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Angekommen: Der Bison verstärkt Truppe im Einsatz

Kundus/Afghanistan, 14.03.2012.
Nach über 5.500 Kilometern ist der „Bison“ im Einsatzland angekommen. Das schwere und geschützte Berge- und Abschleppfahrzeug „Bison“ gehört nun zum Inventar des Ausbildungs- und Schutzbataillon Kundus. Mit ihm können alle Radfahrzeuge, die momentan im Einsatz sind, wenn nötig sogar unter Gefechtsbedingungen geborgen und abgeschleppt werden.

Auf dem Bild sehen Sie das Berge- und Transportfahrzeug Bison in Afghanistan

In Kundus angekommen: Bison (Quelle: Heer/Michael S.)Größere Abbildung anzeigen

Um an ihren neuen Arbeitsplatz zu gelangen, müssen Stabsunteroffizier Christian L., eingesetzt als Bergetruppführer, und der Bediener des Bison, Oberstabsgefreiter Enrico L., erst einmal die jeweils rund 370 Kilogramm schwere Fahrer- und Beifahrertür öffnen. „Das ist aber kein Problem. Die Türen werden per Knopfdruck hydraulisch geöffnet und geschlossen“, erklärt Enrico L. lachend.

Das hohe Gewicht der Türen ist der Sicherheit der Besatzung geschuldet. Die Fahrgastzelle bietet ballistischen Schutz gegen direkten Beschuss und vor improvisierten Sprengfallen (Improvised Explosive Device – IED). Die Kraft des 518 PS starken Motors ist schon beim Starten des Dieselmotors zu hören. Der 34 Tonnen schwere Koloss setzt sich langsam in Bewegung.

Auf dem Bild sehen Sie einen Soldaten der die Zollplomben vom Bison entfernt

Entfernen der Zollplomben (Quelle: Heer/Michael S.)Größere Abbildung anzeigen

Umfassende Ausbildung

Die beiden Soldaten sind bis jetzt die einzigen beim Ausbildungs- und Schutzbataillon (ASB) Kundus, die eine entsprechende Ausbildung haben, um den neuen Koloss überhaupt fahren und bedienen zu dürfen. „Voraussetzung, um zur Ausbildung für den Bison an die Logistikschule der Bundeswehr in Garlstedt gehen zu dürfen, sind die abgeschlossenen Bedienerlehrgänge für den Bergepanzer 2 und den Lkw 15 t, den sogenannten Multi mit Fahrzeugschutzausstattung (FSA)“, erklärt Stabsunteroffizier L nicht ohne Stolz.

„Der Lehrgang an der Logistikschule dauerte sechs Wochen“, ergänzt der Oberstabsgefreite. Neben der Bedienung der Berge- und Abschleppvorrichtung standen das Fahren im Gelände und verschiedene Bergeübungen von Kraftfahrzeugen im Fokus des Lehrgangs. An Schrottautos konnte zusätzlich der Umgang mit dem Berge- und Rettungssatz und das Bergen von Verletzten geübt werden. Der Berge- und Rettungssatz auf dem Fahrzeug ist dabei vergleichbar mit den Sätzen, die bei den zivilen Feuerwehren verwendet werden.

Auf dem Bild sehen Sie den Oberstabgsgefreiter L. an seinem neuen Arbeitsplatz im Bison

Oberstabgsgefreiter L. an seinem neuen Arbeitsplatz (Quelle: Heer/Michael S.)Größere Abbildung anzeigen

Beeindruckende Technik zum Bergen und Abschleppen

Je nach Bauart des abzuschleppenden Fahrzeugs wird am hydraulischen Unterfahrlift die sogenannte Hubbrille befestigt. Die Brille besteht aus mehreren Einzelteilen, die für jeden defekten Fahrzeugtyp passend zusammengebaut werden kann. Damit wird meist die Vorderachse direkt oder die mit der Brille umbauten Räder des abzuschleppenden Fahrzeuges angehoben. So können neben Gefechtsfahrzeugen auch Fahrzeuge mit geringer Bodenfreiheit problemlos geborgen und abgeschleppt werden.

Darüber hinaus stehen der Besatzung weitere Bergemöglichkeiten zur Verfügung. So kann zum Bergen von Schadfahrzeugen entweder eine frontale Seilwinde, eine am Heck befindliche Bergewinde oder ein Hydraulik-Tieffalthilfskran eingesetzt werden. Letzterer befindet sich hinter dem Fahrerhaus, quer zur Fahrtrichtung eingebaut. Er wird beim Bergen, aber auch bei den Reparaturarbeiten eingesetzt. Mit ihm können schwere Teile wie zum Beispiel der Motor des Schützenpanzers Marder oder des Transportpanzers Fuchs aus dem Fahrzeug herausgehoben werden. „Der Bison ist auch für das teilrollfähige Abschleppen von defekten Fahrzeugen gut ausgestattet. Trotz seines Gewichts und seiner imposanten Maße, ist er im Gelände sehr beweglich“, sagt der Oberstabsgefreiter.

„Ich freue mich auf den ersten Einsatz mit dem Fahrzeug. Dann können wir unsere Kenntnisse in die Praxis umsetzen“, ergänzt Stabsunteroffizier L. lachend. Doch zuerst müssen der Bison selbst und die in den Staufächern verteilten, über 200 Einzelteile, gesichtet und überprüft werden. „Ich bin froh, dass ich zwei ausgebildete Soldaten dabei habe. So kann ich den Bison schnellstmöglich einsetzen. Er wird uns das Bergen und den Abtransport von Schadgerät sehr erleichtern“, blickt Stabsfeldwebel S., der Schirrmeister, erwartungsvoll in die Zukunft.

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Stand vom: 07.04.14 | Autor: Michael S.


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