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Verteidigungsausschuss besucht das Gefechtsübungszentrum

Im Herzstück – die Besucher erhalten in der Auswertezentrale im Gefechtsübungszentrum des Heeres einen guten Einblick
Im Herzstück – die Besucher erhalten in der Auswertezentrale im Gefechtsübungszentrum des Heeres einen guten Einblick (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen
Colbitz-Letzlinger Heide/Sachsen-Anhalt, 26.04.2017.

Zu Gast beim Deutschen Heer: Gemeinsam mit dem Kommandeur Einsatz und stellvertretendem Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Carsten Jacobson, hat der Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages am 24. April das Gefechtsübungszentrum des Heeres besucht. Ausbildungssystematik, aber auch ganz praktische Einblicke in den Übungsbetrieb standen auf dem Programm.

„Nicht nur in seiner Methodik der Ausbildung ist das Gefechtsübungszentrum Heer, kurz GÜZ, einmalig. Auch die vielseitigen Ausbildungsmöglichkeiten und Ausbildungseinrichtungen, wie etwa das urbane Übungsgelände Schnöggersburg, werden zukünftig eine neue Qualität der Ausbildung darstellen“, erklärt General Jacobson zur Begrüßung. Er freue sich sehr, die Mitglieder des Verteidigungsausschusses beim Deutschen Heer begrüßen zu dürfen.

Eine wesentliche Aufgabe des Verteidigungsausschusses besteht in der parlamentarischen Kontrolle des Bundesministeriums der Verteidigung und seines nachgeordneten Bereiches. In diesem Zusammenhang spielt er eine wichtige Rolle bei der Verabschiedung des Verteidigungsbudgets und bei der Beschaffung von Ausrüstung und Material für die Bundeswehr.

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Ausbildung modern, effektiv und transparent gestallten

Oberst Uwe Becker (l.) begrüßt die Abgeordneten, hier Thomas Hiltscher, im Übungszentrum persönlich
Oberst Uwe Becker (l.) begrüßt die Abgeordneten, hier Thomas Hiltscher, im Übungszentrum persönlich (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Oberst Uwe Becker, Dienstellenleiter im Gefechtsübungszentrum des Heeres, begrüßte die Besucher und gab einen ersten Einblick in die komplexen Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort. „Nicht nur Heeressoldatinnen- und Soldaten, auch Angehörige anderer Teilstreitkräfte und verschiedener Nationen durchlaufen die Ausbildung im Übungszentrum, was immerhin so groß wie rund 24.000 Fußballfelder ist“, erklärt Oberst Becker. Insgesamt mehr als 1.300 Uniformträger sowie zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen den Übungsbetrieb sicher, den bis heute 162.000 Soldaten durchliefen. „Das Ineinandergreifen der Ausbildungsmethodik mit den Ausbildungsmöglichkeiten werden von den Soldaten sehr gut angenommen. Die Moral und die Motivation der übenden Soldaten spiegeln dies in den Auswertungen der Übungen wieder“, so Becker.

Doch auch Herausforderungen habe das Gefechtsübungszentrum zu meistern. Die jetzt schon 15 Jahre laufende Systemtechnik bedarf einer stetigen Anpassung an neu eingeführte Waffensysteme und Fahrzeuge wie beispielsweise den Eagle V. „Das Übungszentrum wird personell aufwachsen. Letztendlich verlangt die Erweiterung der Ausbildungsmöglichkeiten um das urbane Übungsgelände Schnöggersburg eine grundlegende Erweiterung der Ausbildungstechnik“, bekräftigte der Dienstellenleiter.

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Einen Einblick in die Funktionalität

Jens Heusmann erklärt das AGDUS System am Beispiel einer Ausstattung welche auf Fahrzeuge montiert wird
Jens Heusmann erklärt das AGDUS System am Beispiel einer Ausstattung welche auf Fahrzeuge montiert wird (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Das Rheinmetall-Dienstleistungszentrum Altmark (RDA) stellt die Systemelektronik für den Übungsbetrieb sicher. RDA-Chef Jens Heusmann gibt Einblicke in die Technik. Jeder Soldat, jedes Fahrzeug und jede Waffe wird mit dem Ausbildungsgerät Duellsimulator (AGDUS) – mit Sendern, Reflektoren und Empfängern für Laser ausgerüstet, um die Wirkungen der eingesetzten Waffen zu simulieren. So ausgestattet werden Treffer der Waffen, Munitionsbestände, verschiedene Arten von Verletzungen, Beschädigungen an Fahrzeugen, sogar das taktisches Verhalten jedes einzelnen Soldaten festgehalten und für die Übungsauswertung dokumentiert. Auch Video Live-Mitschnitte werden zur Auswertung bereitgestellt.

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„An alle – Gefechtsbefehl“

Während des Angriffes überwinden die Schützenpanzer Marder schnell eine Straße
Während des Angriffes überwinden die Schützenpanzer Marder schnell eine Straße (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Der Ausbildungsverband des Übungszentrums stellt den realen Gegner für die jeweiligen Verbände, die zum Üben in das GÜZ kommen, dar. Die Verknüpfung von Systemelektronik und praktischer Ausbildung zeigte die 2. Kompanie des Ausbildungsverbandes. Oberst Michael Knoke, Leiter der Abteilung Ausbildung und Übung, erklärt: „Die Operationsart Angriff ist hoch komplex. Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort, das Richtige tun verlangt viel vom militärischen Führer und jedem einzelnen Soldaten. Zeit spielt dabei eine sehr große Rolle.“ Das Gefecht verbundener Kräfte mit den Gefechtsarten Angriff und Verzögerung erlangt eine immer größer werdende Bedeutung. Die Herausforderungen in der Bündnis- und Landesverteidigung stellen im Ausbildungsbetrieb den absoluten Schwerpunkt dar.

Auch Unterstützung aus der Luft muss während des Angriffes koordiniert werden
Auch Unterstützung aus der Luft muss während des Angriffes koordiniert werden (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Inmitten des Gefechtes erlebte die Delegation das Zusammenwirken von Kampf- und Schützenpanzern, Pionieren, Sanitätern und auch Hubschraubern verbündeter Nationen. Die folgende Auswertung verdeutlichte, für jeden einzelnen Soldaten messbar, die angewandte Systemtechnik und ihren immensen Ausbildungsnutzen. Das gerade Erlebte wurde per Live-Mitschnitt einzelner Gefechtsphasen als Grundlage zur Besprechung der Übung herangezogen.

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In Art und Weise einzigartig

Schnöggersburg: Oberstleutnant Peter Makowski weist die Delegation in die Örtlichkeiten ein
Schnöggersburg: Oberstleutnant Peter Makowski weist die Delegation in die Örtlichkeiten ein (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

Eine Besichtigung des noch im Bau befindlichen urbanen Übungsraumes Schnöggersburg gab den Besuchern einen Einblick in noch nie dagewesene Ausbildungsmöglichkeiten. Auf einem Areal von mehr als sechs Quadratkilometern entstehen derzeit 560 Gebäude, 16 Kilometer Straße, 800 Meter Flusslauf und 600 Meter Kanalisation mit 20 Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten. Dieser neue Übungsraum ist gewissermaßen eine nachgebaute Stadt. Er wird künftig völlig neue Möglichkeiten der Ausbildung und Übung schaffen.

Bei der Begehung der Gebäude werden die neuen Übungsmöglichkeiten schnell klar
Bei der Begehung der Gebäude werden die neuen Übungsmöglichkeiten schnell klar (Quelle: Bundeswehr/Maximilian Schulz)Größere Abbildung anzeigen

„Wir haben einen praxisnahen und tiefgründigen Einblick in das Leistungsspektrum sowie in die kommenden Herausforderungen für das Gefechtsübungszentrum des Heeres bekommen“, sagte ein Mitglied des Verteidigungsausschusses über den Besuch.

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Weitere Informationen AGDUS:

Der Duellsimulator dient zur einsatznahen Ausbildung der Soldaten. Das System kann bei allen direkt gerichteten Schusswaffen unter Verwendung von Manövermunition genutzt werden. Das System AGDUS verfügt zur Simulation der Waffenwirkung über ein Sende- und ein Empfangsgerät. Bei Schussabgabe sendet ein an der Waffe adaptiertes Sendegerät einen codierten Laserstrahl, mit dem verschiedene Daten wie die Identitätsnummer des Schützen, Waffen- und Munitionsart übertragen werden. Ein Treffer wird mit einem akustischen Signal angezeigt, das System informiert über die Trefferzone, die Verwundung und die zu erwartende Ausfallzeit. Um den bei einem Treffer entstehenden Signalton zu deaktivieren, muss bei den Soldaten beziehungsweise den Fahrzeugen eine Codierung aktiviert werden. Die Reaktivierung kann nur ein Schiedsrichter vornehmen.

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Stand vom: 30.11.17 | Autor: René Hinz


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