Die Gebirgsjäger erhalten eine neue Skiausrüstung
Mittenwald, 25.01.2006.
Als einen Quantensprung in der Weiterentwicklung der Ausrüstung, ist die Einführung eines taillierten Skis für die Gebirgsjägertruppe zu bezeichnen.
Gebirgsjäger carven künftig
Im zivilen Bereich, sowie im Leistungssport, ist der Carving-Ski seit über fünf Jahren auf dem Vormarsch. Nun machen sich die Gebirgsjäger die Vorteile des Skis mit den breiten Schaufeln ebenfalls zunutze. „Der neue Ski verfügt über eine „step- in“-Sicherheitsbindung. Diese ermöglicht das Anlegen des Skis ohne Bücken und manuelles Schließen der Bindung mit der schweren Ausrüstung“, gibt Oberstabsfeldwebel Udo Knittel Auskunft. Der Bergführerfeldwebel ist in der Gruppe Weiterentwicklung der Gebirgs- und Winterkampfschule tätig und war an der Entscheidung für die neue Ausrüstung beteiligt. „Der Ski bringt einige Vorteile. Aufgrund der breiten Schaufeln gibt er im Tiefschnee einen größeren Auftrieb. Die hohe Skitourensicherheitsbindung ermöglicht ein leichteres Aufkannten der Skier. Die Drehfreudigkeit ist aufgrund der Taillierung und der Kürze von 1,70 Meter immens gestiegen. Das kommt der Ausbildung zugute. Die Soldaten erlernen das Skifahren mit diesem Modell in kürzerer Zeit“, fasst Oberstabsfeldwebel Knittel die Vorteile des neuen Skis zusammen.Der neue Schuh verringert die Unfallgefahr bei Abfahrten
Aber nicht nur der Ski ist neu. Zur Ausrüstung gehören auch zuschaltbare Harscheisen. Diese werden vorsorglich bei harten und eisigen Schneeverhältnissen angebracht und erhöhen somit zusätzlich die Sicherheit. Taillierte Steigfelle und ein Vierschnallentourenschuh komplettieren die Ausrüstung. „Der Schuh bietet aufgrund seiner Höhe mehr Stabilität im Knöchelbereich. Bei Abfahrten verringert sich die Unfallgefahr,“ sagt Oberstabsfeldwebel Knittel. Den Schuh gibt es künftig in zwei Ausfertigungen. Eine schmale Ausfertigung ist speziell für Soldatinnen gedacht.Die gesamte Ausrüstung besteht aus handelsüblichem Gerät. Die Farbgebung der Skier wurde neutral gehalten, ansonsten wurden alle Teile ohne kostenintensive Änderungen vom zivilen Markt übernommen. Die Ausrüstung entspricht damit modernstem internationalen Standard.
Mittlerweile wurden 600 Ausrüstungen an die Truppe verteilt. Zunächst wurden die Heeresbergführer und die Hochgebirgszüge der Gebirgsjägertruppe ausgestattet. Zusätzlich erhielten Teile des Kommandos Spezialkräfte und der Fernspählehrkompanie 200 diese neuen Skier.
Erste Erfahrungen gesammelt
Seit gut einer Woche sammeln die Heeresbergführer in Mittenwald Erfahrungen mit ihrer Ausrüstung.„Der Ski hat einen hohen Fahrkomfort, die Schuhe bieten einen guten Halt. Das Laufen mit dem Tourenschuh ist noch gewöhnungsbedürftig“, urteilt Hauptfeldwebel Bernhard Kerl nach den ersten Stunden mit der neuen Ausrüstung. Alle Heeresbergführer sind sich jedoch einig. Die neue Ausrüstung ist ein großer Sprung nach vorn!









