Weitere Informationen Duro 3
Geschichte
Mit Beginn der SFOR-Mission hat die Bundeswehr begonnen, sehr gezielt geschützte Radfahrzeuge gegen die Wirkung von Infanteriewaffen und Landminen mit einem zusätzlichen Panzerschutz zu versehen. Der Transportpanzer Fuchs war das erste Fahrzeug, welches 1997 mit einer Zusatzpanzerung versehen wurde.
Der Trend zu leichten, hochmobilen und letztendlich luftverlastbaren Fahrzeugen zwang den militärischen Beschaffer auf am Markt verfügbare Technologien zurückzugreifen, die nach Möglichkeit bei anderen Streitkräften eingeführt und mit einem ballistischen Schutzpaket versehen werden können. Um die Neuausrüstung der Truppe mit missionsspezifischen und gepanzerten Fahrzeugen schnellstmöglich zu gewährleisten, wurde bei der Beschaffung auf die schweizerische Fahrgestellentwicklung des Duro in Verbindung mit deutscher Aufbau- und Schutztechnologie zurückgegriffen.
Für den Bedarf der schweizerischen Armee wurden in den letzten Jahren rund 3.500 Fahrzeuge gefertigt.
Das Duro 3-Konzept
Bei dem Duro 3-Modell handelt es sich um ein 12 Tonnen schweres Mehrzweckfahrzeug, das die gestiegenen Anforderungen der Bundeswehr nach einem effektiv geschützten Transportraum in nahezu optimaler Weise erfüllt.
Der Duro 3 besteht im Wesentlichen aus drei Baukomponenten: Der gepanzerten Fahrerkabine mit Klimatisierung und ABC-Schutzanlage, den austauschbaren Mehrzweckaufbauten mit eigener Klimatisierung und ABC-Schutz sowie aus dem dreiachsigen 6x6-Fahrgestell.
Durch seine modulare Bauweise kann der Duro 3 auch unter Feldbedingungen innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Konfigurationen für verschiedene nutzerspezifische Missionen annehmen. Die Module sind so konfiguriert, dass sich diese nicht nur schnell austauschen lassen, sondern auch abgesetzt autark betreiben lassen. Dieses Konstruktionskonzept bei gepanzerten Transportradfahrzeugen ist in der Bundeswehr neu.
Der Duro 3 ist mit dem Ziel konzipiert worden, der deutlichen Erweiterung des Aufgabenspektrums und militärischen Anforderungen von gepanzerten Radfahrzeugen in den Punkten Panzerung, Mobilität und einem hohen Schutz zu genügen. Das technologische Ergebnis ist das gepanzerte Duro 3 Mehrzweckfahrzeug, welches ein breites Missionsspektrum abdeckt.
Einsatzspektrum
Der Duro 3 kann in folgenden Einsatzgebieten verwendet werden:
- Transport
- Führung und Aufklärung
- Beobachtung
- Verbindung
- Logistik
- Sanität
- EOD (Kampfmittelbeseitigung)
Mit einem Gewicht von nur 12 Tonnen ist der Duro 3 in der Lage, mit der C-160 Transall, dem europäischen Airbus A400M, einer amerikanischen C-130 Herkules oder der C-17 Globemaster III befördert zu werden.
Panzerschutz
Das Duro 3 Mehrzweckfahrzeug bietet seiner bis zu 14-köpfigen Besatzung bestehend aus einem Fahrer, Beifahrer und einer 12 Mann starken (samt militärischer Ausrüstung) Mannschaft ausreichend Platz.Geschützt ist die Besatzung gegen den Beschuss von Hartkernmunition nach STANAG 4569 Level 2/EN 1522 Level FB 7 und verfügt über einen leistungsfähigen Minenschutz gemäß STANAG 4569 Level 1.
Die Leistungsfähigkeit des gesamten Panzerschutzes wurde in amtlichen Test des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung auf der Wehrtechnischen Dienststelle in Meppen nachgewiesen. Technologisch ist es möglich, den bestehenden ballistischen Schutzaufbau durch einen noch leistungsfähigeren zu ergänzen.
ABC-Schutz
Der Duro 3 verfügt im Fahrerhaus und in den Wechselaufbauten über je eine sehr leistungsfähige ABC-Schutzbelüftungsanlage. Mit dieser Anlage ist es der Besatzung möglich, auch in atomar, biologisch oder chemisch verseuchtem Gebiet ohne Gefahr für Leib und Leben zu operieren.
Die Anlage ist sehr leistungsfähig und ermöglicht auch längere Standzeiten in verseuchten Gebieten. Die in der Anlage befindlichen Schutzfiltersysteme lassen sich unter Feldbedingungen leicht auswechseln. Über diese Schutzbelüftungsanlagen verfügen die meisten gepanzerten Fahrzeuge der Bundeswehr.
Mobilität
Hohen Wert legten die Bundeswehrbeschaffer bei der Einführung eines neuen gepanzerten Radfahrzeugs auf höchstmögliche Mobilität im allen Arten von Geländeverhältnissen und für einen guten Fahrkomfort für Besatzung und Fahrpersonal. Der Duro 3 verfügt über drei De-Dion Achsen, die am verwindungssteifen Leiterrahmen aufgehängt sind. Als Stabilisator werden beidseitig an Achsjochen angreifende Stabilisator Elemente verwendet.
Das dreiachsige Fahrzeug ist mit einer Druckluftbremse mit Anti-Blockiersystem und hydraulisch betätigten Scheibenbremsen ausgestattet. Dies gibt eine sehr gute Fahrsicherheit auf der Straße und im Gelände. Ferner verfügt der Duro 3 von Rheinmetall Landsysteme über eine pneumatisch betätigte Abgasrückschlagklappe als Dauerbremseinrichtung sowie eine Federspeicherfeststellbremse.
Um eine hohe Mobilität im Gelände zu haben, ist das Fahrzeug mit einem 6 Zylinder Turbolader-Dieselmotor vom Typ CUMMINS ISBe 250 der Euronorm III mit Ladeluftkühlung ausgerüstet.. Der Motor verfügt über einen 5.883 ccm großen Hubraum und leistet 184 kW (250 PS) bei 2.400 bis 2.500 Umdrehungen in der Minute. Der Duro 3 erreicht mit dem Turboladermotor eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Der Dieselmotor ist so sparsam, dass die Besatzung Ziele in einer Entfernung von 700 km erreichen kann. Selbst Steigungen von 60% bewältigt der Duro mit dem Antrieb problemlos und voll beladen.
Ein 5-Gang Automatikgetriebe der Serie 2000 mit Drehmomentwandler und Überbrückungskupplung sorgt für die nötige Kraftübertragung auf die Achsen und Räder. Als Verteilergetriebe wird ein MOWAG 2 S 22 synchronisiertes 2-Stufen Verteilergetriebe mit selbstsperrenden Längsdifferenzial Torsen verwendet.
Als Räder werden Aluminiumfelgen 20 x 11", zweiteilig, mit Bereifung 335/80 R 20 141 K XZL verwendet. Darüber hinaus verfügt der Duro über Notlaufelemente. Diese Notlaufelemente ermöglichen es des der Besatzung mit beschädigten Reifen noch ein Fahrtstrecke von rund 50 km zurückzulegen, um die eigenen Linen noch zu erreichen.
Fahrerhaus
Die Fahrerkabine ist nach neuesten ergonomischen Forderungen gestaltet. Die gepanzerte Kabine verfügt über eine eigene Klimaanlage und über ein übersichtliches Armaturenbrett. Über eine kombinierbare Gegen- und Außensprechanlage kann der Fahrer Kontakt nach außen herstellen, ohne das die Besatzung das Fahrzeug verlassen muss.
Eine sehr wichtige technologische Eigenschaft, gerade bei Auslandseinsätzen in gefährlichen Gebieten. Eine Kamera am Heck des Duro 3 erleichtert das Zurückfahren und die Beobachtung der Hecktüren auf unerwünschte Annäherungen. Elektrisch heizbare Scheiben und elektrisch verstellbare Außenspiegel runden die Fahrerleichterungen ab. Um Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten am Motor, der sich unter der Kühlehaube befindet, auch unter feldmäßigen Bedingungen durchführen zu können, ist die Kabine mit einer hydraulischen Kippvorrichtung versehen.
Der Einstieg in das Fahrerhaus erfolgt durch zwei große Türen. Die Front- und Seitenscheiben sind aus beschussfesten Panzerglas. Die Sicht nach vorne ist für den Fahrer auch in einem unübersichtlichen Gelände, aufgrund der Formgebung der Fahrerkabine, sehr gut und ermöglich gute Beobachtungsmöglichkeiten, wenn das Fahrzeug in einer gedeckten Stellung steht. Fahrer- und Beifahrersitz sind minensicher montiert so wie alle in der Fahrerkabine befindlichen Instrumente und Einrichtungen. Für den Notfall steht dem Fahrer und Beifahrer eine Notausstiegsluke zur Verfügung.
Im geschützten Tragrahmen hinter der Fahrerkabine befinden sich die schützenswerten Baugruppen des Duro. Hierunter fallen unter anderem die Baugruppen ABC-Schutzanlage, Kraftstoffentnahmetank, Bremsaggregate, Batterien, Kühlwasserbehälter und die Fahrzeugelektronik. Diese kritischen Baugruppen sind ebenfalls vor Beschuss geschützt.
Aufbaumöglichkeiten
Mit dem Duro 3 ist es möglich, gepanzerte und ungepanzerte Mehrzweckaufbauten zu befördern. Auch Ladepritschen können bei Bedarf mitgeführt werden. Der geschützte Mehrzweckaufbau besteht aus dem Technikraum zur Integration von Heizungs-, Klima-, Lüftungssystemen und Stromerzeugeraggregaten sowie dem Mannschaftsraum zur Integration vielfältiger Rüstsätze für unterschiedliche Missionen.
Das Fahrzeug verfügt über ein sehr großes Nutzvolumen von 15 Kubikmetern. Je nach Nutzlasttypenauslegung kann der Duro 3 bis zu 5,5 Tonnen Nutzlast mitführen oder Platz für bis zu 14 voll ausgerüstete Soldaten bieten. Die Raumhöhe des Aufbaus ist mit 1,5 Meter Höhe angegeben. In der Hochdachausführung stehen 1,8 Meter Höhe zur Verfügung. Diese Auslegung ist besonders für Sanitätstransportraum wichtig, damit das medizinische Personal in dem Fahrzeug ausreichend Platz zum Stehen hat, um Patienten wirksam zu behandeln.
Alle Ausrüstungsgegenstände sowie Sitze in dem Nutzlastmodul sind minensicher untergebracht. Auch die unterschiedlichen Aufbauten des Duro 3 sind für den Ereignisfall mit einer Notausstiegsluke ausgestattet, über die ein Verlassen des Fahrzeuges schnell möglich ist.
Bewaffnung zur Verteidigung
Der Duro 3 kann zur Selbstverteidigung mit unterschiedlichen Waffensystemen bestückt werden. Hierzu ist es möglich ein Maschinengewehr MG3 oder ein schweres Maschinengewehr mit dem Kaliber 12,7 mm auf einer Waffenplattform des Typs RLS 609montieren, die über eine eigene Zieloptik, eine elektrische Abfeuerungseinrichtung, einen mechanischen Seiten- und Höhenrichtantrieb und Winkelspiegel verfügt. Auch die Einrüstung einer Granatmaschinenwaffe 40 mm ist möglich.
Die Einrüstung von Nachtsichtoptiken ist auf dieser Waffenstation optional gegeben. Die Waffenstation RLS 609 ermöglicht zudem die Beobachtung des Gefechtsfelds über und unter der Luke und die Bekämpfung von Zielen auch in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges. Zudem ist ein Nachladen der Waffe unter Panzerschutz für den Soldaten möglich. Optional ist für den Duro 3 eine Nebelmittelwurfanlage verfügbar, über die Nebelkörper abgeschossen werden können, und die so das Fahrzeug vorübergehend der gegnerischen Sicht entziehen.







