Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten und Berichte > Jahr 2017 > November 2017 > Übung Haffschlag: Richtschützen im scharfen Schuss

Übung Haffschlag: Richtschützen im scharfen Schuss

Der Marder ist das Arbeitstier der Panzergrenadiertruppe
Der Marder ist das Arbeitstier der Panzergrenadiertruppe (Quelle: Bundeswehr/Marco Dorow)Größere Abbildung anzeigen
Jägerbrück/Mecklenburg-Vorpommern, 14.11.2017.

„Der ging zu kurz, denkt an die Schussbeobachtung!“, sagt Stabsfeldwebel Ronny Pels zu den Richtschützen über Funk. Mit seinem Feldwebelanwärter-Zug der Ausbildungs- und Unterstützungskompanie des Panzergrenadierbataillons 411 ist er auf dem Übungsplatz Jägerbrück. Die Soldaten üben auf der Schießbahn 19 den scharfen Schuss mit dem Schützenpanzer Marder. Mit dabei ist auch die 2. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 908.

Die Reservisten von 908 absolvieren während der Übung Haffschlag die Ausbildung zum Richtschützen auf dem Marder – dem Hauptwaffensystem der Panzergrenadiertruppe. Während der Ausbildung lernen die Kameraden den Ein- und Ausbau der Bordmaschinenkanone (BMK), die Ladetätigkeiten und den Schuss. Geschossen wird zuerst virtuell im Simulator, danach scharf auf der Schießbahn. Der B-Zug der 2. Kompanie führt die Ausbildung im eigenen Bereich durch, nur für den scharfen Schuss haben sich die Reservisten mit ihrem Schwesterbataillon 411 zusammengetan, um auf die Erfahrung der aktiven Truppe zurückzugreifen.

nach oben

Am Anfang steht der Simulator

Oberstabsgefreiter der Reserve und Feldwebelanwärter Christian Ermer misst im Simulator AGSM die Entfernung zum Feind
Oberstabsgefreiter der Reserve und Feldwebelanwärter Christian Ermer misst im Simulator AGSM die Entfernung zum Feind (Quelle: Bundeswehr/Christoph Loose)Größere Abbildung anzeigen

Bevor es ins Gelände geht, steht für die 908er erstmal der Simulator AGSM auf dem Programm. AGSM steht für Ausbildungsgerät Schießsimulator Marder. „Die Ausbildungsteilnehmer müssen sich hier vor allem auf die Berechnungen des Schusses konzentrieren“, erklärt Stabsfeldwebel der Reserve (d. R.) Stefan Buck, Zugführer und Ausbilder des B-Zuges.

Wichtigster Faktor hierbei: Die Entfernung zum Ziel. Im AGSM kann der Ausbilder direkt überwachen in welcher Distanz der Soldat den Feind vermutet und welche Berechnungen er für die Schussabgabe durchführt. „Diese Vorausbildung ist für die Soldaten besonders wichtig. Jeder Fehler wird erkannt und alle gehen mit einer größeren Handlungssicherheit auf die Schießbahn“, sagt Ausbilder Buck.

Nervosität ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim scharfen Schuss. Mit dem Simulator wird diese reduziert: „Für die Soldaten sind die ersten Schüsse an einer neuen Waffe oder einem neuen Gerät immer mit Stress verbunden. Ganz los wird man ihn dadurch nicht. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Stress dadurch gut abgemildert wird. Abgesehen davon können wir mit dem Simulator auch Ressourcen und Munition sparen“, so Oberstleutnant d. R. Christian Dubitzky, Kommandeur der 908er.

nach oben

Vom Richtungsschuss zum Wirkungsfeuer

Regen und Hagel: Manche böse Zungen mögen das als klassisches Grenadierwetter bezeichnen
Regen und Hagel: Manche böse Zungen mögen das als klassisches Grenadierwetter bezeichnen (Quelle: Bundeswehr/Christoph Loose)Größere Abbildung anzeigen

Der B-Zug von 908 und der Feldwebelanwärter-Zug von 411 sind auf der Schießbahn angekommen. Das Leitungs- und Funktionspersonal stellt die aktive Truppe. Die ersten Schießübungen verlaufen etwas holprig. Kein Problem, denn aller Anfang ist schwer. Und das Bedienen einer 20-Millimeter-Bordmaschinenkanone auf einem Schützenpanzer ist definitiv nichts Alltägliches – und auch nichts, dass man auf die leichte Schulter nehmen sollte.

Stabsfeldwebel Buck: „Die Schützen werden immer besser und die Erfolgserlebnisse heizen den Willen an, der Beste zu werden.“ Die Zeit zwischen dem Erkennen der Ziele und der Abgabe des Schusses wird von Mal zu Mal geringer. Nichts bringt die Richtschützen mehr aus der Ruhe. Weder Hagel noch starker Regen. Sie sind voll bei der Sache – die Soldaten von 908.

nach oben

Ausbildungsziel Richtschütze erreicht

Ein seltener Anblick: Der Schützenpanzer Marder in Kombination mit einer farbenfrohen Lichtbrechung
Ein seltener Anblick: Der Schützenpanzer Marder in Kombination mit einer farbenfrohen Lichtbrechung (Quelle: Bundeswehr/Christoph Loose)Größere Abbildung anzeigen

Und diese guten Schießergebnisse werden belohnt. Nach dem Schießen mit der BMK folgt die Bekämpfung von Zielen mit dem Maschinengewehr. Im Turm des Marders ist zusätzlich zur Hauptwaffe noch eine zweite Waffe verbaut – ein MG3, das vorrangig zum Bekämpfen feindlicher Schützen eingesetzt wird.

Kurz danach ist das Schießen auch schon vorbei. Der B-Zug begibt sich wieder zurück in die Greifen-Kaserne. „Ausbildungsziel erreicht. Die Soldaten meines Zuges sind jetzt befähigt, als Richtschützen eingesetzt zu werden“, meldet Zugführer Buck dem Kompaniechef.
Geschafft! Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 908 beenden das Schießen und verlassen den Schützenpanzer Marder
Geschafft! Die Soldaten des Panzergrenadierbataillons 908 beenden das Schießen und verlassen den Schützenpanzer Marder (Quelle: Bundeswehr/Christoph Loose)Größere Abbildung anzeigen

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 30.11.17 | Autor: Christoph Loose


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.aktuell.nachrichten.jahr2017.november2017&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB050000000001%7CAT7CRS457DIBR