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Ein Truck, der sich in die Lüfte erhebt

Mit einem ungewohnten „Gast“, der M28, teilen sich die Kampfhubschrauber Tiger das Flugfeld in Fritzlar
Mit einem ungewohnten „Gast“, der M28, teilen sich die Kampfhubschrauber Tiger das Flugfeld in Fritzlar (Quelle: Bundeswehr/Sascha Hörmann)Größere Abbildung anzeigen
Stadtallendorf/Hessen, 19.12.2017.

Zum ersten Mal haben jüngst deutsche und niederländische Fallschirmjäger der Division Schnelle Kräfte (DSK) aus Stadtallendorf die PLZ M28 Skytruck zum Sprungdienst genutzt. Das war für etwa 30 Kameraden die Gelegenheit, in sehr kurzer Zeit die jährlich anstehenden Pflichtsprünge für Automatik- und Freifallsprünge zu absolvieren.

Zwei Turboprop-Triebwerke mit knapp 935 PS an je einem Fünfblatt-Propeller bringen die siebeneinhalb Tonnen schwere M28 in weniger als vier Minuten auf 700 Meter Höhe. Damit hatten die Fallschirmspringer des Stabes der DSK und ihrer Stabs-/Fernmeldekompanie in den vergangenen Tagen die Gelegenheit, die anstehenden Pflichtsprünge zügig hinter sich zu bringen. „Die Maschine brummt wie eine wütende Hornisse und düst los wie von einer solchen gestochen“, sagte einer der erfahrenen Fallschirmspringer.

Klein aber fein – Die PLZ M28 Skytruck

Die PLZ M28 Skytruck  ist auf dem Taxi Way des Heeresflugplatzes in Fritzlar „ready for take off“
Die PLZ M28 Skytruck ist auf dem Taxi Way des Heeresflugplatzes in Fritzlar „ready for take off“ (Quelle: Bundeswehr/Nico Engler)Größere Abbildung anzeigen

Mit einem schwergängigen Truck – einem LKW – hat die für die Bundeswehr angemietete Maschine aus polnischer Produktion nichts zu tun. Die Skytruck kommt nicht nur schnell auf Höhe. Hinzu kommt die Fähigkeit, dank des robusten Fahrwerks und den Niedrigdruckreifen, auf fast jedem Untergrund starten und landen zu können – auf nur 325 Meter Länge. „Short Take-Off and Landing“, kurz STOL, heißt das in der Sprache der Piloten.

Wertvolle Absetzkapazitäten für die DSK

Los geht’s – im Inneren der M28 wird es jetzt eng…
Los geht’s – im Inneren der M28 wird es jetzt eng… (Quelle: Bundeswehr/Sascha Hörmann)Größere Abbildung anzeigen

Zwei von einem zivilen Betreiber geleaste Maschinen befinden sich direkt am Ausbildungsstützpunkt Altenstadt. Für die DSK bedeutet das schnell verfügbare Übungskapazitäten sowie Flexibilität für die springenden Einheiten der Division. So auch in der letzten Novemberwoche im hessischen Fritzlar, dem Heimatflugplatz des Kampfhubschrauberregiments 36.

Die Übung beginnt, der erste Fallschirmjäger verlässt die M28
Die Übung beginnt, der erste Fallschirmjäger verlässt die M28 (Quelle: Bundeswehr/Gregor Weber)Größere Abbildung anzeigen

Kälte und Regen erschwerten den Sprungdienst. Hinzu kamen schwierige Windbedingungen, welche bei knapp zehn Knoten in etwa 400 Metern Höhe dem einen oder anderen Übungsteilnehmer viel Muskelkraft abverlangten.

„Als Automatikspringer kannst Du leider nicht viel lenken, der Schirm ist nicht wirklich steuerbar. Man muss sich schon ordentlich in das Gurtzeug hängen, um einen Einfluss auf die Kappe des Fallschirms zu nehmen“, erläutert Oberstleutnant Andreas Schober*, selbst ein erfahrener Fallschirmspringer.

Nach der Landung muss der Fallschirmjäger sofort seinen Schirm bergen
Nach der Landung muss der Fallschirmjäger sofort seinen Schirm bergen (Quelle: Bundeswehr/Gregor Weber)Größere Abbildung anzeigen

Neben der reinen Muskelkraft der Springer helfen aber vor allem die Piloten gegen das Abdriften. Sie fliegen versetzt zum Wind und kalkulieren dabei die Luftverhältnisse mit ein, welche für die Springer für das Absetzen, sprich den Sprung wichtig sind. Dabei steuern sie ein Flugzeug, das zwar eine Spannweite von 22 Metern hat, aber im Inneren nicht sehr großzügig bemessen ist: Maximal acht Fallschirmjäger und zwei Absetzer finden Platz. Deshalb bekommt auch jeder Springer nur einzeln sein „Ab!“.

Die Fallschirmspringer sind gut gelandet – am Fuße des Regenbogens
Die Fallschirmspringer sind gut gelandet – am Fuße des Regenbogens (Quelle: Bundeswehr/Gregor Weber)Größere Abbildung anzeigen
„Angesichts dessen, dass man da drin nicht wirklich aufrecht stehen kann, ist das einzelne „Ab“ sicherer und die Sicherheit geht natürlich immer vor“, beschreibt Oberstleutnant Schober das Absetzen. Und sicher blieb es auch, Unfälle gab es keine.
Nicht jeder landete unbedingt dort, wo man es erwartete. „Am Ende bist du froh, wenn es nur der Dung ist, und nicht die Kuh“, kommentierte Schober abschließend.

* Name geändert


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Stand vom: 21.12.17 | Autor: Sascha Hörmann


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