eine Flucht der feindlichen Kräfte zu verhindern.

Sobald die Jäger den Hubschrauber verlassen haben, überwinden sie im Laufschritt die kurze Strecke zur Lagerhalle. Weitere Boxer erreichen die Lagerhalle. Die überraschten feindlichen Kräfte werden überwältigt und das Objekt gesichert. Anschließend wird das Gebäude nach Waffen, Munition und Personen durchsucht. Weitere Kräfte werden in Wellen zur Lagerhalle geflogen, so dass auch der Außenbereich kontrolliert werden kann.

Objekt genommen

Die Soldaten sichern mit dem GTK Boxer das Umfeld
Die Soldaten sichern mit dem GTK Boxer das Umfeld (Quelle: Bundeswehr/Martin Borschel)Größere Abbildung anzeigen

Der Kompaniechef meldet nach Abschluss der Durchsuchung über Funk dem Kommandeur: „Objekt genommen, Personen festgesetzt, Waffen und Munition sichergestellt“. Beschlagnahmtes Material sowie festgesetzte Personen werden mit Hilfe von Fahrzeugen abtransportiert.

Die Nachhut

Nach Auftragserfüllung heißt es dann im Laufschritt wieder aufsitzen und zurück zur Basis
Nach Auftragserfüllung heißt es dann im Laufschritt wieder aufsitzen und zurück zur Basis (Quelle: Bundeswehr/Martin Borschel)Größere Abbildung anzeigen

Ohne Verzug nähert sich erneut der Hubschrauber. Ein Soldat weist ihn mit Hilfe eines gelben Tuches, Panel genannt, in die Landezone ein. Als der Hubschrauber auf dem Boden aufsetzt, sind die Soldaten bereits auf dem Weg, springen in die Maschine  und fliegen zu ihrer Basis zurück. Parallel machen sich auch ihre Kameraden mit dem GTK Boxer auf den Rückweg.

Einzig die Soldaten des Aufklärungszuges verbleiben unentdeckt auf ihren Positionen in der Nähe der Halle. Sie beobachten - wie in der Nacht zuvor - das Objekt und seine Umgebung. Verdächtiges wird sofort gemeldet. „Wir sind die Augen und Ohren des Kommandeurs, durch uns weiß der Kommandeur was passiert“, so der Zugführer des Aufklärungszuges, Leutnant Michael Bauer*. „Wir haben den Schutz der Nacht genutzt und uns so nah wie möglich dem Ziel genähert. Jetzt verharren wir bis zur kommenden Nacht und kehren erst dann wieder zum Camp zurück“.

Gemeinsam zum Ziel

Soldaten der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 bereiten den Hubschrauber für die Außenlast vor
Soldaten der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 bereiten den Hubschrauber für die Außenlast vor (Quelle: Bundeswehr/Enrico Pietsch)Größere Abbildung anzeigen

All das war Teil der freilaufenden Abschlussübung des Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn. Hierbei übten die Soldaten der 3. Kompanie die Besonderheiten der Verlegung durch ein Luftfahrzeug mit anschließendem Folgeauftrag.

Soldaten anderer Verbände, wie der 4. Kompanie des Versorgungsbataillons 7 aus Stadtallendorf und vor allem die Besatzung des Hubschraubers aus dem Transporthubschrauberregiment 30 aus Niederstetten, waren wesentlich am Ausbildungserfolg beteiligt.

Auch der Transport von Material als Außenlast wurde geübt. Hierbei werden Materialkisten auf Paletten oder in Netzen sowie Fahrzeuge mit Hilfe von Gurten unter dem Hubschrauber befestigt und an seinen Bestimmungsort geflogen.

 „Neben der Landbeweglichkeit mit Hilfe des GTK Boxer und dem Kampf im urbanen Umfeld ist die Luftbeweglichkeit eine der drei Säulen des Fähigkeitsprofils des Jägerbataillon 1“, erklärte der Kommandeur, Oberstleutnant Wolfgang Schröder.

Dies soll nicht nur Anspruch, sondern auch Wirklichkeit sein, deswegen investiert das Jägerbataillon viele Ausbildungsstunden in die Lufttransportausbildung. Denn für die „1er“ aus Schwarzenborn steht fest: Hubschrauber und Infanterie gehören zusammen.

* Name geändert


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Stand vom: 20.02.18 | Autor: Peter Lütticke


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