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Gemischte Aufklärungskompanie bereitet sich auf Mali-Einsatz vor

Ab Oktober 2016 wird die gemischte Aufklärungskompanie in Mali im Einsatz sein
Ab Oktober 2016 wird die gemischte Aufklärungskompanie in Mali im Einsatz sein (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen
Bergen/Niedersachsen, 16.06.2016.

Die gemischte Aufklärungskompanie MINUSMA, gestellt durch das Aufklärungslehrbataillon 3 „Lüneburg“ der Panzerlehrbrigade 9, hat Anfang Juni die Unterkünfte im Truppenlager Hörsten bezogen. Jetzt heißt es, sich eine Woche lang intensiv für das 3. Deutsche Einsatzkontingent MINUSMA im Norden Malis vorzubereiten.

Es ist Freitag. Die meisten Kameraden fahren nun ins Wochenende zu ihren Familien. Nicht so die über einhundert Soldaten der gemischten Aufklärungskompanie des deutschen Einsatzkontingents „Mission multidimensionnelle integrée des Nations Unies pour la stabilisation AU Mali“ (DEUCON MINUSMA). Sie setzt sich aus Soldaten des Aufklärungslehrbataillons 3, des Panzergrenadierlehrbataillons 92, des Panzerpionierbataillons 130 und des Versorgungsbataillons 141 zusammen. Harte Tage stehen ihnen bevor.

Training mit tückischen Hindernissen

Die gemischte Aufklärungskompanie während des Marsches
Die gemischte Aufklärungskompanie während des Marsches (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Bereits am Wochenende standen zunächst die Marschausbildung und später das Verhalten bei Hinterhalten auf dem Ausbildungsplan. Hauptmann Konstantin ruft seine Männer zusammen – Befehlsausgabe für den Marsch. Auf den Punkt „Verhalten bei besonderen Vorfällen“ legt er besonderen Wert. Denn vor allem im Einsatz kann man nie vorhersehen, was einen erwartet. Doch in der Übung weiß er ganz sicher: Das erfahrene Leitungspersonal um Hauptmann Gunnar Kammel wird mehr als nur eine Überraschung für seinen Zug bereithalten. Lageangepasstes und eigenständiges Mitdenken erwartet er von seinen Unterführern. Kein Problem – sie kennen sich alle aus ihrer langen gemeinsamen Dienstzeit beim Aufklärungslehrbataillon 3 in Lüneburg.

Der Viehhirte lässt sich überzeugen, die Straße freizumachen
Der Viehhirte lässt sich überzeugen, die Straße freizumachen (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Dann setzt sich der Tross aus Militärfahrzeugen in Bewegung. Wie aus dem Nichts gekommen, verbarrikadieren plötzlich Kühe die Straße. Der Viehhirte spricht nur Russisch. Jetzt ist einmal mehr der Führer vor Ort gefragt. Hauptmann Konstantin schafft es mit seinem Verhandlungsgeschick, den Einheimischen davon zu überzeugen, die Herde von der Straße zu führen, damit die Einsatzkräfte ihren Marsch fortsetzen können.

Die Ruhe trügt – überall lauern Fallen

Beobachtungshalt: Noch ist es ruhig
Beobachtungshalt: Noch ist es ruhig (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Wenig später folgt die nächste Überraschung: Das Spitzenfahrzeug – ein gepanzertes Aufklärungsfahrzeug vom Typ Fennek – hat ein quer auf der Fahrbahn stehendes ziviles Fahrzeug mit der Aufschrift UN aufgeklärt. Schreie kommen aus dem Inneren. Ein Hinterhalt? Eine Rotte Kampfhubschrauber Tiger sichert und überwacht das Terrain aus der Luft. Die Soldaten am Boden nähern sich dem Fahrzeug. Offensichtlich handelt es sich um einen Verkehrsunfall, wie er auch in Deutschland passieren könnte. Sie reagieren schnell, bringen die zwei verunglückten UN-Mitarbeiter in die Sicherheit ihrer gepanzerten Fahrzeuge. Anschließend kümmern sich sofort Sanitätskräfte der Truppe, sogenannte Ersthelfer B, um die Versorgung. Derweil setzt ein weiterer Kamerad einen Rettungsfunkspruch, den Forward-Air-MedEvac (FAM) Nine-Liner ab, um die Rettung der Verletzten sicherzustellen. Schließlich kann der Marsch fortgesetzt werden.

Am Folgetag steigert sich die Intensität deutlich. Die Kolonne fährt auf einer engen Straße entlang. Vor ihnen liegt eine kleine Ortschaft. Hauptmann Konstantin befiehlt „Beobachtungshalt!“. Die Besatzungen der Fahrzeuge führen in der Zwischenzeit einen 5/25er durch. Dabei vergewissert sich je ein Soldat eines jeden Fahrzeugs, dass im Umkreis von fünf bis 25 Metern alles sicher und sich keine Sprengfallen in unmittelbarer Nähe befinden. Alles scheint normal. Und so setzt der Aufklärungszug den Marsch fort. Plötzlich – ein lauter Knall an der linken Straßenseite. Rauch steigt auf. „Durchstoßen!“, schreit Hauptmann Konstantin.

Eine gute Ausbildung rettet Leben

Versorgung von Verwundeten: Nur was richtig geübt wird, klappt auch in Extremsituationen
Versorgung von Verwundeten: Nur was richtig geübt wird, klappt auch in Extremsituationen (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Unbeschadet kommen alle Fahrzeuge durch – zum Glück. Die Patrouille setzt ihren Weg mit erhöhter Wachsamkeit fort. Jetzt bloß keinen Fehler machen. Erneut knallt es – die Patrouille wird angesprengt. Ein Transportpanzer Fuchs ist ausgefallen. Schnell wird klar, dass ein Besatzungsmitglied gefallen und ein weiteres schwer verwundet ist. Die restlichen Fahrzeuge führen den Feuerkampf gegen die Angreifer aus dem Dorf. An einen FAM-Einsatz aus der Luft ist an dieser Stelle nicht zu denken. Der Verwundete wird so schnell wie möglich in eine Deckung gebracht, der Nine-Liner abgesetzt. Doch die Hilfe verzögert sich. Fast dreißig Minuten dauert es, bis die Rotte der Transporthubschrauber NH90 am Himmel erscheint. Der Kamerad ist gerettet, der Auftrag kann fortgesetzt werden.

Verletzte werden gerettet. Gleichzeitig setzt ein Soldat den Nine-Liner-Funkspruch ab
Verletzte werden gerettet. Gleichzeitig setzt ein Soldat den Nine-Liner-Funkspruch ab (Quelle: Bundeswehr/Daniel Richter)Größere Abbildung anzeigen

Den Einsatz in Mali immer vor Augen

Die einwöchige Übung verfolgt einen ganz bestimmten Zweck. Die Soldaten der gemischten Aufklärungskompanie werden ab Oktober 2016 als Bestandteil des 3. Deutschen Einsatzkontingents MINUSMA unter der Führung von Oberstleutnant Michael Hoppstädter, Kommandeur des Aufklärungslehrbataillons 3, nach Mali in den Einsatz gehen. Deshalb üben sie gezielt, wie sie sich bei unvorhersehbaren Ereignissen verhalten müssen, um bestmöglich darauf vorbereitet zu sein.


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Stand vom: 30.11.17 | Autor: Christian Wolf


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