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Gedenken am Ehrenmal des Heeres: Trauer darf nicht sprachlos machen

Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, legt am Ehrenmal des Heeres einen Kranz nieder
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, legt am Ehrenmal des Heeres einen Kranz nieder (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen
Koblenz/Rheinland-Pfalz, 23.11.2016.

Die zentrale Gedenkveranstaltung des Heeres zum Volkstrauertag am Ehrenmal des Heeres fand am 17. November statt. Zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, Repräsentanten verbündeter Landstreitkräfte sowie Abordnungen der Verbände und Dienststellen des Heeres kamen dazu auf die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz. Die Gedenkansprache hielt in diesem Jahr der Bundestagsabgeordnete und ehemalige Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung.

Traditionell laden der Inspekteur des Heeres und der Präsident des Kuratoriums Ehrenmal des Deutschen Heeres e.V. gemeinsam auf die Festung Ehrenbreitstein. Die Federführung zur Organisation der Veranstaltung hatte die Division Schnelle Kräfte. Den Ehrenzug und die Ehrenwache stellte das Wachbataillon aus Berlin. Musikalisch begleitete das Heeresmusikkorps Koblenz, unter Leitung von Oberstleutnant Alexandra Schütz-Knospe, das militärischen Zeremoniell.

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Dokumentationsraum zum Ehrenmal des Heeres geplant

Generalleutnant a.D. Hans-Otto Budde, zu Beginn seiner kurzen Rede in den Kuppelsälen der Festung
Generalleutnant a.D. Hans-Otto Budde, zu Beginn seiner kurzen Rede in den Kuppelsälen der Festung (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Es sei immer „ein besonderes Gefühl“ die Gäste zur jährlichen Gedenkfeier auf der Festung Ehrenbreitstein zu begrüßen, sagte der Präsident des Kuratoriums Ehrenmal des Deutschen Heeres e.V., Generalleutnant a.D. Hans-Otto Budde, zu Beginn seiner kurzen Rede in den Kuppelsälen der Festung. „Es mischen sich Trauer, Mahnung und Stolz auf die große Gemeinschaft, in der wir der Toten gedenken.“ Diese Gedenkfeier verbinde Generationen, sagte Budde weiter.

Das Ehrenmal des Heeres sei eine Stätte der Mahnung, die zum Gedenken anregen solle. Es sei aber auch eine Stätte des Friedens. „In Zeiten wachsender Bedrohung haben viele Menschen ein größeres Bedürfnis zu gedenken und zu mahnen.“ Deshalb kämen nicht nur zum Volkstrauertag die Menschen hierher. Im nächsten Jahr werde zudem ein Dokumentationsraum über das Ehrenmal des Heeres eingerichtet, stellte Hans-Otto Budde in Aussicht.

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„Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern unsichtbar“

Dr. Franz Josef Jung mahnt, Trauer dürfe nicht zur Resignation führen
Dr. Franz Josef Jung mahnt, Trauer dürfe nicht zur Resignation führen (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Gastredner der diesjährigen zentralen Gedenkveranstaltung des Heeres zum Volkstrauertag war der Abgeordnete des Deutschen Bundestages und ehemalige Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung. Seine Ansprache begann er mit einem Blick zurück: „Wir gedenken der Männer, Frauen und Kinder, die in den Weltkriegen starben, die in der Gefangenschaft oder bei der Vertreibung ums Leben kamen. Wir gedenken der tapferen Männer und Frauen im Widerstand, die gegen Unrecht und Diktatur aufstanden und für menschliche Würde und freies Gewissen ihr Leben gaben. Sie haben uns gezeigt, dass es in Deutschlands dunkelster Stunde Menschen gab, deren Lebensleistung hell erleuchtet. Sie haben uns auch gezeigt, dass eine staatliche Ordnung, ohne die Achtung der Menschenwürde, ohne Rechtsstaatlichkeit, ohne Demokratie letztlich keinen Raum der Freiheit darstellt“, sagte Jung. Doch auch und ganz besonders schloss Franz Josef Jung die Frauen und Männer der Bundeswehr, die in Ausübung ihres Dienstes für Frieden und Freiheit, ob in der Heimat oder im Ausland, ob durch Unfall oder im Gefecht ihr Leben verloren, in das Gedenken mit ein.

„Leid und Trauer dürfen uns aber nicht sprachlos machen“, appellierte er an die Anwesenden und zitierte Augustinus mit den Worten: „Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern unsichtbar. Sie leuchten voller Licht in unsere Augen voller Trauer. Sie mahnen uns Lebende, dass wir unserer Verantwortung und unserer Verpflichtung für eine friedliche Zukunft gerecht werden. Trauer darf nicht zur Resignation führen.“ Weiter sagte Jung: „Wir müssen Lehren ziehen aus der Geschichte, weiter an einem friedlichen Europa, mit einem demokratisch verlässlichen Deutschland in seiner Mitte, an einer besseren und sichereren Welt zu bauen. Diese Verpflichtung ist, so denke ich, aktueller denn je.“

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Kränze im Gedenken an die Toten niedergelegt

Das Totengedenken sprach der Inspekteur des Heeres
Das Totengedenken sprach der Inspekteur des Heeres (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Das Totengedenken sprach der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer. Anschließend legte er für das Deutsche Heer einen Kranz am Ehrenmal nieder. Ihm folgten die Repräsentanten der befreundeten Nationen USA, Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden sowie des Landes Rheinland-Pfalz und der Stadt Koblenz. Im Anschluss legten Verbände der Truppengattungen und die Abordnungen der Dienststellen des Heeres ebenfalls Kranz- und Blumengrüße nieder.

Zu Ehren der Toten spielte der Trompeter des Heeresmusikkorps Koblenz „Ich hatt' einen Kameraden“. Die Nationalhymne beschloss das Gedenken am Ehrenmal des Heeres. Anschließend fand ein kurzer Empfang in den Kuppelsälen der Festung Ehrenbreitstein statt, der das Programm der zentralen Gedenkveranstaltung des Heeres zum Volkstrauertag beendete.

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Ehemalige Heeresgenerale eingeladen

Generalleutnant Jörg Vollmer trägt den ehemaligen Heeresgeneralen zu aktuellen Entwicklungen im Deutschen Heer vor
Generalleutnant Jörg Vollmer trägt den ehemaligen Heeresgeneralen zu aktuellen Entwicklungen im Deutschen Heer vor (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Ebenfalls zur Tradition geworden ist es, die ehemaligen Heeresgenerale zu einer Informationsveranstaltung auf die Festung Ehrenbreitstein einzuladen. Bereits am Vormittag trug der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Jörg Vollmer, in diesem Kreise zu den neuesten Entwicklungen im Deutschen Heer vor. Dabei standen die Reaktionen der NATO auf die Entwicklungen in Osteuropa und deren Auswirkungen für das Deutsche Heer besonders im Interesse der Zuhörer. „Die Beschlüsse des Gipfels von Warschau werden wir im Rahmen des NATO-Programms 'enhanced Forward Presence' mit der jeweils rotierenden mehrmonatigen Entsendung multinationaler Bataillone nach Ost- und Nordosteuropa umsetzen. Das Deutsche Heer wird eines dieser Bataillone in Litauen führen“, sagte Generalleutnant Vollmer.

Die Lage in den Einsatzländern, die Personallage, die materielle Ausstattung sowie die Ausbildung der Soldaten waren weitere Themen des Vortrags. Im Anschluss nahmen die Teilnehmer umfangreich die Gelegenheit wahr, Fragen zu stellen und über einzelne Themenfelder zu diskutieren.

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Einblicke aus erster Hand

Der Verteidigungsattaché bei der Deutschen Botschaft in der Russischen Föderation, Brigadegeneral Reiner Schwalb
Der Verteidigungsattaché bei der Deutschen Botschaft in der Russischen Föderation, Brigadegeneral Reiner Schwalb (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Einen interessanten und informativen Überblick über Daten, Fakten und Emotionen zu Russland gab der Leiter des Militärattachéstabes bei der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in der Russischen Föderation in Moskau, Brigadegeneral Reiner Schwalb. Sein Vortrag setzte sich mit der Geschichte des Landes, seinen nationalen Interessen, seinen wirtschaftlichen und militärischen Fähigkeiten, mit der Ukraine-Krise sowie mit dem russischen Engagement in Syrien auseinander. Brigadegeneral Schwalb schilderte zudem seine bisherigen Erfahrungen als Verteidigungsattaché bei seinen Reisen innerhalb des riesigen Landes.

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Stand vom: 30.11.17 | Autor: Bernd Schwendel


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