Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten und Berichte > Jahr 2017 > Juli 2017 > Luftlandebrigade 1 zum ersten Mal in Südkorea

Luftlandebrigade 1 zum ersten Mal in Südkorea

Die Delegation besucht unter anderem die Special Warfare School (v.l.) Hauptfeldwebel Christian Arnold, Oberstleutnant Jürgen Auweiler, Oberleutnant Jan Burgwinkel
Die Delegation besucht unter anderem die Special Warfare School (v.l.) Hauptfeldwebel Christian Arnold, Oberstleutnant Jürgen Auweiler, Oberleutnant Jan Burgwinkel (Quelle: Bundeswehr/Jürgen Auweiler)Größere Abbildung anzeigen
Südkorea, 17.07.2017.

Eine dreiköpfige Delegation der Luftlandebrigade 1 hat vom 17. bis 24. Juni Südkorea besucht. Dabei erhielten die Soldaten unter Leitung von Oberstleutnant Jürgen Auweiler einen Einblick in die militärischen Fähigkeiten der südkoreanischen Streitkräfte.

Besonders die kulturellen Unterschiede zu Europäern, der Umgang mit der koreanischen Staatenteilung und die militärischen Folgerungen hieraus sind dabei im Gedächtnis geblieben.
Die deutsch-südkoreanischen Beziehungen wurden durch diese erste Delegation der Luftlandetruppe aufgebaut. Der Besuch begann mit einer Stadtbesichtigung in Seoul. Südkorea zeigte sich als hoch modernes und gleichzeitig traditionell geprägtes Land. Die Metropolregion Seoul ist das industrielle Zentrum des Landes, in welchem mit rund 25 Millionen (Seoul City: 10 Mio.) Menschen zudem knapp die Hälfte der südkoreanischen Bevölkerung lebt. Das Stadtbild ist neben den unübersehbaren Hochhäusern durch viele Tempel und traditionelle Gebäude geprägt. Die Bevölkerung zeigte sich nicht nur überaus freundlich und hilfsbereit, sondern agierte auch dem Militär gegenüber überaus positiv.
Folgend erhielten die deutschen Soldaten einen Einblick in die Ausbildung der südkoreanischen Special Forces. Die fortschrittliche Freifallausbildung HALO (High Altitude – Low Opening, zu deutsch: große Höhe – niedrige Öffnung), die Rangerausbildung, die Scharfschützenausbildung und die Ausbildung „Operationen in der Tiefe“ waren für die deutschen Delegationsteilnehmer der Luftlandebrigade 1 von besonderem Interesse.

nach oben

Hohes Niveau in der Sprungausbildung

Die deutschen Fallschirmjäger dürfen auch aus einem Ballon springen
Die deutschen Fallschirmjäger dürfen auch aus einem Ballon springen (Quelle: Bundeswehr/Jürgen Auweiler)Größere Abbildung anzeigen

Zusätzlich konnte sich die Delegation die Fallschirmpackhalle der Südkoreaner anschauen, bevor es dann in die vorbereitende Sprungausbildung ging. Die Ausbildung im automatischen Fallschirmsprung ist fast identisch mit dem deutschen Modell. Einzige Ausnahme bildet hier der zweimalige Sprung von einer Plattform unter einem Ballon. Ähnlich wie bei den belgischen Streitkräften ist die Methode preiswerter und witterungsunabhängiger als Sprünge aus nicht immer verfügbaren Luftfahrzeugen.

Soldaten der Luftlandebrigade 1 üben im südkoreanischen Freifallsimulator
Soldaten der Luftlandebrigade 1 üben im südkoreanischen Freifallsimulator (Quelle: Bundeswehr/Jürgen Auweiler)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Absetzplatz kann parallel von der Plattform zweier Ballons gesprungen sowie aus Luftfahrzeugen der Typen CH-47 (Helikopter), CN-235 und C-130 (beides Turboprop-Flugzeuge) abgesetzt werden. Des Weiteren verfügt die Special Warfare School über hochmoderne Ausbildungsgeräte zur Fallschirmsprungausbildung (manuell) wie einen Windtunnel und einen Freifallsimulator. Oberstleutnant Auweiler nutzte den Tag danach um die Luftlandebrigade 1 in Südkorea vorzustellen.
Bevor es zurück nach Deutschland ging, hatten die drei deutschen Soldaten die Möglichkeit, einen ballongestützten Fallschirmsprung und einen aus der CN-235 zu absolvieren. Im Anschluss erhielten sie dafür das südkoreanische Fallschirmspringerabzeichen.

Die Delegation bekommt einen einmaligen Blick auf Seoul
Die Delegation bekommt einen einmaligen Blick auf Seoul (Quelle: Bundeswehr/Jürgen Auweiler)Größere Abbildung anzeigen

Durch einen Besuch des Observation Point Dora, unmittelbar an der demilitarisierten Zone, und der Besichtigung eines Infiltrationstunnels konnte die Delegation während ihrer einwöchigen Reise ein Bild von der akuten Bedrohungslage erhalten. Dies wurde auch durch die unübersehbare Militärpräsenz in Seoul unterstrichen. So finden sich dort sowohl Verteidigungsstellungen als auch Flugabwehrgeschütze.

nach oben

Mehr Zusammenarbeit wünschenswert

Deutsche und südkoreanische Soldaten werden aus dem Ballon abgesetzt
Deutsche und südkoreanische Soldaten werden aus dem Ballon abgesetzt (Quelle: Bundeswehr/Jürgen Auweiler)Größere Abbildung anzeigen

„Die Reise nach Südkorea förderte das Verständnis für die südkoreanische Kultur und die Erkenntnis über die durchaus fortschrittliche und ausgereifte militärische Ausbildung auf verschiedenen Ebenen und Themenfeldern.
Das Militär ist sehr stark durch die USA geprägt. Dies zeigt sich in der Ausrüstung und der Ausbildungsinfrastruktur sowie in der Dienstgrad- und Organisationsstruktur. Bestechend ist die beispiellose Disziplin der Soldaten, bei einem vordergründig familiären Führungsstil, in jeder uns gebotenen Ausbildung, sowohl von den Rekruten, als auch den erfahrenen Unteroffizieren und Offizieren. Der Ehrbegriff ist in Militär und der übrigen Bevölkerung fest verankert“, fasst Oberstleutnant Auweiler die Eindrücke zusammen.

„Durch den Austausch von Fachkräften zur gemeinsamen Ausbildung, sowohl an deutschen Ausbildungseinrichtungen als auch an südkoreanischen, kann die Beziehung weiter vertieft und für beide Seiten ein gewinnbringender Erfahrungsaustausch erzielt werden“, so die abschließende Bewertung des Delegationsleiters.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 30.11.17 | Autor: Jürgen Auweiler


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.aktuell.nachrichten.jahr2017.juli2017&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB050000000001%7CAPCBYK419DIBR