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Fliegende Legende: Bell UH-1D bleibt im Dienst

Die Bell UH-1D fliegt regelmäßig militärische und zivile Rettungseinsätze
Die Bell UH-1D fliegt regelmäßig militärische und zivile Rettungseinsätze (Quelle: Bundeswehr/Jane Schmidt)Größere Abbildung anzeigen
Strausberg/Brandenburg, 13.08.2018.

Als Lawrence Dale Bell 1935 seine Firma „Bell Aircraft Corporation“ in New York gründete, hat er sicher nicht vermutet, dass einer seiner Helikopter über 50 Jahre lang ein fester Bestandteil in den deutschen Streitkräften sein wird. Die Bell UH-1D wird bis heute als Such- und Rettungshubschrauber bei den Heeresfliegern der Bundeswehr eingesetzt.

Der Helikopter wird durch das Heer im militärischen Such - und Rettungsdienst (SAR = Search and Rescue) eingesetzt. Mit ihm unterstützen dessen Besatzungen darüber hinaus die zivile Rettung bei dringenden Nothilfen und Naturkatastrophen. Die Bell UH-1D soll auch weiter – bis Ende 2020 – diese Rolle wahrnehmen.

Meistgebauter Drehflügler der Welt

Der ständig mit Hubschraubern in Bereitschaft stehende militärische Rettungsdienst wird auch für zivile Notfälle regelmäßig genutzt
Der ständig mit Hubschraubern in Bereitschaft stehende militärische Rettungsdienst wird auch für zivile Notfälle regelmäßig genutzt (Quelle: Bundeswehr/Jane Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Der bei der Bundeswehr 1966 in Dienst gestellte leichte Transport- und Mehrzweckhubschrauber steigt auch heute noch fast täglich zu Rettungseinsätzen auf. Zu finden ist der meistgebaute Drehflügler der Welt an den Standorten Niederstetten, Holzdorf und Nörvenich. Von dort aus fliegt die Bell auf Befehl der SAR-Leitstelle (Land) in Münster zu Such- und Rettungseinsätzen.

24 Stunden – sieben Tage die Woche

Ein Notruf aus der SAR-Leitstelle kann jederzeit bei den Hubschrauberbesatzungen eingehen. Dabei sind die Bell und die Soldaten tagsüber innerhalb von 15 Minuten startklar. „Als Standardbesatzung sitzen wir zu dritt im SAR-Hubschrauber: zwei Piloten und ich“, erklärt Stabsfeldwebel Barbara Schafferhans. Sie ist Luftrettungsmeisterin beim SAR-Kommando Land in Holzdorf. „Jedes Jahr absolviere ich einen Prüfungsflug mit Suchverfahren, Senkrechtlandung und Windenverfahren. Wie die Piloten müssen die Luftrettungsmeister auch 50 Flugstunden im Jahr nachweisen und ebenfalls regelmäßig untersucht werden“, verdeutlicht Schafferhans die Anforderungen.

Teamgeist und Belastbarkeit stehen bei den Soldaten des Such-und Rettungsdienstes an oberster Stelle. Den Anblick von Schwerverletzten oder den Geruch von Brandopfern müssen die Retter regelmäßig aushalten können.

Logo des militärischen Such- und Rettungsdienstes
Logo des militärischen Such- und Rettungsdienstes (Quelle: Bundeswehr/RCC Münster)Größere Abbildung anzeigen

89 Rettungseinsätze im ersten Halbjahr 2018
 

Der Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D (vorn, l.) kann eine Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde erreichen
Der Hubschrauber vom Typ Bell UH-1D (vorn, l.) kann eine Höchstgeschwindigkeit von 220 Kilometern pro Stunde erreichen (Quelle: Bundeswehr/Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

Dass die Bell UH-1D, genannt „Huey“, trotz ihres Alters noch ihren Auftrag erfüllen kann, zeigt sich rückblickend an den Einsatzzahlen. Allein 2017 verzeichnete die SAR-Leitstelle (Land) in Münster 194 Einsätze, davon 59 dringende Nothilfen. Bis Juli 2018 gingen die Maschinen für bisher 89 Einsätze in die Luft.

Ganzheitlich betrachtet ist die Anzahl der SAR-Einsätze im Vergleich zu den Vorjahren insgesamt in allen Bereich zurückgegangen. Gründe sind unter anderem die vergleichsweise hohe Anzahl von Luftrettungsstationen in dem ohnehin sehr gut ausgebauten Luftrettungsnetz in Deutschland.

Die Bell UH-1D kann auch Menschen im Hochgebirge retten
Die Bell UH-1D kann auch Menschen im Hochgebirge retten (Quelle: Bundeswehr/LTG 61)Größere Abbildung anzeigen

Bewährtes und zuverlässiges Arbeitspferd

Die Bell UH-1D ist mit einer medizinischen Ausrüstung zur Notfallbehandlung ausgestattet und kann bis zu zwei Patienten transportieren
Die Bell UH-1D ist mit einer medizinischen Ausrüstung zur Notfallbehandlung ausgestattet und kann bis zu zwei Patienten transportieren (Quelle: Bundeswehr/Jane Schmidt)Größere Abbildung anzeigen

Auch wenn die „Huey“ ihre ursprünglich geplante Nutzungsdauer überschritten hat, so kann sie mit ihrem schier unverwüstlichen Charakter in der Rettungsfliegerei noch bestehen. Damit bleibt der auch aufgrund seiner Fluggeräusche als „Teppichklopfer“ bezeichnete Hubschrauber noch für weitere zwei Jahre Teil der Heeresfliegertruppe. Für den Auftrag der SAR-Einsätze stehen der Bundeswehr insgesamt derzeit noch 29 Bell UH-1D zur Verfügung.

Auch die militärischen SAR-Teams können auf ihren „fliegenden Notarztwagen“ nicht verzichten. Unter dem Motto: „Wir sind da. Immer!“ – und das 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – werden sie mit der bewährten Bell UH-1D noch einige Einsätze fliegen und dabei Menschenleben retten.


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Stand vom: 21.08.18 | Autor: Elisabeth Rabe


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