Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Nachrichten und Berichte > Jahr 2017 > Dezember 2017 > Schwarzenborner Jäger in England – Mission accomplished

Schwarzenborner Jäger in England – Mission accomplished

Die Jäger sitzen von ihrem Fahrzeug ab und nehmen das Haus unter Feuer
Die Jäger sitzen von ihrem Fahrzeug ab und nehmen das Haus unter Feuer (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen
Salisbury Plains/Großbritannien , 01.12.2017.

Das Jägerbataillon 1 aus Schwarzenborn hat mit einer Kompanie vom 9. bis 23. November an der Übung Lightning Ace II in Großbritannien teilgenommen. Dabei ging es vor allem um die Interoperabilität beider NATO-Nationen. Deswegen wurde die deutsche Jägerkompanie in einen britischen Gefechtsverband integriert.

Ein britischer Kampfpanzer vom Typ Challenger ist in die Ortschaft Coppledown hineingefahren und sichert die rechte Flanke des ersten Bataillons der Scots Guards für den jetzt anstehenden Angriff auf den „Feind“. Zunächst schickt der Bataillonskommandeur Teile einer britischen Infanteriekompanie ins Gefecht. Diese nimmt das erste Haus. Danach erfolgt unter dem Deckungsfeuer der Briten der Vorstoß der deutschen Kompanie. Diese bringt ihre schweren Waffen in Position – zwei Waffenträger Wiesel, einmal mit der Panzerabwehrwaffe TOW und einmal mit der Maschinenkanone 20 Millimeter ausgestattet – beide sichern die linke Flanke.

Neben dem Boxer hat die Kompanie auch den Waffenträger Wiesel mit dabei
Neben dem Boxer hat die Kompanie auch den Waffenträger Wiesel mit dabei (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Es folgt der Vorstoß mit dem ersten von mehreren GTK Boxer (gepanzertes Transportkraftfahrzeug). Dieser fährt an das Haus, das genommen werden soll, heran. Die Heckklappe vom hinteren Kampfraum wird heruntergelassen, deutsche Jäger aus dem hessischen Schwarzenborn sitzen ab und nehmen an einem der vielen Fenster Aufstellung. Während die Briten Deckungsfeuer geben, wird die Sprengladung angebracht und gezündet. Die Infanteristen stürmen in das Haus, kämpfen den Feind nieder. Es folgen weitere Boxer. Schließlich ist der ganze Ort genommen.

nach oben

Partner müssen sich besser kennenlernen

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Volmer (r.), im Gespräch mit britischen Soldaten
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Volmer (r.), im Gespräch mit britischen Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Nicht nur für die Soldatinnen und Soldaten der 3. Kompanie aus dem Jägerbataillon 1 in Schwarzenborn ist die Übung Lightning Ace II eine echte Herausforderung. Gilt es doch, für zwei Wochen, zwei bislang fremde Einheiten zu einem starken Kampfverband zu verschmelzen. Nicht nur die Sprache ist anders, auch Einsatzgrundsätze, Befehlsgebung und vor allem die Ausstattung ist komplett unterschiedlich. „Doch genau darum geht es“, sagt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer. „ Miteinander zu üben, sich besser kennenzulernen, die Unterschiede sowie die Gemeinsamkeiten herauszufinden. Das ist essentiell wichtig für die Interoperabilität zweier NATO-Partner.“

Der deutsche Kompaniechef (r.) bekommt eine Lageinformation durch einen britischen Soldaten
Der deutsche Kompaniechef (r.) bekommt eine Lageinformation durch einen britischen Soldaten (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Lightning Ace II ist eine Übung, die in Großbritannien regelmäßig stattfindet. Jetzt zum ersten Mal mit einer deutschen Jägerkompanie, die in eine Battlegroup, also einen Gefechtsverband in Bataillonsgröße, der Briten integriert wird. Geübt werden unter anderem Angriff, Hinterhalt, Verteidigung.

nach oben

Fast 170 Soldaten mit dabei

Die Kompanie ist auf dem Weg zu ihrem Bereitstellungsraum für den Angriff
Die Kompanie ist auf dem Weg zu ihrem Bereitstellungsraum für den Angriff (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Für das Jägerbataillon 1 ist die Teilnahme bei Lightning Ace II auf dem Truppenübungsplatz Salisbury Plains, etwa 100 Kilometer westlich von London gelegen, eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. „Wir haben nicht nur eine Jägerkompanie hier vor Ort, sondern auch einen großen Anteil Logistik und Instandhaltung“, sagt Oberstleutnant Volker Straubmeier, Stellvertreter des Bataillonskommandeurs. Er selbst führt das deutsche Kontingent in Großbritannien. Monatelange Planung war notwendig um den Transport von fast 60 Fahrzeugen und über 20 Containern mit Material zu organisieren. Erst mit der Bahn, dann von Emden aus mit einer britischen Fähre nach Southampton und schließlich per Landmarsch gelangte das Material zum Übungsplatz. Die fast 170 Soldaten kamen per Flugzeug nach Großbritannien.

Die 3. Kompanie habe eine sehr hohe Kampfkraft, so Oberstleutnant Straubmeier, denn nicht nur Jäger, sondern auch Pioniere, Scharfschützen, Joint Fire Support Teams und zahlreiche Panzerabwehrlenkwaffen gehören zu ihrer Ausstattung auf dem britischen Übungsplatz. Das hätten auch die Soldaten der Royal Scotts Guards anerkennend geäußert. Dazu kommen noch eine hohe Zahl an Waffensystemen in der Kompanie, wie GTK Boxer in unterschiedlichen Ausführungen, Spähwagen Fennek, Waffenträger Wiesel und Transportpanzer Fuchs.

nach oben

Boxer hat sich hier voll bewährt

Für das anspruchsvolle Gelände haben die Besatzungen Gleitschutzketten aufgezogen
Für das anspruchsvolle Gelände haben die Besatzungen Gleitschutzketten aufgezogen (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

„Der Boxer hat sich hier voll bewährt, sowohl was die Geländegängigkeit, die Beobachtungsmöglichkeiten mit der Waffenstation, als auch die Geschwindigkeit betrifft“, resümiert Straubmeier.

Auch Hauptmann Timo Nolte, Chef der „Dritten“, ist begeistert von „seinem“ Boxer – er sei ein exzellentes Fahrzeug für die Jägertruppe. Das hätten die Männer und Frauen der Kompanie auf der Übung festgestellt.

nach oben

Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenlernen

Sie arbeiten während der Übung eng zu sammen – ein deutscher (l.) und ein britischer Kompaniechef
Sie arbeiten während der Übung eng zu sammen – ein deutscher (l.) und ein britischer Kompaniechef (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

„Diese Übung ist schon etwas Besonderes - der Bataillonskommandeur ist Brite, die anderen Kompaniechefs sind Briten, viele Standards sind anders als bei uns Deutschen. Da muss man sich auch erst einmal drauf einstellen“, so der deutsche Kompaniechef.

Die Zusammenarbeit laufe gut – auch, weil auf der jeweils anderen Seite ein Verbindungsoffizier eingesetzt werde. Da bestehe dann für beide Nationen ein kurzer Draht. Das helfe ungemein.

Anders als im deutschen Übungsbetrieb gibt es für die Schwarzenborner Jäger eine weitere Herausforderung: es werden keine Unterbrechungen eingebaut, um Fahrzeuge zu warten oder einfach mal in die Kaserne zu fahren, um heiß zu duschen. Hier bleibt die Truppe die komplette Dauer der Übung draußen. „Nichtsdestotrotz ist die Durchhaltefähigkeit auch bei uns immer gegeben – wir haben uns an den neuen Rhythmus schnell gewöhnt“, sagt Hauptmann Nolte.

nach oben

Kooperation ausbauen

“Wie war die Zusammenarbeit”, möchte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (l.), wissen
“Wie war die Zusammenarbeit”, möchte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer (l.), wissen (Quelle: Bundeswehr/Mario Bähr)Größere Abbildung anzeigen

„Solche Übungen sind elementar in der heutigen Zeit“, so der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Vollmer. Auch die britische Armee habe ein nachhaltiges Interesse an einer weiteren und vertieften Zusammenarbeit, insbesondere im Bereich Übungs- und Ausbildungskooperation.

„Die deutschen Jäger aus Schwarzenborn haben hier gezeigt, wozu sie in der Lage sind und dass sie ein Gewinn für den britischen Kommandeur waren. Durch ihr breites Fähigkeitsspektrum und vor allem mit ihrem Gefechtsfahrzeug, dem GTK Boxer, sind sie ein schlagkräftiges Element. Ich bin sehr zufrieden mit den hier gezeigten Leistungen und sage ‚well done‘ – gut gemacht.“

Jetzt gelte es, die Kooperationen auszubauen und zu verstetigen. Möglich wäre zum Beispiel die Teilnahme einer britischen Kompanie an einer deutschen Übung im kommenden Jahr.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 05.02.18 | Autor: Joachim Samse


http://www.deutschesheer.de/portal/poc/heer?uri=ci%3Abw.heer.aktuell.nachrichten.jahr2017.dezember2017&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB050000000001%7CATLHN8146DIBR